Euer Schlafzimmer erinnert gerade auch mehr an eine Sauna? Die aktuelle Hitzewelle hat ganz Europa fest im Griff und sorgt für ungewohnt extreme Temperaturen, tropische Nächte und neue Temperaturrekorde. Die EcoFlow Wave 3 soll Abhilfe schaffen: Die mobile Klimaanlage verspricht eine angenehme Abkühlung in kleinen Räume, ganz ohne Außenmodul und komplizierte Montage. Doch kann die Wave 3 den Hitze-Sommer wirklich angenehmer machen?
Die EcoFlow Wave 3 ging ursprünglich für 899 Euro (UVP) an den Start. Das Bundle mit Zusatzbatterie wird aktuell bei Tink für 1.390,95 Euro mit 12 % Rabatt angeboten. Bei MediaMarkt gibt es die Klima ohne Zusatzbatterie für 738 Euro. Den Akku gibt es wiederum einzeln für 719 Euro. Wer trotzdem am mobilen Betrieb interessiert ist, sollte sich lieber eine kleine Powerstation für die Wave 3 besorgen. Hiermit ist man in der Regel noch günstiger unterwegs, als zum Bundle zu greifen.
Alternative: Die äußerst beliebte Midea PortaSplit Klimaanlage ist bei MediaMarkt zwischenzeitlich immer wieder in kleinen Stückzahlen erhältlich, es lohnt sich also, die Benachrichtigungsfunktion zu aktivieren. Dort wird sie allerdings für 1.199 Euro gehandelt.
Lieferumfang der EcoFlow Wave 3:
- EcoFlow Wave 3 Klimagerät
- 3x Adapterklappen
- Abflussschlauch
- Kabelwickler
- Schablone für Abluftschlauch-Ausschnitt
- 2x isolierte Abluftleitungen
Design & Verarbeitung
Am Design hat sich im Vergleich zur EcoFlow Wave 2 kaum etwas verändert. Bei der Wave 3 handelt es sich nicht um ein klassisches Split-Klimagerät, sondern um eine All-in-One-Klimaanlage ohne Außengerät. Sie misst nur 512 × 297 × 336 Millimeter und bringt allein rund 15,6 Kilogramm auf die Waage. Zwar bietet sie zwei integrierte Tragegriffe, gut transportabel ist sie allerdings nicht. In der Regel dürfte die Wave 3 aber ohnehin stationär zu Hause genutzt werden. Auf einem Camping-Trip erfolgt der Transport wohl eher per Auto.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Verarbeitung verbessert. Das Gehäuse knarzt weniger, wirkt hochwertiger und ist sauber verarbeitet. Laut EcoFlow ist das Ganze nach IPX4 vor Spritzwasser geschützt, womit ein Outdoor-Betrieb möglich ist.
Optional mit Akku
Optional kann die Wave 3 ebenfalls über einen Akku betrieben werden. Die mobile Klimaanlage wird einfach auf das Akkumodul draufgesetzt und wird über ein kurzes Anschlusskabel mit Strom versorgt. Der Zusatzakku wiegt 9,7 Kilogramm und misst 516 × 281 × 111 Millimeter.
Der Akku bietet eine Kapazität von 1.024 Wh und basiert auf modernen LFP-Zellen. Die Batterie ist also widerstandsfähiger und übersteht über 4.000 Ladezyklen, ehe die Restkapazität unter 80 Prozent fällt.
Wichtige Facts:
- Ladetemperatur: 0 bis 45 °C
- Entladetemperatur: –10 bis 50 °C
- Maximale Ausgangsleistung: 858 Watt
- Wasserdichtigkeit: IP65-Zertifizierung
Laut EcoFlow ermöglicht der Akku bis zu acht Stunden Kühlung im Eco-Modus, wobei der Akku bei maximaler Leistung nach zwei Stunden keine Energie mehr hat. Zusätzlich besitzt die Zusatzbatterie einen USB-A- und einen USB-C-Anschluss, worüber andere Geräte geladen werden können. USB-A liefert bis zu 18 Watt, USB-C sogar 140 Watt.

Aufgeladen wird die Batterie entweder über den AC-Anschluss der Wave 3 oder über Solar mit maximal 400 Watt. Das Laden über einen KFZ-Anschluss ist ebenfalls mit bis zu 200 Watt möglich. Eine Ladung via AC dauert etwa zwei Stunden.
Technik: Wie stark kühlt die Wave 3?
Die Wave 3 behält das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe bei, verbessert im Vergleich zur Wave 2 aber die Kühl- und Heizleistung. Die Kühlleistung liegt nun bei 6.100 BTU (vorher 5.100 BTU), während die Heizleistung mit 6.800 BTU (vorher 6.100 BTU) angegeben wird. Als Kältemittel kommt weiterhin R290 zum Einsatz.
