Neue Glyph-Matrix, 50 Megapixel Triple-Kamera und ein hochwertiges Design: Das neue Nothing Phone (3) geht als neues Flaggschiff der Marke ins Rennen und will sich gegen die „langweilige“ Konkurrenz von Samsung, Google & Co. behaupten. Doch ist das hippe Start-up aus London dafür zu viele Kompromisse eingegangen? Ob das Phone (3) im Alltag überzeugen und die hohen Erwartungen erfüllen kann, klärt dieser Test.
Kaum eine Marke polarisiert mit ihrem Design so sehr, wie es Nothing seit wenigen Jahren schafft. Die Kommentare unter unserem Ersteindruck-Video vom Launch Event sind teilweise stark gespalten – doch vor allem der Preis ist immer wieder ein Thema.
Nothing bietet sein Flaggschiff zu einer UVP ab 799 Euro UVP (12+256GB) sowie 899 Euro UVP (16+512GB) an. Derzeit ist das Smartphone noch vorbestellbar und wird ab dem 15. Juli ausgeliefert. Erhältlich ist es unter anderem im Nothing-Shop und bei Amazon.
Das ist im Lieferumfang enthalten: Smartphone, klare Schutzhülle, voraufgetragene Schutzfolie auf dem Display, ein kleines SIM-Werkzeug sowie ein USB-C Kabel. Dazu ist neben dem üblichem Papierkram auch ein Energieeffizienz-Label dabei, welches neuerdings auch für Smartphones Pflicht ist.
Kurz-Fazit zum Nothing Phone (3) #tl;dr
Das Nothing Phone (3) punktet mit auffälligem Design, flüssiger Alltagsperformance und guten Kameras – vor allem Haupt- und Telelinse überzeugen. Auch Software, Akkulaufzeit und Update-Versprechen stimmen.
Aber: Der Chip ist nur obere Mittelklasse, das Gerät wird unter Last heiß und die Frontkamera bleibt hinter den Erwartungen. Zudem wurde beim Display und USB gespart.
Wer Design liebt, bekommt hier ein spannendes Gesamtpaket ab 799 €. Technik-Fans mit Fokus auf Preis-Leistung schauen besser woanders.
Design: Statement, Fehlgriff .. oder was dazwischen?
Das Phone (3) ist ohne Frage ein sehr hochwertiges Smartphone und setzt auf einen flachen Rahmen aus Aluminium. Dadurch liegt es schön griffig in der Hand, ist aber kein Handschmeichler. Mit 218 Gramm bringt es jedoch nicht gerade wenig auf die Waage und kann sich mit 8,99 Millimetern auch nicht gerade als schlank bezeichnen. Dank IP68-Zertifizierung ist es allerdings gut gegen Wasser und Staub geschützt (max. 30 min in bis zu 150 cm tiefem Süßwasser).
Besonders im Fokus liegt natürlich die transparente Rückseite aus Gorilla Glass Victus, unter der ein auffälliges Design liegt – eben typisch Nothing. Mit den kleinen Details und Verzierungen kann sich das Smartphone zweifelsohne vom Einheitsbrei absetzen, doch ob das Design gefällt, liegt am Ende immer am persönlichen Geschmack. Ich würde sagen: Das Nothing Phone 3 wird entweder geliebt oder gehasst. Etwas dazwischen gibt es wohl nicht.
Meinung:Auf den ersten Blick war ich doch etwas erschrocken vom Look des Nothing Phone (3), besonders die unsymmetrische Platzierung der Telekamera oben links irritierte. Mittlerweile, also nach einigen Tagen mit dem Gerät im Alltag, finde ich das Design ganz schick – eben ganz anders als sonst. Die doch schon für Nothing ikonischen Leuchtstreifen werde ich aber dennoch vermissen ..
Für Nothing soll sich das Design etwas „erwachsener“ anfühlen, was im direkten Vergleich zu den bisherigen Nothing-Smartphones durchaus erkennbar ist. Den LED-Glanz hat das Phone (3) gegenüber dem ersten Nothing Phone sowie dem Vorgänger Phone (2) zwar verloren, doch gegenüber dem Phone (3) (Pro) sieht es durchaus wie das größere Geschwisterchen aus.

Was kann die Glyph-Matrix?
