Oppo ist zurück auf dem europäischen Markt und präsentiert mit Oppo Find X8 Pro ein High-End-Smartphone, das nicht nur optisch, sondern auch technisch der Konkurrenz ordentlich einheizen möchte – und dann wäre da auch noch ein echt guter Preis! Ob das neue Flaggschiff überzeugen konnte, erfahrt ihr hier im Test.
Das Oppo Find X8 Pro ist seit dem 21. November in den Farben Space Black und Pearl White zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.149 Euro erhältlich. In Deutschland wird es allerdings erst ab 2025 über den offiziellen Oppo-Shop verfügbar sein. Wer nicht so lange warten möchte, der kann das Gerät schon jetzt in den Online-Shops der Nachbarländer wie den Niederlanden, Belgien oder aber bei Drittanbietern bestellen. Bei letzterem ist das Smartphone bereits ab 933 Euro zu haben.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Oppo Find X8 Pro fällt zeitgemäß eher überschaubar aus – aber auch nur in der Europäischen Union: In der Verpackung befinden sich neben dem Smartphone selbst ein USB-C-zu-USB-C-Kabel, eine Kurzanleitung sowie ein SIM-Kartenwerkzeug. Ein Netzteil oder eine Schutzhülle wird leider nur in Asien oder bei amerikanischen Modellen mitgeliefert. Der Grund dafür ist ganz einfach, dass die EU sagt: “Netzteile sind nur unnötiger Elektroschrott” und “Eine Silikonhülle ist nur Plastikmüll”. Immerhin ist ab Werk eine Displayschutzfolie vorinstalliert, so dass man nicht zwingend eine bestellen muss.
Design und Verarbeitung
Beim Design orientiert sich Oppo an den Vorgängermodellen Find X7 und Find X7 Ultra (Test), verfeinert dieses aber spürbar. Das große, runde Kameramodul auf der Rückseite ist ein markantes Erkennungsmerkmal, wirkt aber durch den nun um knapp 50 Prozent reduzierten Höhenunterschied im Vergleich zur Glasrückseite dezenter als beim Vorgänger. Mit einer Dicke von gerade einmal 8,24 Millimeter und einem Gewicht von 215 Gramm ist das Find X8 Pro zudem leichter als viele seiner Konkurrenten, wie das Samsung Galaxy S24 Ultra (Test), iPhone 16 Pro Max (Test) oder Google Pixel 9 Pro XL.
Die matte Glasrückseite und die leicht abgerundeten Kanten sorgen für eine sehr angenehme Haptik. Das Gerät liegt hervorragend in der Hand und wirkt dabei sehr hochwertig. Dank IP68- und sogar IP69-Zertifizierung ist das Oppo Find X8 Pro zudem bestens gegen Staub und Wasser geschützt. Ein Aluminiumrahmen und Gorilla Glass 7i auf der Vorder- und Rückseite schützen zusätzlich vor Stürzen und Kratzern. Der von OnePlus bekannte und auch im Oppo Find X7 Ultra (Test) verbaute Alert-Slider zum schnellen Umschalten von Laut-, Vibrations- und Stummmodus ist ebenfalls an Bord.
Display
Auf der Vorderseite dominiert ein 6,78 Zoll großes Quad-Curved-AMOLED-Display, das mit einer Auflösung von 2.780 x 1.264 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hertz aufwartet. Im Alltag überzeugt mich das Display mit lebendigen Farben, tiefem Schwarz und einer sehr guten Schärfe. Videos, Social Media oder Spiele profitieren meiner Meinung nach von den abgerundeten Kanten durch sanftere Übergänge, ohne dabei störende Reflexionen zu spiegeln.

