Xiaomi greift erneut nach der Mittelklasse-Krone: Das Redmi Note 15 Pro+ 5G möchte sich mit starkem Akku, guter Kamera und schickem Display zum kleinen Preis als Brot-und-Butter-Gerät positionieren. Allerdings stellt sich das Smartphone einem schweren Kampf, denn die Konkurrenz in diesem Bereich ist stark. Kann der Redmi Note 14 Pro+ Nachfolger also überzeugen oder fällt er im Test durch?
Mit dem Redmi Note 15 Pro+ 5G bringt Xiaomi ein neues Mittelklasse-Smartphone ab 499 Euro UVP (256GB) bzw. 529 Euro UVP (512 GB) nach Deutschland. Allerdings ist es tatsächlich gar nicht so „neu“, denn MediaMarkt Saturn bietet das Smartphone bereits seit Ende 2025 an – daher ist der Preis auch schon jetzt ein gutes Stück gesunken. Einzelne Händler bieten das Pro+ mit großem Speicher bereits ab 469 Euro an.
Der Lieferumfang fällt gewohnt spärlich aus: Smartphone, Papierkram, ein USB-A-auf-USB-C-Kabel und eine einfache Silikonhülle lassen sich in der Verpackung finden. Das passende Ladegerät kann optional für 40 Euro bestellt werden. Ab Werk ist allerdings bereits eine Displayschutzfolie vorinstalliert.
Fazit zum Redmi Note 15 Pro+:
Pro
- gute Hauptkamera
- tolles OLED-Display
- sehr gute Akkulaufzeit & flottes Laden
- Dual-SIM (SIM + eSIM)
- nach IP68 + IP69K gegen Wasser geschützt
- vier Jahre Android-Updates
- schneller Fingerabdrucksensor unter dem Display
Contra
- Software mit viel Bloatware & Werbung
- nur Android 15 zum Marktstart
- Qualität der Ultraweitwinkelkamera
- kein echtes Always-on-Display
- Leistung eher durchschnittlich
- Preis im Vergleich zur (hauseigenen) Konkurrenz
Prinzipiell bietet das Redmi Note 15 Pro+ ein gutes Gesamtpaket: Die Akkulaufzeit ist ausgezeichnet, das Display ein Augenschmaus und auch die IP69K-Zertifizierung ist für ein Mittelklasse-Smartphone löblich. Zudem konnte mich die Hauptkamera überzeugen. Allerdings ist der Preis für das Gebotene schlicht zu hoch angesetzt. Die UVP von 499 Euro ist etwas überzogen, der aktuelle Marktpreis von 435 Euro ist im Vergleich zur hauseigenen (!) Konkurrenz ebenfalls stolz.
Denn das größte Problem für das Note 15 Pro+ stammt direkt von Xiaomi: Das Poco M8 Pro ist quasi baugleich, bietet jedoch „nur“ eine 50-MP-Hauptkamera und verzichtet auf die eSIM-Unterstützung. Dafür kostet das Smartphone allerdings nur 349 Euro als 512-GB-Modell – aus meiner Sicht der deutlich bessere Deal. Zum Preis des Note 15 Pro+ bekommt man inzwischen sogar das Xiaomi 15T, das in allen Belangen besser aufgestellt ist. Auch ein Blick auf das Poco F8 Pro lohnt sich.
Letztlich würde ich dem Redmi Note 15 Pro+ erst eine Empfehlung geben, wenn der Preis näher unter die 400-Euro-Marke wandert. Sollte der Preisverfall ähnlich stark einsetzen wie beim Redmi Note 14 Pro+, dann dürfte der Preis bereits gegen Ende März ein attraktives Niveau erreicht haben.
Design: Rückseite aus Kunstleder
Das Design des Redmi Note 15 Pro+ erinnert stark an den Vorgänger: Mit 163,3 x 78,3 x 8,5 Millimetern ist es ähnlich groß und mit 207 Gramm kein dicker Brummer. Rahmen und Rückseite bestehen zwar vollständig aus Kunststoff, wirken aber dennoch hochwertig. In diesem Preisbereich hätte ich mir dennoch zumindest einen Metallrahmen gewünscht, ein Poco F8 Pro (ab 499,90€) aus demselben Haus spielt da haptisch in einer anderen Liga.
