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Honor Magic 5 Pro im Test: Der Flaggschiff-Geheimtipp?

High-End-Smartphone mit nahezu perfekter Ausstattung
Honor Magic 5 Pro von hinten, bunt beleuchtet.

Honor kämpft mit dem Magic 5 Pro gegen Samsung, Xiaomi und Co. um die Smartphone-Krone 2023. Das neue Topmodell der ehemaligen Huawei-Tochter bietet zahlreiche Premium-Eigenschaften, darunter eine vielversprechende Triple-Kamera mit gleich drei 50 Megapixel Sensoren, und zeigt im Test nur wenige Makel.

Das Honor Magic 5 Pro wurde auf dem Mobile World Congress 2023 enthüllt und erschien im April zum Preis von 1.199,90 Euro. Derzeit gibt es das Smartphone im offiziellen Honor-Onlineshop noch mit fünf Prozent Rabatt, einem sechsmonatigen Bildschirmreparatur-Service und – für kleine Zusatzbeträge – weitere Honor-Produkte wie eine Smartwatch oder ein Tablet dazu. Angeboten wird es in glänzendem Schwarz oder in mattem Grün (Meadow Green).

Update: Derzeit ist das Honor Magic 5 Pro deutlich reduziert und somit schon für 899 Euro (hier kaufen) zu haben. Dazu erhält man die Honor Earbuds X5 White kostenlos dazu. Im Warenkorb muss der Gutscheincode „AMY08M10“ angegeben werden, um auf den genannten Preis zu kommen. Das Angebot ist noch bis zum 31. August 2023 gültig.

Zur Konkurrenz zählen aktuell das Samsung Galaxy S23 Ultra (ab ~1.100 Euro), das Xiaomi 13 Pro (ab ~1.150 Euro), das iPhone 14 Pro Max (ab ~1.230 Euro) und bedingt auch das Motorola Edge 40 Pro (ab ~900 Euro). Einzig das Honor-Modell bietet standardmäßig 512 Gigabyte Speicherplatz, die Alternativen haben 128 (iPhone) oder 256 Gigabyte. Nur das iPhone 14 Pro (Test) und Galaxy S23 Ultra gibt es gegen Aufpreis noch mit 512 GB oder 1 TB Kapazität.

Design und Verarbeitung

Während sich alle der genannten Konkurrenten ziemlich ähneln, hebt sich das Honor Magic 5 Pro durch ein rundes sowie zentriertes Kameradesign vom Einheitsbrei ab. Runde Kameramodule auf der Rückseite sind zwar nichts Neues, aber heutzutage eher eine Seltenheit. Die symmetrische Anordnung der einzelnen Sensoren macht optisch schon etwas her. Zudem wölbt sich das Glas am Modul leicht nach oben, was eine scharfe Kante verhindert und angenehmer beim Halten ist. Darüber hinaus sieht auch die Front aufgrund der pillenförmigen Aussparung nahe der linken oberen Ecke anders aus als beim Rest – doch dazu später mehr.

Honors Flaggschiff wiegt knapp 220 Gramm und misst konkret 162,9 × 76,7 × 8,8 Millimeter. Obwohl das Smartphone überaus groß ausfällt, liegt es bequem in der Hand. Als täglicher Nutzer eines iPhone 13 Pro fielen mir besonders die Glaswölbungen vorn sowie hinten und der abgerundete Metallrahmen positiv auf. Durch den relativ großen Akku wird zudem das schwere Kameramodul ausbalanciert, weshalb das Gerät nicht kopflastig ist.

Auf eine IP68-Zertifizierung zum Schutz vor Wasser und Staub hat Honor tatsächlich nicht verzichtet. Des Weiteren bietet das Magic 5 Pro unter anderem Dual-SIM-5G, USB-C mit USB 3.1 und DisplayPort-Modus sowie einen Infrarotsender. Die Stereolautsprecher klingen nicht schlecht, haben aber weniger Tiefe als bei einem iPhone 13 Pro und wirken deshalb etwas dünn. Nicht zu den besten auf dem Markt zählt ebenso der Vibrationsmotor.

Obwohl ich optisch die grüne Variante bevorzuge, macht auch das glänzend schwarze Testgerät generell einen edlen Eindruck. Eine transparente TPU-Schutzhülle liegt nebst Netzteil, Ladekabel und SIM-Werkzeug im Lieferumfang bei. Ab Werk ist des Weiteren eine Schutzfolie gegen Kratzer auf dem Bildschirm aufgebracht.