Die von Oppo angegebenen Helligkeitswerte sind durchaus beeindruckend: Bis zu 1.600 Nits im High-Brightness-Mode (HBM) und eine maximale Spitzeinhelligkeit von 4.500 Nits sorgen für eine einwandfreie Ablesbarkeit im Freien und bei direkter Sonneneinstrahlung. In unserem Test konnten wir unter Verwendung eines Display Profilers (X-rite i1) auf dem Display eine maximale Helligkeit von 2.596 Nits bei reduziertem Weißanteil (10 % APL) messen. Bei vollflächiger Weißdarstellung (100 % APL) ließen sich hier bis zu 1.597 Nits erreichen.
Zum Entsperren des Smartphones kann der optische Fingerabdrucksensor unter dem Display verwendet werden. Dieser funktionierte während des Tests immer schnell und zuverlässig. Wer lieber sein Gesicht nutzen möchte, kann zudem auf Face Unlock zurückgreifen. Auch das funktioniert tagsüber sehr zuverlässig, nur nachts oder bei schlechten Lichtverhältnissen sollte man auf den Fingerabdrucksensor zurückgreifen.
Performance und Speicher
Unter der Haube setzt Oppo nicht auf Qualcomm, sondern auf den im 3-Nanometer-Verfahren gefertigten MediaTek Dimenstity 9400. Dazu gibt es satte 16 Gigabyte LPDDR5X-RAM und 512 Gigabyte UFS4.0-Speicher. Anfangs war ich ein wenig skeptisch, ob der MediaTek-Prozessor mit dem kürzlich vorgestellten Snapdragon 8 Elite oder selbst dem Snapdragon 8 Gen 3 mithalten kann. Ich wurde aber sehr schnell eines Besseren belehrt.
Im Geekbench 6 schlägt der MediaTek-Chip sogar andere Flaggschiffe wie das Galaxy S24 Ultra oder das Xiaomi 14 (Test). Im Alltag merkt man davon vor allem eines: Das Gerät lässt sich super flüssig bedienen. Egal ob beim Scrollen durch soziale Netzwerke, beim Gaming oder beim Multitasking. Im direkten Vergleich mit dem Galaxy S24 Ultra erreicht das Oppo Find X8 Pro eine rund 23 Prozent bessere Single-Core-Performance und ist rund 21 Prozent schneller im Multi-Core-Bereich.
Auch im 3D Mark Wildlife Extreme Test kann das Oppo Find X8 Pro mit überaus überdurchschnittlichen Ergebnissen punkten. So liegt es in unserer Vergleichstabelle nur knapp unter dem Apple iPad Air 2024, welches mit dem Apple M2 ausgestattet ist. Im Vergleich zum Galaxy S24 Ultra liegt die Performance 10-20 Prozent höher im besten Durchlauf.
Zur weiteren Ausstattung gehören Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, 5G-Konnektivität sowie NFC zum mobilen Bezahlen mit der Google Wallet oder kompatiblen Drittanbieter-Applikationen. Im oberen Bereich des Aluminiumrahmens gibt es zusätzlich noch einen Infrarot-Sensor, mit dem man Fernseher, Lampen, Projektoren oder andere Geräte steuern kann.
Akku und Laden
Oppo stattet das Find X8 Pro mit einem 5.910 Milliamperestunden starken Silizium-Karbon-Akku aus. In der Praxis erreiche ich etwa zehn bis elf, manchmal auch zwölf Stunden Screen-on-Time (SoT), also Nutzung bei eingeschaltetem Bildschirm. Das reicht selbst bei mir als Heavy User teilweise für etwa eineinhalb bis zwei Tage Nutzung ohne Nachladen.

Im PC Markt Battery Test (300 Nits, maximale Displayauflösung, adaptive Bildrate, WLAN + GPS aktiv) erreicht das Oppo Find X8 Pro eine maximale Laufzeit von 17 Stunden und 14 Minuten, bevor die Restladung noch 20 Prozent beträgt.
Beim Laden lässt Oppo die Konkurrenz erneut alt aussehen: Bis zu 80 Watt kabelgebundenes Laden und 50 Watt kabelloses Laden sind möglich. Ein leerer Akku ist damit in 50 bis 60 Minuten wieder vollständig aufgeladen. Vergleicht man dies mit den Ladetechniken von Apple oder Samsung, wird schnell klar, wie weit Oppo hier voraus ist.
