Huawei MateBook 16s im Test: Edles Notebook mit Core i9

16-Zoll-Modell auf dem Pr├╝fstand
Zur├╝ck

Technische Daten

ModellHuawei MateBook 16s
Bildschirm16 Zoll IPS, 3:2, gl├Ąnzend, Touch, 60 Hz, 2.520 ├Ś 1.080, Werkskalibrierung
ProzessorIntel Core i9-12900H, 6+8 Kerne, 20 Threads, max. 5,0 GHz, 45 bis 115 W TDP
GPUIntel Iris Xe (iGPU), 96 EUs, max. 1,45 GHz
Arbeitsspeicher16 GB LPDDR5
Interner Speicher1 TB M.2 NVMe PCIe 3.0 SSD
Akku84 Wh, Laden via USB-C, Netzteil mit 135 W
Anschl├╝sse1x HDMI 2.0
1x USB-C 3.0 mit DP+PD
1x Thunderbolt 4
2x USB-A 3.0
1x Klinke
Konnektivit├ĄtWi-Fi 6E, Bluetooth 5.2
Kamera1080p FHD
FingerabdrucksensorJa, im Powerbutton
BetriebssystemWindows 11
Abmessungen351 ├Ś 255 ├Ś 178 mm
Gewicht2,0 kg
FarbenGrau (Space Grey)
Preis1.899 Euro UVP, ~1.700 Euro zum Testzeitpunkt

Das Huawei MateBook 16s ist ein aktuelles Premium-Notebook der 16-Zoll-Klasse. Es kommt mit einem leistungsstarken Intel-Prozessor in edlem Metallgehäuse daher, kostet aber auch deutlich mehr als das Vorgängermodell. Ob es sich der Kauf lohnt, klärt dieser Testbericht.

Im Juni 2022 hat Huawei das MateBook 16s veröffentlicht. Wahlweise ist es mit einem aktuellen Intel Core i7 oder Core i9 ausgestattet und kostet offiziell 1.699 respektive 1.899 Euro. Das Modell mit Intel Core-i7 12700H ist im Rahmen der Black Week Angebote derzeit für 1.399 Euro erhältlich. Zum Testzeitpunkt betragen die Preise knapp 1.600 Euro bzw. rund 1.720 Euro. Uns stand die Core-i9-Variante zur Verfügung, welche sich abseits des Prozessors und Netzteils jedoch nicht von der günstigeren Option unterscheidet. Das Notebook stellt im Portfolio des Herstellers das luxuriöseste 16-Zoll-Modell dar und unterliegt preislich nur dem über 2.000 Euro teuren MateBook X Pro (2022) mit 14,2-Zoll-Bildschirm.

Gegenüber dem Vorgängermodell aus 2021, dem MateBook 16, ist ein starker Preisanstieg zu vermerken. Derzeit kostet das MateBook 16 je nach Prozessor 700 bis 900 Euro. Optisch sowie technisch hat sich allerdings nur wenig verändert. Doch was hat das große Edel-Notebook überhaupt zu bieten?

Design, Anschlüsse und Eingabegeräte

Weiterhin wiegt das MateBook zwei Kilogramm und misst 35,1 × 25,5 × 1,8 Zentimeter. Federleicht ist es demnach keineswegs, aber dies für ein 16-Zoll-Gerät normal. Für ein Notebook dieser Größenordnung und mit solch starker CPU-Ausstattung fällt das Metallgehäuse relativ flach aus, dennoch ist es stabil und lässt sich nur mit viel Kraftaufwand verwinden. Besonders erfreulich, der Bildschirm kann einhändig aufgeklappt werden. 

Durch die sandgestrahlte Oberfläche nimmt das matte Space-Grey-Gehäuse kaum Fingerabdrücke auf. Optisch hat sich nahezu nichts im Vergleich zum Vorgänger geändert, allerdings steckt die Webcam nun nicht mehr in der Tastatur, sondern im oberen Bildschirmrand. Neuerdings löst die Kamera zudem in Full-HD anstatt HD auf. Dazu befindet sich eine Kamera-Software auf dem Notebook, mit der sich etwa eine Auto-Zentrierung oder virtuelle Hintergrunde einstellen lassen. 