Immerhin sorgt die Variante in Mocha Brown dank Rückseite aus Kunstleder für eine edlere Anmutung und liegt damit auch schön griffig in der Hand. Das Gehäuse ist darüber hinaus nach IP68 und IP69K vor Staub, Wasser und Hochdruckwasserstrahlen geschützt.

Display auf Premium-Niveau
Während Flaggschiffe wieder etwas kleiner werden, wird das Redmi Note 15 Pro+ nochmals größer. Xiaomi setzt hier auf ein 6,83 Zoll großes AMOLED-Display, womit das Panel im Vergleich zum Redmi Note 14 Pro+ um 0,15 Zoll anwächst. Das Display unterstützt 12-Bit-Farbtiefe, HDR10, eine adaptive Bildwiederholrate bis 120 Hz (30 Hz, 60 Hz, 120 Hz) und löst mit 2.772 x 1.280 Pixeln auf.
Ähnlich wie beim neuen Honor Magic 8 Pro handelt es sich um ein Quad-Curve-Display; das Glas (nicht das Display selbst) ist also zu allen Seiten hin leicht gebogen. Das mag Geschmackssache sein, gefällt mir persönlich aber sehr gut.

Die Helligkeit gibt Xiaomi mit maximal 3.200 Nits an, die jedoch vermutlich nur bei HDR-Inhalten erzielt werden. Bei Vollbildweiß konnten wir 1.770 Nits messen, was ein wirklich starkes Ergebnis ist. Das Display lässt sich daher auch an sonnigesn Tagen problemlos ablesen.
Das Redmi Note 15 Pro+ bietet sogar ein Always-on-Display, das allerdings eher halbherzig wirkt. Bei aktiviertem AoD leuchtet das Display bei einer Benachrichtigung für rund 10 Sekunden auf, bevor die Anzeige wieder erlischt. „Always“ ist hier also das vollkommen falsche Wort. Zudem gibt es bei den Flaggschiffen weitere Einstellungen, beispielsweise für eine dauerhaft aktive AoD-Anzeige.
Leistung & Speicher: Schnell genug für den Alltag?
Unter der Haube werkelt ein Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4, bei dem es sich um einen aktuellen Mittelklasse-Prozessor mit 4-Nanometer-Fertigung handelt. Der Chip bietet acht Kerne, davon zwei schnelle Cortex-A720, drei A720 und vier effiziente A520-Kerne, sowie eine Adreno-810-GPU. Im Falle unseres Test-Samples kommen 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB interner Speicher dazu, das 256GB-Modell bringt 8 GB RAM mit.
Die Leistung des Chips fällt solide aus, im Alltag ermöglicht er eine weitgehend flüssige Bedienung. Gelegentlich gibt es kleinere Denkpausen, die fallen aber nicht stark auf. Im Vergleich zur gleich teuren Konkurrenz – etwa einem Xiaomi 15T, Poco F8 Pro oder Honor 400 Pro – sieht der Chip allerdings kein Land.
Die GPU liefert für einfache Spiele eine ausreichend starke Performance, bei aufwendigen 3D-Games kommt sie aber spürbar ins Schwitzen. Die Leistungsstabilität fällt jedoch mit 96 % sehr gut aus, das Smartphone kann seine Leistung also immerhin über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.
Zur weiteren Ausstattung gehören Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC und eine 5G-Unterstützung. Zudem handelt es sich beim Redmi Note 15 Pro+ um ein Dual-SIM-Smartphone, wobei eine physische SIM-Karte und eine eSIM unterstützt werden.
Dank XXL-Akku ein Laufzeittraum
Der Chip kann also nicht mit Top-Leistung glänzen – anders als der Akku. Xiaomi verbaut einen besonders großen 6.580-mAh-Akku, der euch je nach Nutzungsverhalten locker zwei Tage durchbringt. Im PCMark Battery-Test (300 Nits, adaptive 120 Hz, WLAN + GPS aktiv) erreicht das Redmi Note 15 Pro+ eine sehr ordentliche Laufzeit von 15 Stunden und 47 Minuten, womit selbst das Nothing Phone (3a) Pro geschlagen wird.
Geladen wird das Handy mit bis zu 100 Watt per Kabel, ein Ladevorgang bis 90 Prozent dauert dabei lediglich 40 Minuten. Für die letzten paar Prozent genehmigt sich das Smartphone aus Akkuschutzgründen mehr Zeit, für eine vollständige Ladung müsst ihr rund eine Stunde einplanen. Wireless Charging fehlt leider, dafür unterstützt das Redmi Note 15 Pro+ aber Reversed Wired Charging mit 22,5 Watt.
