Mit dem Nuki Smart Lock 2.0 wird das Smartphone zum Türschlüssel. Wir haben die zweite Version des smarten Türschlosses getestet.

Übersicht

Unsere Haushalte werden zunehmend digitaler. Das Staubsaugen übernehmen Saugroboter wie der Eufy Robovac 30C, smarte Beleuchtung wie die Philips Hue LED-Leuchtmittel steuern wir über das Smartphone.

Jetzt geht es dem Schlüssel an den Kragen: smarte Türschlösser wie das Nuki Smart Lock 2.0 erlauben das Auf- und Abschließen von Türen mittels Smartphone oder einem digitalen Sender. Doch welchen Mehrwert bietet das intelligente Türschloss gegenüber analogen Lösungen?

Lieferumfang

  • Nuki Smart Lock 2.0
  • 2 Montageplatten
  • 4 AA-Batterien
  • Anleitung
  • Nuki Bridge (optional)
  • Nuki Fob inklusive Batterie (optional)
  • Nuki Keypad inklusive Batterien (optional)

Design & Eigenschaften

Das Nuki Smart Lock 2.0 ist im Grunde ein Motorschloss, das den vorhandenen Schlüssel mithilfe eines Motors dreht. Der obere Teil des Gehäuses besteht aus Metall und zeichnet sich für den Drehvorgang verantwortlich.

NUKI-Smart-Lock-2-5Die Bridge (rechts) bindet das smarte Türschloss an das Internet an.

Ein großer runder Knopf wird von einer weißen, ringförmigen LED umgeben. Der Knopf wird unter anderem zum erstmaligen Koppeln mit dem Smartphone oder zum Auf- und Absperren genutzt. Auf der Innenseite befindet sich die Vorrichtung, in die der Schlüssel gesteckt und mit der dieser gedreht wird.

Das untere Gehäuse ist hingegen aus schwarzem Kunststoff gefertigt und beherbergt unter anderem die vier AA-Batterien zur Stromversorgung. Auf der Unterseite befindet sich eine Abdeckung, um die Batterien herauszunehmen.

NUKI-Smart-Lock-2-6Die Stromversorgung wird über vier AA-Batterien sichergestellt.

Das Nuki Smart Lock kann bereits in dieser Form genutzt werden. Es gibt aber einige Komponenten, die das Schloss noch smarter machen und das Öffnen der Tür erleichtern sollen. Zu diesen zählt die Nuki Bridge, die das Türschloss an das Internet anbindet.

 Die Bridge muss in der Nähe des Schlosses in eine Steckdose eingesteckt werden.

Die quadratische Bridge ist kaum größer als eine Steckdose und wird in eine solche gesteckt. Das schwarze Gehäuse bietet keine Auffälligkeiten, bis auf einen Knopf zum Pairen gibt es keine weiteren Bedienelemente.

Ein weiteres Hilfsmittel ist der Nuki Fob, eine kompakte Fernbedienung, die beispielsweise am Schlüsselbund befestigt werden kann. Die Fernbedienung besitzt einen runden Knopf, der den Befehl zum Öffnen und Schließen des Schlosses gibt.

Der Nuki Fob kann das Schloss auch ohne Smartphone entsperren und beispielsweise an einem Schlüsselbund befestigt werden.

Eine kleine LED oberhalb des Knopfes signalisiert, ob dieser erfolgreich betätigt wurde. Auf der Unterseite befindet sich das herausziehbare Batteriefach, das eine Batterie des Typen CR1632 beherbergt.

Eine weitere Zubehörkomponente ist das Nuki Keypad, das das Nuki Smart Lock durch die Eingabe eines Codes entsperrt. Es ist etwas größer als der Fob und besitzt eine Soft-Touch-Oberfläche. Auf der Oberseite befinden sich die Ziffern 1 bis 9 sowie eine Taste, um Eingaben zu löschen. Sechs kreisrunde LEDs oberhalb des Tastenfelds signalisieren, wie viele Ziffern bereits eingegeben wurden.

Das Keypad entsperrt das Schloss erst nach erfolgreicher Eingabe eines Codes.

Das digitale Zahlenschloss kann entweder an den Türrahmen geklebt oder mit Schrauben befestigt werden. Die Rückseite lässt sich zum Austausch der beiden CR2032-Batterien abnehmen.

Einrichtung & Installation

Vor dem Kauf des Nuki Smart Lock 2.0 sollte geprüft werden, ob der jeweilige Zylindertyp unterstützt wird. Vom amerikanischen Dead Bolt, Zusatzverriegelungen und automatisch verriegelnden Schlössern abgesehen funktionieren nahezu alle gängigen Schlösser.

NUKI-Smart-Lock-2-4Die Montageplatte muss je nach Zylinder gewählt werden, anschließend wird der Drehmotor auf die Platte gesteckt.

Zudem sollte das Schloss eine Not- und Gefahrenfunktion besitzen, damit die Tür auch von außen aufgeschlossen werden kann. Ist dies nicht der Fall, steht man bei leeren Batterien oder einem Defekt des smarten Türschlosses vor verschlossener Tür – in diesem Fall hilft nur der Anruf beim Schlüsseldienst.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann die Montage beginnen. Zunächst muss nachgemessen werden, wie viel Überstand der Zylinder aufweist. Bei weniger als 3 Millimeter Überstand wird eine Montageplatte mit Klebefolie über den Zylinder gesteckt. Hat der Zylinder mehr als 3 Millimeter Überstand, wird eine Montageplatte mit drei kleinen Schrauben fixiert. Im nächsten Schritt muss der Schlüssel in das Schloss gesteckt und das Smart Lock auf die Montageplatte gesteckt werden.

