Ein echter Gegner für Galaxy S26 und iPhone 17 Pro? Das kompakte Xiaomi 17 vereint Leica-Kameratechnik und rekordverdächtige Akkulaufzeit in einem handlichen Gehäuse. Warum das neue Flaggschiff eines der spannendsten Kompakt-Smartphones des Jahres ist, klärt der Testbericht.
Was kostet das Xiaomi 17?
Xiaomi positioniert das 17er-Modell als Kompakt-Spezialisten mit Premium-Ausstattung. Wer handliche Maße sucht, aber nicht auf Flaggschiff-Zutaten wie rasantes Laden und die Leica-Kamera verzichten will, soll hier fündig werden. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 999 Euro für 12 + 256 GB und 1.099 Euro für 12 + 512 GB greift das Basis-Modell des Xiaomi 17 selbstbewusst nach der Premiumklasse.
Das ist zwar ein deutlicher Aufpreis gegenüber dem Grauimport, der teilweise schon für knapp 600 Euro über die virtuelle Ladentheke geht, dafür gibt es nun aber volle Garantie sowie eine globale Software mit eSIM-Support und deutscher Sprache. Typisch für den Smartphone-Markt rauschen die Straßenpreise ohnehin schon wenige Wochen nach dem Verkaufsstart in angenehmere Gefilde: Erste Händler listen das Gerät bereits für rund 870 Euro. Bei Amazon gibt es die 512 GB Variante schon ab 939 Euro (160€ günstiger).
In dieses Preisfenster fallen alternativ etwa das Samsung Galaxy S26 (ab 819 Euro), Googles Pixel 10 Pro (ab 769 Euro) oder iPhone 17 (ab 899 Euro). Erwähnenswert sind ebenso neue China-Konkurrenten wie das Oppo Find X9 (ab 899 Euro) und Vivo X300 (ab 819 Euro).
Überzeugt das Xiaomi 17? #pro&contra

Pro
- sehr ausdauernder Akku & schnelles Laden
- tolle Kameras mit Leica-Look
- Top-Prozessor & viel Speicher
- sehr helles OLED-Display
- handliches Format
- mit IP68 gegen Wasser geschützt
- langer Software-Support
Contra
- etwas weniger Leistung als größere Top-Smartphones
- vorinstallierte Bloatware-Apps
- Ultraweitwinkelkamera enttäuscht
- kein magnetisches Qi2-Laden
Design: Premium-Gefühl ohne Wow-Effekt
Unser grünes Testgerät wirkt dank mattem Glasrücken (geschützt durch Dragon Crystal Glass) und einem sauber entgrateten Aluminiumrahmen überaus erwachsen. Im Vergleich zu manch verspieltem Mittelklasse-Gerät gibt sich das Xiaomi 17 optisch sehr zurückhaltend.
Auf Höhe des Kameramoduls glänzt die Rückseite dezent. Persönlich wirkt das Design auf mich wie eine Kopie des iPhone 15 Pro, nur eben mit vier statt drei Kameraringen – das ist nichts Schlechtes, aber auch nicht kreativ seitens Xiaomi. Neben der dunkelgrünen Variante gibt es das Smartphone alternativ noch in Schwarz, Hellblau und Rosa.
Mit Abmessungen von 151,1 × 71,8 × 8,0 Millimetern ist das Xiaomi 17 zwar nicht rekordverdächtig dünn, liegt aber hervorragend in der Hand. Die 191 Gramm wirken in der Hand wunderbar ausgewogen; weder zu leicht, noch zu schwer und weniger kopflastig als mein privates iPhone 15 Pro.
Das Wichtigste für viele Nutzer: Xiaomi spendiert dem Flaggschiff eine IP68-Zertifizierung. Pool-Fotos oder Regenschauer sind also kein Problem, auch wenn die Garantie (wie in der Branche üblich) Flüssigkeitsschäden trotzdem nicht abdeckt. Netterweise ist ab Werk eine Schutzfolie angebracht. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt das etwas klapprige, mitgelieferte Hartplastik-Case.
Display: Helligkeit auf Rekordniveau?
Auf kompakten 6,3 Zoll entfaltet das LTPO-AMOLED-Display eine feine Auflösung von 2.656 × 1.220 Pixeln (464 ppi) und unterstützt eine dynamische Bildrate bis 120 Hertz. Dies deckt sich mit den Eckdaten ähnlich großer Smartphone-Alternativen. Positiv anzumerken sind hier die dünnen Bildschirmränder, die sogar leicht schmaler ausfallen als bei Apples iPhone 17 Pro.
Xiaomi nennt unglaubliche 3.500 Nits als Peak-Helligkeit, lediglich das Vivo X300 hat in dieser Größenklasse eine höhere Angabe von maximal 4.500 Nits. Unsere Messungen bestätigen über 1.070 Nits bei vollflächigem Weiß (100 % APL) und punktuell sogar über 2.685 Nits bei 10 % Weißanteil. Das ist nicht nur genug, um Instagram-Reels selbst im gleißenden Mittagslicht problemlos abzulesen, sondern schlägt auch Konkurrenten wie das Pixel 10 Pro deutlich.
