Während viele Hersteller ein Smartphone nach dem anderen auf den Markt bringen, um jede mögliche Preisklasse abzudecken, werden meist Kundenwünsche nicht berücksichtigt. OnePlus hat mit dem Nord CE 5G ein neues Modell ab 299 Euro vorgestellt, das die Kernaspekte der Mittelklasse vereint und auf die Wünsche der Kunden eingeht.

Der chinesische Hersteller OnePlus ist nicht besonders für seine Mittelklasse-Smartphones der Nord-Serie bekannt, sondern für Flaggschiffe wie das OnePlus 9 Pro (Test). Mit dem Nord CE 5G hat OnePlus laut eigener Aussage die Problemstellen in der Smartphone-Mittelklasse unters Mikroskop genommen und sich besonders darauf fokussiert, diese auszubessern. OnePlus bietet das Nord CE 5G in den Farben Blue Void, Silver Ray und Charcoal Ink (Grau) an. Am 21. Juni startete es für 299 Euro (6+128 GB), 329 Euro (8+128 GB)* und 399 Euro (12+256 GB)*. Für unseren Test haben wir die größte Speicherausstattung in Blue Void erhalten.

Im Lieferumfang enthalten sind ein 30-Watt-Ladegerät, ein USB-A-zu-USB-C-Kabel sowie eine durchsichtige Schutzhülle und die Bedienungsanleitung. Ebenfalls dabei ist außerdem natürlich das kleine Werkzeug zum Auswerfen des SIM-Karten-Schachts. Das Display verfügt außerdem über eine bereits vorinstallierte Kunststoff-Schutzfolie gegen Kratzer. Aber was bietet das Nord CE 5G denn nun? OnePlus zufolge gibt es ein bisschen mehr als man erwartet.

Design und Verarbeitung

Das OnePlus Nord CE 5G ist kein Smartphone, das optisch besonders aus der Menge heraussticht. Stattdessen findet man ein schlichtes und doch modernes Design vor, das je nach Geschmack wiederum auch langweilig wirken kann. Während Konkurrenten wie Samsung eine ganze Reihe unterschiedlicher Pastellfarben für ihre Mittelklasse anbieten, hat sich OnePlus für lediglich drei Farben entschieden. Blue Void ist dabei die Einzige, die eine matte Beschaffenheit aufweist.

Bei einem Startpreis von 299 Euro ist es verständlich, dass das Unternehmen an manchen Stellen kleinere Abstriche machen musste. Im Gegensatz zum Samsung Galaxy A52 (Test) hat OnePlus aber nicht bei der Verarbeitung den Rotstift angesetzt. Das Nord CE 5G setzt auf eine speziell gehärtete Kunststoff-Rückseite, die erstaunlich solide ist. Während man bei anderen Modellen in dieser Preisklasse die Rückseite leicht eindrücken kann, überzeugt das OnePlus Nord CE 5G mit einer hervorragenden Haptik.

Für gewöhnlich gibt es bei OnePlus-Smartphones einen „Alert-Slider“, mit welchem sich das Gerät von „Stumm“ auf „Vibration“ oder „Laut“ schalten lässt – dieser fällt im Nord CE 5G jedoch weg. Übrigens besteht optisch durchaus eine starke Ähnlichkeit zum Oppo A74 4G. Neben einer Power-Taste und der Lautstärkewippe verfügt das Smartphone zusätzlich noch über einen USB-C-Anschluss und einen 3,5 mm Klinkenanschluss. Leider weist das Modell nur einen Monolautsprecher und keine IP-Zertifizierung auf.

Display

Ein Highlight des OnePlus Nord CE 5G ist das Display. Das 6,43 Zoll große AMOLED-Panel bietet neben einer Auflösung von Full-HD+ (2.400 x 1080 Pixel) und kontrastreichen Farben eine Bildwiederholrate von 90 Hertz. Auffallend ist, dass die Displayränder trotz des niedrigen Preises vergleichsweise dünn sind.

Während sich im oberen Bereich eine 16 Megapixel starke Punch-Hole-Kamera befindet, sitzt im unteren Teil ein optischer Fingerabdrucksensor, der das Smartphone zügig entsperrt. Dank des Seitenverhältnisses von 20:9 machen auch Videos auf dem Display eine gute Figur. In unseren Tests betrug die maximale Helligkeit rund 690 Nits bei 20 % APL, mit einer vollständigen Darstellung (bei 100 % APL) erreichten wir bis zu 550 Nits.

Prozessor & Speicher

Unter der Haube werkelt der Qualcomm Snapdragon 750G. Der 8-nm-Chip aus Ende 2020 sortiert sich in seiner Klasse eher im unteren Segment ein, ist jedoch für die günstigste Variante des Nord CE 5G noch angemessen. Für knapp 400 Euro dürfte die Vollausstattung durchaus einen schnelleren Prozessor bieten. Eine nähere Einordnung und Leistungsvergleiche findet ihr in unserer Snapdragon-Übersicht. Gaming sowie die alltägliche Nutzung des Smartphones funktionieren flüssig und ohne Einschränkungen. Das Öffnen von Apps dauert jedoch ein wenig länger, als man es von Smartphones mit Flaggschiff-Prozessoren wie dem Snapdragon 888 kennt. Je nach Ausstattung stehen 6, 8 oder 12 GB LPDDR4X-Arbeitsspeicher sowie 128 oder 256 GB UFS-2.1-Flashspeicher zur Verfügung. MicroSD-Karten werden nicht unterstützt.