Bis auf eine Ausnahme sind die Anschlüsse gleich geblieben. Rechts stehen zwei USB-A-Ports mit USB 3.2 Gen 1 (USB 3.0) zur Verfügung. Linksseitig gibt es eine Klinkenbuchse, HDMI 2.0 und zwei USB-C-Ports. Einer der USB-C-Ports unterstützt Thunderbolt 4, der andere arbeitet mit USB 3.2 Gen 1 und beherrscht Power Delivery sowie den DisplayPort-Alt-Modus. Obwohl genügend Platz vorhanden wäre, fehlt ein Kartenleser. Hinsichtlich der Funkstandards bietet das MateBook 16s aktuellstes Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2. 

Anders als beim zeitgleich veröffentlichten MateBook D16 fehlt dem 16s ein Nummernblock. Stattdessen sitzen seitlich neben der Tastatur die gut klingenden Lautsprecher. Das Tippgefühl kann dank des 1,5-Millimeter-Tastenhubs ebenfalls überzeugen, zur Ausstatung gehört zudem eine zweistufige Hintergrundbeleuchtung. Das Glas-Touchpad ist besonders groß und reagiert zuverlässig. Das Klickgeräusch wirkt zwar wertiger als beim Touchpad des MateBook 13s, macht aber nicht den Eindruck eines Top-Geräts. Übrigens dient die Power-Taste gleichzeitig als Fingerabdrucksensor für Windows Hello.

Bildschirm

Der chinesische Hersteller verbaut ein 16 Zoll großes IPS-Display im 3:2-Format. Für die Office-Nutzung eignet sich das Seitenverhältnis wegen der zusätzlichen Höhe gegenüber 16:9 sehr gut, bei Filmen muss man wiederum mit schwarzen Balken leben. Es löst in 2,5K auf, was hier 2.520 × 1.680 Pixeln entspricht. Die Bildschärfe fällt mit 189 Pixeln pro Zoll gut aus, jedoch könnte man in dieser Preis- und Größenklasse auch etwas mehr erwarten. Laut Huawei ist der Bildschirm ab Werk kalibriert und bietet mit einem durchschnittlichen Delta-E-Wert <1 eine hohe Farbtreue.

Das Display unterstützt zwar Touch-Eingaben, spiegelt dafür aber stark. In Kombination mit der nicht sonderlich hohen Helligkeit ergibt sich eine schlechte Ablesbarkeit bei Sonnenlicht. Huawei wirbt mit maximal 300 Nits, wir haben höchstens 344 Nits und durchschnittlich 336 Nits gemessen. Angesichts der Preisklasse dürften es gerne 400 Nits oder mehr sein. Des Weiteren gibt es keinen Helligkeitssensor und nur 60 Hertz. Günstigere MateBooks haben sogar 90 Hertz. Durch die Neupositionierung der Webcam ist der obere Bildschirmrand leicht dicker als beim MateBook 16, jedoch bietet das neue Modell weiterhin eine hohe Screen-to-body-ratio – laut Hersteller beträgt sie 90 Prozent.

Leistung und Speicher

Intels Core i9-12900H weist 14 Kerne und 20 Threads auf und taktet mit bis zu 5,0 Gigahertz. Die maximale Turbo-Leistungsaufnahme liegt bei stolzen 115 Watt. An Prozessorleistung mangelt es dem Notebook also keineswegs. Leider gibt es seitens der GPU nur die integrierte Iris-Xe-Grafikeinheit und keine dedizierte Lösung. Sie hat mehr Leistung als die RX-Vega-GPU im Vorgängermodell, eignet sich aber nur für altere oder anspruchslose Gaming-Titel. 