Am Ende ist die Glpyh-Matrix meiner Meinung nach eine konsequente Weiterentwicklung der LED-Streifen, die eher nur bedingt nützlich waren. Der schwarze Kreis mit seinen 489 kleinen LEDs lässt sich dank Button auf der Rückseite hingegen aktiv nutzen, beispielsweise zum Anzeigen von Uhrzeit, Akkustand oder sogar einer überraschend hilfreichen Kameravorschau (wenn auch pixelig) für Selfies mit der Hauptkamera. Wer will, kann sogar Schere Stein Papier und Flaschendrehen spielen oder dank SDK eigene Kreationen realisieren.
Unter dem Powerbutton ist übrigens wieder der Essential Key zu finden, mit dem ihr spontane Gedanken abspeichern könnt – entweder mit Screenshot oder Sprachmemo (weitere Eindrücke dazu findet ihr bei der Software). Durch die glatte, glänzende Oberfläche ist der Button durchaus vom matten Powerbutton unterscheidbar, es braucht am Anfang aber dennoch etwas Eingewöhnungszeit.
Scahde ist nur, dass sich der Knopf nicht deaktivieren lässt. Ihr könnt euch also schon mal daran gewöhnen, mehrmals täglich aus Versehen Screenshots in eurem Essential Space abzulegen – durchaus nervig. Die Idee ist meiner Meinung nach gut, die Umsetzung aber noch ausbaufähig.
Display: Wurde beim OLED-Panel gespart?
Auf der Front sitzt ein 6,67″ OLED-Bildschirm mit dünnen, symmetrischen Seitenrändern, scharfer 1,5K-Auflösung (2.800 x 1.260 Pixel) und adaptiven 120 Hz. Da Nothing jedoch auf die LTPO-Technologie verzichtet und ein günstigeres LTPS-Panel verbaut, kann das Display „nur“ mit 30 – 120 Hz arbeiten und die Bildrate nicht ganz so dynamisch variieren.

Dennoch: Das Display macht einen sehr guten Eindruck, bringt gute Farben mit und erreicht eine Helligkeit von bis zu 1.560 nits bei einer vollflächigen Weißdarstellung – damit erfüllt es die Herstellerangaben. Die versprochenen 4.500 nits Peak-Helligkeit konnten wir aber nicht erreichen, da das Display selbst bei reduzietem Weißanteil (10 % APL) die Helligkeit nicht weiter erhöhen wollte (hier ist die Software wohl noch nicht final).
Hinten hui, vorne .. pfui?
Gespart wurde jedoch beim Schutzglas: Statt Gorilla Glass Victus, wie auf der Rückseite, wird der Bildschirm von Gorilla Glass 7i geschützt – das ist eher für Budget- und Mittelklasse-Geräte gedacht. Doch während ein Xiaomi Redmi Note 14 Pro+ 5G (Test) für knapp 300 Euro die beiden Gläser einmal tauscht und Victus 2 auf der Front verbaut, scheint Nothing die Rückseite wohl wichtiger zu sein.
Zum Entsperren lässt sich der optische Fingerabdrucksensor einrichten, der die Fingerkuppe präzise und schnell erkennt. Für meinen Geschmack sitzt der Sensor jedoch einen Tick zu weit unten, was hier und da ein wenig Fingerakrobatik voraussetzt. Zudem hätte ich mich über einen Ultraschallsensor gefreut, der im Flaggschiffbereich beispielsweise bei Samsung, Google und Xiaomi zum Einsatz kommt.
Leistung: Nothing Phone (3) wirklich auf Flaggschiff-Niveau?
Entgegen den ersten Erwartungen, Nothing würde wohl auf den Snapdragon 8 Elite als aktuell stärksten Android-Chip setzen, erhält das Phone (3) tatsächlich den Snapdragon 8s Gen 4. Ob damit auch eine Leistung auf Flaggschiff-Niveau erreicht wird, wenn einfach nur eine „aufgewärmte“ Variante des letztjährigen Flaggschiffs (Snapdragon 8 Gen 3) zum Einsatz kommt?

Im Alltag kann das Nothing Phone 3 mit einer sehr flotten Bedienung punkten. Die Software lässt sich geschmeidig bedienen, Apps öffnen schnell und werden lange im Hintergrund gehalten. Bei Benchmarks zeigt sich jedoch, dass der gewählte Chip nicht ganz Flaggschiff-Niveau erreicht. Denn im Geekbench 6 hinkt das Smartphone etwa 45 % hinter dem Snapdragon 8 Elite her und ist auf dem Niveau der letztjährigen Topgeräte.
