Wer der Meinung ist, 2021 sei in Bezug auf Smartphones ein langweiliges Jahr gewesen, hat wohl unter einem Stein gelebt. Nicht nur im hochpreisigen Segment, sondern auch im günstigen Einsteigerbereich gab es einige spannende Geräte – sowohl von alten Hasen wie Samsung als auch vergleichsweise neuen Anwärtern wie Oppo oder Poco. Selbst wenn ihr also unter besagtem Stein gehaust habt – keine Panik! Wir sind hier, um jeweils drei Highlights in verschiedenen Preisklassen nochmal Revue passieren zu lassen. Und ganz am Ende verraten wir euch, welche Geräte es nicht in die Kategorien geschafft haben.

Bei der Einordnung haben wir uns übrigens am derzeitigen Straßenpreis und nicht an der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller orientiert. Natürlich können sich die Preise im Laufe der Zeit nochmal verändern oder durch zeitlich begrenzte Angebote nochmal attraktiver werden. Aber genug gequatscht, legen wir los mit der ersten Kategorie.

Smartphones unter 350 Euro

Oppo A54 5G

Mit dem A54 5G ging Oppo in dem Bereich unter 350 Euro ins Rennen. Dem chinesischen Hersteller gelang für kleines Geld ein Smartphone, auf das man sich im Alltag in vielerlei Hinsicht verlassen kann. Im Test haben uns der helle 90-Hz-Bildschirm, die lange Akkulaufzeit und die allgemein hochwertige Verarbeitung gut gefallen. Zumindest bei Tageslicht lassen sich mit der Hauptkamera gute Fotos schießen, gleichwohl benötigt die Ultraweitwinkelkamera wohl noch ein wenig Feintuning.

Im direkten Vergleich mit dem ähnlich teuren Samsung Galaxy A22 punkteten vor allem die Makro-Kamera und die leicht höhere Ladegeschwindigkeit, auch wenn diese bei beiden Smartphones durchaus ausbaufähig ist.


Realme GT Master Edition

Auch Oppos Schwester-Unternehmen Realme hat den europäischen Markt im Blick und liefert starke Hardware zu niedrigem Preis. Das Realme GT Master wurde im Juli enthüllt und bietet ein großes Super-AMOLED-Display mit FullHD+, 120 Hz und einem Spitzenhelligkeitswert von 1.000 Nits. Abgesehen von der starken Ausstattung im Hinblick auf Qualcomm Snapdragon 778G und bis zu 8 GB RAM begrüßen wir vor allem den geringen Aufpreis für mehr Datenspeicher im Vergleich zu ähnlichen Smartphones.

Außerdem hat Realme es geschafft, Unterstützung für 65-Watt-Laden unterzubringen, wodurch der 4.300 mAh große Akku in einer halben Stunde wieder vollgeladen sein soll. Etwas für Kopfhörer-Liebhaber: Ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ist auch an Bord, per microSD lässt sich der Speicher allerdings leider nicht erweitern.

Bild: Realme

Poco F3

Die ehemalige Xiaomi-Marke Poco steht seit diesem Jahr auf eigenen Beinen und versucht es weiterhin im Einsteiger- bis Mittelklasse-Bereich mit sehr erschwinglichen Geräten. Das Poco F3 war im Endeffekt auch in Konkurrenz mit Geräten aus dem eigenen Haus wie etwa dem Poco X3 Pro. Ihr dürft euch nicht von dem „Pro“-Zusatz in die Irre leiten lässt, denn mit dem Poco F3 bekommt ihr unterm Strich das technisch besser ausgestattete Gerät.

Dieses ist unter anderem mit einem hochauflösenden AMOLED-Bildschirm samt einer flotten Bildwiederholrate von 120 Hz, dem besseren Prozessor, 5G und beispielsweise Support des aktuellen WLAN-Standards Wi-Fi 6 ausgestattet. Da lässt es sich verschmerzen, dass man weder Kopfhörer per 3,5-Millimeter-Klinke anschließen kann oder sich der Speicher nicht per microSD erweitern lässt. Wem das wichtig ist und dafür mit einem LCD, 4G und anderen kleineren Nachteilen auskommt, macht mit dem Poco X3 Pro aber auch nicht viel falsch.


