Neben den Top-Modellen der Find X2 und Reno4 Serie hat Oppo mit der A-Reihe auch preisgünstige Smartphones für Einsteiger im Portfolio. Darunter auch das Oppo A72 mit einem Preis von 249 Euro. Schafft das Smartphone den Spagat aus attraktivem Preis und guter Leistung im Alltag? Das wollen wir in diesem Test für euch herausfinden.

Übersicht

Die A-Serie umfasst mittlerweile einige Modelle und liegt im Bereich von etwa 100-300 Euro. Das Oppo A72 ist bereits seit Mitte Juni 2020 erhältlich und mittlerweile schon für um die 200 Euro zu haben – je nach Farbvariante. Für unseren Test haben wir das Smartphone in „Aurora Purple“ erhalten, ein auffälliger Mix aus Türkis und Lila. Ein deutlich schlichterer Look steht alternativ mit der Farbe „Twilight Black“ zur Auswahl.

Lieferumfang

  • Smartphone
  • USB-C auf USB-A-Kabel
  • Ladegerät mit 18 Watt
  • transparente Schutzhülle
  • In-Ear Kopfhörer
  • Steckplatz-Werkzeug
  • Bedienungsanleitung

Design und Verarbeitung

Das Oppo A72 fällt besonders durch die extravagante Farbgebung auf. Der Verlauf von Türkis über Grün bis Lila sticht schon sehr ins Auge und trifft damit sicher nicht jedermanns Geschmack, allerdings mischt das A72 damit den sonst eher eintönigen Smartphone-Markt etwas auf. Je nach Lichteinfall bewegen sich Lichtreflexionen zentriert um das Kameramodul, dort sitzen übrigens vier Sensoren – weitere Details folgen später.

Das Gehäuse ist größtenteils aus Kunststoff gefertigt, was für diese Preisklasse nicht ungewöhnlich ist. Auf der Front kommt widerstandsfähiges Gorilla Glas 3 zum Einsatz, das Display ist dabei flach in das Gehäuse eingelassen und ab Werk mit einer Schutzfolie ausgestattet. Die Verarbeitung ist insgesamt auf einem hohen Niveau und das Gerät macht einen robusten Eindruck. Trotz der Dicke von 8,9 mm, einem Gewicht von 192 g und durch abgerundete Seiten hinten liegt das Smartphone recht angenehm in der Hand.

Auf der linken Seite sitzen die Lautstärkeregelung und der SIM-Kartenslot, gegenüberliegend befindet sich der Powerbutton mit integriertem Fingerabdrucksensor. Beide Bedienelemente sind komfortabel zu erreichen und besitzen einen guten Druckpunkt, der Sensor arbeitet zudem schnell und zuverlässig. Das Oppo A72 kann neben zwei Nano-SIM auch eine zusätzliche MicroSD-Karte zur Speichererweiterung aufnehmen (3-fach Slot). Während die Oberseite komplett blank ist, so sind auf der Unterseite der USB Typ-C Anschluss, ein Lautsprecher sowie ein 3,5 mm Klinkenanschluss vorzufinden.

Technik und Features

Unter der Haube steckt ein Qualcomm Snapdragon 665, ein Mittelklasse-Prozessor mit einer Strukturgröße von 11 nm, acht Kernen und bis zu 2,0 GHz Taktrate. Als Grafikeinheit kommt eine Adreno 610 zum Einsatz, dazu gibt es ein X12 LTE-Modem. Mit an Bord sind zudem 4 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 128 Gigabyte interner Speicher. Die Leistung ist für alltägliche Aufgaben, wie beispielsweise Videos ansehen oder im Internet surfen, mehr als ausreichen. Für sehr grafikintensive Spiele sind der Prozessor bzw. die Grafikeinheit jedoch etwas zu schwach.

ModellOppo A72Oppo Reno 4ZOppo Reno 4 ProPOCO X3
ProzessorQualcomm SD 665MT Dimensity 800Qualcomm SD 765GQualcomm SD 732G
Geekbench 5 (Singlecore)309 Pkt.516 Pkt.617 Pkt.569 Pkt.
Geekbench 5 (Multicore)1.271 Pkt.2.178 Pkt.1.809 Pkt.1.794 Pkt.
AnTuTu182.348 Pkt.304.895 Pkt.322.780 Pkt.279.931 Pkt.

Als Betriebssystem gibt es Android 10 in Kombination mit der Oppo-Benutzeroberfläche ColorOS 7.1. Darüber hinaus sind Bluetooth 5.0, WLAN 802.11ac und NFC dabei, mobiles Bezahlen ist also beispielsweise möglich. Das Oppo A72 besitzt übrigens Stereo-Sound, der über den Lautsprecher auf der Unterseite gepaart mit dem schmalen Hörmuschel-Speaker über dem Display realisiert wird. Es gibt zwar kein Dolby-Tuning, allerdings ist die sogenannte „Real Original Sound“-Technologie mit vier verschiedenen Modi mit an Bord (Intelligent, Film, Spiel, Musik). Die Qualität ist selbst bei maximaler Lautstärke überraschend gut und vor allem bei Videos ein nützliches Feature.

Ein Pluspunkt: großer Akku mit langer Laufzeit

Der Akku im Oppo A72 leistet satte 5.000 mAh und wird mit bis zu 18 Watt wieder mit Energie versorgt. Eine volle Ladung dauert ca. 90-100 Minuten, was ein durchaus ordentlicher Wert ist für diese Preisklasse. Kabelloses Laden ist mit dem A72 jedoch nicht möglich. Im PCMark-Akkutest hielt das Smartphone knapp 12 Stunden (11h 59min) durch, bis die Restladung nur noch 20 Prozent betrug. Während dem Benchmark war die Bildschirmhelligkeit auf ca. 70 Prozent eingestellt und WLAN + GPS aktiviert. Je nach Nutzungsverhalten hält das A72 mindestens einen Tag durch, ein zweiter Tag könnte auch problemlos möglich sein.

In puncto Display kommt ein 6,5 Zoll großes IPS-Panel mit einer Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel zum Einsatz. Oben links sitzt eine Punch-Hole, in der die Frontkamera sitzt. Die Displayränder sind vergleichsweise dünn, nur das Kinn unterhalb des Panels ist noch etwas dicker. Eine erhöhte Bildwiederholrate gibt es nicht, der Bildschirm arbeitet also standardmäßig mit 60 Hz.

Laut Hersteller liegt die Helligkeit bei bis zu 480 nits, mit einem Display-Profiler konnten wir bis zu 442 nits messen – sowohl bei 20 % als auch 100 % APL. Leider macht sich besonders im Bereich des Punch-Hole und am unteren Rand etwas „Bleeding“ bemerkbar, dort ist die Ausleuchtung also nicht ganz optimal. Die Farbwiedergabe ist größtenteils natürlich, könnte jedoch noch etwas mehr Kontrast und somit Kraft vertragen. Gerade helle Bereiche wirken etwas ausgewaschen.

Kameraqualität

Das Oppo A72 setzt auf eine Quad-Kamera, die über einen Hauptsensor mit 48 Megapixel (f/1.7 Blende) verfügt. Dazu gibt es eine Ultraweitwinkelkamera mit 8 Megapixel (f/2.2) sowie zwei 2 Megapixel Sensoren, jeweils für Monochrom- und Porträtfotos. Auf der Front, erkennbar an der Punch-Hole oben links, sitzt ein 16 Megapixel Sensor (f/2.0) für Selfies.

Videos kann das A72 in bis zu 4K bei maximal 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, auch 1.080p Full HD ist leider nur maximal mit 30 fps möglich. Eine optische Bildstabilisierung ist nicht mit dabei, allerdings gibt es eine vergleichsweise starke EIS (elektrische Stabilisierung). Sie bügelt unsanfte Bewegungen softwareseitig aus und sorgt so für ein durchaus stabiles Bild. Für diese Preisklasse eine gute Performance, ein OIS ist qualitativ aber weiterhin nochmal ein gutes Stück stärker.

Beispielfotos

Der Hauptsensor kann besonders im Alltag mit guten Fotos punkten. Die Ergebnisse sind scharf fokussiert und in puncto Helligkeit, Kontrast und Farbgebung gut abgestimmt. Der AI-Modus neigt hier und da zu einer stärkeren Sättigung, ihr könnt „Dazzle Color“ allerdings jederzeit deaktivieren. Sehr schön ist übrigens das natürliche Bokeh, besonders Detailaufnahmen von Blumen und Pflanzen wirken hochwertig. Makro-Shots sind übrigens bis zu einer Nähe von etwa 5 cm möglich.