Display

Das 6,81 Zoll große OLED-Display deckt die Vorderseite zu 92 Prozent ab und ist an allen Seiten leicht gekrümmt. Es löst mit 2.848 × 1.312 Pixeln auf, was eine Pixeldichte von 461 Pixeln pro Zoll ergibt. Zudem bietet es dynamische 120 Hertz, Hochfrequenz-PWM-Dimming mit 2.160 Hertz und einen zirkadianen Nachtmodus.

Geworben wird mit einer HDR-Helligkeit von bis zu 1.800 Nits. Bei Vollbildweiß (100 Prozent APL) haben wir 1.212 Nits gemessen, bei 20-prozentigem Average Picture Level waren es maximal 1.272 Nits. Die Herstellerangabe konnten wir daher nicht erreichen, dennoch macht das Display einen hervorragenden Eindruck bei direkter Sonneneinstrahlung.

Im Bildschirm steckt ein optischer Fingerabdrucksensor, der zuverlässig, aber nicht allzu schnell reagiert. Meist entsperrte das Smartphone automatisch schon beim Anheben mittels 3D-Gesichtserkennung. Abseits von Huawei ist Honor aktuell wohl der einzige Hersteller, der eine 3D-Gesichtserkennung im Android-Bereich anbietet. Das letzte „Wiedersehen“ mit dieser Technik gab es bei uns in der Redaktion mit dem Huawei P40 Pro+ vor drei Jahren.

Während meiner Testzeit ließ sich das Smartphone meist „butterweich“ bedienen, nur fiel bei YouTube auf, dass bei hoher Bildwiederholraten-Einstellung die Anzeige stark ruckelte, wenn das Video im Kleinbild weiterlief. Eine FPS-Anzeige enthüllte in diesem Szenario 30 bis 40 Bilder pro Sekunde. Ansonsten läuft bei hoher Bildwiederholrate nahezu alles mit 120 Hertz, bei dynamischer Einstellung jedoch fast jede App nur mit 90 Hertz. Letzteres fiel mir vorher im Alltag nicht auf, doch Honor sollte hier definitiv mit einem Update nachbessern. Das YouTube-Problem hat auch Kollege Yinan bei seinem Testmodell bemerkt.

Leistung und Speicher

Angetrieben von Qualcomms Snapdragon 8 Gen 2 weist das Honor Magic 5 Pro eine hohe Leistung auf. Das im Jahr 2022 vorgestellte System-on-Chip beinhaltet eine Achtkern-CPU mit einem bis zu 3,19 Gigahertz schnellen Cortex-X3, zwei Cortex-A715 mit maximal 2,8 Gigahertz, zwei ebenso schnelle Cortex-A710 und drei Cortex-A510, die bis zu 2,0 Gigahertz erreichen.

Die dazugehörige Adreno-740-GPU zählt zu den schnellsten auf dem Smartphone-Markt. Auch die derzeitige Android-Konkurrenz setzt auf diesen Chip, Samsung in leicht abgewandelter Form. Was Geräte mit einem Snapdragon 8 Gen 2 bei der Leistung unterscheidet, ist die Speicherausstattung, die Kühlung und die Software-Optimierung.

In Benchmarks wie Geekbench 6 und 3DMark Wild Life Extreme landet das Smartphone zwar erwartungsgemäß im Spitzenbereich unseres Rankings, unter Dauerlast kommt es aber teils zu deutlichen Leistungsdrosselungen. Bei Geekbench reduziert sich die Punktzahl nach mehreren Durchläufen nicht allzu drastisch, auch die Stabilität im 3DMark-Stresstest (20 Durchläufe) liegt mit 67 Prozent (Niedrigster Wert: 2.396 Punkte) im Rahmen.

Starke Leistung, ausbaufähige Kühlung?

Mit aktiviertem Leistungsmodus sinkt die Stabilität dort aber auf nur 40 Prozent und der niedrigste Score landet weit unterhalb der Konkurrenz. Allerdings konnte das Magic 5 Pro seine maximale Leistung hier knapp über die Hälfte der Zeit aufrechterhalten und musste dann stark herunterdrosseln. Heiß wird das Magic 5 Pro unter anhaltender Last zwar nicht, nur bleibt es danach mehrere Minuten lang merklich warm. Vielleicht ist die unbeeindruckende Kühlleistung zugleich der Grund dafür, dass 4K-Videoaufnahmen auf 15 Minuten limitiert sind.

