Der Noctua NH-D15 war eine Legende und hat in der Hardware-Szene große Fußstapfen hinterlassen. Das wusste auch Noctua, denn der Hersteller hat sich für den Nachfolger rund zehn (!) Jahre Zeit gelassen. Nach diversen Verzögerungen kam der Noctua NH-D15 G2 schließlich 2024 auf den Markt, worauf Ende 2025 der chromax.black im schwarzen Gewand folgte. Und genau diesen CPU-Kühler haben wir für euch getestet.
Derzeit wechselt der Noctua NH-D15 G2 chromax.black für rund 160 Euro den Besitzer, womit der Luftkühler teurer ist als so manche Wasserkühlung. Noctua bietet den Kühler diesmal ausschließlich in einer Version mit moderat gewölbter Kontaktfläche an und verzichtet auf die LBC- und HBC-Varianten, die speziell für AM5 und LGA1700 ausgelegt sind.
Zum Lieferumfang gehören eine Tube Wärmeleitpaste samt Aufbringhilfe, ein Reinigungstuch, ein passender Schraubendreher sowie ein Noctua Sticker.

Unser Testfazit:
Design: Endlich in Schwarz
Wer an Noctua denkt, muss direkt an das ikonische Braun denken. Doch sind wir mal ehrlich: Die Farbe ist weder besonders schön noch passt sie zu modernen Gaming-Systemen. Mit der chromax.black-Version wird der NH-D15 G2 in ein schickes Schwarz gehüllt, womit der Kühler deutlich schlichter wirkt. Ein Design-Statement ist der Kühler allerdings nicht – Noctua verzichtet hier auf jeglichen Schnickschnack und stellt die nackte Kühlkonstruktion zur Schau.

Der NH-D15 Gen 2 misst 152 x 150 x 168 Millimeter und ist damit ein absolutes Monstrum. Auch das Gewicht ist mit 1.525 Gramm eine Ansage – dagegen wirkt selbst ein be quiet! Dark Rock Elite „kompakt“. Aufgrund der Größe solltet ihr vor dem Einbau checken, ob euer Gehäuse überhaupt genügend Platz für den Kühler bietet. Falls ihr die Lüfter höher platzieren müsst (etwa beim Einsatz hoher RAM-Riegel), könnte es schnell eng werden.
Im Kern handelt es sich beim Noctua-Kühler jedoch um einen klassischen Dual-Tower-Kühler. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Kühlfläche um 20 Prozent vergrößert – trotz geringerer Gesamttiefe. Der Kühlkörper wird von insgesamt acht 6-Millimeter-Heatpipes durchzogen, die in eine Kupfer-Bodenplatte münden. Diese ist vernickelt, sodass auch Flüssigmetall als Wärmeleiter genutzt werden kann.

Lüfter: Noctua NF-A14x25r G2 PWM chromax.black
Auf der Kühlkonstruktion sitzen zwei Lüfter: die hauseigene Noctua NF-A14x25r G2 PWM chromax.black, die mit bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute drehen. Im Vergleich zum Vorgänger NF-A15 wurde der bekannte Rundrahmen beibehalten, der Laufradspalt konnte jedoch auf 0,7 Millimeter reduziert werden.
Dazu kommen weitere Optimierungen wie verbesserte Rotorblätter, eine SupraTorque-Funktion für konstante Drehzahlen sowie ein Drehzahl-Offset. Die Drehzahl beider Lüfter weicht leicht voneinander ab, sodass im Push-Pull-Betrieb keine störenden Interferenzeffekte (z. B. pulsierende Vibrationen und periodisches Brummen) auftreten.
Montage
Der Noctua NH-D15 G2 ist mit den Sockeln AM5, AM4, LGA 1851, 1700, 1200 und 115x kompatibel. Der Hersteller setzt in allen Fällen auf ein relativ ähnliches Montagesystem, bei dem der Kühler auf zwei Montagebrücken montiert wird. Es gibt jedoch eine Besonderheit: Ihr könnt frei entscheiden, wie der Kühlkörper ausgerichtet sein soll. Wir haben uns beispielsweise für eine klassische Montage entschieden, bei welcher die Lüfter in Richtung Gehäuserückseite (Auslass) zeigen.
Da wir allerdings hohe RAM-Riegel nutzen, mussten wir den äußeren Lüfter des Kühlers leicht nach oben versetzen. Das Ergebnis: Der RAM passt, das Gehäuseseitenteil jedoch nicht mehr. Also: Lüfter raus, RAM gegen flachere Module getauscht und Seitenteil draufgesetzt. In unserem Testlabor ist das problemlos machbar, in einem regulären Anwenderszenario würde das jedoch eher für Frust sorgen. Checkt also vor dem Kauf unbedingt, ob der Kühler mitsamt versetztem Lüfter in euer System passt. Falls der G2 um 90 Grad gedreht verbaut wird, stellt der RAM wiederum kein Problem dar.
Praxis: Luftkühler auf Wasserkühlungs-Niveau
Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird die Raumtemperatur während des Tests über eine Klimaanlage bei 21 °C gehalten. Nach einer rund 20-minütigen Aufwärmphase startet die eigentliche Belastungsprobe. Hierfür wird die CPU mittels Prime95 (Small FFT-Test) unter Last gesetzt.
Anschließend werden die Temperaturen in einem Zeitraum von 30 Minuten bei fixierten 1.000 RPM-Lüfterdrehzahl und maximaler Lüfterdrehzahl gemessen. Letztlich wird dann der Median aus den Werten gebildet. Abschließend wird der jeweilige Maximalwert ausgewertet. Zum Auslesen der Temperaturwerte verwendeten wir HWInfo.

Doch ist Noctua weiterhin die Messlatte für Luftkühler? Kurz gesagt: Ja! Bei 1.000 RPM wurde der Prozessor etwa 67 °C warm. Sobald die Lüfter voll aufdrehen dürfen, arbeiten die Kerne bei 62 °C. Der Noctua NH-D15 G2 kühlt in beiden Szenarien genauso gut wie eine 360er-Wasserkühlung. Eine MSI MPG Coreliquid P13, eine be quiet! Silent Loop 3 oder eine Arctic Liquid Freezer III Pro erreichen ein ähnliches Niveau.
Auch in Sachen Lautstärke macht Noctua eine extrem gute Figur: Bei 1.000 U/min ist der G2 nahezu unhörbar, womit er sich perfekt für Silent-Builds eignet. Bei voller Drehzahl werden die Lüfter zwar wahrnehmbar, ähnlich leistungsstarke Wasserkühlungen sind in diesem Bereich jedoch meist deutlich lauter.
Fazit
Noctua zeigt mit dem NH-D15 G2 chromax.black, warum der Hersteller seit Jahren als Referenz im Bereich Luftkühlung gilt. Der überarbeitete Dual-Tower überzeugt mit einer sehr leisen Akustik und beeindruckender Kühlleistung. Optisch kann der Kühler mit einem eher schlichten Design punkten, einen Schönheitswettbewerb gewinnt die nackte Konstruktion allerdings nicht – wobei das ist auch Geschmackssache. Zumindest gefällt mir die schwarze Version deutlich besser als der G2 im klassischen Noctua-Braun.
Eigentlich gibt es nur einen Kritikpunkt: Mit einem Preis von 160 Euro ist der G2 teurer als die meisten Luft-Konkurrenten und sogar teurer als viele Wasserkühlungen. Wer das Beste aus klassischer Luftkühlung herausholen will und vom Preis nicht abgeschreckt wird, kann hier bedenkenlos zugreifen.
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