Software
Das Oppo Find X8 Pro wird mit Android 15 und ColorOS 15 ausgeliefert. Die Benutzeroberfläche setzt auf ein cleanes Design, umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten und einige KI-Funktionen wie „Circle to Search“ oder den KI-Radiergummi. Als langjähriger Samsung-Nutzer muss ich zugestehen, dass mir ColorOS deutlich besser gefällt als One UI.

Ähnlich wie bei den aktuellen iPhone-Modellen bietet Oppo den Nutzern des Find X8 Pro eine Art “Dynamic Island”, auf der Live-Benachrichtigungen angezeigt werden. Dort werden zum Beispiel gerade laufende Songs, Timer oder ähnliches angezeigt. So erspart man sich den Blick auf die Benachrichtigungen oder das Quick-Panel-Menü. Erfreulicherweise kommt das Smartphone auch ohne lästige Werbung im Betriebssystem oder viel Bloatware in Form von vorinstallierten Apps aus.
Kamera: Vierfach-Setup mit Hasselblad-Optimierung
Ein absolutes Highlight des Oppo Find X8 Pro ist die Quad-Kamera auf der Rückseite, bei der Oppo wieder eng mit Hasselblad zusammenarbeitet. Diese setzt sich aus folgenden Sensoren zusammen:
- 50 Megapixel Hauptkamera (Sony LYT808)
- 50 Megapixel Ultraweitwinkelkamera
- 50 Megapixel Periskopkamera mit 3-fach optischem Zoom
- 50 Megapixel Dreifach-Prisma-Periskopkamera mit 6-fach optischem Zoom
Diese Kombination ermöglicht Aufnahmen in insgesamt sechs verschiedenen Brennweiten. Auch das Oppo Find X8 Pro besitzt, wie das iPhone 16 Pro Max einen dedizierten Kamera-Button. Dieser ist meiner Meinung nach bei Oppo aber besser umgesetzt. Während es sich beim iPhone um einen physischen Button handelt, den man zum Auslösen der Kamera eindrücken muss, ist der “Kamera-Button” beim Find X8 Pro lediglich eine touch- und drucksensitive Stelle im Rahmen. Das hat den Vorteil, dass das Gerät beim Auslösen nicht verwackelt und dadurch auch keine verschwommenen Bilder als Ergebnis herauskommen. Um aber komplett ehrlich zu sein: Man muss sich wirklich aktiv dazu entscheiden, den Kamera-Button zu verwenden. Ich habe in meinem Test häufig immer noch das Shortcut auf dem Sperrbildschirm zum Öffnen der Kamera-App und den On-Screen-Button auf dem Bildschirm zum Aufnehmen von Fotos verwendet.
Sowohl die Haupt- als auch die Ultraweitwinkelkamera liefern tagsüber gestochen scharfe Bilder mit natürlicher Farbwiedergabe und hohem Dynamikumfang. Besonders beeindruckend ist die Farbkonsistenz zwischen den verschiedenen Kameras. Während bei anderen Smartphones die Telekamera schon mal zu blassen Farben neigt oder die Bilder des Ultraweitwinkel-Sensors dunkler ausfallen, wirken die Aufnahmen des Oppo Find X8 Pro oft perfekt abgestimmt.
Hauptkamera
Bei Tageslicht kann die Hauptkamera mit Detailreichtum, akkuraten Farben und einem guten Kontrastumfang punkten. Selbst in schwierigen Lichtverhältnissen sorgt der HDR-Modus für ein gutes Gesamtbild. Besonders interessant sind die Ergebnisse, die sich mit den unterschiedlichen Modi erzielen lassen. Selbst bei Nacht überraschen mich die Aufnahmen des Oppo Find X8 Pro sehr positiv. Bei beleuchteten Objekten, wie bei einem Besuch, auf dem Weihnachtsmarkt, können Lichter teilweise jedoch leicht überspitzt wirken.
