Eine Sache nervt doch so richtig: Den E-Scooter mit in die Bahn nehmen? Ist nicht .. der Akku könnte ja brennen! Ein E-Bike oder normales Rad mitnehmen? Geht schon, dafür müsst ihr aber extra latzen .. und zur Rush-Hour könnt es auch schnell mal eng werden. Wenn euch das auch betrifft, könnte dieses Klapprad hier aber die Lösung sein: Super kompakt, nicht mal 13 Kilogramm schwer und mit dem tragbaren Akku im Handumdrehen in ein smartes E-Bike verwandelt. Doch wie fährt sich das Lemmo Zero im Alltag? Und gibt es einen Haken?
Ich hab die letzten fünf Jahre einen leichten E-Scooter für meinen Arbeitsweg genutzt, der lässt immerhin in der S-Bahn mitnehmen .. war so langsam aber am Ende seiner Lebenszeit angekommen. Tja, und die neuesten Scooter-Modelle sind oft weit über 20 Kilo schwer – das trägt doch kein Mensch mehr freiwillig jeden Tag die Bahnhofstreppen rauf und runter.
Also mal fix ins Netz gegangen, kurz recherchiert und zufällig auf das Lemmo Zero gestoßen. Kurzerhand also ein Test-Rad angefragt, jetzt steht die Kiste hier und ich konnte schon einige Kilometer damit sammeln. Also, was hat mir gut gefallen? Und wo sehe ich noch Luft nach oben?
Kurz zur Einordnung: Aktuell bekommt ihr das Lemmo Zero dank Rabattaktion ab 1.490 Euro, dann allerdings die Variante ohne Akku. Wer sich die E-Unterstützung wünscht, nimmt das Modell mit SmartPac Air – verfügbar ab 1.990 Euro (500 Euro günstiger als die UVP). Darüber hinaus gibt es noch eine kostenlose 60 Tage Fahrradversicherung, mehr Infos dazu hier.
Überzeugt das Lemmo Zero? #pro&contra
Pro
- Extrem leichtes Gewicht (unter 13 kg)
- agiles Fahrverhalten
- lässt sich super kompakt zusammenklappen (daher kostenlos im ÖPNV)
- flexibel nutzbar: Mit und ohne Akku (SmartPac Air)
- kaum Motorwiderstand auch ohne E-Antrieb
- praktischer „Travel“-Modus zum Schieben
- gute App-Anbindung + Handy-Halterung
- Tracking über 4G und GPS
Contra
- Akku nicht abschließbar
- Gewichtsverlagerung gefaltet mit Akku
- keine App-Navigation
- keine Alarmanlage oder Diebstahlsicherung
Design: Dank Kohlefaser sehr, sehr leicht
Das Design ist Lemmo meiner Meinung nach auf jeden Fall gelungen: Richtig clean, leicht futuristisch mit diesem zweifarbigen Look, und dazu sind auch die Kabel kaum sichtbar – für ein Klapprad ist das schon gut gemacht, denn das lässt sich hier zwecks der Flexibilität nicht vollständig vermeiden.
Der Großteil des Rahmens ist aus Kohlefaser gefertigt, daher bringt das Rad gerade mal 10,5 Kilo auf die Waage. Doch selbst mit angebrachtem Akku kommt das Zero auf nicht mal 13 Kilo, das ist schon wirklich sehr leicht. Damit lässt es sich dann auch sehr angenehm die Bahnhofstreppe hochtragen.

Die Verarbeitung kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Final zusammengebaut wird das Rad übrigens in Europa, dazu gibt es bis zu 5 Jahre Garantie. Aber Moment mal, wie war das jetzt mit dem Akku .. mit, oder ohne!?
Lemmo hat sich gedacht: Warum nicht beides! Denn ihr könnt das Zero entweder als „normales Rad“ kaufen (und auch fahren) oder mit dem Akku auch eine Elektro-Unterstützung erhalten. Möglich wird das durch das SmartPac Air – zu dem komme ich gleich noch.
YouTube-Video: Dieses E-Bike wiegt das nichts!
Faltmechanismus: Im Handumdrehen gefaltet & wieder aufgebaut
In der Bahn ist das Zero durch den 3-fach Faltmechanismus mit magnetischer Verriegelung im Handumdrehen zusammengefaltet und wieder aufgebaut. Anfangs braucht es dafür zwar noch etwas Übung, doch irgendwann hat man den Dreh – wortwörtlich – raus und kann das Rad in unter 10 Sekunden einsatzbereit machen. Das sorgte in der Bahn des Öfteren für staunende Gesichter!
Fünf Sticker, jeweils für beide Prozesse, sind an den passenden Stellen angebracht. Ansonsten hat Lemmo auch ein Video-Tutorial parat, das euch beim Auspacken eh schon mit dem großen QR-Code ins Auge springt.
Beeindruckt bin ich vor allem, wie smart Lemmo den zur Verfügung stehenden Platz nutzt. Also zum Beispiel, dass das Hinterrad durch eine Klappe im Rahmen durch schaut und der Lenker magnetisch fixiert wird. Wenn ihr beim Zusammenfalten den Lenker aber einfach ausgeklappt lasst, könnt ihr das Lemmo Zero ganz entspannt wie einen Einkaufswagen durch den Bahnhof schieben. Wer es noch kompakter braucht, kann die Sattelstange auch komplett herausnehmen und sie quer mitten in den gefalteten Rahmen stecken.
Das SmartPac verlagert den Schwerpunkt des Rades allerdings spürbar, sodass es gefaltet nicht immer sicher von alleine steht .. und auch gern mal umkippt. Die Gummibeläge der kleinen Transporträder sind mir zudem hin und wieder mal abgesprungen, das passiert aber nur wenn ihr die Räder seitlich über den Boden schiebt. Habt beim Auf- und Abbau aber dennoch eine Auge darauf.
Beim erstmaligen Auspacken nach Anlieferung gibt es übrigens nicht viel aufzubauen, das Rad kommt nahezu fahrbereit aus der Box. Was noch fehlt sind lediglich die Rad-Reflektoren, die aber mitgeliefert und fix eingeklipst werden. Dazu sind Front- und Hecklicht auch mit dabei, beide übrigens per USB-C aufladbar – auch über das SmartPac Air!
SmartPac Air: Das Herz des Lemmo Zero
Das SmartPac Air ist nicht einfach nur der Akku des Rades, sondern lässt sich mit USB-A und USB-C auch als Powerbank für unterwegs nutzen. Bis zu 100 Watt geben beide zusammen aus, das reicht auch mal für ein Notebook. Und wenn ihr dann weiter düsen wollt: Einfach das SmartPac vorne am Lenker einsetzen und das Kabel an der Lenkstange einstöpseln.

Mit 159 Wattstunden Kapazität kann euch der Akku dann realistisch bis zu 40 Kilometer unterstützen, was bei mir wunderbar für eine Woche Pendeln ausgereicht hat. Zum Laden könnt ihr ihn dann auch einfach wieder abnehmen. Nur Abschließen lässt er sich leider nicht, das ist schon etwas doof, wenn man mit dem Rad nach der Arbeit noch kurz zum Einkaufen fahren will.
Aber ein Fun Fact: Da die Kapazität der Lithium-Eisenphosphat-Zellen unter der kritischen Grenze von 160 Wh liegt, darf der Akku offiziell als Handgepäck mit ins Flugzeug genommen werden. So könnt ihr das Rad dann auch in den Urlaub mitnehmen. gefaltet passt es sogar in einen Koffer.
Das Zero ist übrigens mit 16 Zoll bereift, bringt eine 5-Gang-Kettenschaltung mit und kommt durch zwei Scheibenbremsen wieder zum Stehen. Der Elektromotor sitzt dabei im Frontrad und leistet trotz seiner kompakten Größe ordentliche 30 Newtonmeter Drehmoment. Über einen Pedal-Power-Sensor, der Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Leistung erfasst, regelt das Rad dann die entsprechende Elektro-Unterstützung. Aber, wie fährt sich das Rad denn nun?
