Das Xiaomi 15 Ultra begleitet mich jetzt schon etwas länger und ich nutze es super gern für Fotos (auch mal als Ersatz für meine Fuji X100V). Doch was hat die Kamera wirklich zu bieten? Und welche Sensoren stecken unter dem riesigen, runden Modul auf der Rückseite? Zusammen mit dem Xiaomi 15 Ultra habe ich Alicante entdeckt und die Leica-Kamera getestet.
Einen ersten Eindruck zum aktuellen Xiaomi-Flaggschiff konnte ich mir bereits im Frühjahr auf dem MWC 2025 in Barcelona verschaffen. Schon damals habe ich mich gefragt: Reden wir hier noch von einem Handy oder ist das eher schon eine Kamera mit Telefonfunktion?! Jedenfalls: Falls ihr eher etwas Kompaktes sucht, solltet ihr euch das Xiaomi 15 ansehen, welches im Test mit einem sehr gelungenen Gesamtpaket überzeugen konnte.
Verfügbar ist das Xiaomi 15 Ultra aktuell ab 1.079,99 Euro. Im Xiaomi-Store gibt es aber auch hin und wieder attraktive Deals. Wer das Kamera-Erlebnis noch erweitern will, kann auch direkt zum Photography Kit mit Schutzhülle, Filter-Ring, Powerbank-Grip und weiterem Zubehör greifen.
Meinung:Das Xiaomi 15 Ultra kommt genau dann zum Einsatz, wenn meine Fuji-Kamera doch mal nicht dabei ist oder ich einen schnellen Schnappschuss mit hoher Qualität einfangen möchte – denn genau dann ist die vielseitige Quad-Kamera ein wunderbarer Begleiter. Mir persönlich gefallen die Bilder sehr gut, nur bei der Selfiequalität sollte Xiaomi noch etwas Hand anlegen .. das geht besser für ein Flaggschiff.
Design: Wuchtig, aber dennoch edel!
Xiaomi bleibt seiner Linie treu – zumindest optisch. Denn beim Xiaomi 15 Ultra setzt der Hersteller wieder auf das bereits vom Xiaomi 13 Ultra und Xiaomi 14 Ultra (Test) bekannte Design: Ein massives Smartphone mit markanter, runder Kameraeinheit auf der Rückseite.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, die optische Evolution ist eher subtil: Kleinere Anpassungen hier und da, aber der ikonische Kamera-Look bleibt unangetastet. Unser Testgerät kommt im klassischen Schwarz daher, alternativ gibt es das 15 Ultra aber auch in Weiß sowie einem schicken Retro-Dual-Tone-Look.
Die Abmessungen sind nahezu identisch zum Vorgänger, das Gewicht bleibt mit rund 225 bis 230 Gramm ebenfalls auf dem gleichen, eher gewichtigen Niveau. Kurz gesagt: ein echtes Brett von Smartphone, aber wer so viel Kamera will, muss das wuchtige Design auch in Kauf nehmen.

Immerhin ist das Gehäuse wieder nach IP68 zertifiziert und damit bestens gegen Staub und Wasser geschützt. Zudem gibt’s beim Anschluss ein kleines, aber feines Upgrade: Der USB-C-Port unterstützt jetzt USB 3.2, was beim Übertragen von großen RAW-Dateien oder 8K-Videos wirklich hilft.
Photography Kit – ein Muss?
Richtig spannend wird’s aber beim neuen Photography Kit „Legend Edition“. Und ja, der Name ist fast schon Understatement. Schon die letztjährige Version fand ich ziemlich sexy, aber Xiaomi hat noch mal ordentlich nachgelegt.
Die überarbeitete Daumenablage verbessert das Handling spürbar, vor allem bei längeren Foto-Sessions oder einfach nur beim Halten des Smartphones. Damit fühlt sich das Xiaomi 15 Ultra tatsächlich noch mehr nach Kamera als Smartphone an. Und auch ein kleines, aber cleveres Detail: Der Auslöseknopf lässt sich nun austauschen – so wie bei richtigen Kameras.
