Das Honor Magic V6 will vor allem dem Samsung Galaxy Z Fold 8 Ultra ordentlich einheizen und bringt daher, zumindest auf dem Papier, eine teils stärkere Ausstattung mit. Doch kann das faltbare Smartphone damit auch im Alltag überzeugen und sich womöglich sogar die Foldable-Krone aufsetzen? Ein kleiner Spoiler vorab: Im direkten Vergleich überzeugen besonders die Telekamera, der Stift-Support und das widerstandsfähigere Design.
In diesem Jahr wollte Honor der Konkurrenz von Samsung erneut zuvorkommen: Das Magic V6 ist seit Anfang Juli verfügbar und kam mit einer UVP von 2.299 Euro auf den Markt. Durch diverse Rabattaktionen gibt es das Falt-Smartphone mittlerweile aber schon für unter 1.600 Euro – teilweise sogar mit Gratis-Zugaben (u.a. Tablet, Stift, Kopfhörer etc.).
Honor Magic V6: Was gefällt mir, was weniger? #pro&contra
Design: Dünn, wasserdicht & auch noch faltbar
Honor verpasst dem Magic V6 spürbar abgerundete Ecken, was der Ergonomie enorm zugutekommt. Selbst bei längerer Nutzung liegt das Smartphone sehr angenehm in der Hand, ohne an den Kanten zu pieksen. Mit einer Gehäusedicke von hauchdünnen 4,1 Millimetern im aufgeklappten Zustand und einem Gewicht von je nach Farbvariante 220 bis 224 Gramm schlägt es in Sachen Leichtigkeit sogar manches klassische Pro-Max-Flaggschiff.
Das Scharnier hält das Display in verschiedenen Winkeln extrem straff und stabil, wirkt beim Aufklappen im direkten Vergleich zu Samsung allerdings eine Nuance „lockerer“. Der große, runde Kamerabuckel ist aber wieder ein Vorteil: Er steht nicht nur weniger weit heraus, als es die optische Präsenz vermuten lässt, das Gerät liegt auch flach und stabil auf dem Tisch liegt, ohne beim Tippen störend hin und her zu wackeln.
In puncto Robustheit setzt Honor mit Zertifizierungen nach IP68 und IP69 echte Maßstäbe für Falt-Handys. Das Gehäuse ist damit nicht nur gegen Untertauchen, sondern theoretisch sogar gegen Hochdruckwasser geschützt. Auf der Außenseite kommt das hauseigene Anti-scratch NanoCrystal Shield zum Einsatz. Das Innendisplay wird hingegen von einer eher weichen Kunststofffolie geschützt, die besonders Fingernägel so gar nicht mag.
Displays: Lassen sich sogar mit einem Stift bedienen
Die beiden 120-Hertz-OLED-Bildschirme überzeugen auf ganzer Linie. Das rund 6,5 Zoll große Außendisplay mit Full-HD+-Auflösung fällt einen Hauch breiter aus als beim Galaxy Z Fold 8 Ultra (Test). Dadurch fühlt sich das Magic V6 im zusammengeklappten Zustand fast wie ein ganz normales Smartphone an. Doch wenn man das Gerät aufklappt, entfaltet sich ein knapp 8 Zoll großes Hauptdisplay mit Quad-HD+-Auflösung, das sich ideal für Multitasking oder Serien eignet.

Bei den Helligkeitsmessungen zeigt das Display-Panel interessante Facette: Auf der Außenseite erreicht das Magic V6 in der Spitze knapp 2.400 Nits bei HDR-Inhalten und punktet bei einem vollflächigen Weißbild mit bärenstarken 1.800 Nits. Damit bleibt der Screen auch bei praller Mittagssonne hervorragend ablesbar. Das Innendisplay verhält sich in beiden Szenarien etwas verhaltener und erreichte rund 1.100 Nits.
Die Faltlinie in der Mitte ist zwar weiterhin vorhanden, fällt im Alltag nach kurzer Eingewöhnung aber kaum mehr ins Auge. Samsung hat es dieses Jahr beim Fold 8 Ultra aber geschafft, die Falz etwas dezenter zu gestalten.