Hierzulande gibt es das Honor-Flaggschiff einzig mit 12 Gigabyte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte UFS-4.0-Massenspeicher. Um sich preislich noch deutlicher von anderen Topmodellen abzugrenzen, wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, auch die Variante mit 8/256 Gigabyte anzubieten. Erweitern lässt sich der Speicherplatz (natürlich) nicht, doch es wird vermutlich kaum jemand die über 480 frei belegbaren Gigabyte ausreizen.

Wi-Fi 7 im Anmarsch!

Darüber hinaus unterstützt das Smartphone 5G, Bluetooth 5.2 mit Codecs wie LDAC und aptX HD, gängige Ortungsstandards wie Galileo und BeiDou sowie NFC. Zudem ist im Datenblatt von Wi-Fi 7 (802.11be) die Rede, wofür allerdings noch ein Firmware-Update nach Finalisierung des Standards folgen wird.

Hardware-Info- und WLAN-Apps zeigen aber an, dass Honors Flaggschiff nicht mit Sechs-Gigahertz-Netzwerken kompatibel ist. Womöglich hat der Hersteller diese Funktionalität schlichtweg noch nicht freigeschaltet – es würde sonst die Wi-Fi-7-Unterstützung ziemlich obsolet machen. Was gänzlich fehlt, ist Ultrabreitband (UWB), was etwa für digitale Autoschlüssel relevant sein kann.

Software

Honor liefert das Magic 5 Pro mit der Magic UI 7.1 auf Basis von Android 13 aus. Dazu befindet sich Bloatware in Form mehrerer Drittanbieter-Apps auf dem Smartphone, die sich immerhin entfernen lässt. Generell erinnern die Oberfläche und die Standard-Apps stark an ältere Versionen von Huaweis EMUI, was nicht sonderlich überrascht. Anders als bei aktuellen Huawei-Geräten gibt es bei Honor seit der Trennung vom sanktionierten Mutterkonzern jedoch die üblichen Google-Dienste. Entsprechend hat selbst Google Pay im Test einwandfrei funktioniert.

Screenshots von Magic UI 7.1

Ehemaligen Huawei-Nutzer wird die Navigation und der Funktionsumfang sofort vertraut vorkommen. Ein personalisierbares Always-On-Display und ein Desktop-Modus sind nur einige der Magic-UI-Features. Andere Extras wie Honor Search oder das Seiten-App-Paneel können auf Wunsch deaktiviert werden. Mich persönlich stört heute wie schon damals die stark angepasste Optik mit iOS-Anlehnung. Zwar weichen Samsungs One UI und Xiaomis MIUI ebenfalls deutlich von Standard-Android ab, bieten aber jeweils einen eigenen Charakter. Magic UI wirkt dagegen recht unoriginell, doch dies mag Geschmackssache sein.

Der Hersteller verspricht drei große Versions-Updates und fünf Jahre Sicherheitspatches – löblich, nur garantiert Samsung vier Versions-Updates und ist zuverlässiger bezüglich der Update-Geschwindigkeit.

Akku

Die Akkukapazität beträgt stattliche 5.100 Milliamperestunden, was tatsächlich keins der vergleichbaren Modelle überbietet. Über das beiliegende Netzteil lädt das Magic 5 Pro mit bis zu 66 Watt (11 Volt / 6 Ampere) auf, alternativ unterstützt das Smartphone auch kabelloses Aufladen mit maximal 50 Watt (ein passendes Ladegerät vorausgesetzt). Umgekehrtes Laden funktioniert mit fünf Watt über die Rückseite und über USB-C.

Im PCMark-Akkutest (300 Nits, dynamische 120 Hertz, volle Auflösung, WLAN + GPS) hielt das Flaggschiff 11 Stunden und 26 Minuten durch, bis die Restkapazität noch 20 Prozent betrug. Somit ist es etwas ausdauernder als das Galaxy S23 Ultra (Test) und hält um einiges länger durch als ein Xiaomi 13 Pro (Test). Nach einer halben Stunde am Netzteil ist der Akku wieder zu 79 Prozent gefüllt, vollgeladen ist er in knapp 50 Minuten. Bereits zehn Minuten am Kabel genügen bei leerem Akku für 33 Prozent.

