Der Samsung Odyssey G3 ist ein günstiger Gaming-Monitor mit Full-HD-Auflösung und 144 Hertz. Kann er genauso überzeugen wie die teureren Odyssey-Monitore? Wir haben das 27-Zoll-Modell getestet und schildern euch die Stärken und Schwächen.

Übersicht

Seitdem Samsung im Sommer 2020 die ersten Curved-Monitore mit 1000R-Krümmung auf den Markt gebracht hat, wurde die Odyssey-Serie deutlich erweitert. Ende 2020 stellte der Hersteller den Odyssey G3 in 24 und 27 Zoll als Einsteigermodell vor. Mitte 2021 kam außerdem noch der Odyssey G3A in selbigen Größen hinzu. Grundlegend ähneln sich der ursprüngliche G3 und der G3A, jedoch bietet ersteres Modell ein höheres Kontrastverhältnis sowie etwas mehr Ergonomie. Im Gegensatz zum Odyssey G9 (Test), Odyssey G7 (Test) und Odyssey G5 ist das Einsteigermodell nicht gekrümmt.

Die unverbindliche Preisempfehlung für den 27-Zoll-Monitor liegt bei 339 Euro. Zum Testzeitpunkt sind mehrere Versionen im Umlauf, die aber technisch identisch sind: F27G33TFWU, F27G34TFWU und F27G35TFWU. Je nach Version beträgt der Preis inzwischen circa 200 bis 230 Euro*. Für 175 Euro ist hingegen die 24-Zoll-Variante erhältlich.

Damit landet der Odyssey G3 im durchschnittlichen Preisbereich des entsprechenden Monitorsegments. Alternativen mit Full-HD, 27 Zoll und mindestens 144 Hertz kosten etwa 200 bis 250 Euro. Teilweise bieten Monitore zu diesen Preisen bereits 240 Hertz, eine höhere Helligkeit und es gibt auch ein paar Curved-Modelle.

Nennenswerte Konkurrenz stammt sogar aus dem eigenen Haus, denn der Samsung C27RG54FQR übertrumpft für unter 250 Euro* den Odyssey G3 mit einem helleren 240-Hertz-Bildschirm. Ob das Einsteigermodell von Samsungs Gaming-Monitorserie aus der Masse herausstechen kann, erläutern wir nachfolgend.

Lieferumfang

  • Monitor
  • Netzteil
  • DisplayPort-Kabel
  • Bedienungsanleitungs-CD
  • Garantiebestimmungen

Design, Ergonomie und Anschlüsse

Optisch unterscheidet sich der Monitor von den anderen Odyssey-Modellen, denn es gibt weder das serientypische Core-Design auf der Rückseite noch sonstige Beleuchtung. Hinten weist der Odyssey G3 zwar durchaus einige Gaming-Akzente auf, allerdings bleibt er im Vergleich zu anderen Gaming-Monitoren relativ zurückhaltend. Von vorne betrachtet könnte der G3 auch als Bürobildschirm durchgehen. Lediglich an der rechten Seite lässt sich eine Halterung für Headsets herausziehen. Dem neueren Odyssey G3A hat Samsung wiederum das Core-Design spendiert.

Hinsichtlich der Ergonomie kann der Samsung-Monitor punkten. Er ist um 13 Zentimeter in der Höhe verstellbar und lässt sich mit Leichtigkeit um 30 Grad nach links sowie rechts schwenken. Zudem kann der Monitor mit und entgegen dem Uhrzeigersinn um 90 Grad gedreht werden, um ihn bei Bedarf im Hochformat zu nutzen (Pivot). Nach vorne ist er um fünf Grad neigbar und nach hinten um 20 Grad.

Die Anschlüsse auf der Rückseite sind nach unten gerichtet und frei zugänglich. Für die Stromversorgung gibt es eine Hohlsteckerbuchse, da das Modell ein externes Netzteil aufweist. Des Weiteren bietet der Odyssey G3 DisplayPort 1.2, HDMI 2.0, VGA und einen Klinkenanschluss. Die Verwendung des VGA-Anschlusses ist für Gaming jedoch nicht zu empfehlen, da über diesen höchstens Full-HD mit 60 Hertz ausgegeben werden kann. Leider muss Monitor ohne USB-Hub auskommen, was sich in dieser Preisklasse jedoch verschmerzen lässt.

Eigenschaften und Bildqualität

Samsung verbaut ein 27 Zoll großes VA-Panel mit matter Beschichtung. Quantum Dots sind dem G7 und G9 vorbehalten. Der Monitor löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf, bietet also ein 16:9-Seitenverhältnis und eine Pixeldichte von 81 Pixeln pro Zoll. Die Full-HD-Auflösung ist angesichts der Bildschirmgröße nicht mehr wirklich zeitgemäß, für die Einsteigerklasse aber immer noch angemessen. Schwächere Rechner hätten ohnehin Probleme, hohe Bildraten in WQHD zu stemmen. Text sieht bei dieser Pixeldichte bereits leicht unscharf aus, aber in Spielen fällt dies weniger auf.

