Höhere Auflösung, größeres FOV und ein Matter-Hub mit Zigbee sowie Threads-Unterstützung: Die Aqara Doorbell G410 bietet im Vergleich zur G4 viele Neuerungen und soll ein rundum besseres Gesamtpaket bieten. Ich habe die smarte Türklingel ausprobiert und möchte euch verraten, wie gut sie tatsächlich funktioniert.
Die Aqara Doorbell Camera Hub G410 ging ursprünglich für eine UVP von 129,99 Euro an den Start; der Preis ist zum Black Friday aber auf 99,99 Euro gefallen. Zum Lieferumfang der smarten Türklingel gehören die eigentliche Videoklingel, ein Gong, ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, sechs AA-Batterien, ein kleiner Schraubendreher und Befestigungsschrauben.
Kleiner Hinweis am Rande: Gerade gibt es von Aqara außerdem einige Black Friday Deals, darunter auch die G410. Daneben gibt es ebenfalls das Aqara Smart Lock U200 für 149,99 Euro statt 269 Euro – das Smart Lock kann wunderbar mit der smarten Klingel kombiniert werden. Die Aqara Tür- und Fenstersensoren gibt es im 3er-Pack für 37,99 Euro (- 24 %) und die Aqara 5G Pro für 134,99 Euro (-23 %). Alle Aqara-Produkte lassen sich dabei dank Matter over Threads oder Zigbee in alle gängigen Smart Home-Plattformen – also Alexa, Google Home, HomeKit und Home Assistant – einbinden.
Design: Schlicht, modern und aus Kunststoff
Direkt vorweg: Die Aqara Doorbell G410 ersetzt eure aktuelle Klingelanlage nicht, sondern ergänzt sie eher. Die Anlage setzt sich aus einer Klingel mit Kamera und einem Gong-Hub zusammen, der als Threads und Zigbee-Hub fungiert.
Die Klingel-Einheit ist 141,5 x 65 x 30,4 Millimeter groß und bringt 274 Gramm auf die Waage, während der Gong mit 65,2 x 65 x 28,4 Millimeter und 70 Gramm deutlich kleiner und leichter ausfällt. Laut Aqara ist die Klingel nach IPX3 vor Spritzwasser geschützt, was für Regentage ausreichen dürfte.
In Sachen Design sind beide Elemente ziemlich minimalistisch gehalten – Aqara setzt auf eine klare Formgebung und eine moderne graue Optik. Als Material kommt Kunststoff zum Einsatz, der zum Großteil hochwertig wirkt. Nur der Lautsprechergrill des Hubs wirkt im Vergleich zum Rest etwas billig und lässt sich leicht eindrücken.
Installation: Alles lässt sich kleben
Die Installation der Aqara Doorbell G410 könnte nicht einfacher sein: Batterien in die Klingel packen, Gong-Hub per USB-C mit dem Strom verbinden und den Hub dann mit der App (Account vorausgesetzt) koppeln. Sobald die Klingel hinzugefügt und mit dem WLAN verbunden wurde, ist sie auch schon einsatzbereit. In einem Video erklärt der Hersteller die Inbetriebnahme ziemlich verständlich:
Nachdem ihr die Klingel eingerichtet habt, könnt ihr sie an einer Wunschstelle platzieren. Dabei können sowohl die Klingel als auch der Hub dank Klebefläche einfach an den Rahmen oder an die Wand gepackt werden. Optional lässt sich die Klingel ebenso mit Schrauben an der Wand befestigen und mit dem Stromnetz des Hauses verbinden.

Dabei reicht es oft aus, die bestehende Klingel zu entfernen und die offengelegten Kabel mit der Aqara Doorbell zu verbinden. Wir haben uns für den Test allerdings für den Batteriebetrieb entschieden. Der Hub muss wiederum durchgehend mit dem Strom verbunden sein, damit die G410 funktioniert.
Praxis: Videoqualität kann sich sehen lassen
Herzstück der Doorbell G410 ist die eigentliche Türklingel mitsamt Kamerasensor. Dieser nimmt mit einer 2K-Auflösung (2.048 x 1.536 Pixel) auf und deckt ein 175 Grad breites Sichtfeld (FOV) ab. Bei Tag liefert die Kamera äußerst klare Aufnahmen, wobei das breite Sichtfeld ebenfalls die Bereiche neben dem Eingang abdeckt. Auf Wunsch lassen sich bestimmte Bereiche aber auch maskieren – etwa um die Privatsphäre von Nachbarn zu wahren.
Da die Doorbell G410 kein integriertes Flutlicht besitzt, arbeitet sie bei Nacht etwas eingeschränkt. Eine Farbansicht gibt es nicht, dafür allerdings eine Infrarot-Nachtsicht, die klare Schwarz-Weiß-Aufnahmen liefert.