In beiden Varianten setzt der Hersteller auf 16 Gigabyte LPDDR5-Arbeitsspeicher und eine 1-Terabyte-SSD mit PCIe 3.0. Die verbaute SSD unseres Testmodells schaffte in CrystalDiskMark eine Lesegeschwindigkeit von 3,5 Gigabyte pro Sekunde sowie eine Schreibgeschwindigkeit von 2,87 Gigabyte pro Sekunde. Dies sind keineswegs schlechte Werte, vergleichbare Konkurrenzgeräte schaffen zuweilen aber mehr. Das Testmodell wurde zuvor schon mal benutzt, daher gab es nur eine Partition. Allerdings hat Huawei die Angewohnheit, Notebooks ab Werk mit unnötig kleiner Systempartition auszuliefern. 

Entfernt man die Torx-Schrauben der unteren Abdeckung, erhält man lediglich Zugriff auf den Akku, die SSD (M.2 2280) und die zwei circa 75 Millimeter großen Lüfter. Bei normaler Nutzung sind die Lüfter oft sehr leise aktiv, unter Last drehen sie allerdings ziemlich laut auf. Die Temperaturen bleiben dafür jedoch im Rahmen und der Prozessor kann seine Leistung voll ausspielen. 

Akku

Im MateBook 16s steckt wie beim MateBook 16 ein 84-Wattstunden-Akku. Ein Blick ins Innere offenbart, dass es aufgrund der Lautsprecher auch kaum Platz für einen größeren Akku gibt. Der leistungsstarke Intel-Prozessor verlangt jedoch viel Energie, weshalb die Akkulaufzeiten im Alltag enttäuschend ausfielen. Je nach Einstellungen und Nutzung hielt das Notebook circa sieben bis acht Stunden durch. Das genügt für einen normalen Arbeitstag, aber man sollte dabei die Akkuanzeige im Auge behalten.

Im PCMark-Akkutest Modern Office hielt es bei voller Helligkeit und Leistungsmodus 7:17 Stunden durch. Bei 50-prozentiger Helligkeit und ausgeglichenem Leistungsprofil schaffte das MateBook 9:23 Stunden beziehungsweise 10:33 Stunden, wenn ab 20 Prozent Restladung der Stromsparmodus aktiviert wurde.

Das Netzteil ist für 135 Watt ausgelegt und fällt dafür nicht allzu groß aus. Leider lässt sich das rund zwei Meter lange USB-C-Kabel nicht abnehmen. Der Variante mit dem Core i5 liegt wiederum ein 90-Watt-Netzteil bei.

Fazit

Zusammengefasst ist das Huawei MateBook 16s ein solides Multimedia-Notebook, aber es weist einige Schwächen und einen deutlich zu hohen Preis auf. Die Verarbeitung und Anschlussvielfalt sind gut, es gibt viel Leistung und starke Lautsprecher. Ebenfalls der Bildschirm ist grundsätzlich nicht schlecht, doch in dieser Preisklasse liegt die Messlatte schlichtweg höher. 

Zudem stellt sich die Frage, wozu ein solch starker Prozessor, aber keine dedizierte Grafikeinheit verbaut wurde. Ein Prozessor der U-Klasse hätte den Preis und den Stromverbrauch wesentlich gesenkt – dann wäre die Akkulaufzeit auch nicht so verhältnismäßig kurz. Das Vorgängermodell ist abseits des Prozessors nahezu gleich, nur etwa halb so teuer und somit eindeutig lohnenswerter.

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • Thunderbolt 4 und aktuelle Funkstandards
  • viel Prozessorleistung
  • dünne Bildschirmränder und 3:2-Format

Contra

  • relativ kurze Akkulaufzeiten
  • stark spiegelndes Display und nur 60 Hertz
  • keine dedizierte Grafikkarte
  • starker Aufpreis zum Vorgänger

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Mit dem Kauf ├╝ber diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision ohne, das du mehr bezahlst.
Tim Metzger

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert