Test: Arlo Pro 2 Sicherheitssystem

Die dritte Generation erhält ein Upgrade mit Lithium-Ionen-Akkus & Full HD-Sensor 13 Min. lesen
Smart Home arlo  / Nils Waldmann
Arlo Pro 2

Mit der Arlo-Sicherheitskameraserie scheint der Hersteller Netgear den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Die Idee, einfach konfigurierbare Kameras ohne lästige Verkabelung anzubieten, kommt im Markt an. So wundert es nicht, dass mit der Arlo Pro 2 nun bereits die dritte Generation der Arlo-Kamera in den Läden steht.

Überblick

Netgear entwickelt und vertreibt unter dem Markennamen Arlo seine Überwachungskamera-Serie für den Smart Home-Einsatz. Die Produkte richten sich vornehmlich an Anwender, die ihre eigenen Wände rund um die Uhr im Blick haben wollen, aber nicht bereit sind, Netzwerkkabel quer durch das Haus zu verlegen. Stattdessen ist Arlo in einfachen Worten als ein geschlossene WLAN-Überwachungskamerasystem zu beschreiben, welches in der ersten Version mit Batterien und in der aktuellen Variante mit Akkus betrieben wird. Damit entfällt jeglicher Zwang, die Kamera per Kabel anschließen zu müssen und der Nutzer ist völlig frei in der Positionierung des Gerätes.

Arlo Pro 2 Kamera - Basisstation mit KamerasArlo Pro 2 Set mit zwei Kameras und Basisstation.

Die bereits von uns getestete Arlo-Kamera markierte die erste Version des Produktes. Angeschlossen hat sich die Arlo Pro, welche bereits auf einen wiederaufladbaren Lithium-Akku setzte. Die nun brandneue Arlo Pro 2 bringt weitere Verbesserungen mit sich, die wir im Folgenden näher betrachten wollen. Für unseren Test liegt uns ein Kit mit zwei Arlo Pro 2 Kameras vor.

Lieferumfang

  • 2x Arlo Pro 2 Kamera inkl. Akkus
  • 1x Basisstation ink. Netzteil und Ethernetkabel
  • 2x Montagematerial
  • 1x USB-Kabel
  • 1x Dokumentation

Eigenschaften

Das Gehäuse der Kamera unterscheidet sich auch in der dritten Generation kaum von der ersten Arlo-Kamera. Das dürfte Anwendern der älteren Modelle gefallen, so kann die magnetische Montagevorrichtung der ersten Arlo-Generation auch beim aktuellen Modell verwendet werden.

Die Spannungsversorgung wird im Vergleich zur ersten Arlo-Variante nicht mehr über vier 3-Volt-Lithiumbatterien sichergestellt, stattdessen kommt ein speziell für die Kamera entwickelter 7,2-Volt-Lithium-Akku mit einer Kapazität von 2.440 mAh zum Einsatz. Dieser verbleibt zum Aufladen in der Arlo Pro 2 Kamera, welche rückseitig über eine Micro-USB-Buchse verfügt. Die Kamera selbst ist sowohl für den Innen- als auch für den Außeneinsatz geeignet und soll dank IP65-Schutzklasse Regen, Sonne, Hitze und Kälte standhalten. In den technischen Daten wird ein Betriebstemperaturbereich von 45 bis -20 °C angegeben. Wer sich für einen dauerhaft kabelgebundenen Betrieb entscheidet, kann dieses nun mit der Arlo Pro 2 realisieren und profitiert von zusätzlichen Kamerafunktionen – dazu später mehr.

 

Arlo Pro 2 Kamera - FrontDas wachende Auge: der Full-HD-Sensor der Arlo Pro 2 Cam.

Der Bildsensor der Arlo Pro 2 dürfte für den Laien der deutlichste Unterschied zur Arlo sowie zur Arlo Pro sein, welche Videos lediglich in HD-Auflösung (720p) aufzeichnen. Die Arlo Pro 2 verfügt hingegen erstmals über einen Full-HD-Sensor (1080p) für deutlich schärfere Bilder und detailliertere Aufnahmen. Das Objektiv hat weiterhin einen fixen Fokus und deckt ein Blickfeld von 130 Grad ab. Als Videocodec setzt die Arlo Pro 2 erneut auf H.264, welcher sich mit nahezu jedem modernen Computer ohne Probleme abspielen lässt. Damit die Kamera auch nachts etwas sieht, sind Infrarot-LEDs verbaut, die eine Reichweite von bis zu acht Metern bieten. Tagsüber verwendet die Kamera diese LEDs als Teil ihres Bewegungserkennungssystems.