Gesichtserkennung: Wer steht vor der Tür?
In der Aqara-App lässt sich zudem eine Gesichtserkennung festlegen. Es lassen sich also in den Einstellungen Gesichter hinterlegen, um Personen direkt erkennen zu lassen. Das funktionierte in meinem Fall relativ zuverlässig – teilweise wurde ich jedoch auch mal als „Verweiler“ (Person, die sich vor der Klingel aufhält) erkannt. Eine Fahrzeug- oder Tiererkennung gibt es wiederum nicht.

24/7-Aufnahmen zur Sicherheitsüberwachung
Da die Türklingel über eine 24/7-Aufnahmefunktion (microSD-Karte und feste Stromverbindung vorausgesetzt) verfügt, kann sie theoretisch ebenso als Sicherheitskamera an der Haustür genutzt werden. Gespeichert werden die Aufnahmen entweder auf einer SD-Karte (max. 512 GB) oder in der HomeGuardian-Aqara-Cloud, die in den ersten 24 Monaten kostenlos nutzbar ist. Nach dem 6. Monat lassen sich allerdings „nur“ noch 12 Stunden pro Tag in der Cloud speichern. Eine NAS-Unterstützung ist ebenfalls vorhanden.
Sobald jemand geklingelt hat, wird man sofort per Push-Benachrichtigung informiert. Ein Klick auf die Nachricht öffnet dann den Livestream in der Aqara-App, nicht aber die Anruffunktion. Hierfür muss man explizit auf das kleine Hörer-Symbol klicken – besonders intuitiv ist das aus meiner Sicht nicht. Während eines Gesprächs lassen sich außerdem verschiedene Stimmverzerrer nutzen.

Akku: Batterien für bis zu 5 Monate
Falls ihr die Doorbell im Akkubetrieb nutzt, ist ein Blick auf die Laufzeit wichtig. Laut Aqara beträgt die Laufzeit bis zu fünf Monate, wobei das Unternehmen von nur 10 Aktivierungen pro Tag ausgeht. Wird die G410 häufiger genutzt, nutzen sich die Batterien schneller ab. Die Batterien sind zudem nicht wiederaufladbar, sodass sie nach einiger Zeit gegen neue getauscht werden müssen. Mir persönlich wäre der Einsatz eines Akkus lieber gewesen.
Smart Home: HomeKit-Integration dank Matter – und mehr
Die Aqara Doorbell G410 lässt sich nicht nur in Kombination mit der Aqara-App nutzen, sondern kann sogar ins Smart Home (Apple HomeKit, Google Home, Alexa, Samsung SmartThings) eingebunden werden. Ich habe die Klingel etwa zu meinem HomeKit hinzugefügt, wodurch ich über meine Home-App und über meinen Apple TV auf den Stream zugreifen kann. Benachrichtigungen werden zudem direkt über das Home-System ausgespielt, wobei die Sprechfunktion genauso in der Home-App verfügbar ist.
Fazit
Die Aqara Doorbell G410 überzeugt im Test mit einer rundum gelungenen Weiterentwicklung gegenüber der G4. Besonders die höhere Auflösung, das größere Sichtfeld und die Unterstützung von Matter, Zigbee und Threads machen sie fit für die Zukunft des Smart Home. Und dank der Hub-Funktion lassen sich sogar weitere Aqara- und auch Drittanbieter-Produkte in das System einbinden. Bildqualität und Gesichtserkennung funktionieren zuverlässig und die optionale Nutzung als Sicherheitskamera ist ein klarer Pluspunkt.
Kleine Schwächen zeigen sich bei der Bedienung der App – insbesondere beim Annehmen von Klingelrufen – und bei der Stromversorgung, da der Batteriebetrieb auf Dauer weder besonders nachhaltig noch komfortabel ist. Ein integriertes Licht hätte den Funktionsumfang außerdem sinnvoll ergänzt.
Insgesamt bietet die Aqara Doorbell G410 jedoch ein starkes Gesamtpaket mit moderner Technik und vielseitiger Smart-Home-Integration zu einem fairen Preis. Für derzeit 99,99 Euro kann man bedenkenlos zugreifen.
Pro
- ordentliche 2K-Aufnahmen bei Tag
- sehr großes Sichtfeld
- integrierter Smart-Home-Hub
- schnelle Personenerkennung
- lokale Speicherung
- leichte einrichtung
Contra
- Batteriebetrieb statt Akku
- Anrufe müssen manuell gestartet werden
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