Bis zu 144 Hertz schafft der Bildschirm, also 144 Aktualisierungen pro Sekunde. Auf der Produktseite wird er lediglich mit AMD FreeSync Premium beworben, aber dank Adaptive Sync ist der G3 ebenfalls kompatibel mit Nvidia G-Sync. Die Reaktionszeit wird mit einer Millisekunde angegeben, nur handelt es sich dabei um den MPRT-Wert. Einen Wert für die wichtigere Grau-zu-Grau-Latenz nennt der Hersteller nicht.

Messen konnten wir die Reaktionszeiten nicht, jedoch hinterließ der Monitor im UFO-Test und im Gaming-Einsatz keinen sonderlich guten Eindruck. Die schnell bewegten UFOs zogen starke Schlieren hinter sich her und wirkten generell verschwommen. Von Reaktionszeiten um die vier Millisekunden oder geringer scheint der Samsung Odyssey G3 weit entfernt zu sein.

Selbst für ein VA-Panel ist die Bewegungsunschärfe überdurchschnittlich hoch. Overdrive schafft etwas Abhilfe, aber auch dann werden bewegte Objekte nicht so klar angezeigt, wie man es sich von einem Gaming-Monitor mit 144 Hertz wünscht. In kompetetiven Spielen wie CS:GO fiel die Schlierenbildung störend auf.

Dem Datenblatt zufolge bietet der Odyssey G3 eine typische Helligkeit von 250 Nits – ein durchschnittlicher Wert in der Einsteigerklasse. Wir haben durchschnittlich 264 Nits und maximal 296 Nits bei unserem Testmodell gemessen. Unterschritten wurde die Herstellerangabe lediglich im unteren Bereich links und rechts (243/230 Nits). Dort wich die Maximalhelligkeit im Vergleich zur Bildschirmmitte um 17 beziehungsweise 22 Prozent ab.

Das Kontrastverhältnis von 4.000:1 ist überdurchschnittlich, denn die IPS-Konkurrenz bietet nur 1.000:1 und die meisten VA-Konkurrenten werden mit 3.000:1 beworben. Informationen zur Farbraumabdeckung liegen leider nicht vor. Einen sRGB-Modus gibt es beim G3 ohnehin nicht.

Stromverbrauch und Bedienung

Der typische Verbrauch im eingeschalteten Zustand beträgt laut Herstellerangabe 25 Watt. Samsungs Gaming-Monitor fällt in die Energieeffizienzklasse K, also in die vorletzte. Seitdem im März 2021 ein neuer Index für die Energieeffizienz eingeführt wurde, belegen Bildschirme ohnehin nur noch die unteren Klassen. Bei voller Helligkeit haben wir eine Leistungsaufnahme von 27,5 Watt gemessen, bei Helligkeitsstufe 50 von 100 waren es 20,7 Watt.

Bedienen lässt sich der Odyssey G3 über fünf Tasten auf der Rückseite. Die Power-Taste ist leicht hervorgehoben, beim Navigieren im On-Screen-Display haben wir sie aber trotzdem zuweilen ungewollt erwischt. Das Einstellungsmenü ist übersichtlich und bietet hauptsächlich Standardfunktionen. Zu den wenigen Extras zählt die Möglichkeit, eines von drei verschiedenen Fadenkreuzen in Grün oder Rot anzuzeigen. Ansonsten ist das OSD spartanisch gehalten und die Navigation geht recht hakelig vonstatten.

Fazit

Der Samsung Odyssey G3 kann im Test leider nicht überzeugen. Die Ausstattung ist angesichts der Preisklasse bestenfalls durchschnittlich und vor allem die Reaktionszeiten enttäuschen. In diesem Punkt hätten wir mehr von einem aktuellen Gaming-Monitor mit 144 Hertz erwartet. Lobenswert ist hingegen die gute Ergonomie und die Helligkeit liegt nennenswert über der Herstellerangabe. Insgesamt würden wir eher zu einem anderen Monitor raten, etwa zu einem älteren Samsung C27RG54FQR* oder dem kaum teureren Odyssey G5*.

Pro

  • gute Helligkeitswerte
  • hohe Ergonomie
  • FreeSync und G-Sync Compatible
  • kontrastreiches VA-Panel

Contra

  • spürbar hohe Reaktionszeiten
  • spartanische Ausstattung (Funktionen, Anschlüsse)
  • „nur“ 144 Hertz
  • niedrige Pixeldichte

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