Der 3D Mark Wild Life Extreme Stresstest war hingegen kein leichtes Spiel für das Phone 3, da es anfangs stets bei 13 von 20 Durchläufen abbrach und überhitzte. Mit einer Wärmebildkamera konnten wir 54 °C am oberen Rahmen feststellen, was ungewöhnlich hoch ist. Wir vermuten: Hier ist die Software bzw. Drosselung für den SoC noch nicht final.
Ein Durchlauf des Benchmarks war daher nur möglich, wenn wir immer wieder mal einen Lüfter eingeschaltet haben. In diesem Szenario erreichte das Phone (3) eine Leistungsstabilität von 85,5% und positioniert sich erneut auf Niveau der letztjährigen Top-Smartphones. Ein Snapdragon 8 Elite, beispielsweise im Galaxy S25+, bietet im Vergleich etwa 50 % mehr Grafikleistung. Der Tensor G4 im Pixel 9 Pro wird hingegen um 40 % geschlagen.
Zu warm: Ein Hitzkopf beim Zocken?
Wichtig für euch ist: Im Alltag bzw. beim Spielen, z.B. von Genshin Impact, hat sich unser Gerät nicht übermäßig erhitzt. Einzige Ausnahme: Laden + WLAN-Hotspot gleichzeitig waren nach 10 Minuten zu viel – das Phone 3 meldete sich zwecks Überhitzung und schaltete den Hotspot aus. Eine vierstündige ICE-Fahrt mit durchgehendem Hotspot, vielen Mobilfunkzellwechseln und Sonne auf das Gerät waren hingegen kein Problem.
Darüber hinaus verfügt das Nothing-Smartphone über 12/16 GB LPDDR5X Arbeitsspeicher und 256/512 GB UFS 4.0 Speicher. Dazu gibt es Dual Nano-SIM und eSIM, Bluetooth 6.0 sowie Wi-Fi 7 und NFC zum mobilen Bezahlen. Gespart wurde jedoch beim USB-C-Anschluss, der nur mit 2.0-Standard arbeitet und Daten somit sehr langsam überträgt.
Software: Cleanes Nothing OS 3.5 mit Android 15
Neben dem Design steht auch die Software bei Nothing stark im Fokus. Denn Nothing OS (hier in Version 3.5) setzt auf ein sehr minimalistisches Design mit klaren Formen, detaillierten Widgets und – wer möchte – Monochrom-Look. Mir persönlich gefällt die Optik wirklich sehr gut, insbesondere im Dark Mode mit aktivierten „farblosen“ App-Icons. Dazu finde ich mich immer gut zurecht und habe eine klare Übersicht der Funktionen.
Ein umfassendes AI-Paket, so wie es bei Samsung-Smartphones beispielsweise mit der Galaxy AI dabei ist, bringt das Nothing Phone 3 allerdings nicht mit. Hier steht aktuell der sogenannte Essential Space im Fokus, der eure Screenshots, Notizen und Sprachmemos zukünftig auch mit künstlicher Intelligenz analysieren kann. Auch eine AI-Suche im App-Drawer ist vorhanden, die durchaus praktisch sein kann.
Das Update-Versprechen fällt mit fünf Jahren Android-Updates (bis Android 20) und sieben Jahren Sicherheitspatches (alle zwei Monate) recht ordentlich aus. Nur Samsung, Google und Honor bieten hier noch zwei Jahre mehr OS-Updates. Nothing OS 4.0 auf Basis von Android 16 ist für das dritte Quartal 2025 geplant.
Akku & Laden: Wartet hier die böse Überraschung?
Mit 5.150 mAh ist der Akku im Phone (3) sicherlich nicht riesig, aber groß genug für eine ordentliche Laufzeit. Im Alltag konnte mich das Smartphone stets über einen Tag begleiten und mir eine Displayzeit von fünf Stunden bescheren. Beim PC Mark Battery Benchmark erreicht das Smartphone 13 Stunden und 32 Minuten, ehe noch 20 % Restladung vorhanden waren (Szenario: 300 nits, 120 Hz adaptiv, WLAN + GPS aktiv). Damit positioniert es sich zwar hinter dem günstigeren Phone (3a), aber vor dem Samsung Galaxy S25 Ultra.