Der digitale Zoom ist bis zu einer 2-fachen Vergrößerung noch sehr brauchbar, auch der 5x-Zoom ist noch in Ordnung. Beim maximal 10-fachen Zoom ist das Bildrauschen schon sehr stark ausgeprägt, weswegen die Bilder dabei eher zum Erkennen von Schriften oder Ähnliches geeignet sind. Die Ultraweitwinkelkamera sorgt für kreative Aufnahmen, könnte jedoch etwas mehr Auflösung für eine höhere Bildschärfe vertragen. Besonders zu den Seiten wird das Bild oftmals etwas unklar. Die Frontkamera knipst durchaus gute Selfies, die Bilder sind gut fokussiert. Allerdings gelingen die Farben nicht immer ganz so natürlich, zudem könnte das Bild mehr Details und Schärfe vertragen.

Die beiden 2 MP Sensoren sind leider nicht dediziert anwählbar, werden aber wohl als Art „Tiefenkamera“ und für Farbfilter eingesetzt. Oppo stellt hierbei zehn verschiedene Filter zur Auswahl. Dennoch stellt sich die Frage, ob die beiden Sensoren wirklich mit an Bord sein müssen. Bei Nacht macht das Oppo A72 eine überraschend gute Figur. Mit dem entsprechenden Modus werden Fotos in erster Linie deutlich heller, auch das Bildrauschen nimmt ab. Deutlich teurere Top-Smartphones bieten da zwar noch etwas mehr Qualität, doch auch die Einsteigerklasse muss sich bei Dunkelheit mittlerweile nicht mehr verstecken.

Fazit

Ein Smartphone muss nicht unbedingt über 1000 Euro kosten, auch 500 Euro kann für viele Nutzer schon zu viel sein – genau da kommen Einsteigermodelle wie das Oppo A72 ins Spiel. Zum Preis von 200 bis 220 Euro gibt es beeindruckend viel Smartphone für das Geld. Das Design ist, besonders in der Farbe Aurora Purple, sehr auffällig und alternativ im schlichten Schwarz erhältlich. Das Gehäuse ist zwar aus Kunststoff gefertigt, doch das ist robust und hochwertig verarbeitet. Zudem gibt es widerstandsfähiges Gorilla Glas 3 auf der Front.

Im Inneren steckt ein guter Mittelklasse-Prozessor, der für alltägliche Aufgaben und nicht allzu grafikintensive Spiele geeignet ist. Dazu gibt es einen großen Akku mit 5.000 mAh, der je nach Nutzung auch gern mal einen zweiten Tag durchhält. Das Laden könnte mit 90-100 Minuten zwar etwas schneller gehen, dieser Wert ist jedoch für diese Preisklasse mehr als in Ordnung. Das Display ist hell genug und auch die Farbwiedergabe ist in okay, der Kontrast lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Zudem immer wieder ein Pluspunkt: eine Displayschutzfolie und auch eine Schutzhülle sind bereits ab Werk im Lieferumfang enthalten. Die Quad-Kamera kann besonders mit dem 48 Megapixel Hauptsensor punkten, der bei Tageslicht gute Fotos knipsen kann und auch bei Nacht keine schlechte Figur macht. Die Ultraweitwinkelkamera könnte hingegen etwas mehr Auflösung vertragen. Selfies gelingen oftmals sehr gut, schweifen farblich allerdings teilweise etwas ab.

Alles in allem hinterlässt das A72 von Oppo einen guten Eindruck, der unserer Meinung nach sein Geld wert ist. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Bereich schon recht groß, darunter beispielsweise das POCO X3 (Test) oder die Xiaomi Redmi Note Modelle (8 Pro, 9 und 9 Pro). Erhältlich ist das Smartphone beispielsweise bei Amazon*, Saturn* und MediaMarkt*.

Pro

  • robustes Gehäuse mit auffälligem Design
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • guter Kamera-Hauptsensor
  • MicroSD + Dual-SIM
  • 3,5 mm Klinkenanschluss

Contra

  • Display könnte mehr Kontrast vertragen
  • Schärfe bei Ultraweitwinkelkamera und Selfies

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