Dazu kommt ein integrierter Zusatzakku mit 2.000 mAh, der im Notfall für ein bisschen Extra-Laufzeit sorgt. Und als wäre das nicht genug, ist nun auch ein 67-mm-Adapterring mit an Bord, mit dem sich Filter direkt auf das Smartphone schrauben lassen.
Leistung & Speicher: Mehr als genug Power!
Im Xiaomi 15 Ultra steckt mit dem Snapdragon 8 Elite einer der aktuell stärksten Chips, vor allem im Android-Bereich. Er taktet mit bis zu 4,32 GHz und liefert Leistung satt, mehr als so mancher Laptop. Auch die neue Adreno 830 GPU sorgt für Top-Werte in Sachen Grafikleistung. Das spiegelt sich nicht nur in den Benchmarks wieder, sowohl im Alltag als auch beim Fotografieren und Filmen sorgt der SoC für eine starke Performance.
Gekühlt wird das Ganze per 3D Dual-Channel IceLoop, was die Performance auch unter Dauerlast stabil hält. Dazu gibt’s 16 GB RAM und wahlweise 512 GB oder 1 TB UFS 4.1 Speicher. Moderne Standards wie eSIM, Wi-Fi 7 und NFC sind selbstverständlich auch mit an Bord.
Kamera
Kommen wir nun zu diesem massiven Plateau auf der Rückseite. Hier stecken gleich vier Kamerasensoren drin, die es wirklich in sich haben. Es bleibt mir ein Rätsel, wie in diesem Gehäuse überhaupt noch Platz für Akku, Lautsprecher und alles andere ist. Im Kern setzt Xiaomi beim 15 Ultra auf die gleiche Kamera-Basis wie beim 14 Ultra, hat aber Feinheiten angepasst.
Leica Quad-Kamera im Überblick:
- 12 mm Ultraweitwinkel: 50 MP, f/2.2, 115° FOV (1/2.76″ Samsung JN5 Sensor)
- 23 mm Hauptsensor: 50 MP, f/1.63, OIS (1″ Sony LYT-900 Sensor)
- 70 mm Telefoto: 50 MP, f/1.8, OIS, min. 10 cm, 3x opt. Zoom (1/2.51″ Sony IMX858 Sensor)
- 100 mm Telefoto: 200 MP, f/2.65, OIS, min. 30 cm, 4,3x opt. Zoom (1/1.4″ Samsung HP9 Sensor)
Dank Leica-Kooperation könnt ihr in zwei Fotostilen fotografieren: Authentic mit natürlichen Farben und Vibrant mit etwas mehr Sättigung. Wer will, kann auch aus diversen Leica-Filtern wählen – mir gefällt da vor allem der Monochrom-Filter sehr. Selfies werden übrigens mit einer 32 Megapixel Frontkamera (f/2.0, 90° FOV) geknipst.
Die nachfolgenden Fotos wurden aus Gründen der Seitengröße und Ladegeschwindigkeit auf max. 600 kb Dateigröße, max. 2.500 px Bildgröße und 125 Pixel/Zoll reduziert.
Eindruck der Fotoqualität
Die Hauptkamera liefert durchweg sehr hochwertige Bilder mit gutem Detailgrad und authentischem Look. Die Belichtung wirkt natürlich, wodurch dunkle Bereiche auch mal dunkel bleiben können – eben wie bei einer richtigen Kamera. Besonders im Leica Authentic-Modus gefallen mir die neutralen Farben, die nicht übertreiben.
„Point and Shoot“ klappt super: Kamera raus, abdrücken, und das Ergebnis passt. Nur gelegentlich sitzt der Fokus nicht ganz dort, wo man ihn gern hätte (z. B. beim Eis-Trio) – hier ist der Schärfebereich schlichtweg zu eng. Der Portrait-Modus ist aber stark und bietet eine gute Kantentrennung. Meiner Meinung nach ist er aber gar nicht nötig, weil die Linse mit ihrer f/1.63 Blende schon ein tolles Bokeh mitbringt.
Telefoto: Starke Zoom-Qualität (auch dank KI!)
