Jeder weiß: Philips Hue ist nichts für Sparfüchse. Dieser jahrelang geltende Grundsatz könnte sich künftig ändern, denn mit einer neuen Welle an smarten Beleuchtungsprodukten reagiert Signify auf günstige Konkurrenten wie Govee und stellt ein neues Sortiment an preiswerten Leuchten vor. In diesem Test nehmen wir uns die Hue Play Floor Stehlampe kompakt vor, die nur etwa halb so viel wie ihr Signe-Vorgänger kostet.
Die Hue Play Floor Stehlampe kompakt gehört zu einer neuen Serie an Stehleuchten in unterschiedlichen Größen, deren größte Besonderheit der Preis sein dürfte: Als Alternative zur teuren Gradient Signe Serie, die erst ab 225 Euro für bunte Lichteffekte mit fließenden Übergängen sorgt, ist das günstige Modell der neuen Serie schon ab knapp 80 Euro zu haben.
Wie ihre Premium-Pendants sind auch die neuen Leuchten in verschiedenen Größen erhältlich: Neben einer kleinen Tischleuchte und einer großen Stehlampe von 135 cm Höhe gibt es jetzt auch den etwas kompakteren Mittelweg, den wir in diesem Test genauer unter die Lupe nehmen.
Die “Floor Stehlampe kompakt” kostet zur UVP 139,99 Euro und misst 122 cm in der Höhe, womit sie weniger mit ihren schieren Abmessungen, als vielmehr mit ihrem weichen Umgebungslichteffekt den Raum einnimmt. Wer sich nicht um die Dimensionen der Leuchte schert, kann aber auch einfach zur knapp 10 cm höheren und nur 10 Euro teureren große Variante greifen.
Design: Hue setzt auf Plastik statt Alu
Im direkten Vergleich zwischen der neuen Hue Play Stehleuchte und einer ähnlich großen Signe fällt sofort ein entscheidender Unterschied ins Auge: die Materialqualität. Während die Gradient Signe auf edles Aluminium setzt, besteht die Hue Play aus Kunststoff und wirkt dadurch etwas fragiler. Den Hinweis des Herstellers, die Leuchte nicht am Stab zu greifen, sollte man hier besonders beherzigen. Zudem gibt es die Signe inzwischen auch in Weiß oder Holzoptik, während die Hue Play zum aktuellen Zeitpunkt nur in Schwarz erhältlich ist.
Der Namenszusatz “kompakt” unseres Testmodells wirkt im Serienvergleich etwas übertrieben, da sowohl der Größen- als auch der Preisunterschied zur großen Variante nur marginal ausfällt. Beide lassen sich ideal neben dem TV-Schrank aufstellen, um das Heimkino mit stimmig synchronisierter Beleuchtung zum Bildinhalt aufzuwerten – mehr dazu im folgenden Abschnitt.
Das mitgelieferte Kabel fällt mit seinen 1,5 Metern Länge etwas kurz aus und hätte gerne noch ein paar Zentimeter mehr vertragen können, um entlegenere Steckdosen ohne Verlängerungskabel zu erreichen.
Dafür gibt es neue LED-Technik
Von der Materialwahl einmal abgesehen, hat das neuere Modell zudem designtechnisch die Nase vorn: Da die Signe-Serie deutlich älter ist, profitiert die Hue Play von einer moderneren Umsetzung der LED-Technik: Die einzelnen Abgrenzungen zwischen den verbauten Dioden sind hier noch weniger sichtbar, was für ein besonders homogenes Lichtbild sorgt.
Da das Licht der Lampe in der Praxis jedoch ohnehin meist direkt gegen die Wand gerichtet wird und als indirekte Beleuchtung dient, fällt dieser feine Unterschied im Alltag kaum ins Gewicht. Das Ergebnis überzeugt in beiden Fällen auf ganzer Linie. Die Farbdarstellung ist brillant und glänzt mit wunderbar nahtlosen Übergängen im Farbverlauf.
Welche Funktionen bietet die Hue Play Stehlampe Kompakt?
Beim Blick auf das Datenblatt fallen abseits der optischen LED-Umsetzung weitere Unterschiede auf, dennoch muss sich die günstigere Hue Play beim Funktionsumfang kaum vor dem Oberklasse-Modell verstecken. Bei der einstellbaren Farbtemperatur deckt sie ein breites Spektrum von 2200 bis 6500 Kelvin ab und kann warm- und kaltweiße Lichtszenen mit feinen Abstufungen darstellen. Die Gradient Signe reicht mit bis zu 2000 Kelvin zwar noch einen Hauch weiter in den ultrawarmen Bereich, die Unterschiede fallen im Alltag jedoch kaum auf.

