Mit dem ROG Strix OLED XG32UCWG bringt Asus den weltweit ersten WOLED-Gaming-Monitor mit 4K, 32 Zoll und neuer TrueBlack-Glossy-Oberfläche auf den Markt. Dazu gesellen sich ein praktischer Dual-Mode für bis zu 330 Hertz, viele Burn-in-Schutzfunktionen und ein erfreulich kompakter Standfuß. Doch wie schlägt sich der Monitor in der Praxis?
Preis & Verfügbarkeit
Der XG32UCWG kommt mit einer UVP von 1.049 Euro in den Handel und ist damit deutlich günstiger als beispielsweise der PG32UCDM (hier im Test), welcher letztes Jahr im Sommer für 1.499 Euro UVP an den Start ging – dann allerdings mit entspiegeltem 240 Hz 4K QD-OLED- statt semi-glossy WOLED-Panel mit Dual Mode (doch dazu gleich mehr Eindrücke).
Aus den eigenen Reihen gibt es noch andere 32-Zoll-OLEDs mit 4K. Hier sticht vor allem das Schwestermodell XG32UCWMG mit ihrer höheren Taktung und wahlweise 240Hz bei 4K oder 480Hz bei Full-HD hervor – verfügbar ab 1.259 Euro aktuell. Der PG32UCDP hat ebenso ein WOLED-Panel mit Dual-Mode mit 240/480 Hertz, ist allerdings klassisch “glossy”.
Zum Testzeitpunkt (Ende Juli 2025) gibt es 4K-OLED-Monitore mit 32 Zoll und 165 Hertz anderer Hersteller jedoch schon ab 710 Euro, 240-Hertz-Modelle sind ab rund 810 Euro erhältlich. Wer also nicht explizit das neue TrueBlack-Glossy-Coating benötigt, kann beim OLED-Kauf noch etwas sparen.
TrueBlack Glossy: Sattes OLED-Schwarz mit weniger Reflexionen
Ein zentrales Highlight des XG32UCWG ist die TrueBlack-Glossy-Beschichtung. Laut Asus soll die neue Oberfläche Reflexionen um bis zu 38 Prozent reduzieren, ohne dabei den charakteristischen OLED-Schwarzwert zu beeinträchtigen. Tatsächlich wirkt das Panel subjektiv etwas weniger spiegelnd als typische QD-OLEDs, die gegenüber klassischen WOLEDs bereits reflexionsärmer sind.

Gleichzeitig bleibt der brillante Kontrast erhalten, während QD-OLED bei starkem Umgebungslicht einen violett schimmernden Grauschleier aufweist. Wer in hellen Umgebungen spielt oder arbeitet, könnte hiervon deutlich profitieren – eine klare Verbesserung gegenüber herkömmlichen Glossy-Beschichtungen.
Bei genauer Betrachtung fällt auch beim Asus-Monitor ganz leicht ein Violettstich auf, wenngleich weitaus schwächer als bei QD-OLED. Das neue TrueBlack-Glossy-Coating vereint die Vorteile beider Welten und reflektiert weitaus weniger als glossy WOLED, während das satte OLED-Schwarz erhalten bleibt und nicht wie bei QD-OLED gräulich wirkt.
Design & Ergonomie: Endlich ein kompakter Standfuß
Optisch zeigt sich der XG32UCWG schlichter als viele ältere ROG-Modelle, was primär dem Wegfall des Dreibein-Standfußes und des integrierten Projektors zu verdanken ist – das spart Platz auf dem Schreibtisch. Dennoch bringt der Monitor eine zufriedenstellende Ergonomie mit.
Er lässt sich um 20 Grad nach hinten und um 5 Grad nach vorn neigen, um 15 Grad in beide Richtungen schwenken und um 8 Zentimeter in der Höhe verstellen. Dank VESA-Kompatibilität (100 × 100 mm) ist auch eine Wandmontage möglich. Ein entsprechender Adapter liegt im Lieferumfang bei.

Druch die Verwendung der OLED-Technologie beeindruckt der Monitor durch ein vergleichsweise sehr schlankes Profil. Der Kühlkörper auf der Rückseite wirkt dabei nicht größer als bei Vorgängern und kommt weiterhin mit einer dezenten RGB-Beleuchtung in Pixeloptik daher (ab Werk unbeleuchtet).
Anschlüsse
Ein Auto-KVM-Switch erlaubt das einfache Umschalten zwischen zwei verbundenen Systemen. Leider bleibt die Power Delivery am USB-C-Port mit 15 Watt recht schwach, auch DisplayPort 2.1 fehlt – für 4K @ 165 Hz ist also zwingend DSC (Display Stream Compression) erforderlich. Leider hat selbst das 240-Hertz-Schwestermodell nur DisplayPort 1.4, während andere Konkurrenten bereits auf den neueren Standard mit mehr Bandbreite setzen.
Bildqualität: OLED-typisch erstklassig
Das 32-Zoll-WOLED-Panel (MLA+) liefert knackscharfes 4K UHD bei bis zu 165 Hz oder alternativ Full-HD mit 330 Hz im Dual-Modus. Dank blitzschneller Reaktionszeit und perfektem Schwarzwert zeigt der Monitor gewohnt exzellente OLED-Eigenschaften – ein Augenschmauß zum Zocken!
Starke HDR-Helligkeit, ausbaufähige Vollbildhelligkeit
Die HDR-Wiedergabe erreicht laut Hersteller bis zu 1.300 Nits Peak-Helligkeit, wobei dies erfahrungsgemäß nur bei sehr kleinen HDR-Spots erreichbar ist. Die Vollbildhelligkeit liegt jedoch typischerweise deutlich darunter und erreicht hier maximal 250 Nits. Bei einem HDR-Weißfeld mit zehnprozentiger Bildschirmfläche erzielte der Monitor bis zu 687 Nits, im Modus DisplayHDR True Black waren es 415 Nits.
Wer sich beim Multitasking an der schwankenden Helligkeit stört, kann in den Monitoreinstellungen eine gleichmäßige Helligkeit aktivieren – die wahrgenommene Helligkeit sinkt dadurch allerdings.

Farben erscheinen OLED-typisch lebendig, wobei WOLEDs mit ihrer WRGB-Subpixelstruktur tendenziell sauberer bei der Textdarstellung wirken als QD-OLEDs. Asus hat diesbezüglich die Funktion Clear Pixel Edge integriert, welche die Textqualität bei genauem Hinsehen tatsächlich noch ein kleines bisschen verbessert. Im Alltag fällt kein auffälliges Fringing auf, auch Blickwinkelstabilität und Kontraste liegen auf Top-Niveau.
Asus wirbt mit einer Farbgenauigkeit von Delta-E <2, was unsere Messungen bestätigen. Im sRGBCal-Modus schaffte das Panel durchschnittlich Delta-E 1,6 und maximal Delta-E 3. Die Farbräume sRGB und DCI-P3 werden in ihren respektiven Modi nahezu vollständig abgedeckt. Für die Farbmessungen kam Portrait Displays‘ Calman Calibration Software zum Einsatz.
Dual-Mode: Smooth oder Ultrasmooth?
Im sogenannten Dual-Modus – Asus nennt es in den Einstellungen Frame Rate Boost – lässt sich die Auflösung auf Full-HD senken, wodurch sich die maximale Bildwiederholrate auf 330 Hz verdoppelt. Das ist ideal für kompetitive Spiele wie Valorant oder CS2, wo eine höhere Bildrate wichtiger als eine höhere Auflösung ist.
Zusätzlich bietet der Monitor auch eine Option, die sichtbare Bildschirmgröße auf 27 oder 24,5 Zoll zu simulieren. Natürlich wird VRR (Adaptive Sync) unterstützt, auch Konsolen profitieren dank HDMI 2.1 von 120 Hz und VRR-Support.
Bedienung & Stromverbrauch
Das 240-Watt-Netzteil ist zwar extern, fällt aber angesichts der Leistung flach aus. Laut Hersteller liegt der typische Verbrauch in SDR bei 44 bis 60 Watt. In der Praxis schwankt dies natürlich stark und ist abhängig von den Bildinhalten. Während im Arbeitsalltag das Messgerät meist zwischen 30 und 40 Watt anzeigte, fiel die Leistungsaufnahme in unserem Standard-Test deutlich höher aus und pendelte je nach Vollbildfarbe zwischen 79 und 123 Watt – gemessen wurde bei voller SDR-Helligkeit in 4K/165Hz.

Burn-in-Schutz & Garantie
Der ROG Strix OLED XG32UCWG bietet zahlreiche Schutzmechanismen gegen OLED-Burn-in: Pixel-Shift, Logo-Dimming, automatische Refresh-Zyklen sowie einen Neo-Proximity-Sensor. Letzterer dimmt das Bild bei Abwesenheit des Nutzers automatisch herunter. In den Einstellungen könnt ihr, wie gewohnt über den Joystick auf der Rückseite, sogar eine Entfernung einstellen, mit welcher der Sensor arbeitet. Asus gewährt zudem eine dreijährige Garantie, die Burn-in ausdrücklich mit abdeckt.
Fazit
Asus liefert mit dem XG32UCWG einen rundum gelungenen 4K-Gaming-Monitor mit OLED-Technik, kompaktem Design und praktischen Funktionen wie Dual-Mode, Burn-in-Schutz sowie KVM-Switch. Die TrueBlack-Glossy-Beschichtung ist ein echtes Highlight und sorgt in helleren Umgebungen für bessere Sicht mit weniger Reflexionen. Bei dunklen Umgebungen gibt es hingegen keine merklichen Unterschiede zu vergleichbaren OLEDs.
Ein paar Kompromisse wie DisplayPort 1.4 statt 2.1 und die schwache PD-Leistung von 15 Watt trüben das Bild leicht, doch insgesamt ist der XG32UCWG ein spannender Kandidat für alle, die auf 32 Zoll OLED setzen wollen. Preislich hält er sich mit 1.049 Euro UVP noch im Rahmen, doch wem das neue Coating nicht wichtig ist, bekommt bei anderen Marken ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 11.08.2025
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