Kamera: Hauptkamera Top, Ultraweitwinkel Flop?
Auf den ersten Blick setzt Xiaomi beim Redmi Note 15 Pro+ auf ein Triple-Kamera-Modul samt Blitz. Tatsächlich sind aber nur zwei Sensoren verbaut, die eher unnötige 2-MP-Makrokamera wurde in diesem Jahr gestrichen. Somit gibt es „nur“ noch eine 200-MP-Hauptkamera mit 1/1,4-Zoll-Sensor (Samsung S5KHPE), f/1,7-Blende und OIS sowie eine 8-MP-Ultraweitkamera mit 1/4,0-Zoll-Sensor (OmniVision OV08f10) und f/2,2-Blende.
Als Selfiekamera dient ein 32-MP-Sensor (OmniVision OV32D40) mit f/2,2-Blende. Videos sind maximal in 4K bei 30 FPS möglich, die Ultraweitwinkelkamera ist auf Full HD limitiert. Die Videoqualität der Hauptkamera ist auf einem guten Niveau und die Stabilisierung kann überzeugen. Videoaufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera sind allerdings eher schlecht als recht.
Hauptkamera: Erstaunlich gut
Am Tag lassen sich mit der Hauptkamera schöne Bilder knipsen. Farben wirken natürlich, der Dynamikumfang gut und der Detailgrad hoch. Bilder werden nachträglich allerdings stark nachgeschärft, was den Look etwas verfälscht. Auch bei Nacht sind die Ergebnisse ansehnlich – feine Details wie Ziegelstrukturen gehen jedoch verloren.
Da das Redmi Note 15 Pro+ nicht über eine dedizierte Zoomkamera verfügt, nutzt Xiaomi die Hauptkamera für einen digitalen Zoom. Dabei sind ein 2-fach- und ein 4-fach-Zoom direkt in der Kamera-App auswählbar; maximal ist ein 30-fach-Zoom möglich. Bis zum 4-fach-Zoom sind die Ergebnisse durchaus brauchbar, darüber hinaus sind die Bilder unscharf und unschön.
Ultraweitwinkel: Eher eine Enttäuschung
Die Ultraweitwinkelkamera fällt qualitativ deutlich hinter die Hauptkamera zurück. Am Tag sind die Bilder auf einem soliden Niveau, der Detailumfang lässt jedoch zu wünschen übrig. Nachtfotografie könnt ihr hiermit vergessen – Bilder sind detailarm, weich und kontrastschwach. Für mich war die Ultraweitwinkelkamera während des Tests eher eine Enttäuschung.
Die Selfiekamera ist solide, überrascht aber nicht. Dynamikumfang und Details sind in Ordnung, der Farbton aber etwas zu rötlich. Außerdem sind Gesichter nach meinem Geschmack etwas zu weichgezeichnet – auch ohne Beauty Filter.
Software: HyperOS 2 und Android 15
Als Betriebssystem kommt HyperOS 2.0 auf Basis von Android 15 zum Einsatz. Ein Update auf HyperOS 3.0 und Android 16 war zum Testzeitpunkt nicht verfügbar, dürfte aber zeitnah eintreffen (genaue Details fehlen aktuell noch). Der Android-Sicherheitspatch stammt aus Dezember 2025, womit zumindest das Sicherheitslevel aktuell ist. Xiaomi verspricht insgesamt vier Jahre Systemupdates und sechs Jahre Sicherheitspatches.
Die Software wirkt optisch aufgeräumt und modern, ist aber voller Bloatware. Es sind also beliebte Apps wie Instagram, TikTok und Netflix, sowie viele Spiele, Stores und andere unerwünschte Anwendungen vorinstalliert. Zumindest lassen sich die meisten davon leicht deinstallieren. Besonders ärgerlich ist jedoch die Werbung, die in vielen System-Apps anzutreffen ist. Aus meiner Sicht ist das ein No-Go – vor allem bei einem 500-Euro-Handy.
Zumindest bietet das Smartphone einige KI-Tools, darunter KI-Zusammenfassungen für Notizen, einen KI-Radiergummi oder KI-Bilderweiterung für Fotos, den KI-Dolmetscher für Gesprächsübersetzungen oder KI-Untertitel.
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