Die Basisstation kommuniziert erneut per W-LAN (802.11n) auf dem 2,4 GHz-Band mit den Arlo Pro 2 Kameras. Die Einbindung der Basisstation in das Heimnetzwerk erfolgt wiederum per Ethernet-Kabel. Die Reichweite der Funkverbindung zwischen Basis und Kamera wird bei freier Sicht mit 100 Metern angegeben. In der Praxis variiert dieser Wert natürlich stark von den örtlichen Gegebenheiten. Wer sein Haus rundum mit Kameras bestücken will, der wählt im Idealfall eine zentrale Aufstellposition der Basisstation. Interessant ist, dass trotz höherer Sensorauflösung die geforderte Bandbreite des Internetanschlusses weiterhin bei 1 Mbit/s verbleibt. Übrigens: Die Basisstation verfügt ab jetzt auch rückseitig über zwei USB-Anschlüsse. So lassen sich die aufgezeichneten Clips nicht nur in der Cloud, sondern zusätzlich auch lokal als Backup auf einem USB-Stick sichern.

Einrichtung

Die Einrichtung der Hardware geht schnell vonstatten. Auf Seiten der Basisstation muss lediglich die Stromzufuhr sichergestellt werden. Zusätzlich wird mit dem beiliegenden Kabel eine Ethernet-Verbindung zwischen Router und Basisstation hergestellt. Die Kameras sind noch schneller in Betrieb genommen: Akku einsetzen – fertig! Zum Wiederaufladen des Akkus besitzen die Arlo Pro 2 Kameras an der Rückseite eine Micro-USB-Schnittstelle, welche hinter einer Gummiabdeckung versteckt ist. Diese kann neben der Ladefunktion auch für die dauerhafte Stromversorgung der Kamera genutzt werden. Ein (!) entsprechendes USB-Netzteil (5V / 1,8 A bzw. 9V / 1,1 A) liegt bei. 

Arlo Pro 2 Kamera - AkkuDank Lithium-Akku können die Kameras direkt über USB aufgeladen werden.

Entscheidet sich der Anwender für eine permanente Verkabelung, werden zwei erweiterte Videofunktionen freigeschaltet: Zum einen ist die Kamera so in der Lage die drei Sekunden vor einem auslösenden Ereignis aufzuzeichnen, zum anderen lassen sich Überwachungszonen im Videobild definieren. Nur Ereignisse / Bewegungen in diesen Zonen lösen dann eine Alarmierung des Nutzers sowie eine Videoaufzeichnung aus. Im Akku-Betrieb werden Bewegungen hingegen mithilfe von Infrarotsensoren und des integrierten Mikrofons erkannt. Beide Varianten funktionieren zuverlässig. Jedoch wird bei der zweiten Variante jede Aktivität im Einzugsbereich der Bewegungserkennung zu einem Ereignis samt Aufnahme in der Arlo App führen.

Montage

Die Montage der neuen Arlo Pro 2 Kameras ist identisch zu den Vorgängermodellen. Die kugelförmige Halterung aus dem Lieferumfang wird an einer beliebigen Stelle an der Wand oder Decke angebracht. Dazu liegen entsprechende Schrauben bei. Die Arlo-Kameras verfügen über eine magnetische Mulde auf der Rückseite, welche sauber mit der Kugelhalterung abschließt. So lässt sich die Kamera jederzeit abnehmen (z.B. zum Aufladen des Akkus) und auch die Position der Kamera ist ohne Probleme nachträglich veränderbar. Das Montagesystem ist sehr gut durchdacht und geht Hand in Hand mit der allgemeinen Produktidee, dem Nutzer ein möglichst leicht zu installierendes Überwachungserlebnis zu bieten.

