Das neue Samsung Galaxy Z Fold 8 Ultra ist hauchdünn, vollgepackt mit High-End-Technik und bringt das „Ultra“-Kürzel nun erstmals in Samsungs Falt-Sparte, setzt die preisliche Messlatte mit einem Einführungspreis von 2.200 Euro aber auch nochmal ein gutes Stück höher. Doch rechtfertigt es damit den Aufpreis zu einem normalen Ultra-Smartphone? Ich habe das neue Falt-Flaggschiff ausführlich getestet.
Die (halbwegs) gute Nachricht vorweg: Schon kurze Zeit nach Marktstart gibt es das faltbare Smartphone deutlich günstiger. Im Preisvergleich wird es schon ab 1.590 Euro angeboten, bei Amazon und Joybuy ist es schon ab knapp 1.900 Euro bestellbar.
Wie auch das Gerät selbst, fällt der Lieferumfang recht dünn aus: Neben dem Smartphone und etwas Papierkram ist nur ein Ladekabel und SIM-Werkzeug dabei.
Wie schneidet das Fold 8 Ultra ab? #pro&contra
Design: Flacher, kantiger Aluminiumblock zum Falten
Beim Gehäusedesign bleibt Samsung seiner gewohnt kantigen und minimalistischen Formsprache treu. Im Vergleich zum rundlicher gestalteten Honor Magic V6 (Test) wirkt das Gehäuse dadurch zwar etwas schlichter, kann bei längerer Nutzung ohne Hülle in der linken Handfläche jedoch leicht pieksen.
Im aufgeklappten Zustand misst das Gehäuse hauchdünne 4,1 Millimeter, zusammengeklappt liegt das Fold 8 Ultra kaum dicker in der Hand als ein herkömmliches Smartphone. Mit gerade einmal 215 Gramm bringt das Gerät zudem trotz zwei Displays und komplexem Scharnier überraschend wenig Gewicht auf die Waage – damit ist es sogar leichter als ein iPhone Pro Max.
Das Scharnier lässt sich extrem geschmeidig aufklappen, neigt in steileren Aufstellwinkeln auf dem Tisch jedoch dazu, etwas schneller nach hinten wegzukippen. Apropos Tisch: Wer das Fold 8 Ultra flach hinlegt, wird sich beim Nutzen (z.B. Tippen einer Nachricht) mit einem starken Wippen anfreunden müssen.
Neben dem neuen Gorilla Glass Ceramic 3 auf der Außenseite ist das Falt-Handy hinsichtlich Widerstandsfähigkeit mit einer IP48-Zertifizierung versehen, somit ist es gut gegen Wasser geschützt. Entsperrt wird das Gerät gewohnt flott über den Fingerabdrucksensor im Powerbutton.
Display(s): Die S-Pen-Enttäuschung
Samsung verbaut zwei erstklassige 120-Hertz-OLED-Panels: Das 6,5-Zoll-Außendisplay löst in Full HD+ auf und fällt eine Nuance schmaler und länglicher aus als bei Honor, innen sitzt ein knapp 8 Zoll großes Quad-HD+-Hauptdisplay. Gefaltet lässt sich das Fold 8 Ultra also wie ein normales Smartphone nutzen, aufgeklappt bietet es sich hingegen wunderbar zum Schauen eurer Lieblingsserie oder produktivem Multitasking an.

Die Faltlinie in der Bildschirmmitte ist zwar technologiebedingt weiterhin vorhanden, fällt im Alltag aber so dezent aus wie nie zuvor. Dazu gibt es eine antireflektive Beschichtung, die Spiegelungen zumindest etwas reduziert (aber nicht mit der Beschichtung vom S26 Ultra vergleichbar ist).
In der Spitze erreicht das Außendisplay hervorragende 2.400 Nits bei verringertem Weißanteil, mit Vollbildweiß kommt das Panel auf starke 1.440 nits. Beim Innendisplay konnte ich wiederum bis zu 2.450 Nits im Peak und bei 100 % APL bis zu 1.500 nits messen. Wenn die Sonne scheint, könnt ihr also beide Bildschirme gut nutzen und alle Inhalte ablesen.