Erfahrungen aus dem Pendler-Alltag
Im Alltag merkt man schnell, dass sich das Lemmo Zero vor allem in der Stadt extrem wohl fühlt – und dafür ist es ja auch primär gedacht. Das Fahren auf Straßen und Radwegen ist daher super angenehm, selbst kleinere Bordsteine, Bodenwellen oder ein Schlagloch hier und da schluckt das Rad gut weg. Wenn es doch mal etwas bergauf geht, zieht euch der Motor leichte Steigungen absolut souverän hoch.
Durch die kleinen, schmalen Räder ist das Handling im Vergleich zu einem normalen Rad natürlich erst mal etwas anders. Das ist auf den ersten Kilometern vielleicht ein bisschen ungewohnt, doch damit fährt sich das Rad im Stadtverkehr unfassbar agil und wendig. Bei mir kommt da direkt ein bisschen Go-Kart-Feeling auf!
Die Reifen bieten dabei einen guten Grip, sodass man auch auf unebenen Wegen oder mal einer Schotterpiste im Park sicher unterwegs ist. Echtes Offroad-Gelände solltet ihr dem Bike aber lieber nicht zumuten .. auch, weil das ohne Federung dann doch etwas unangenehmer werden könnte.
Der Motor selbst setzt dank des Pedal-Sensors angenehm sanft ein, ohne dass es euch ruckartig nach vorne reißt. Wobei, im ersten Gang und mit höchster Leistungsstufe gewinnt ihr den Ampelstart auf alle Fälle! Doch falls euch auf halber Strecke mal der Saft ausgehen sollte, keine Angst: Das Lemmo Zero lässt sich auch ohne E-Unterstützung wie ein ganz normales Klapprad fahren, weil der Motor im ausgeschalteten Zustand so gut wie keinen Widerstand erzeugt. Falls ihr mal eine Runde mit nem Zero drehen wollt: Es gibt einige Radgeschäfte, die Probefahrten anbieten.
Sehr bequem finde ich auch den verbauten Sattel, der einen guten Mix aus weichem Material und sportlichem Sitz mitbringt. Mit meinen 1,96 m Körpergröße bin ich aber tatsächlich einen Tick zu groß, da Lemmo das Zero bis zu einer Größe von 1,95 Metern empfiehlt – das war beim Radeln jetzt aber kein großes Problem für mich.
Was ich mir hingegen noch gewünscht hätte: Schutzbleche! Die bietet Lemmo sogar optional an, sind aber aktuell nicht verfügbar .. und mit 150 Euro auch nicht ganz günstig (auch wenn sie aus Kohlefaser bestehen).
Lemmo-App: Handy einklemmen, los geht die „Tour“
Etwas suboptimal finde ich allerdings, dass der Knopf für die Unterstützungsstufe unten am Lenker beim SmartPac-Anschluss platziert wurde .. da bin ich während der Fahrt nicht ganz so gut rangekommen. Alternativ lässt sich dafür aber auch die Lemmo-App nutzen, für die ihr euer Handy in die vormontierte Halterung packen könnt. Und auch wenn die vielleicht nicht so aussieht: Sie hält das Smartphone wirklich sehr gut fest!

Über Bluetooth, 4G LTE und GPS trackt das Bike dabei seinen Standort nicht nur in Echtzeit, es kann auch die Daten des Pedalsensors anzeigen. So habt ihr dann einen passenden Fahrten-Bildschirm inklusive Geschwindigkeitsanzeige (aber nur, wenn ihr auch eine Tour startet). Dann ist auch eine Karte sichtbar, eine Navigation ist da aber leider nicht möglich – es wäre toll, wenn Lemmo das noch hinzufügen könne. Aber halb so wild, die App lässt sich gut im Splitscreen nutzen: Unten die Fahrdaten, oben die Google Maps Route.