Ein deutlicherer Leistungssprung zeigt sich hingegen bei der maximalen Helligkeit: Hier liefert die Gradient Signe je nach gewählter Lichtfarbe mehr als doppelt so viel Lichtleistung ab wie die Hue Play. Bei neutralweißem Licht (4.000 K) stehen satte 2.550 Lumen der Signe vergleichsweise überschaubaren 925 Lumen unserer kompakten Hue Play (bzw. 1.040 Lumen beim großen Modell) gegenüber.
Schaltet man auf warmweißes Licht (2.700 K) um, fällt die Leuchtkraft bei beiden Serien bauartbedingt leicht ab – auf 1.800 Lumen bei der Signe und knapp 880 bis 990 Lumen bei der Hue Play. Dass warmweißes LED-Licht etwas schwächer ausfällt, ist jedoch völlig normal, da bei der Filtrierung etwas Lichtleistung verloren geht. Als alleinige Hauptlichtquelle, um ein ganzes Zimmer hell auszuleuchten, eignet sich die Hue Play damit natürlich nicht. Für den vorgesehenen Einsatz als Akzent- und Umgebungslicht ist die Helligkeit aber allemal ausreichend.
Viel mehr oder weniger optionales Zubehör
In Sachen Smart-Entertainment lässt sich die Leuchte problemlos mit eurem Fernsehbild synchronisieren: Wie bei früheren Hue-Play-Geräten aus unseren Tests funktioniert das entweder klassisch über eine HDMI Syncbox oder inzwischen auch direkt per App auf unterstützten Smart-TVs von Samsung und LG. Ganz neu ist außerdem die Option der zur IFA vorgestellten Hue Screen Sync TV-Kamera, die Bildschirminhalte direkt erfasst und synchronisierte Hue-Leuchten entsprechend angleicht.
Diese letzte Option ist mit 120 Euro UVP eine (für Philips Hue Verhältnisse) günstigere Alternative zur HDMI-Syncbox für 150 Euro. Wer keinen kompatiblen Smart-TV besitzt kommt für synchronisierte TV-Beleuchtung in jedem Fall nicht um eine zusätzliche Investition von über 100 Euro herum.
Wenn zum TV-Bild passende Beleuchtung für euch keine Rolle spielt, genügt für die reine Steuerung bereits die Hue-App auf dem Smartphone. Hier lässt sich Farbe und Helligkeit der Leuchte aus einer riesigen Auswahl festlegen, die von bunten Neoneffekten bis hin zum dezenten Mix aus verschiedenen Weißtönen reicht.
Wer erweiterte Anpassungsmöglichkeiten, Raumpläne, Lichtszenen und Automatismen nutzen möchte, sollte die Lampe jedoch in eine Hue Bridge einbinden. Das ist vor allem dann besonders interessant, wenn ihr bereits mehrere Hue-Leuchten besitzt – treibt mit knapp 80 Euro jedoch den Preis des Leuchtsystems zusätzlich in die Höhe.
Fazit
Dass Philips mit einer günstigeren Budget-Serie nachlegt, war längst überfällig: Die Konkurrenz – allen voran Govee – mischt diese Preisklasse schließlich schon seit geraumer Zeit mit einem riesigen Sortiment an smarten Leuchten auf. Wie hart der Wettbewerb ist, zeigte erst kürzlich die Govee Floor Lamp 3 (ca. 135 Euro) bei uns in der Redaktion, die für einen ähnlichen Preis mit zusätzlichen Leuchtringen an der Ober- und Unterseite des Sockels noch mehr Lichtspielereien fürs Geld geboten hat. Zudem benötigt die Govee-Variante keine Bridge für den vollen Funktionsumfang.
Dennoch gelingt der Hue Play Floor Stehlampe kompakt ein rundum solider Einstand. Sie ist der ideale Einstieg für alle, die das beliebte Hue-Ökosystem und dessen TV-Synchronisation nutzen möchten, ohne gleich hoch dreistellig für die Signe-Serie ins Portemonnaie greifen zu müssen. Wer mit der geringeren Materialgüte und der schwächeren Maximalhelligkeit leben kann, bekommt ein stimmungsvolles Umgebungslicht zum fairen Preis.
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