Der ROG Swift OLED PG27AQWP-W ist einer der extremsten 27-Zoll-Monitore auf dem Markt. Neben Dual-Mode mit 540 Hertz in WQHD oder 720 Hertz in HD verspricht das Tandem-OLED-Display mehr Helligkeit und Langlebigkeit als beim WOLED-Vorgänger. Auch optisch macht der luxuriöse Gaming-Monitor von Asus mit silbernem Design sowie transparenter Rückseite viel her. Für wen sich der Bildschirm lohnt, zeigt der Test.
Asus hat den PG27AQWP-W zur Gamescom 2025 enthüllt und ihn im Dezember für 1.199 Euro UVP veröffentlicht. Im Handel ist der Monitor zum Testzeitpunkt ab 1.049 Euro erhältlich, etwa bei MediaMarkt oder Amazon. Damit positioniert sich das Modell im obersten Preissegment der 27-Zoll-OLEDs. Kann er sich dennoch behaupten?
Kurz-Fazit zum ROG PG27AQWP-W
Design & Ergonomie: ROG-Look in Silber
Statt des sonst üblichen schwarz-roten ROG-Looks setzt Asus beim PG27AQWP-W auf ein silberfarbenes Gehäuse mit metallischen Standbeinen und blauen LED-Akzenten. Ein Highlight ist die teiltransparente Rückwand, die euch an einer Stelle tatsächlich bis auf die Platine blicken lässt, während ansonsten eine schwarze Abdeckung mit Designelementen zu sehen ist.
Das Ergebnis erinnert stilistisch an die durchsichtigen Rückseiten mancher Nothing-Produkte und sorgt für eine angenehme Abwechslung in einem Marktsegment, das sich sonst meist auf schwarze Kunststoffgehäuse beschränkt – auch wenn man so einen Monitor nicht allzu häufig von hinten betrachtet.
Farblich abgerundet wird der Auftritt durch eine RGB-Beleuchtung in Form des ROG-Logos auf der Rückseite. Insgesamt ist das Design gelungen und es dürfte sich um einen der wohl auffälligsten Asus-Monitore jemals handeln.
Ergonomisch zeigt sich der ausladende Standfuß gewohnt flexibel:
- Höhenverstellung: 110 mm
- Pivot: ±90°
- Schwenken: ±30°
- Neigen: +20°/-5°
- VESA-Kompatibilität: 100 × 100 mm
Die Verarbeitung wirkt hochwertig, das Kabelmanagement durch den Standfuß ordentlich gelöst. Auch beim Gewicht (7 kg) und den Abmessungen bleibt der Monitor mit rund 60,56 × 54,79 × 27,35 cm im für 26,5-Zoll-Displays üblichen Rahmen. Angesichts der Bildschirmgröße benötigt der Dreibein-Standfuß allerdings viel Platz – hier fallen Konkurrenzmodelle meist kompakter aus.
Ein Neo-Proximity-Sensor im vorderen Logo erkennt die Anwesenheit des Nutzers und dimmt das Bild bei Abwesenheit automatisch herunter, was zusätzlich vor Einbrennen („burn-in“) schützt. Abermals dabei ist ein Logoprojektor mit Wechsel-Schablonen, sowie ein Stativgewinde auf der Rückseite für Zubehör, etwa ein Ringlicht oder Mikrofon.
Anschlüsse: Kein USB-C!?
Bei der Konnektivität setzt Asus auf den aktuellen DisplayPort-2.1a-Standard mit UHBR20-Bandbreite (80 Gbit/s), was für die hohen Bildwiederholraten im Dual-Mode auch nötig ist. Was spürbar fehlt, ist USB-C mit Power Delivery. Ebenfalls ein KVM-Switch wird nicht geboten – Funktionen, die Konkurrenten und Alternativen aus den eigenen Reihen längst bieten.
Für reine Desktop-Setups spielt das eine untergeordnete Rolle, im hybriden Notebook-Arbeitsalltag ist es aber ein negativer Punkt zu diesem Preis. Immerhin drei USB-A-Ports und ein entsprechender USB-Upstream sind integriert, dazu kommen eine Klinke für Kopfhörer und Lautsprecher.