Ein gewaltiger Pluspunkt für Produktiv-Fans ist die Stift-Unterstützung. Das Magic V6 lässt sich optional mit einem Stylus bedienen – und das erfreulicherweise sowohl auf dem großen Hauptbildschirm als auch direkt auf dem Außendisplay. Entsperrt wird das Smartphone übrigens schnell und zuverlässig über den im Powerbutton integrierten Fingerabdrucksensor.
Kamera: Starke Periskop-Linse
Honor stattet das Magic V6 mit einer 50-Megapixel-Hauptkamera, einem 50-Megapixel-Ultraweitwinkel und einer 64-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 3-fach optischem Zoom aus. Das Kamerasystem zählt zu den aktuell besten am Foldable-Markt .. und schlägt in meinen Augen auch die „Ultra“-Kamera von Samsungs Foldable.

Die Hauptkamera liefert sehr scharfe Aufnahmen mit größtenteils natürlichen Farben, im Standardmodus („Dynamik“““-Farbprofil) werden Schatten aber auch etwas stärker aufgehellt. Das ist Geschmackssache, ich persönlich würde da eher zum „Natürlich“-Farbprofil wechseln und bevorzuge etwas mehr Charakteristik im Bild.
Das Ultraweitwinkel liefert eine solide Schärfe, die zu den Bildrändern hin naturgemäß leicht abfällt. Aufnahmen können sich zwar sehen lassen, das Samsung hat da aber beispielsweise noch einen Tick mehr Qualität zu bieten. Dafür glänzt das Honor wiederum bei Nahaufnahmen, da die Kamera im Makromodus extrem nah an feine Motive herangehen kann.
Der heimliche Star ist die Telekamera: Durch die Periskop-Optik fängt der Sensor, der 4x größer ist als die Tele im Samsung, deutlich mehr Details ein. Das Bild bleibt auch bei digitaler Vergrößerung bis zum 10-fachen Zoom erstaunlich ansehnlich. Ab der 30-fachen Vergrößerung beginnt dann aber auch hier der Pixelbrei, maximal kann das Magic V6 bis zu 100x vergrößern.
Im Nachtmodus hellt Honor die Szenerie gut auf und bringt erstaunlich viel Sichtbarkeit in dunkle Passagen, ohne dass die Farbtreue verloren geht. Auch die Ultraweitwinkelkamera lässt sich gut bei wenig Licht nutzen.
Bei Videos ist allerdings bei 4K mit 60 Bildern pro Sekunde Schluss, 8K- oder 4K-120fps-Optionen fehlen und sind aktuell dem Samsung Fold 8 Ultra vorbehalten. Allerdings gibt es eine ruhige Stabilisierung, LOG-Unterstützung und importierbare LUTs.
Zu guter letzt noch ein Wörtchen zu Selfies: Die beiden 20-Megapixel-Frontkameras liefern solide Ergebnisse, wobei sich für wirklich hochwertige Selfies eher die Hauptkamera in Kombination mit dem Außendisplay anbietet.
Leistung: Top-Chip mit angezogener Handbremse?
Im Inneren werkelt der Snapdragon 8 Elite Gen 5, der von üppigen 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher flankiert wird. Die Alltagsleistung ist absolut auf Top-Niveau, Menüs flutschen butterweich und grafisch anspruchsvolle Spiele laufen ohne Probleme. Im Benchmark macht sich jedoch bemerkbar, dass der Chip mit der dünnen Bauweise des Magic V6 zu kämpfen hat.
Im synthetischen 3D-Mark-Stresstest stieß das Testgerät an seine thermischen Grenzen und brach den Test im ersten Anlauf mit einer Hitzewarnung ab – sowohl im Leistungs- als auch Standard-Modus. Erst ein Abkühlen über Nacht und erneuter Versuch sorgte dann für Werte, die sich sogar über der Konkurrenz platzieren. Dennoch musste der Chip seine Leistung auch hier drosselßn und sorgte für ein insgesamt deutlich wärmeres Gehäuse.