Kameras

Der chinesische Hersteller verbaut hinten drei 50-Megapixel-Kameras und vorn eine Kamera mit 12 Megapixeln. Der Übersicht halber haben wir die genauen Spezifikationen folgend aufgelistet:

Beispielfotos

Das Honor Magic 5 Pro beeindruckt mit einer herausragenden Kameraleistung, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Die Hauptkamera knipst dabei zwar recht kontrastreicht, aber nicht zu übersättigt. Bekanntlich ist das Geschmackssache, dennoch sind die Aufnahmen sehr detailreich. Auch der Bokeh-Modus liefert gute Ergebnisse mit angenehmer Hintergrundunschärfe.

Nachtaufnahmen sind bemerkenswert gut belichtet und bieten neben einer ausgewogenen Farbwiedergabe auch gleichmäßige Helligkeitsstufen. Hierfür belichtet das Magic 5 Pro die Szenerie für wenige Sekunden, um möglichst viele Details einfangen zu können. Bei beleuchteten Elementen fällt ein dezenter „Glow“ auf, der jedoch – auch je nach Geschmack – für einen spannenden Flair sorgt.

Überzeugend sind ebenfalls Fotos von der Ultraweitwinkelkamera, die dank Freeform-Linse weniger Randverzerrungen aufweisen. Mit 122 Grad könnt ihr dann deutlich mehr Bildinhalt einfangen und aus spannenden Perspektiven knipsen. In der anderen Richtung erwartet euch eine bis zu 100-fache digitale Vergrößerung. Zwar lässt die Bildqualität bei solch hohem Zoom nach, doch bis zu einer zehnfachen Vergrößerung lässt sie sich durchaus noch als hochwertig einstufen. Einen großen Anteil hat hier auch die Periskoplinse mit ihrem 3,5-fach optischen Zoom.

Auch die Selfie-Kamera liefert hochwertige Ergebnisse ab, kann den Himmel zuweilen jedoch überbelichten. Erwähnenswert ist die 4K-Video-Unterstützung der Frontkamera, allerdings kann sie (ebenso wie die Ultraweitwinkelkamera) bei dieser Auflösung nur mit 30 fps aufzeichnen. Im Allgemeinen kann das Magic 5 Pro nicht nur hervorragend fotografieren, sondern auch 4K-Videos mit bis zu 60 fps aufnehmen. Diesbezüglich bietet es die Wahl zwischen HDR10+ und Log-Format mit 10-Bit-Farbtiefe für mehr Flexibilität sowie kreative Kontrolle.

Fazit

Das Honor Magic 5 Pro ist ein beeindruckendes Top-Smartphone mit schickem Design. Trotz leichter Software-Schwächen punktet das Gerät mit seiner starken Leistung, dem exzellenten Display und einem vielseitigen Kamerasystem. Auch die Akkulaufzeit überzeugt und Extras wie die 3D-Gesichtserkennung sowie der Infrarotsender sind gern gesehen. Einige Smartphones laden zwar noch schneller auf, allerdings hat Honor dafür nicht auf schnelles Wireless Charging verzichtet.

Einzig mit den Zoom-Fähigkeiten des Galaxy S23 Ultra kann das Magic 5 Pro nicht mithalten. Zudem könnte die Magic UI noch etwas Feinschliff vertragen, um sich von den anderen Benutzeroberflächen etwas mehr abzuheben. Das (noch) fehlende 6-GHz-WLAN dürfte dann bald als nachträgliches Firmware-Update eintreffen.

Zum aktuellen Preis (ab 1.199 Euro) würden wir das Honor-Modell der Samsung-Konkurrenz vorziehen, primär wegen der genannten Extras und der besseren Ladeunterstützung. Nennenswert schlechter oder besser ist aber weder das eine noch das andere Gerät. Ihr müsst also abwägen, auf welche Besonderheiten ihr mehr Wert legt – oder welches Design euch womöglich besser gefällt.

Mobile
Allround-PC.com Award
05/2023
Honor Magic 5 Pro
Empfehlung

Pro

  • lange Akkulaufzeit
  • 3D-Gesichtsentsperrung
  • hochwertiges Display
  • vielseitige Kameras mit guter Qualität
  • lange Update-Garantie
  • formschönes Design
  • wasserdicht nach IP68

Contra

  • Kamera-Zoom kommt nicht an Samsung heran
  • nur als 512-GB-Variante erhältlich
  • derzeit kein 6-GHz-WLAN
  • Software-Problem mit Bildwiederholraten
  • unoriginelle Benutzeroberfläche

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Foto von Tim Metzger Tim Metzger

… schreibt seit 2020 für Allround-PC zu Technik aller Art und hat schon in jedem Ressort Artikel verfasst. Abseits des Redakteur-Jobs studiert Tim Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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