Schade ist jedoch, dass Nothing sogar auf die neue Silizium-Kohlenstoff-Technologie setzt, die für eine höhere Energiedichte sorgt. In Indien wird das Smartphone beispielsweise mit 5.500 mAh verkauft – warum nicht auch hier? Die Antwort dürften EU-Regelungen und womöglich Kosteneinsparungen sein. Warum das Gerät dann knapp 9 mm dick ist, bleibt aber ein Rätsel und dürfte wohl erst durch ein Teardown enthüllt werden.
Zum Laden kann sich das Smartphone bis zu 65 Watt ziehen. Alternativ könnt ihr auch Wireless Charging nutzen, hier sind bis zu 15 Watt möglich.
Kamera: Das 50 MP Quartett überzeugt
Unter den drei einzeln eingelassenen Linsen stecken gleich drei 50 Megapixel Sensoren. Nothing war bisher zwar nicht für eine herausragende Fotoqualität bekannt, doch das könnte sich beim Phone (3) ändern – vor allem an der Software hat das Startup intensiv gearbeitet.
Nothing Phone (3) Kamera:
- 24 mm Hauptkamera: 50 MP, 1/1,3″ Sensor, f/1.68, OIS
- 70 mm Telefoto: 50 MP, 1/2,75″, f/2.68, 3x opt. Periskopzoom, 10 cm Makrodistanz, OIS
- 15 mm Ultraweitwinkel: 50 MP, 1/2.76″, f/2.2, 114°
Auf der Front sitzt darüber hinaus eine weitere 50 Megapixel Kamera (1/2.76″, f/2.2, 81,2°) für Selfies.
Die Kamera-App lässt sich intuitiv bedienen und kommt mit den wichtigsten Foto-Modi daher. Auch ein Expertenmodus mit manuellen Einstellungen ist vorhanden. Dazu gibt es diverse Foto-Filter, Voreinstellungen (mir hat es besonders Monochrom angetan) sowie HDR-Videos.
Eindruck der Fotoqualität:
Die Hauptkamera liefert insgesamt sehr solide Ergebnisse mit einer leicht wärmeren Farbgebung. Die Farben wirken lebendig und knackig, ohne in Richtung Übersättigung abzudriften. Die Belichtung ist meist gut gelungen – gelegentlich hätte ich mir aber eine etwas hellere Abstimmung gewünscht, da einige Bilder trotz ausreichendem Licht etwas zu dunkel ausfallen.
Sehr positiv fällt die Detailwiedergabe auf, ebenso wie die hübsche Tiefenunschärfe, die vielen Fotos einen professionellen Look verleiht. Allerdings wirkt das Bild hin und wieder unscharf – bedingt durch eine zu kurze Verschlusszeit (obwohl genug Licht vorhanden war). Für schnelle Schnappschüsse fehlt hier also noch ein Quäntchen Optimierung.
Monochrom-Voreinstellung gefällt!
Ein kleines Gimmick, das mir überraschend gut gefällt: Der Monochrom-Modus mit Wasserzeichen verleiht Fotos eine gewisse künstlerische Note, auch wenn die eigentliche Szene gar nicht so spannend war. Dabei nutzt das System automatisch einen 2-fach-Zoom, was dem Look zusätzlich Tiefe gibt. Für urbane Szenen oder Street-Fotografie definitiv ein spaßiges Feature.
Was kann der Nachtmodus?
Bei Nacht überzeugt die Kamera mit natürlicher Aufhellung. Die Aufnahmen wirken so, wie man die Szenerie mit dem eigenen Auge wahrnehmen würde. Farben bleiben dabei authentisch, die Lichtverteilung ist meist ausgewogen. Schärfe und Detailtreue könnten allerdings etwas besser ausfallen, das Bildrauschen hält sich in Grenzen.
Die Ultraweitwinkelkamera liefert solide Ergebnisse. Farben und Belichtung orientieren sich gut an der Hauptkamera, allerdings fehlt es hier am gewissen „Wow“-Effekt. Die Bildränder sind deutlich verzerrt und neigen zur Unschärfe, typisch für viele Ultraweitwinkellinsen in Smartphones.
Guter Zoom dank Telefotolinse
Dank hoher Sensorauflösung der Hauptkamera ist der 2-fache Zoom sehr gut nutzbar. Der optische 3-fach-Zoom liefert zudem eine starke Qualität mit natürlichen Farben und einer schönen Tiefenstaffelung ab. Auch der 6-fache Zoom überrascht positiv: Die Detailwiedergabe bleibt gut, das Rauschen ist moderat.