Smartphones unter 700 Euro

OnePlus Nord 2

Unserer Meinung nach hat das OnePlus Nord 2 5G als eins der wenigen Smartphones aus der Mittelklasse die Bezeichnung „Flaggschiff-Killer“ verdient, auch wenn das ja irgendwie zur Identität des Herstellers gehört. Der große 4.500-mAh-Akku kann mit 65 Watt schnell wieder aufgeladen werden, hinzu kommen ein AMOLED-Bildschirm mit hoher Auflösung und einer Bildwiederholrate von 90 Hz sowie der MediaTek Dimensity 1200, der bis zur Vorstellung des Dimensity 9000 die Speerspitze des Halbleiterherstellers darstellte. Auch die gute Hauptkamera mit 50-MP-Sensor und die Stereolautsprecher konnten uns im Test überzeugen. Luft nach oben lassen hauptsächlich die fehlende IP-Zertifizierung sowie das nicht vorhandene Wireless Charging.


Google Pixel 6

Wie beim größeren Pro-Bruder ist am Pixel 6 wohl der Tensor-Chip das Besonderste, wobei es sich um den ersten SoC aus Googles eigener Werkstatt handelt (wenngleich er in Zusammenarbeit mit Samsung entstanden ist). Der SoC setzt vor allem im Bereich von Künstlicher Intelligenz neue Maßstäbe. Beim Pixel 6 ist Google seiner Linie, einen möglichst niedrigen Einstiegspreis zu bieten, treu geblieben, weswegen wir das Pixel 6 gegenüber dem Pixel 6 Pro vorziehen würden.

Dafür bekommt ihr ein Smartphone mit flüssigem, hellem und farblich abgestimmtem Bildschirm, einen Akku mit ordentlicher Laufzeit und natürlich aktuelles Android 12. Neue Updates erscheinen auf den Pixel-Smartphones traditionell als Erstes. Und auch bei der Kamera spielt das Pixel 6 seine Stärken aus. Das alles hinterlässt bei uns einen positiven Eindruck, obwohl die Monate nach der Pixel-Präsentation von Schlagzeilen unter anderem über die geringe Ladeleistung oder den Fingerabdrucksensor gespickt waren.


Xiaomi 11T Pro

Das Xiaomi 11T Pro hat das Rennen um die höchste Ladegeschwindigkeit zumindest in dieser Auflistung gewonnen: 120 Watt sind mit dem entsprechenden Zubehör möglich! Das heißt, der Akku ist in etwa 20 Minuten von 0 auf 100 Prozent gebracht. Doch auch abseits dessen hat das Smartphone aus der ersten Xiaomi-Generation ohne „Mi“-Zusatz einiges zu bieten. Zum Beispiel einen leistungsstarken Qualcomm Snapdragon 888, eine 108-MP-Hauptkamera und ein 120-Hz-AMOLED-Display. Vor allem das Kamera-Modul auf der glänzenden Rückseite stellt sicher, dass jeder sofort sieht, dass ihr nicht mit einem ganz so alltäglichen Smartphone unterwegs seid.


Smartphones unter 1000 Euro

OnePlus 9 Pro

Das OnePlus 9 Pro bringt wie das OnePlus 9 ein Hasselblad-Branding auf der Rückseite mit. Das ist dort nicht nur zur Verschönerung, sondern ist Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem schwedischen Kamera-Pionier. Dies wird bei Nutzung von Hauptkamera und Ultraweitwinkel besonders deutlich, denn die kräftigen Farben wissen zu beeindrucken. Auf dem mit WQHD+ auflösenden AMOLED-Bildschirm mit HDR10+-Zertifizierung kommen die geschossenen Fotos schließlich besonders gut zur Geltung. Ein Qualcomm Snapdragon 888 und je nach Ausführung bis zu 12 GB RAM runden das Highend-Paket ab.