Bildqualität: Tandem-OLED mit TrueBlack Glossy
Das verbaute Tandem-WOLED-Panel der vierten Generation soll laut LG 15 Prozent höhere Spitzenhelligkeit, 25 Prozent größeres Farbvolumen und 60 Prozent längere Lebensdauer gegenüber der Vorgängergeneration bieten. Wir konnten maximal 1.428 Nits in HDR messen.
Bei Vollbildweiß erreicht das Modell 350 Nits, was für einen OLED-Monitor verhältnismäßig viel ist. Darüber hinaus fällt die HDR-Helligkeit bei 10 Prozent Weißanteil mit bis zu 770 Nits erstaunlich gut aus. Im HDR-Modus DisplayHDR True Black 500 ist die Helligkeit auf maximal 540 Nits limitiert.

Asus gibt 99,5 Prozent DCI-P3- und 135 Prozent sRGB-Farbraumabdeckung an. Damit spielt der PG27AQWP-W auf Augenhöhe mit den besten OLED-Monitoren am Markt. Die sRGB-Farbgenauigkeit des Testmusters wird mit einem exzellenten Delta-E-Durchschnitt von 0,71 ausgewiesen. Dies gilt im entsprechenden sRGBCal-Modus, denn ab Werk zeigt er OLED-typisch unlimitiert ein breites Farbspektrum an, wodurch Farben übersättigt wirken.
Die Vorteile von OLED kommen in diesem Fall besonders durch die glänzende Beschichtung „True Black Glossy“ zur Geltung. Sie reduziert Umgebungsreflexionen wesentlich, während zugleich tiefe Schwarztöne selbst bei hellem Umgebungslicht erhalten bleiben. Bilder wirken somit schärfer und satter trotz weniger Spiegelungen. Wohlgemerkt bietet der ROG XG27AQDMG Gen 2 diese Beschichtung schon für 419 Euro.
Dual-Mode: 540 oder 720 Hz!
Im Dual-Mode lässt sich die Bildwiederholrate kurzerhand von 540 auf 720 Hertz steigern, wodurch sich jedoch die native WQHD-Auflösung (2.560 × 1.440) auf HD (1.280 × 720) reduziert. Der Modus ist also technisch kein Bonus obendrauf, sondern erkauft sich die höhere Framerate mit spürbar weniger Bildschärfe.
Der 720-Hz-Modus richtet sich fast ausschließlich an kompetitive E-Sport-Spieler in Titeln wie Valorant, CS2 oder Overwatch, bei denen jede Millisekunde Bildaufbau und so wenig Bewegungsunschärfe wie möglich zählt. Um solch hohe Bildraten auch nur annähernd zu erreichen, muss man die Grafikdetails selbst mit einem High-End-System ohnehin auf Niedrig stellen.

Für alle anderen Anwendungsfälle, vom Singleplayer-Adventure bis zum alltäglichen Windows-Betrieb, ist die native WQHD-Auflösung mit 540 Hertz die sinnvollere Wahl. Denn die Bildschärfe bleibt erhalten und die Bildwiederholrate liegt ohnehin bereits so hoch, dass der Unterschied zu 720 Hertz für die Mehrheit kaum noch wahrnehmbar ist.
Wer also nicht explizit kompetitiv unterwegs ist, wird vom Dual-Mode in der Praxis kaum profitieren und kann getrost im nativen WQHD-Modus mit mehr als ausreichenden 540 Hertz bleiben. Es bleibt dennoch festzuhalten, dass Asus mit diesem Panel ein Rekordhalter für die höchste Bildwiederhole aller derzeit erhältlichen WQHD-Monitore ist.
Burn-in-Schutz & Garantie
Gegen das für OLEDs typische Einbrennen setzt Asus auf ein Bündel an Schutzmechanismen: Pixel-Shift, Logo-Dimming, automatische Panel-Refresh-Zyklen sowie den bereits erwähnten Neo-Proximity-Sensor. Abgerundet wird das Schutzpaket durch eine dreijährige Herstellergarantie, die explizit auch Panel-Einbrennen abdeckt. Zudem sei nochmals erwähnt, dass Panel-Hersteller LG eine höhere Lebensdauer bei dieser Tandem-OLED-Generation bewirbt.