Beim 10-fachen Zoom greift die Rauschunterdrückung deutlich ein, was das Bild etwas zu glatt wirken lässt. Der 30-fache Zoom ist noch okay, zeigt aber bereits einen unscharfen Schleier. Und selbst beim 60-fachen Zoom lassen sich je nach Motiv noch brauchbare Ergebnisse erzielen, wenn auch mit sichtbaren chromatischen Aberrationen.
Schicke Makros mit dem Teleobjektiv
Makro-Aufnahmen gelingen mit der Telekamera wirklich sehr gut. Die Bilder wirken detailreich und bieten eine schöne Hintergrundunschärfe. Besonders bei Nahaufnahmen von Pflanzen oder Texturen kann die Kamera richtig punkten – und erinnert mich hier durchaus an das Telefoto-Modul im Xiaomi 15 (Test).
Videos in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde sehen sehr ordentlich aus. Die Stabilisierung funktioniert gut, auch wenn sie nicht ganz an das Niveau von Apple, Samsung oder Google heranreicht. Insgesamt aber: „Not bad!“ – das kann sich sehen lassen.
Selfiekamera enttäuscht etwas ..
Die Selfie-Kamera liefert eine eher durchwachsene Leistung. Die Qualität ist okay, aber nicht beeindruckend. Bei schnellen Bewegungen oder schlechtem Timing leidet die Schärfe, oft durch eine zu kurze Verschlusszeit, obwohl genug Licht vorhanden ist. Die Bilder wirken manchmal überschärft, was sich bei feinen Details (z. B. im Bart) bemerkbar macht. Gleichzeitig scheint ein Weichzeichner aktiv zu sein, was für ein inkonsistentes Bild sorgt. Angesichts eines 50-MP-Sensors hätte ich mir hier mehr erwartet.
Fazit zum Nothing Phone (3)
Mit dem Phone (3) liefert Nothing ein stilbewusstes Smartphone, das sich erneut klar von der Masse abhebt. Die transparente Rückseite mit der neuen Glyph-Matrix ist ein echter Hingucker und funktional sinnvoller als die LED-Streifen der Vorgänger (vermissen werde ich sie dennoch). Auch haptisch überzeugt das Gerät: Der Aluminiumrahmen wirkt hochwertig, das Gerät liegt trotz des etwas höheren Gewichts gut in der Hand und IP68-Zertifizierung sorgt für Alltagstauglichkeit.
Im Alltag punktet das Phone (3) mit einer schnellen und flüssigen Bedienung, einer sehr cleanen Android-Oberfläche (Nothing OS 3.5) und durchdachten Features wie dem Essential Key. Auch die Kamera macht vieles richtig: Die Haupt- und Telefotolinse liefern bei Tageslicht starke Ergebnisse mit guter Farbabstimmung und Details. Zudem überzeugt das Gerät mit solider Akkulaufzeit, 65-Watt-Laden und kabellosem Charging.
Doch der Schein trügt an einigen Stellen: Die Frontkamera wirkt trotz 50 MP wenig überzeugend und liefert zu oft unscharfe oder überschärfte Bilder. Auch die Ultraweitwinkelkamera ist eher Mittelmaß. Der verbaute Snapdragon 8s Gen 4 ist darüber hinaus zwar schnell, aber eben nicht ganz auf Flaggschiff-Niveau. Besonders unter Last kann das Phone (3) schnell zu warm werden. Die Entscheidung, auf ein LTPS- statt LTPO-Panel und USB-C 2.0 zu setzen, wirkt angesichts des Preises ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar.
Unterm Strich bleibt ein Smartphone, das mit Mut zur Andersartigkeit und durchdachten Details glänzt, aber auch einige technische Kompromisse eingeht, die man bei einem Preis ab 799 Euro nicht unbedingt erwartet. Wer hingegen maximale Technik fürs Geld sucht, sollte sich bei der Konkurrenz umsehen – oder etwas abwarten, bis der Preis fällt. Performance pur zum günstigsten Preis gibt es beispielsweise beim Poco F7 Ultra (Test) mit Snapdragon 8 Elite (ab 600 Euro). Etwas mehr Premium bekommt ihr beim Samsung Galaxy S25+ (Test), verfügbar ab 780 Euro.
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