Der 2x-Crop-Zoom über die Hauptkamera sieht wirklich sehr ordentlich aus und bringt eine gute Schärfe mit. Aber der 3-fachen Vergrößerung schaltet sich dann die erste der beiden Teleoptiken dazu – und was soll ich sagen: Die 70-mm-Linse ist für mich ein Highlight! Sie überzeugt mit einem schicken Bokeh, knackigen Farben und einer tollen Perspektive. Dank 10 cm Fokusdistanz sehen auch Makros wunderbar aus.
Die 4,3x-Telekamera legt dann nochmal nach und steigert die optischen Zoommöglichkeiten, falls ihr nochmal ein Stück näher rankommen wollt. Dank des vergleichsweise riesigen Sensors ist auch hier die Tiefenunschärfe wirklich stark, was für sehr ansehnliche Ergebnisse sorgt.
Doch selbst bei 10x Zoom bleiben Details sichtbar und die Farben stimmig (Danke an die Katze, die mit aller Ruhe für mich geposed hat). Ab ca. 20x greift dann der AI-Zoom ein, der allerdings überraschend gute Ergebnisse abliefert. Bis 30x Zoom sind die Ergebnisse absolut brauchbar und selbst bei 60x oder 120x sind noch Details erkennbar (natürlich mit gewissen Qualitätseinbußen), die man mit dem Auge kaum sieht.
Gutes Ultraweitwinkel für Landschaften & Architektur
Die Ultraweitwinkellinse habe ich bisher wohl am seltensten genutzt. Das lag aber gar nicht mal an der guten Qualität, die sie mitbringt, sondern einfach, weil ich die Perspektive nicht so gern habe. Dennoch macht sie einen guten Job: Die Farben und der Kontrast sind zur Hauptkamera stimmig, der Detailgrad ist okay und die Verzerrungen an den Rändern sind minimal.
Nachtfotos gelingen gut!
Bei Dunkelheit bleibt der Look angenehm natürlich. Die Kamera belichtet etwas länger als sonst, aber deutlich kürzer als andere Top-Smartphones (offene f/1.63 Blende sei Dank). Die Ergebnisse sind dabei nicht zu künstlich aufgehellt, Farben bleiben erhalten, Bildrauschen ist kaum erkennbar. Auch die Ultraweitwinkel- und Telekameras sind bei Nacht gut nutzbar – bei den Telelinsen braucht’s nur etwas mehr Zeit zum Belichten.
Leica BW: Der Monochrom-Filter
Über Filter lässt sich diskutieren, ich persönlich bin aber ein großer Fan der monochromen Fotografie. Daher habe ich hin und wieder auch mal mit dem Leica BW Filter fotografiert, wodurch teils tolle Kontrastverhältnisse entstehen – insbesondere bei spannenden Lichtverhältnissen oder auffälliger Architektur.
Videos können mit einer ruhigen sowie geschmeidigen Stabilisierung überzeugen. Auch beim Gehen werden stärkere Wackler gut ausbalanciert, hin und wieder sind leichtere Wackler aber nicht ganz vermeidbar. Der Autofokus arbeitet schön flott und stellt nicht zu überhastet scharf, ist aber nicht zu 100 % „on point“. Überrascht hat mich die 3-fache Telekamera, die super für Videos nutzbar ist – auch dank der nahen Fokusdistanz.
Übrigens: Wer gern öfters filmt, sollte mal mit dem Video-Pro-Modus rumspielen – hier lässt sich in 10-bit 4K 60 mit LOG-Format aufnehmen!
Selfies
Die Frontkamera kann mit einer guten Schärfe punkten, neigt aber hier und da zu einer stärkeren Sättigung (insbesondere bei hellen Umgebungen) und leichteren Überschärfung. Zudem wirkt die Haut teilweise weichgezeichnet, wovon ich absolut kein Fan bin. Der Portraiteffekt kann sich hingegen sehen lassen und sorgt für eine präzise Abgrenzung zum Hintergrund.