Einen riesigen Dämpfer gibt es allerdings für Fans des S Pen: Das Galaxy Z Fold 8 Ultra bietet keinerlei Unterstützung mehr für den aktiven Stift an. Wer das große Innendisplay bisher als digitalen Notizblock genutzt hat, schaut hier leider in die Röhre. Anders macht das zum Beispiel Honor beim Magic V6, hier lassen sich sogar beide Displays mit einem Stift nutzen.
Kamera: Starker Hauptsensor, aber Enttäuschung beim Zoom
Das Kamerasystem hinterlässt ein gemischtes Bild, das nicht in allen Belangen dem Namenszusatz „Ultra“ gerecht wird – doch woran liegt das?
Starten wir mit der 200 Megapixel Hauptkamera: Die liefert eine sehr gute Grundschärfe und zeichnet Fotos mit einem eher natürlichen HDR-Effekt aus. Schatten werden nicht künstlich aufgehellt, was den Aufnahmen einen stimmigen Look verleiht – das war ich von Samsung bisher nicht gewohnt. Die leichte Überschärfung ist aber nach wie vor mit von der Partie.
Das neue 50-Megapixel-Ultraweitwinkel bietet ein schön breites Sichtfeld und fängt viel Motiv ein, verliert zu den Rändern hin aber naturgemäß etwas an Schärfe. Zum Einfangen besonderer Blickwinkel ist die Linse aber wirklich brauchbar, auch Nahaufnahmen lassen sich hiermit über den Makro-Modus aufnehmen.
Der größte Kritikpunkt ist die Telekamera mit 3-fach optischem Zoom: Samsung verbaut erneut den winzigen 10-Megapixel-Sensor, der bereits seit mehreren Generationen (seit dem Galaxy S22) zum Einsatz kommt. Bei 3-facher Vergrößerung sind die Bilder zwar solide, fallen im Detail gegen modernere Periskop-Sensoren (wie im Honor Magic V6 mit 4x so großem Sensor) aber deutlich ab. Das fällt spätestens bei der digitalen Vergrößerung ab 10x auf, beim 30-fachen Digitalzoom ist dann Pixelbrei vorprogrammiert.
Bei Dunkelheit überzeugt das Fold 8 Ultra erneut mit einer naturgetreuen Abendstimmung, auch wenn hier und da der gelb-grüne Farbstich (typisch für Samsung) weiterhin vorhanden ist. Gegenüber Honor beim Magic V6 versucht Samsung aber auch hier die Athmosphäre etwas realistischer einzufangen.
Im Videobereich führt das Fold 8 Ultra wiederum das Feld an: Aufnahmen sind in 8K mit 30 fps oder in 4K mit satten 120 fps möglich. Dazu lassen sich Videos im hochwertigen APV-Codec inklusive LOG-Format aufnehmen sowie Special-Modi (z. B. Astro- und Ozeanmodus) über die ExpertRAW-App nutzen.
Die beiden 10-Megapixel-Frontkameras liefern übrigens passable Ergebnisse, für richtig gute Selfies nutzt man aber lieber die Haupt- oder Ultraweitwinkelkamera auf dem Außendisplay.
Leistung: Schnellster Chip nicht ganz so schnell
Unter der Haube arbeitet der extrem leistungsstarke Snapdragon 8 Elite Gen 5 „for Galaxy“, der von wahlweise 12 GB RAM (mit 256 GB Speicher) oder 16 GB RAM (mit 512 GB/1 TB Speicher) flankiert wird. Die Performance im Alltag ist absolut kompromisslos, Ruckler gibt es keine und selbst anspruchsvolle Spiele laufen butterweich.
Allerdings setzt das extrem schlanke Gehäuse der Wärmeableitung unter Dauerlast spürbare Grenzen. Im extremen 3D-Mark-Stresstest sinkt die Leistungsstabilität nach den ersten Durchläufen ab, um einer Überhitzung vorzubeugen. Im normalen Gaming-Alltag bleibt das Gerät jedoch stabil.