Wichtig für euren Altlag: Bei normaler Nutzung als auch beim Zocken trat diese Überhitzung zu keinem Zeitpunkt auf – ihr werdet euch die Pfoten also nicht verbrennen. Darüber hinaus bietet das Magic V6 volle Top-Konnektivität mit Wi-Fi 7 und Dual-SIM-Support, muss allerdings auf Ultra-Wideband (UWB) verzichten.
Akku & Laden: Dauerläufer für den Alltag?
Auf dem Papier klotzt Honor mit einem gewaltigen 6.660-mAh-Akku. In der Praxis liefert das Falt-Handy damit auch sehr gute Laufzeiten, im synthetischen Benchmark hätte ich mir vom Kapazitätsvorsprung gegenüber Samsung mit 5.000 mAh aber etwas mehr erhofft – da scheint Honor noch etwas an der Optimierung zwischen Hard- und Software arbeiten zu müssen.
Auf dem Außendisplay hält das Magic V6 im PC Mark Battery Benchmark über 15 Stunden durch, bevor der Akku die 20-Prozent-Marke erreicht. Auf dem großen Innendisplay sind es knapp über 10 Stunden kontinuierliche Nutzung.
Kabelgebunden lädt das Gerät mit bis zu 80 Watt und ist in knapp 30 Minuten wieder zu 70 Prozent gefüllt (vollständig geladen in etwa 55 Minuten). Kabellos legt Honor mit bis zu 66 Watt vor, allerdings nur über den hauseigenen Lade-Stand. Magnete a la MagSafe gibt es nicht.
Software: Ein Multitasking-Genie
Das Magic V6 startet mit Android 16 und der hauseigenen Oberfläche Magic OS 10, wobei ein Update auf Android 17 bereits als Beta anläuft. Honor verspricht zwar volle 7 Jahre Software-Updates, im direkten Vergleich mit dem Fold 8 Ultra könnte das Magic V6 aber eine Android-Version weniger erhalten.
Designtechnisch orientiert sich Magic OS 10 recht deutlich an der Optik von iOS, inklusive transparenter Glas-Elemente. Auf der Habenseite stehen nützliche Features wie eine hochziehbare App-Leiste, KI-Übersetzungstools sowie eine automatische Erkennung von Deepfakes und Stimmenklonung bei Anrufen.
Sehr stark: Dank nativer Quick-Share-Unterstützung klappt der direkte Dateiaustausch mit Apple-Geräten via AirDrop reibungslos. Zudem lässt sich über eine eigene Desktop-Oberfläche an externen Monitoren arbeiten.
Das absolute Highlight ist jedoch das Multitasking auf dem großen Innendisplay. Honor erlaubt es, bis zu drei Apps vollkommen frei schwebend wie Fenster auf einem Desktop zu platzieren und nach Belieben zu verschieben. In Kombination mit der Stifteingabe wird das Magic V6 dadurch zu einer echten Produktivitäts-Maschine.
Fazit: Für wen lohnt sich das Honor Magic V6?
Das Honor Magic V6 ist ein echtes Hardware-Kraftpaket und zählt zu den besten Falt-Smartphones am Markt. Wer ein extrem schlankes Foldable sucht, das beim Kamera-Zoom dank der 64-MP-Periskop-Linse kaum Kompromisse eingeht, wird hier fündig. Mir gefällt vor allem das gute Multitasking, auch wenn ich weniger Fan der iOS-Glas-Optik bin. Die Stifteingabe auf beiden Displays und das robuste, IP68/69-zertifizierte Gehäuse sind aber klare Pluspunkte.
Wie auch das Fold 8 Ultra wird das Magic V6 von eine Leistungsdrosselung des Snapdragon-Chips geplagt, da die Wärme einfach nicht weiß wo sie hin soll. Dazu gibt es kleinere Abstriche wie fehlendes UWB und keine Videos in 8K oder 4K120. Ein Update auf Android 17 wäre zudem wünschenswert.
Dennoch finde ich: Wenn der Fokus auf einer starken Zoom-Kamera, flexiblem Arbeiten und einer angenehmen Haptik liegt, ist das Honor Magic V6 eine tolle Wahl. Auch Preislich ist es gegenüber dem Samsung aktuell günstiger zu haben, teilweise schon für unter 1.600 Euro.
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