Verfügbare (Turm-)Ventilatoren und Klimas (Stand 12. August):
- FM SOLAR Caravan Klimagerät WiFi 5000BTU für 699,99 Euro
- Dyson Purifier Cool PC1 für 499 Euro
- DREO TurboCool Nebelventilator 765S für 219,99 Euro
- Dreame MF10 für 224,42 Euro
- SwitchBot USB Tischventilator für 129,99 Euro
- DREO 307 für 89,99 Euro
- Philips Ventilator Serie 2000 für 79,99 Euro
Betriebsmodi & App
Bevor wir die Wave 3 in Betrieb nehmen können, muss sie erst mit der EcoFlow App verbunden werden. Dabei wird die Anlage mit dem heimischen WLAN verbunden, damit sie auch aus der Ferne gesteuert werden kann.
In der App stehen die Betriebsmodi Kühlen, Heizen, Auto, Ventilator und Trocknen zur Verfügung. Daneben könnt ihr außerdem die Lüftergeschwindigkeit in fünf Stufen regeln und die Betriebsstärke auswählen. Mit „Max“ läuft die Anlage auf Hochtouren, „Eco“ findet einen Ausgleich aus Klimatisierung und Lautstärke und „Schlafen“ sorgt für einen leisen Betrieb.
Alle Haupt-Modi im Überblick:
- Kühlen: Klimatisierung auf bis zu 16 °C
- Heizen: Heizen bis 30 °C
- Ventilator: reine Lüftung ohne Klimatisierung
- Trocknen: Entfeuchtung der Luft
- Auto: automatische Regulierung auf Zieltemperatur-Bereich
Gänzlich neu ist die „Haustierbetreuung“, wobei es sich um ein Beta-Feature für Haustierbesitzer handelt. Sobald die Wave 3 eine Umgebungstemperatur von 40 °C feststellt, schaltet sie sich automatisch in den Max-Modus, um die Raumtemperatur auf 25 °C herunterzukühlen. Zeitgleich wird man über die Temperatur per Push-Benachrichtigung informiert.
Eine Steuerung ist nicht nur in der App, sondern auch direkt am Gerät möglich. An der Wave 3 lässt sich ein Display mit allen wichtigen Informationen finden, darunter zur Raum- und Zieltemperatur, zum Füllstand des Wasserbehälters und zum Betriebsmodus. Um das Display herum sind mehrere Knöpfe für die einzelnen Modi und Einstellungen angeordnet.

Praxis
Laut EcoFlow soll die Wave 3 die Temperatur in Räumen von 9 bis 16 m² in nur 15 Minuten um bis zu 8 °C senken. Dieser Wert wird mit ziemlicher Sicherheit aber nur unter Idealbedingungen erreicht – etwa durch den Einsatz einer Fensterabdichtung. Wir haben die EcoFlow Wave 3 in einem ca. 15 m² großen Raum aufgestellt und die Schläuche durch ein geöffnetes Fenster nach draußen gelegt. Auf eine Abdeckung haben wir verzichtet. Wer eine passende Abdichtung aus Holz oder Hartschaumstoff basteln möchte, findet in der Packung eine Pappschablone zum Anzeichnen der Schlauchöffnungen.
Wir haben eine Zieltemperatur von 20 °C eingestellt, die Ausgangstemperatur lag bei 24 °C und die Außentemperatur bei 26 °C. Die mobile Kühllösung hat rund drei Stunden auf höchster Stufe benötigt, um den Raum auf die gewünschte Temperatur runterzukühlen. Dabei hat sie etwa 10 °C kühle Luft in den Raum geblasen, während die heiße Abluft aus dem Fenster transportiert wurde.
Ein kleiner Raum, etwa das eigene Schlafzimmer, lässt sich mit der Wave 3 also in ein paar Stunden merklich abkühlen. Mit größeren Räumen könnte die Klimaanlage jedoch kämpfen – hier kommt man wahrscheinlich nicht um eine richtige Anlage herum.
Heizen: Praktisches Winter-Feature
Die Heizfunktion ist zwar eher ein Winter-Feature, wir haben die Funktion aber trotzdem mal ausprobiert. Im Heizmodus pustet die Wave 3 50 °C heiße Luft aus und erwärmt den Raum damit kräftig und relativ schnell. In rund einer Stunde konnten wir die Raumtemperatur von 24 °C auf 30 °C erhöhen – das war uns dann aber etwas zu warm 😅
Beim Campen lässt sich die Wave 3 draußen platzieren
Spannend ist die Anlage außerdem für Camper: Besonders an heißen Sommernächten kann die Kühlung zu einem richtigen Retter werden. Die Anlage kann beim Camping außerhalb des Zelts aufgestellt werden, die kühle Luft wird dann über einen Schlauch ins Zelt geleitet.