In Sachen Konnektivität ist mit Wi-Fi 7, Dual-SIM und Ultra-Wideband (UWB) für digitale Autoschlüssel übrigens alles an Bord, was das Tech-Herz begehrt.
Akku und Laden: Endlich spürbare Upgrades!
Trotz des schmalen Gehäuses integriert Samsung einen 5.000-mAh-Akku mit moderner Silizium-Kohlenstoff-Anode (wurde langsam auch Zeit!). Durch eine gute Software-Optimierung schafft es Samsung sogar, im Benchmark mit dem Honor Magic V6 gleichzuziehen – trotz knapp 30 % weniger Kapazität.
Auf dem Außendisplay erreicht das Fold 8 Ultra eine erst nach über 15 Stunden und 37 Minuten die Marke von 20 % Restakku, auf dem großen Innenbildschirm hält das Smartphone starke 10 Stunden und 59 Minuten durch.
Eine weitere gute Nachricht: Über Kabel lädt das Fold 8 Ultra nun endlich mit bis zu 45 Watt. Damit ist der Akku in 30 Minuten zu rund 70 Prozent gefüllt und nach knapp einer Stunde komplett voll. Kabellos stehen 20 Watt über den universellen Qi-2.2-Standard zur Verfügung. Auf Magnete zum „MagSafe“-Laden müsst ihr aber weiter verzichten.
Software und KI-Features
Das Fold 8 Ultra wird bereits ab Werk mit Android 17 und der hauseigenen Oberfläche One UI 9 ausgeliefert. Samsung garantiert volle 7 Jahre Betriebssystem- und Sicherheits-Updates. One UI besticht durch einen aufgeräumten Look, ein personalisierbares QuickPanel und eine praktische App-Leiste für schnelles Multitasking. Bis zu drei Apps lassen sich zwar zeitgleich auf dem Hauptbildschirm platzieren, wobei die Anordnung im Vergleich zu Honor und Magic OS 10 etwas starr bleibt.
Bei der Galaxy AI sticht das Feature Now Nudge hervor. Das System erkennt Kontext in Nachrichten und schlägt beispielsweise bei Urlaubsnachfragen direkt passende Fotos oder Split-Screen-Ansichten vor. Sehr stark ist zudem die native Einbindung von Quick Share mit AirDrop-Unterstützung für den Dateiaustausch mit Apple-Geräten. Die Desktop-Oberfläche DeX lässt sich außerdem vollkommen kabellos auf externen Monitoren nutzen.
Fazit: Edles Gesamtpaket mit zwei Haken
Das Samsung Galaxy Z Fold 8 Ultra kann am Ende vor allem mit der guten Haptik, den tollen Displays mit hoher Helligkeit und der guten Akkulaufzeit überzeugen. Auch schnelleres Laden gibt es endlich. Positiv fallen zudem die guten Haupt- und Ultraweitwinkelkameras sowie die durchdachten KI-Funktionen auf. Abgerundet wird das Smartphone von cleanem One UI 9 auf Basis von Android 17 inklusive 7 Jahren Android-Updates.
Meinung:Das neue Galaxy Z Fold 8 Ultra macht Spaß im Alltag, ich bleibe aber eher Fan vom kompakteren Fold 8 (Test). Dort vermisse ich zwar eine Telekamera, doch für die lohnt sich das Ultra-Upgrade besonders bei diesem Sensor nicht unbedingt. Damit das faltbare Smartphone wirklich ultimativ wird, braucht es einfach mehr Qualität, gern auch für ein 1 Millimeter dickeres Gehäuse.
Schwächen gibt es hingegen beim alten Telezoomsensor, der aus meiner Sicht nicht in ein Ultra-Smartphone gehört, sowie dem fehlenden S Pen Support – da kann sich überraschenderweise Honor mit dem Magic V6 behaupten (sogar in beiden Aspekten). Ein Dämpfer ist auch die extrem hohe UVP von 2.199 Euro, die ein etwas größeres Loch in den Geldbeutel reißt als bei einem „normalen“ Smartphone (mittlerweile ab 1.900 Euro verfügbar).
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