Konfiguration

Die weitere Konfiguration erfolgt über die Arlo App, welche für iOS und Android verfügbar ist. Ein Assistent führt den Anwender hier initial durch die nötigen Schritte des Setups. Nachdem das richtige Arlo-Modell ausgewählt ist (die App funktioniert mit allen Arlo-Produkten), sucht die App die Basisstation im Netzwerk. Ist die Suche erfolgreich, ist es möglich der Station einen Namen zu geben. Danach wird der Anwender aufgefordert sich mit seinem Arlo-Account einzuloggen oder einen neuen Account zu erstellen. Dabei verlangt Netgear nur den Vor- und Nachnamen sowie eine E-Mail-Adresse und das Festlegen eines Passwortes. Anschließend fordert der Assistent zu einer erstmaligen Synchronisierung der Basisstation mit den Arlo Pro 2 Kameras auf. Hierzu wird die an der Oberseite der Station angebrachte Sync-Taste für zwei Sekunden gedrückt, anschließend wird diese Prozedur mit dem Sync-Knopf an der Stirn der Kameras wiederholt. LEDs an beiden Geräten signalisieren die erfolgreiche Verbindung. Jede Kamera muss dabei separat mit der Basis verbunden werden.

Arlo Pro 2 - Basisstation einrichten Arlo Pro 2 - Basis und Kamera synchronisieren

Die Einrichtung des Systems funktioniert schnell und komfortabel über die Arlo App.

Anschließend wird der Nutzer erstmalig in das Hauptmenü der Arlo App weitergeleitet und sieht die ersten Bilder, welche von den Kameras während der Einrichtung eingefangen wurden. In den meisten Fällen dürfte die App den Anwender direkt auf verfügbare Firmware-Updates für Kamera und Basisstation aufmerksam machen. Diese sollten so bald wie möglich eingespielt werden, um den vollen Funktionsumfang der Kameras nutzen zu können. Das Update dauerte in unserem Fall für alle Komponenten weniger als 5 Minuten und verlief ohne Probleme.

Verwendung

Der Aufbau der App ist übersichtlich gestaltet und sollte auch Anfängern einen schnellen Überblick ermöglichen. Insgesamt stehen vier verschiedene Reiter zur Auswahl. Standardmäßig wird der „Geräte-Reiter“ angezeigt, welcher alle synchronisierten Arlo Pro 2 Kameras zeigt. Jede Kamera lässt sich benennen und kann somit einfach in der Übersicht identifiziert werden. Direkt aus dem Geräte-Menü heraus lassen sich der Live-View starten, manuelle Aufzeichnungen anstoßen oder die Zwei-Wege-Audio-Funktion nutzen. Diese ermöglicht es dem Anwender über die App mit einer Person im Kamerabild zu kommunizieren. Die Audioqualität ist ausreichend gut, die Verzögerung geht in Ordnung.

Arlo Pro 2 - Arlo App Hauptmenü

Das Hauptmenü zeigt alle Geräte auf einen Blick.

Im Bibliotheken-Modus werden alle automatisch durch Ereignisse aufgezeichneten Videos sowie manuelle Aufnahmen und Bilder nach Datum und Uhrzeit sortiert aufgelistet. Es besteht die Möglichkeit, die Aufnahmen erneut anzusehen oder auf das Smartphone herunterzuladen. Natürlich können ungewollte Aufnahmen auch wieder gelöscht werden. Alle Aufnahmen werden direkt auf den Cloud-Servern von Netgear gespeichert und ebenfalls von dort bezogen, sobald ein Video abgespielt wird.

Das Menü „Modus“ erlaubt die Konfiguration des Systems in Bezug auf die Bewegungserkennung. Standardmäßig ist diese immer aktiviert und es wird eine Aufnahme erstellt, sobald sich etwas im Einzugsbereich einer Kamera bewegt. Die Erkennung lässt sich auch vollständig deaktivieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Einrichtung eines Zeitplanes, der die Deaktivierung und Reaktivierung automatisch übernimmt. Am komfortabelsten ist die Option, einen Geo-Fence um das eigene Heim zu ziehen. Sobald ein Bewohner (bzw. dessen Smartphone mit installierter Arlo App) das definierte Gebiet betritt, wird die Bewegungserkennung deaktiviert. Haben alle Bewohner das Gebiet zusammen mit ihrem Smartphone verlassen, wird die Arlo-Überwachung aktiv.

 

Arlo Pro 2 - Überwachungszonen definiere

Dank Zonen kann die Arlo Pro 2 im kabelgebundenen Modus sehr fein konfiguriert werden.

Das vierte Menü erlaubt das Tätigen allgemeiner Einstellung. Zusätzlich dazu ermöglicht die App spezielle Einstellung pro verbundener Kamera festzulegen – diese Funktion wird direkt aus dem Geräte-Menü heraus ermöglicht. Hier lassen sich beispielsweise die Bildqualität festlegen, der Name der Kamera ändern, der Akku-Ladestand einsehen. Außerdem können die Zonen für die kabelgebundene Erkennung von Bewegungen per Videobild festgelegt werden.

Arlo Pro 2 - Videoeinstellungen

Der Nutzer kann zwischen Bildqualität und Akkulaufzeit balancieren.

Das System kann den Nutzer bei Eintritt eines Ereignisses natürlich auch sofort alarmieren. Dieses geschieht standardmäßig per Push-Nachricht an alle Smartphones, die die App installiert haben und mit dem System verbunden sind. Zusätzlich können Benachrichtigungen per Email verschickt werden. Außerdem ist eine Sirene in der Basisstation verbaut, die das Arlo-System zur Alarmanlage macht. Die Sirene kann ebenfalls in der App scharf gestellt beziehungsweise deaktiviert werden. Für das schnelle Deaktivieren nach Auslösung kann auch der Sync-Knopf der Basisstation gedrückt werden. Die Sirene ist relativ laut und macht definitiv auf sich aufmerksam.

Bildqualität

Im Allgemeinen liefert die dritte Generation der Arlo-Kamera ein sehr gutes Bild ab. Bei guter Belichtung sind auch die Farben kräftig und lebhaft. Je nach Verbindungsqualität zur Basisstation kann es zeitweise zur Artefaktbildung kommen. Diese ist vor allem dann auffällig, wenn ein Ereignis durch ein Geräusch ausgelöst wird, das aufgenommene Video also keinerlei Bewegung enthält. Durch die relativ starke Komprimierung des Bildes sieht es dann so aus, als würden Schatten über das Bild hüpfen. Sobald jedoch ein bewegtes Objekt vor der Kamera aktiv ist, wird sichtbar, dass das Bild während der gesamten Aufnahme butterweich aufgezeichnet wird und auch Details (z.B. zur Identifizierung einer unbekannten Person auf dem Grundstück) ausreichen sollten. Hier gibt es grundsätzlich nichts an der Qualität auszusetzen.Arlo Pro 2 - Snapshot

Ein Snapshot – angefertigt mit der Arlo App.

Bei genauerer Analyse des aufgezeichneten Videomaterials (Kopie der Aufnahme auf einem USB-Stick über die Basisstation) stellt sich heraus, dass die Kamera mit 1080p und 22 Bilder pro Sekunde aufzeichnet. Die maximale Bitrate lag bei knapp 2,5 Mbit/s. Wer die Videos später auf einem hochauflösenden Monitor anschauen möchte, wird enttäuscht werden. Um hier für ein gutes Bild zu sorgen, ist die Komprimierung deutlich zu stark. Auf dem Smartphone ist die Komprimierung weniger stark sichtbar. Fraglich ist, wieso Netgear hier so stark komprimiert: Möchte man dem (durchschnittlich) niedrigen Upload von deutschen Internetanschlüsse entgegenkommen? Dann könnte zumindest die Offline-Kopie auf dem USB-Stick schwächer komprimiert werden. Eine andere Lösung wäre der Einsatz des moderneren H.265 Codes, welcher bessere Bildergebnisse bei niedrigen Bitraten liefert. Dieser wird aber wohl frühestens in der nächsten Arlo-Generation zu erwarten sein.

Das Video zeigt die Aufnahme eines ausgelösten Ereignisses.

Der integrierte Nachtsichtmodus wird automatisch bei unterschreiten einer bestimmten Helligkeitsstufe aktiviert. Die Kamera schaltet dann in den Schwarz-Weiß-Bildmodus.

Arlo Pro 2 - Nachtsicht TestEin Snapshot mit aktivierter Nachtsicht in völliger Dunkelheit.

Wir haben das Ganze in einem abgedunkelten Behälter getestet. Auf kurze Entfernung arbeiten die Infrarot-LEDs sehr hell und auch bei vollkommener Dunkelheit sind Details auf dem Schild zu erkennen. Der Nachtsichtmodus lässt sich auch vollständig und individuell pro Kamera deaktivieren.

Cloud-Betrieb

Als primär für den Cloud-Betrieb ausgelegtes Überwachungssystem, vertreibt Netgear natürlich parallel entsprechende Abonnements, die verschiedene Umfänge an Aufzeichnungs- und Verwaltungsdienstleistungen für mehrere Kameras bereitstellen. Sehr zu begrüßen ist, dass das im Kaufpreis enthaltene Basisabonnement bereits eine sieben Tage Historie aller eingetretenen Ereignisse speichert (bis zu 1 GB Cloudspeicher). Dies gilt für bis zu fünf Arlo-Kameras. Das „Premiere-Abo“ hält Aufnahmen bis zu 30 Tage beziehungsweise 10 GB vor und kostet 89 Euro pro Jahr. Die maximale Anzahl an Kameras erweiterte sich außerdem auf zehn Geräte.

Arlo Pro 2 Kamera - SchrägansichtDas Gehäuse der Arlo 2 bleibt schön kompakt und lässt sich so leicht verstecken.

Im „Elite-Abo“ werden 139 Euro pro Jahr fällig. Dafür sind 60 Tage beziehungsweise bis zu 100 GB Vorhaltezeit/-volumen inkludiert. Außerdem lassen sich 15 Kameras mit diesem Tarif ansteuern. Zusätzlich bietet Netgear noch Tarife für Firmenkunden an. Im Maximaltarif „Enterprise“ für 449 Euro jährlich sind bis zu 40 Kameras enthalten, die Vorhaltezeit beträgt ebenfalls 60 Tage – jedoch mit bis zu 400 GB Volumen an Aufnahmematerial.

Fazit

Die Arlo Pro 2 – in unserem Fall das Arlo Pro 2 Kit mit zwei Kameras – ist eine sehr gelungene Weiterentwicklung des bereits von uns getesteten Arlo-Cloud-Kamerasystems. An den grundlegenden Parametern hat sich nicht viel geändert – das System lässt sich nach wie vor spielend leicht einrichten und bedienen. Der Einsatz spezieller Lithium-Akkus ist zu begrüßen, erspart er doch das Nachkaufen von Lithium-Batterien. Zu hoffen ist, dass die Lebensdauer des Akkus auf mehrere Jahre ausgelegt ist, denn ein Ersatz schlägt aktuell mit knapp 70 Euro pro Akku zu Buche.

Der neue Bildsensor produziert saubere Bilder, das gesamt Bilderlebnis könnte aber bei Reduzierung der starken Kompression des Videomaterials noch optimiert werden. Hier wäre es schön, wenn Netgear dem Nutzer die Möglichkeit geben würde, die Stärke der Bildkomprimierung an die Leistung der Internetleitung anzupassen. Dass das komplette Material zunächst in der Cloud landet ist Teil des Konzeptes und ermöglich zunächst einmal die sehr einfache und gelungene Handhabung des Arlo-Systems. Ob man sämtliche (private) Aufnahme auf fremden Servern speichern möchte, muss jeder vor dem Kauf selbst entscheiden. Dies ist eine Grundsatzfrage moderner Smart Home-Produkte und kann nicht speziell dem Arlo-System angelastet werden. Verschlüsselt ist das Material während der Übertragung in jedem Fall.

Letztendlich bleibt noch ein Blick auf den Preis des Systems. Knapp 620 Euro werden aktuell für das von uns getestete Kit mit zwei Kameras inklusive Basisstation fällig. Dieser Preis enthält bereits das Basis-Cloud-Abo. Wer mehr Kameras benötigt zahlt zurzeit 780 Euro für das Set mit drei Kameras oder circa 1.050 Euro für das Kit mit vier Kameras. Zudem lassen sich jederzeit einzelne Kameras für aktuell 256 Euro pro Stück nachkaufen. Wer ein zuverlässiges und einfach einzurichtendes Cloud-Überwachungssystem mit sehr guter App-Steuerung sucht, der wird bei Arlo fündig, zahlt dafür aber auch einen relativ hohen Preis. Wer gerne selber konfiguriert und bastelt, der kann für einen vergleichbaren Geldbetrag eine höhere Bildqualität erreichen, muss dann aber in der Regel ohne Cloud-Dienst und automatisierte Alarme per Push-Nachricht auskommen.

ProContra
  • Design
  • hoher Einstiegspreis
  • Verarbeitung
  • zusätzliche Funktionen nur im Abo
  • sehr flexibel in der Positionierung
  • teure Ersatzakkus
  • Nachtsichtmodus
  • starke Komprimierung der Videos
  • sehr einfache Einrichtung
 
  • gute App
 
  • zuverlässige Benachrichtigung via Push
 


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