In der App können sich Rad und SmartPac übrigens auch die neueste Software ziehen. Darüber hinaus gibt es auch einen Shop für Zubehör, für Ersatzteile müsst ihr euch vermutlich mit dem Kundenservice in Verbindung setzen. Und damit euer Handy beim Fahren nicht leer geht, könnt ihr es einfach über den USB-C-Port am Lenker oder das SmartPac mit Strom versorgen.
Mein Fazit zum Lemmo Zero
Das Lemmo Zero hat meinen täglichen Arbeitsweg und das Pendeln mit der Bahn .. naja, vollkommen umgekrempelt! Mir gefällt das Rad wirklich gut, weil es zeigt, wie die letzte Meile aussehen kann, ohne sich dabei mit einem schweren E-Bike oder einem klobigen E-Scooter Einen abschleppen muss.
Das clean designte Klapprad ist dank Kohlefaser-Rahmen extrem leicht und lässt sich mit etwas Übung in wenigen Sekunden sehr kompakt zusammenfalten. Im Alltag punktet das Rad mit einem extrem agilen Fahrgefühl, einem smooth einsetzenden Motor mit genug Leistung und einer guten App, die mit dem Smartphone in der Lenkerhalterung zum praktischen Fahrten-Dashboard wird.
Smart gemacht finde ich das SmartPac Air, das den Akku nicht nur für den Motor bereitstellt, sondern gleichzeitig als fette Powerbank für euer Notebook dienen kann .. und wegen seiner Kapazität sogar offiziell mit ins Flugzeug darf. Es wäre aber schön gewesen, wenn ich den Akku abschließen könnte. Auch eine integrierte Alarmanlage ist nicht mit an Bord und Schutzbleche kosten extra.
Mit aktuell 1.990 Euro dank Rabattaktion finde ich das Lemmo Zero aber wiederum sehr fair bepreist. Dafür bekommt ihr ein sehr kompaktes, leichtes Rad, das wie ich finde gut aussieht und euch die letzte Meile komfortabel überbrücken lässt. Wer auf den Akku verzichten kann, zahlt aktuell 1.490 Euro – ja, da gibt es noch günstigere Optionen, hier bezahlt ihr halt für das leichte und vor allem schicke Design etwas mehr.
Die häuftigsten Fragen zum Lemmo Zero #faq
Wie schwer ist das Lemmo Zero?
Ohne Akku wiegt das Klapprad gerade einmal 10,8 kg. Selbst als E-Bike inklusive „Smartpac Air“-Akku bringt es nur 12,5 kg (bzw. je nach Ausstattung bis zu 13,1 kg) auf die Waage. Ermöglicht wird das durch einen innovativen, ultraleichten Rahmen aus Kohlefaser (Carbon).
Wie kompakt lässt sich das Lemmo Zero zusammenfalten?
Dank des 3-fach-Faltmechanismus mit magnetischer Verriegelung schrumpft das Rad auf kompakte 59 cm (Höhe) x 51,5 cm (Länge) x 25 cm (Breite). Damit passt das Lemmo Zero problemlos in einen standardmäßigen 28-Zoll-Reisekoffer und in den Kofferraum eines Kleinwagens. Und vielleicht viel wichtiger: Ihr dürft es kostenlos im ÖPNV mitnehmen.
Wie hoch ist die Reichweite des Lemmo Zero im Alltag?
Da der Akku kompakt und flugtauglich gebaut ist, fällt die Kapazität mit 159 Wh kleiner aus als bei großen City-E-Bikes. In der Praxis und je nach gewählter Unterstützungsstufe liegt die realistische Reichweite bei 30 bis 40 Kilometern. Das ist perfekt für urbane Pendler, aber nicht für lange Tagestouren gedacht.
Brauche ich für das Lemmo Zero zwingend ein Smartphone?
Nein, die grundlegenden Funktionen (wie das Ein- und Ausschalten oder das Wechseln der Unterstützungsstufen) lassen sich über Tasten direkt am Lenker erledigen. Für das volle Potenzial ist die Lemmo-App jedoch sehr praktisch: Sie dient dank integriertem GPS, 4G-Mobilfunk und Bluetooth als digitaler Tacho, Navigationsbildschirm und Diebstahlschutz.
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