Die farbtreue „Originalfarbe“ wirkt angenehm neutral, wer mehr Sättigung bevorzugt, wählt die Einstellung „Lebendig“. Eine HDR-Lizenz für Netflix (HDR10+) ist an Bord, ebenso Dolby Vision für kompatible Clips. Das 12-Bit-Panel soll 68 Milliarden Farbabstufungen darstellen können und brilliert hier auf ganzer Linie. Das Glas reagiert sogar mit feuchten Fingern oder dünnen Handschuhen zuverlässig.
Der flache Bildschirm beherbergt zudem einen flinken Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Er entsperrt das Telefon zuverlässiger und flotter als die alten optischen Scanner und lässt das Display im Dunkeln nicht unangenehm hell aufleuchten.
Leistung: Elite-Chip mit Hitze-Limit
Herzstück des Xiaomi 17 ist Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5, der aktuell wohl schnellste Smartphone-Chip im Markt. Den Benchmark-Ergebnissen zufolge scheint der Chip im kompakten Gehäuse aber nicht seine volle Leistung ausspielen zu können. Größere Smartphones mit dem SoC erzielten höhere Leistungswerte, können die Wärme aber auch einfach besser verteilen.
Wichtiger als synthetische Benchmarks ist jedoch die Langzeitperformance. In aufwendigen 3D-Spielen liefert das Smartphone hohe Bildraten bei maximalen Grafikdetails. Unser 3DMark-Stresstest (Wild Life Extreme) zeigt jedoch erneut die thermischen Grenzen des kompakten Gehäuses auf: Der Test endet mit einer Stabilität von rund 63 Prozent. Das System drosselt die Leistung, bevor der Rahmen unangenehm heiß wird.
Im Alltag merkt man von diesem Throttling allerdings überhaupt nichts. Dank üppigem 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und enorm schnellen UFS-4.1-Speicher fliegt man förmlich durchs System. Hinsichtlich Konnektivität fährt Xiaomi mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und eSIM-Support (zusätzlich zum physischen Nano-SIM-Slot) das volle Oberklasse-Programm auf. Einzig der fehlende UWB-Support lässt sich hierbei bemängeln. Dies ist relevant für Smart Tracker und den schlüssellosen Zugang zu Fahrzeugen.
Software: HyperOS 3
HyperOS 3 auf Basis von Android 16 ist die beste Xiaomi-Oberfläche bisher: Animationen wirken rund, das System läuft absolut flüssig. Es empfiehlt sich, die Animationsgeschwindigkeit in den Startbildschirm-Einstellungen zu erhöhen. Dank der globalen Version entfallen sämtliche Import-Krankheiten: Google-Dienste, Android Auto und Widevine L1 (für HD-Streaming) funktionieren ab Werk tadellos.
Anzumerken sind auch die KI-Funktionen: KI-Schreiben fasst Texte intelligent zusammen, der KI-Radierer in der Galerie löscht störende Personen aus dem Hintergrund, und Gemini agiert nach einem langen Druck auf die Power-Taste als potenter Sprachassistent. Im KI-App-Boost-Menü befinden sich weitere Features wie ein Offline-Übersetzer, Anruf-Dolmetscher und mehr.
Die vorinstallierte Bloatware hält sich halbwegs in Grenzen und lässt sich restlos deinstallieren. Dennoch gilt es zu kritisieren, dass bei einem Gerät dieser Preisklasse überhaupt Bloatware und Werbung ab Werk vorhanden sind. Zudem wären weitere KI-Assistant-Optionen neben Gemini wünschenswert, etwa Perplexity wie beim Galaxy S26.
Xiaomi garantiert für das 17er-Modell fünf große Android-Versions-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches (also bis 2032). Das ist durch und durch ordentlich und für die meisten Nutzer ausreichend, reicht aber nicht ganz an die Branchenspitze von Google, Samsung und Honor (sieben Jahre) heran. Zudem rollt Xiaomi Sicherheitspatches erfahrungsgemäß nicht allzu pünktlich aus. Zum Testzeitpunkt Mitte März war der Patch von Anfang Januar der aktuellste.
Akku: Kleiner als in China, dennoch sehr ausdauernd!
Kommen wir zum spannendsten Punkt, denn hier gibt es einen entscheidenden Unterschied zur China-Version: Statt der wuchtigen 7.000 mAh verbaut Xiaomi im globalen Modell einen 6.330 mAh großen Silizium-Kohlenstoff-Akku. Wer nun Angst vor einer kurzen Laufzeit hat, darf aber aufatmen.
Im PCMark-Laufzeittest (300 Nits, adaptive Bildrate, WLAN+GPS an) hält das Gerät knapp 19 Stunden durch und landet weit vorn in unserer Vergleichstabelle. Das zeigte sich auch im Alltag: Im täglichen Gebrauch hatte ich nie Sorgen, dass der Akku vor Tagesende knapp wird. Meist waren sogar zwei Tage Nutzung am Stück problemlos möglich – und das ist durchaus beeindruckend für ein kompaktes Smartphone!