Ergebnis des OnePlus Nord CE 5G in Geekbench 5

Des Weiteren unterstützt das Nord CE 5G Wi-Fi 5, NFC und Bluetooth 5.1 sowie den 5G-Mobilfunkstandard. Als Benutzeroberfläche dient OxygenOS 11, basierend auf Android 11. Anders als beim OnePlus Nord N10 5G und N100 verspricht der Hersteller für das Nord CE 5G zwei Jahre lang Software-Updates und drei Jahre lang Sicherheitspatches.

Akku & Laden

In der Mittelklasse haben Smartphones häufig einen großen Akku, doch dafür können sie oft nur sehr langsam aufgeladen werden. OnePlus geht hierbei den Mittelweg und verbaut einen 4.500 mAh großen Akku, der mit Warp Charge 30T Plus aufgeladen werden kann. Dies ermöglicht eine Akkuladung innerhalb von 30 Minuten von 0 auf  70 Prozent. Das vollständige Laden des Akkus nimmt etwa 50-60 Minuten in Anspruch. Wireless Charging ist nicht mit an Bord, bleibt in dieser Preisklasse allerdings ohnehin eine Seltenheit.

Die Laufzeit bei eingeschaltetem Display und moderater Nutzung beträgt in unserem Test etwa fünf Stunden. Im PCMark-Akkutest hielt das OnePlus Nord CE 5G bei 90 Hertz (ca. 50 % Helligkeit, WLAN + GPS, 10 % Lautstärke) knapp 13 Stunden durch, bis die Restladung nur noch 20 Prozent betrug.

Ergebnis des OnePlus Nord CE 5G im PCMark Akkutest

Kamera

Die Kamera ist im Jahr 2021 für viele Nutzer*innen einer der wichtigsten Merkmale an einem Smartphone. Kund*innen von Mittelklassegeräten erwarten genauso wie bei Flaggschiffen eine gute Bildqualität. Das OnePlus Nord CE 5G verfügt über eine Triple-Kamera, bestehend aus einer 64-MP-Hauptkamera, einer Ultraweitwinkelkamera mit 8 MP und einer 2-MP-Monochromkamera.

Die Haupt- und Ultraweitwinkelkamera schießen im Allgemeinen recht gute Bilder. Die Frage nach dem Nutzen einer Monochromkamera bleibt bislang jedoch immer noch ungeklärt. Auffallend bei der Hauptkamera des Nord CE 5G ist, dass die Bilder teilweise überbelichtet werden und dadurch unnatürlicher wirken. Ein großes Problem bei OnePlus-Smartphones scheint die künstliche Intelligenz zu sein, die genutzt wird, um Fotos nachzubearbeiten. Besonders im Nord CE 5G hat sich gezeigt, dass die Aufnahmen im Nachhinein oftmals schlechter aussehen. Wie ihr im linken Bild erkennen könnt, wurden Hintergrunddetails aufgearbeitet, das Hauptobjekt jedoch verschwommen dargestellt. Das rechte Bild zeigt einen misslungenen Versuch der K.I., den Hintergrund zu bearbeiten.

Aufnahmen, die in der Vorschau noch scharf gewesen sind, werden in der Galerie „verschlimmbessert“ und weisen dann zwar einen schärferen Hintergrund auf, der Mittelpunkt der Aufnahme ist jedoch oftmals verschwommen. Des Weiteren führt der Mangel einer optischen Bildstabilisierung der Hauptkamera leicht zu einem verschwommenen Bild. Bei einer ruhigen Hand und guten Lichtverhältnissen können jedoch sowohl mit der Haupt- als auch Ultraweitwinkelkamera gute Aufnahmen erstellt werden.

Mittelklasse-Kamera

Die 16-MP-Frontkamera ist gut für Selfies geeignet, die eine vernünftige Qualität aufweisen, je nach Geschmack jedoch leicht übersättigt sein können. Videoaufnahmen in 4K und 30 fps bzw. 1080p bei 30/60 fps sind mit dem Nord CE 5G ebenfalls möglich, hier wird jedoch schnell deutlich, dass eine optische Bildstabilisierung fehlt.

Preisvergleich

Fazit

Das OnePlus Nord CE 5G ist ein echter Konkurrent für andere Mittelklasse-Smartphones. Die Verarbeitung ist hochwertig und auch das Display zählt zu den besseren in der Preisklasse. Der recht große Akku sorgt für ausreichende Laufzeiten und lässt sich schnell wieder aufladen. Bei moderater Nutzung reichte im Test eine Akkuladung mindestens für einen Tag aus. Der Qualcomm Snapdragon 750G sorgt für eine reibungslose Nutzung und flüssiges Gaming. Deutliche Probleme bestehen bei der Bildverarbeitung und der fehlenden optischen Bildstabilisierung, doch bei guten Voraussetzungen lassen sich durchaus vernünftige Schnappschüsse aufnehmen.

Mit einem Startpreis von 299 Euro kann das OnePlus Nord CE 5G in einigen Punkten klar mit der Konkurrenz mithalten und so manche Geräte übertrumpfen. Ein Poco F3 (Test) bietet aber eine mindestens ebenso gute (wenn nicht sogar teilweise leicht stärkere) Ausstattung zum gleichen Preis.

Pro

  • gute Verarbeitung
  • AMOLED-Display mit 90 Hertz
  • schnelles Aufladen
  • solide Performance und Akkulaufzeit
  • mit 5G und NFC
  • übersichtliche Software

Contra

  • schlechte Kamera-KI
  • keine Speichererweiterung per MicroSD-Karte
  • nur Monolautsprecher
  • kein Schutz vor Wasser und Staub

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