Oppo Find X3 Pro

Alle Augen richteten sich bei der Veröffentlichung des Oppo Find X3 Pro wohl auf die Mikroskop-Kamera, die lediglich mit 3 MP auflöst, jedoch eine 60-fache Vergrößerung ermöglicht. Für Labor-Umgebungen ist das Smartphone natürlich nicht gedacht, aber damit herumzuspielen macht einfach Spaß. Auch abgesehen davon hat Oppo beim Find X3 Pro insgesamt einen guten Job gemacht und dem Smartphone unter anderem eine gute Akkulaufzeit, einen Qualcomm Snapdragon 888 sowie ein hochauflösendes Display mit 120 Hz spendiert. Wirklich Kritik hatten wir eigentlich nur beim Fingerabdrucksensor anzubringen, der zwar noch immer schnell und präzise funktioniert, mit seiner etwas nach unten gewanderten Position allerdings nicht mehr ganz so leicht zu erreichen ist.


Samsung Galaxy S21 Ultra

Mit Veröffentlichung im Januar ist das Samsung Galaxy S21 Ultra wohl das älteste Smartphone der hier genannten, aber es kann in so mancher Hinsicht mit allerneuster Technik punkten. Allem voran wäre da das Quad-Kamera-Setup, in dem neben 108-MP-Hauptsensor und 12-MP-Weitwinkel auch zwei Zoom-Linsen mit jeweils 10 MP und 3-facher sowie 10-facher Vergrößerung enthalten sind. In Sachen Konnektivität ist es mit Bluetooth 5.2, Wi-Fi 6E, NFC, UWB und USB Typ-C 3.2 auf dem aktuellsten Stand. Da können wir getrost über den etwas ineffizienten Exynos 2100 SoC und die geringe Ladeleistung von maximal 25 Watt hinwegsehen.


Smartphones über 1000 Euro

Apple iPhone 13 Pro (Max)

Was wäre so eine Highlights-Übersicht, würden wir lediglich Smartphones aus dem Android-Lager berücksichtigen. Doch seit dem Ende von Windows Phone bleiben ja schließlich nur die Apple-Geräte als Alternative. Das Line-up bestand in diesem Jahr aus insgesamt vier Smartphones: iPhone 13 Mini, iPhone 13, iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max. Die beiden Pro-Modelle unterscheiden sich zwar in Größe, Akkukapazität und Auflösung ihres Bildschirms, bieten aber beide zum ersten Mal in einem Apple-Smartphone eine Wiederholfrequenz von 120 Hz. Das Unternehmen aus Cupertino hat sich wieder auf das konzentriert, was es am besten kann: Ein exzellentes Display, eine vielseitige Kamera für den Alltag und eine lange Akkulaufzeit. Auch, wenn das alles natürlich ein Apple-typisches Preisschild hat.


Sony Xperia 1 III

Seit der Name „Sony“ nicht mehr im Zusammenhang mit „Ericsson“ verwendet wird, hat er definitiv an Relevanz im Mobilfunkmarkt verloren. Dabei entstehen unter der Flagge des japanischen Unternehmens noch immer Geräte mit hoch spannender Technik. Da wäre alleine das Notch- und Punch-Hole-freie OLED-Panel mit 120 Hz und extrem scharfer 4K-Auflösung, das im 21:9-Format daherkommt und so vor allem Cineasten Freude bereiten soll.

Alleinstellungsmerkmal ist außerdem die Periskop-Kamera mit variabler Brennweite und Blende, die eine bis zu 4,4-fache Vergrößerung erlaubt. Für den hohen Preis lässt sich Sony nicht lumpen und verbaut standardmäßig 12 GB RAM und mindestens 256 GB Speicher, der sogar per microSD erweitert werden kann. Auch ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ist im Gehäuse zu finden, der Soundübertragung mit 24 Bit und 192 kHz ermöglicht.