Hasselblad-Master und Portätmodus
Während man für Schnappschüsse häufig den normalen Foto-Modus verwendet, kann man bei mehr Zeit auch mit dem “Master”-Modus oder Hasselblad-Portätmodus spielen. Die Unterschiede zeigen sich besonders in der Farbwiedergabe der Aufnahmen.
Ultraweitwinkelkamera
Die Ultraweitwinkelkamera steht der Hauptkamera kaum nach. Landschaftsaufnahmen, Gebäude oder Gruppenfotos gelingen mit hoher Schärfe und kaum sichtbaren Verzerrungen. Auch bei schwächerem Licht bleibt die Qualität überzeugend, auch wenn hier erwartungsgemäß etwas mehr Bildrauschen auftritt als bei der Hauptkamera.
Zoom-Kameras
Die beiden Tele- und Periskop-Objektive mit 3-fach und 6-fach optischem Zoom heben das Oppo Find X8 Pro von vielen Konkurrenten ab. Die dreifache Vergrößerung eignet sich gut für Portraits, während der 6-fach-Zoom entfernte Details scharf einfängt. Natürlich nimmt mit höherem Zoomfaktor die Detailtreue etwas ab, doch im Vergleich zu anderen Smartphones, die auf eine Periskop-Kamera verzichten oder nur 3-fachen Zoom unterstützen
Selfies
Auf der Vorderseite sitzt eine einzelne 32 Megapixel starke Frontkamera, die sowohl im normalen, als auch im Portätmodus mit sehr guten Ergebnissen überzeugen kann. Besonders bei letzterem gefällt mir, dass die Hintergrundweichzeichnung wirklich genau ist und nicht etwa ein Ohr oder Haare abschneidet.
Meinung:Letztlich macht das Oppo Find X8 Pro eins deutlich: Der Markt in Europa gerät zum Glück wieder in Bewegung. Nach einer Phase, in der sich andere Hersteller gefühlt etwas auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben, startet Oppo mit dem X8 Pro erneut zum Angriff. Wer ein High-End-Gerät mit starkem Gesamtpaket, sehr guter Kamera, hervorragendem Akku, zügigem Laden und einer durchdachten Software sucht, findet mit dem Oppo Find X8 Pro eine äußerst interessante Option.
Fazit
Das Oppo Find X8 Pro erweist sich im Test als würdiger Herausforderer im Flaggschiff-Markt. Mit seinem edlen Design, dem hochauflösenden und hellen Quad-Curved-Display, der beeindruckenden Performance des MediaTek Dimensity 9400 und dem durchdachten Gesamtpaket bietet es eine echte Alternative zu den Platzhirschen von Samsung und Apple. Besonders die Kamera sticht hervor: Dank Hasselblad-Kooperation, mehreren Tele-Optionen und stimmiger Farbwiedergabe zeigt sich das Find X8 Pro in den meisten Aufnahmesituationen äußerst souverän.
Auch bei der Akkulaufzeit und den Ladegeschwindigkeiten hängt Oppo mit seinem neuen Topmodell viele Konkurrenten ab. Zudem wäre da noch der Preis, denn zu einer UVP von 1.149 € ist es deutlich günstiger als die Flaggschiffe von Samsung Apple und Co. Zwar müssen sich deutsche Kunden noch bis 2025 gedulden, um das Gerät direkt vom Hersteller zu erwerben, doch wer es eilig hat, findet es schon jetzt im EU-Ausland oder bei Drittanbietern.
Pro
- hochwertiges Design
- sehr gutes AMOLED-Display
- Top-Performance
- lange Akkulaufzeit
- schnelles Laden
- saubere Software
- hervorragende Kamera
Contra
- offizielle Verfügbarkeit in Deutschland ab 2025
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