Display & Software: Großes OLED & HyperOS 2
Eure Fotos & Videos könnt ihr dann auf dem 6,7 Zoll großen OLED-Display mit knackiger QHD+ Auflösung (1.440p), adaptiven 1-120 Hz und bis zu 3.200 nits Helligkeit genießen. Das Display macht einen wirklich guten Eindruck, auch dank der symmetrischen Seitenränder. Geschützt wird die Front dabei von Xiaomis eigenem Shield Glas 2.0, welches zu allen Seiten hin leicht abgerundet ist (aber nur das Glas wohlgemerkt). Zudem ist ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor mit an Bord, der das Smartphone schnell und präzise entsperrt.

Ausgeliefert wird das Xiaomi 15 Ultra mit Android 15 und HyperOS 2. Optisch bleibt vieles beim Alten, aber es gibt spürbare Verbesserungen bei Animationen und UI-Elementen wie der Benachrichtigungsleiste oder dem Kontrollzentrum. Die wichtigsten Funktionen könnt ihr in unserem Tipps & Tricks nachlesen.
Fazit zur Xiaomi 15 Ultra Kamera
Das Xiaomi 15 Ultra ist zweifellos ein Smartphone für Foto-Enthusiasten! Es wird zwar keine richtige Fotokamera ersetzen können, kommt dafür aber verdammt nah dran. Die Tage damit in Alicante haben mich auf jeden Fall sehr begeistert. Mit vier vielseitigen Leica-Optiken, starkem Zoom und natürlicher Farbgebung liefert es beeindruckende Ergebnisse – besonders in Verbindung mit dem Photography Kit.
Dank starker Leistung, tollem Display, großem Speicher und dem hochwertig verarbeiteten, wenn auch wuchtigen Gehäuse, ist das Xiaomi 15 Ultra ein echtes Powerhouse. Wer mit dem Format klarkommt und Wert auf Kameraqualität legt, bekommt hier eines der besten Kamera-Smartphones des Jahres. Verfügbar ab aktuell ab 1.079,99 Euro.
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Das Review macht einen sehr Aussdruckstarken Eindruck von der technischen eigenschaft des Gerätes. Ich habe einige Smartphones getestet und lange genutzt auch Custom Mods aufgespielt. DAs Xiaomi 15 Ultra ist mitunter das beste Smartphone am Markt neben dem Vivo X100 Ultra und Vivo X200 Ultra. Die Akkulaufzeit des Xiaomi 15 Ultra ist mit dem geworbenen Marketingversprechen eines der Besch….. Akkulaufzeiten überhaupt bei Preis / Leistung. Das Smartphone hält KEIN ganzen Tag durch, selbst im Energiesparmodus. Zum Vergleich mein Vivo X100 Ultra kam auf fast 2 Tage Akkulaufzeit. Der Europäer wurde hier betrogen mit einem Akku von 5410 mAh die Asiaten bekommen 6000 mAh verbaut. Im großen und ganzen das Nachsehen für den EMEA Markt. Das sollte man einkalkulieren. Wer das Handy braucht u.a. für Android AUTO und GPS Ortung etc. Spotify, Insta. FB, und co. der wird sich Fragen wie es sein kann das ein solch Teures, Innovatives Smartphone eine so unglaublich schlechte Akkulaufzeit hat. Weiterhin bei 100 Aufladungen die bei mit in knapp 60 Tagen Erreicht wurden also 2 Monaten.. sind Akkuzustand nur noch 99%. Bei meinem Vivo X100 Ultra mit ebenfalls gleicher Kamera und mehr Settings sind nach 1 Jahr 98% Restkapazität lt. Software. Echt Lächerlich Xiaomi.
Hey Ben, danke für deine Eindrücke und Erfahrungen, insbesondere zum Thema Akkulaufzeit. Bei mir sieht das tatsächlich vollkommen anders aus: Ich habe das Xiaomi 15 Ultra jetzt seit einigen Wochen als Daily Driver im Einsatz, daher auch auf Messen und Events dabei, und bin sehr zufrieden. Klar, es könnte angesichts der 5.400 mAh noch etwas länger durchhalten, ich komme aber problemlos durch einen Tag bei starker Nutzung. Dass Unternehmen aktuell bewusst "kleinere" Akkus verbauen als in China liegt an den teureren Lagerkosten in Europa - das dürfte sich aber bald ändern. Viele Grüße, Leonardo