Sony Xperia 1 III Smartphone - Titelbild
Bild: Sony

Samsung Galaxy Z Fold 3

Auch wenn das Galaxy Z Fold 3 die mittlerweile dritte Generation der Samsung-Foldables markiert, ist die Bauweise noch immer ein Exot und Samsung ohne ernsthafte Konkurrenz – auch wenn unter anderem Xiaomi und Microsoft erste Versuche gestartet haben. Das Z Fold 3 ist für uns das erste faltbare Galaxy-Gerät, das sich ohne allzu große Hintergedanken im Alltag benutzen lässt. Vorsicht ist zwar weiterhin geboten, doch die sollte man vermutlich bei der Nutzung von jedem Smartphone (und vor allem von denen mit einem vierstelligen Preisschild) walten lassen. Wer die hohe Investition wagt, wird von einem Smartphone mit flüssiger Performance und besonders exzellenten Bildschirmen belohnt.


Die Exoten

Fairphone 4

Das niederländische Unternehmen Fairphone hat in diesem Jahr die inzwischen vierte Generation seines Smartphones vorgestellt. Wie auch beim Vorgänger wurde bei der Produktion großen Wert darauf gelegt, dass alle Beteiligten fair bezahlt und behandelt werden – das spiegelt sich auch im Preis wider.

Wer das Geld auf den Tisch legt, erhält zum ersten Mal ein Gerät, das technisch nicht mehr so arg hinterherhinkt, wie es bei den bisherigen Fairphones der Fall war. Dennoch ist es technisch natürlich nicht mit ähnlich teuren Modellen zu vergleichen. Das Konzept des Herstellers ist leider (noch?) etwas Besonderes in der Branche. Pluspunkte in Sachen Nachhaltigkeit erhält das Fairphone außerdem für seine modulare Bauweise, denn so gut wie jede Komponente kann einzeln nachgekauft und relativ einfach ersetzt werden. Das spart einerseits Kosten für einen teuren Reparaturservice und verlängert andererseits die Lebensdauer, weil nicht sofort ein neues Gerät her muss, wenn beispielsweise „nur“ die Kamera defekt ist.

Bild. Fairphone

ASUS ZenFone 8

Im Android-Markt eher wenig Beachtung erfährt das taiwanische Unternehmen ASUS. Völlig zu Unrecht, wie wir finden, auch wenn es nicht für einen Platz in unserer Hauptliste gereicht hat. Das ASUS ZenFone 8 ist ein kompaktes Smartphone, das trotzdem nicht an Highend-Features wie einem Qualcomm Snapdragon 888 als SoC, IP68-Zertifizierung und einem 120 Hz AMOLED-Bildschirm spart. Sogar ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss hat es ins Gehäuse geschafft (nimm dies, Apple!). Das ZenFone 8 tritt vor allem in Konkurrenz mit dem Pixel 5 und, auch wenn hier mit der Herstelleroberfläche Zen UI kein reines Android zum Einsatz kommt, dürften Google-Fans hier auf ihre Kosten kommen. Bloatware war – bis auf drei Facebook-Apps – nämlich nicht vorinstalliert.


Xiaomi Mi 11 Ultra

Das Xiaomi Mi 11 Ultra markierte das obere Ende der aktuellen Flaggschiff-Reihe von Xiaomi, die eigentlich schon im letzten Jahr ihr Debüt feierte. Kurz vor Jahresende war das Mi 11 nämlich das erste Smartphone, das mit Snapdragon 888 vorgestellt wurde. Das Mi 11 Ultra wurde ein paar Monate später nachgeschoben und wartete vor allem mit einem krassen Kamera-Setup auf, das das Gerät kurzerhand an die Spitze des DxOMark-Rankings katapultierte. Schließlich konnten uns die Kombination aus 50-MP-Hauptsensor sowie Zoomlinse und Weitwinkel mit jeweils 48 MP auch im Kameratest überzeugen. Allerdings hatte das Mi 11 Ultra schnell mit schlechter Verfügbarkeit zu kämpfen und war im Prinzip nach nur wenigen Monaten im Handel ausverkauft. Deshalb konnte es sich keinen regulären Platz in unseren Highlights sichern.

Xiaomi Mi 11 Ultra

Euer Smartphone-Highlight 2021?

Jetzt seid ihr gefragt: Was war euer Smartphone-Highlight 2021? Habt ihr euch dieses Jahr ein neues Smartphone gekauft oder habt ihr aus bestimmten Gründen davon abgesehen? Wir freuen uns auf eure Kommentare! 😊👏


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