Zur weiteren Einrichtung muss die kostenlose Nuki-App für Android oder iOS installiert werden. Das Smartphone verbindet sich über Bluetooth mit dem Smart Lock. Zur Verbindung wird die NaCL Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet. Bei der Verwendung der Bridge wird der Datenverkehr über die Nuki-Server laut Hersteller ebenfalls verschlüsselt übertragen.

NUKI-Smart-Lock-2-2

Ist das Schloss mit dem Smartphone verbunden, fängt es an sich selbst zu kalibrieren. Das Smart Lock haben wir in unter zehn Minuten installieren können. Die weiteren Komponenten wie die Bridge, der Fob oder das Keypad lassen sich ebenfalls in wenigen Minuten in der App hinzufügen.

Nach der Einrichtung kann das smarte Türschloss bereits verwendet werden. Ohne Zusatzkomponenten geschieht dies über das Smartphone und die App. Das Abschließen der von uns gewählten Tür stellt das Nuki Smart Lock 2.0 vor keine Probleme. Während des Tests funktionierte der Mechanismus stets zuverlässig.

Das Schloss benötigt etwa sechs Sekunden zum zweimaligen Abschließen. Ob es bei Temperaturschwankungen zu Problemen kommen kann, konnten wir hingegen nicht ausprobieren. Die Lautstärke hält sich in Grenzen, kann in ruhigen Umgebungen jedoch als störend empfunden werden.

Nuki App (5) Nuki App (6) Nuki App (1)Die Einrichtung geht in der App intuitiv vonstatten.

In der App lässt sich das Nuki Smart Lock 2.0 noch umfangreich konfigurieren, zudem können Komfortfunktionen eingeschaltet werden. Mit „Auto Unlock“ erkennt das Schloss anhand des Standortes unseres Smartphones, wenn wir uns der Wohnung oder dem Büro nähern und diese betreten wollen. Das Smart Lock sperrt dann beim Erreichen der Tür automatisch auf. Im Test funktioniert diese Funktion meistens, aber nicht immer zuverlässig. Das Schloss kann zudem erkennen, ob die Tür geschlossen ist und schließt diese auf Wunsch automatisch nach einer vorher festgelegten Zeitspanne ab.

Mit Hilfe der App lassen sich zudem weitere Benutzer hinzufügen, was den Vorteil hat, dass man keine Schlüssel nachmachen lassen muss. Beispielsweise kann so der Nachbar des Vertrauens für den Zeitraum, in dem man im Urlaub ist, nach dem Rechten sehen. Ist der Urlaub vorbei, verfällt automatisch die Zugangsberechtigung.

Nuki App (2) Nuki App (3)Komfortfunktionen wie Auto Unlock erleichtern das Aufschließen.

Die Vernetzung mit Sprachassistenten ist ebenfalls möglich. Das Nuki Smart Lock 2.0 unterstützt Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Homekit. Eine Möglichkeit der Sprachsteuerung besteht darin, dem Besuch per Sprachbefehl von der Couch aus die Tür zu öffnen.

Fazit

Das Nuki Smart Lock 2.0 ist eine praktische Ergänzung für das Smart Home. Es ist mit den meisten gängigen Zylindern kompatibel und war im Test leicht zu montieren und einzurichten. Während des Testzeitraums konnte die Tür zuverlässig auf- und abgeschlossen werden. Das automatische Entsperren via Geofencing ist ebenfalls möglich, dies hat jedoch nicht immer funktioniert.

Wer die Komfortfunktionen entsprechend einstellt, muss zum Öffnen der Tür kein Smartphone oder Schlüssel mehr zücken. Praktisches Zubehör wie die Bridge, der Fob oder das Keypad vereinfachen das Aufschließen ohne Smartphone und erlauben den Zugang per Code-Eingabe (Keypad). Zudem lässt sich das smarte Türschloss mit Amazon Alexa, Google Home oder Apples Homekit bedienen.

Der Verlust oder das Nachmachen von Schlüssen gehören mit dem Nuki Smart Lock 2.0 der Vergangenheit an. Dafür, dass das smarte Schloss eine verschlüsselte Bluetooth-Verbindung hat und lediglich einen Schlüssel dreht, fällt der Preis wie bei den meisten Smart Home-Komponenten recht hoch aus.

Das Türaufschließen mittels Smartphones kostet mindestens 229 Euro, mit der Bridge erhöht sich der Preis im Bundle auf 300 Euro. Der Fob und das Keypad kosten einzeln 39 beziehungsweise 79 Euro.

Pro

  • schnelle Installation
  • einfache Bedienung
  • hohe Kompatibilität
  • unterstützt alle gängigen Sprachassistenten
  • nützliches Zubehör zum Öffnen ohne Smartphone erhältlich

Contra

  • Motor könnte leiser sein
  • Preis

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1 Kommentar

  • Martin

    Ich finde das System ja echt genial, auch dass die Tür automatisch aufgeht wenn man sich nähert, aber mir ist es dann doch zu unsicher als dass ich es bei mir installieren würde. Zumal sollte man es nie ohne PRIO Zylinder montieren, sollte doch mal was mit dem Gerät sein, steht man sonst vor verschlossener Türe…

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