Mit bis zu 100 Watt kabelgebunden füllt sich der Akku in etwa 40 Minuten von 0 auf 100 Prozent komplett auf, ein entsprechendes Netzteil liegt jedoch nicht bei. Glücklicherweise lädt das Xiaomi 17 auch an Drittanbieter-Netzteilen ebenso flott auf (mit entsprechender Leistung und Power Delivery Standard). Ebenso rastant geht es kabellos mit maximal 50 Watt voran. Schade ist lediglich, dass Xiaomi weiterhin auf einen magnetischen Qi2-Standard verzichtet (wie bis auf Google mit PixelSnap aktuell so ziemlich jeder Android-Hersteller).
Kameras: Leica-Setup mit starkem Telemakro
Xiaomi hat erneut intensiv mit Leica kooperiert: Das Setup auf der Rückseite besteht aus einer 50-MP-Hauptkamera (Light Fusion 950, f/1.67, OIS), einer 50-MP-Ultraweitwinkelkamera (102° FOV) und einem 50-MP-Teleobjektiv (2,6-fach optisch, OIS). Auf der Front sitzt eine gute 50-MP-Kamera mit Autofokus.

Einschätzung der Bildqualität
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera exzellente, detailreiche Fotos und eine sehr natürliche Tiefenwirkung. Während des Fotografierens kann man kurzerhand zwischen dem charakteristischen Leica-Authentic-Look (gefällt mir sehr) und dem für meinen Geschmack zu extremen Leica Vibrant wechseln. Nachtaufnahmen sind in Ordnung, sehen angesichts der Preisklasse aber nicht bahnbrechend aus.
Der Star ist für mich das Teleobjektiv seiner 60 mm Brennweite und 10 cm Fokusdistanz: Tolle Perspektive, hoher Detailgrad und perfekt für Nahaufnahmen. Zudem entstehen damit im Leica-Portraitmodus Aufnahmen mit einem unheimlich weichen, cremigen Bokeh. Bis etwa zu einer 5-fachen Vergrößerung liefert der Zoom scharfe Ergebnisse, darüber hinaus bricht die Detailtreue allerdings sichtbar ein. Hier greift dann, bis zum maximalen 60x Zoom, ein AI-Upscaling unter die Arme, das teilweise für sehr brauchbare Fotos sorgt.
Die Ultraweitwinkelkamera fällt im Vergleich zur Haupt- und Telekamera deutlich ab, zeichnet die Ecken etwas weicher und verliert in der Dämmerung deutlich Details. Hier hatte ich dann doch etwas mehr Qualität erwartet. Auch bei Nacht glänzt der Sensor nicht gerade mit einer Top-Qualität.
Videos nimmt das Flaggschiff gut stabilisiert in bis zu 4K60 auf. Schade ist jedoch, dass trotz vieler praktischer Video-Pro-Funktionen mit Leica-Look nur in 1080p30 gefilmt werden kann. Woran das liegt, konnten uns weder Leica noch Xiaomi erklären (wir haben es als Wunsch jedoch bereits angemerkt).
Überrascht hat mich hingegen die Frontkamera: Selfies gelingen knackscharf und mit ausgewogener Dynamik – auch dank Autofokus!
Fazit zum Xiaomi 17
Das Xiaomi 17 ist ein echtes Premium-Paket: Für unter 1.000 Euro (mit 512 GB ab 939 Euro) liefert der Hersteller ein Smartphone, das bei der Ausstattung kaum Wünsche offenlässt. Mit extrem hellem OLED-Display, rasantem Laden und der guten Leica-Kamera schlägt es Konkurrenten wie das Pixel 10 Pro in nahezu allen Aspekten deutlich. Besonders beeindruckt bin ich vom riesigen Akku, der trotz kompakten Maßen für eine sehr lange Laufzeit sorgt.
Etwas Lust nach oben gibt es jedoch noch: Unter anhaltender Last drosselt das kompakte Smartphone seine Leistung, mir fehlt ein magnetischer Ladestandard, und in puncto Software haben Samsung und Google weiterhin die Nase vorn. Auch die Qualität der Ultraweitwinkelkamera ist angesichts der starken Kamera-Bewerbung ernüchternd.
Dass der Akku für den europäischen Markt leicht geschrumpft ist, fällt dank der immensen Effizienz im Alltag zwar kaum auf, bleibt aber ein fader Beigeschmack – hier scheinen die EU-Regularien zu Transport & Lagerung großer Akkuzellen wohl noch zu kostspielig zu sein. Wer jedoch ein kompaktes Oberklassegerät sucht, findet im Xiaomi 17 derzeit eines der spannendsten und ausdauerndsten Handys auf dem deutschen Markt.
Gegenüber dem Galaxy S26 (Test) bringt das Xiaomi 17 nicht nur eine deutlich längere Laufzeit mit, sondern auch die bessere Qualität für Haupt- und Telekamera. Das Samsung hingegen punktet mit einem längeren Support und der besseren Software.
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