Wasser muss regelmäßig abgelassen werden
Da die Wave 3 ebenfalls entfeuchtet, sammelt sich ziemlich viel Wasser im Auffangbehälter. Wir mussten den Behälter etwa alle 30 Minuten entleeren, was auf Dauer etwas nervig wurde. Durch den vollen Behälter wird zudem die Kühlleistung eingeschränkt. Deswegen haben wir uns entschieden, den Abflussschlauch dauerhaft anzuschließen und den Modus „Automatisches Entleeren“ zu aktivieren.
In diesem Modus wird der Behälter sofort geleert, wenn ein mittlerer Füllstand erreicht wird. Wir haben den Schlauch einfach in eine leere Gießkanne gelegt. Auf einem Camping-Trip könnt ihr das Wasser alternativ im Boden versickern lassen.
Die Ablauföffnung ist im normalen Betrieb durch einen Gummistopfen gesichert, der einen Ausfluss verhindert. Sobald ihr den Stopfen löst, fließt bereits das Wasser aus dem Behälter. Legt also unbedingt ein Handtuch vor die Öffnung, damit euer Boden nicht nass wird.
Lautstärke: Vor allem bei voller Leistung laut
Zur Kühlung müssen Raumluft angezogen, Abluft abtransportiert und gekühlte Luft in den Raum geblasen werden – und das geht nicht geräuschlos. Leider wird die Wave 3 besonders bei hoher Lüfterdrehzahl ziemlich laut, wodurch sie im normalen Alltag eher stört. Zwar lässt sich die Lüftergeschwindigkeit in fünf Stufen regeln, eine geringe Drehzahl wirkt sich aber negativ auf die Kühlleistung aus. Immerhin bietet EcoFlow die Möglichkeit, einen Schlaf-Modus zu aktivieren, in dem das Klimagerät relativ ruhig arbeitet.
Bei Vollast werden 450 Watt gezogen
Beim Kühlen und Heizen verbraucht die Wave 3 rund 365 Watt, womit sie etwas mehr Strom benötigt als noch die Wave 2. Zur Luftentfeuchtung zieht die Anlage wiederum rund 450 Watt aus der Steckdose, während im Ventilator-Modus 50 Watt benötigt werden.
Fazit
Die EcoFlow Wave 3 baut sichtlich auf dem Vorgänger auf, kann aber mit einer besseren Verarbeitung, einer modernen Akku-Technologie und einer besseren Kühl- und Heizleistung überzeugen. Richtig eingesetzt sorgt die mobile Klimaanlage im Sommer für einen kühlen Kopf sorgen – vor allem während der aktuellen Hitzewelle ein absoluter Segen.
Dadurch ist die Wave 3 eine interessante Option für all diejenigen, die aufgrund ihrer Wohnsituation keine klassische Split-Klimaanlage verbauen können. Durch die fehlende Außenanlage sind keine (Kern-)Bohrungen notwendig, die zuvor durch den Vermieter zugelassen werden müssen. Auch preislich ist die Anlage mit einem Preis von knapp unter 740 Euro interessant – Split-Anlagen sind samt Montur meist teurer.
Allerdings beschränkt sich die Effektivität auf kleine Räume, da die Anlage ansonsten selbst schnell ins Schwitzen kommt. Für große Räume oder komplette Wohnungen ist die Wave 3 ohnehin nicht ausgelegt – hier kommt man schlicht nicht um eine ausgewachsene Klimaanlage herum.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 10.10.2025
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Nachteil ist,dass man die Zusatzbatterie nicht allein ohne das Klimagerät laden kann-mit z.B. einem separatem Ladekabel. Ich habe das Klimagerät auf meinem Segelboot in Kroatien.Dort bleibt es.Dort bin ich nur im Sommer.Die Zusatzbatterie soll nach Herstellerangaben alle 3 Monate nachgeladen werden-sonst erlischt die Garantie. D.h. ich muss die Zusatzbatterie mit nachhause nehmen-um sie regelmässig nachzuladen.Aber es gibt kein separates Ladekabel. Ich habe den Kundenservice diesbezüglich mehrmals angeschrieben. Aber die antworten -trotz mehrfacher Erinnerung nicht! Das ist kein seriöses Unternehmen aus meiner Sicht.
Schon mal probiert über den XT-60 Anschluss mit 400Watt probiert?