Bedienung & Stromverbrauch
Das OSD wird gewohnt per Fünf-Wege-Joystick hinter dem Frontlogo gesteuert und bietet Zugriff auf die umfangreichen Bildmodi, GamePlus-Overlays und Schutzfunktionen. Über die Asus-eigene Software (DisplayWidget) lassen sich Bildparameter und RGB-Effekte komfortabel via Maus vom PC aus anpassen.

Nahezu alle erdenklichen Funktionen eines guten Gaming-OLED-Monitors sind an Bord: belegbare Hotkey-Taste, zusätzliche Textqualitätsverbesserung, Seitenverhältnis-Steuerung mit 24,5-Zoll-Modus, mehrstufiger Anti-Flimmer-Modus, einheitliche Helligkeit, dynamisches Fadenkreuz und Bildprofil sowie viele weitere.
Laut Herstellerangabe liegt der typische Stromverbrauch unter 55 Watt. Bei normaler Desktop- und Browser-Nutzung schwankte die Leistungsaufnahme mit voller Helligkeit zwischen 40 und 50 Watt, maximal wurden 68 Watt verbraucht. Insgesamt wenig überraschende Werte angesichts der hohen Helligkeit und Bildwiederholrate. Das Netzteil ist trotz des transparenten Monitor-Designs integriert, was einerseits einen externen Klotz erspart, allerdings einen Austausch bei einem Defekt nahezu unmöglich macht.
Fazit
Der Asus ROG Swift OLED PG27AQWP-W überzeugt mit außergewöhnlicher Spitzenhelligkeit, exzellenten OLED-Eigenschaften und einer extremen Bildwiederholrate. Dabei bleibt der 720-Hertz-Modus ein Nischen-Feature für ambitionierte E-Sportler, während für die meisten Nutzer der native WQHD-Modus mit 540 Hertz bessere Wahl darstellt. Optisch hebt sich der Monitor mit seinem weißen, teiltransparenten Gehäuse willkommen vom sonst allgegenwärtigen schwarzen Gaming-Look ab.
Nachteile sind die sehr niedrige HD-Auflösung im 720-Hertz-Modus und der hohe Preis von derzeit über 1.000 Euro, vor allem gegenüber dem fast identischen LG-Gegenstück. Manche dürften ebenso einen USB-C-Anschluss oder einen KVM-Switch vermissen.
Trotzdem handelt es sich letztlich um den derzeit wohl besten 27-Zoll-Gaming-Monitor mit WQHD. Features wie TrueBlack Glossy und der Annäherungssensor sind gern gesehene Extras. Wem schon 500 Hertz reichen, kann mit einem anderen OLED-Modell jedoch viel Geld sparen. Das aktuell beste UHD-Modell dieser Größe kostet mit RGB-Tandem-OLED und praktischerem 4K240/FHD480-Dual-Mode allerdings kaum mehr.
Konkurrenz & Alternativen?
Es gibt in dieser Klasse einige günstige QD-OLEDs mit WQHD und 500 Hertz ab circa 539 Euro, aber nur drei weitere Modelle mit gleichem Tandem-OLED-Panel samt Dual-Mode:
- Sony Inzone M10S II (ab 1.349 Euro)
- LG UltraGear 27GX790B (ab 749 Euro)
- und die schwarz-goldene ROG-Jubiläums-Edition des PG27AQWP (ab 1.290 Euro)
Gerade der hohe Preisunterschied zum LG-Pendant dürfte für Interessenten relevant sein. Bis auf die TrueBlack-Glossy-Beschichtung bei Asus sind beide Monitore auf dem Papier nahezu identisch. Wer den Dual-Mode mit 540/720 Hz nicht unbedingt benötigt, findet günstigere WQHD-OLEDs mit 240 Hz bereits unter 450 Euro, etwa den kürzlich getesteten ROG Strix OLED XG27AQDMG Gen 2.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 07.08.2026
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