Wir haben vier aktuelle Solid State Disks der Hersteller Mushkin, Intel, Patriot und OCZ Technology eingeladen, einmal auf unserem Prüfstand vorbei zu schauen. Dabei ging es neben guten Transferleistungen vor allem darum, welche SSD das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen kann.
Alle vier getesteten Laufwerke sind bereits weiter entwickelte Versionen ihrer Vorgänger. Es wird also spannend zu sehen, ob wirklich alle Kinderkrankheiten kuriert worden sind oder ob sich an der ein oder anderen Stelle immer noch bzw. neue Schwachstellen finden lassen.
Einleitung
Vorne weg möchten wir erwähnen, dass dieser Test nicht in erster Linie dazu da sein soll, den Leser sofort zum Umstieg auf SSDs zu bewegen. Viel mehr möchten wir die Vor- und Nachteile dieser noch recht jungen Speichertechnologie anhand von aktuell erhältlichen Produkten aufzeigen.
Die folgende Auflistung zeigt alle getesteten Laufwerke.
Diese Modelle wurden geprüft:
- Patriot Memory Torqx 128 GB (PFZ128GS25SSDR)
- Intel X-25M G2 Postville 80 GB (SSDSA2M080G2GC)
- Mushkin IO Series 128 GB (MKNSSDIO128GB)
- OCZ Technology Agility 120 GB (OCZSSD2-1AGT120G)
Hier gelangen Sie zum ersten Teil unseres SSD Vergleichs, wo wir vier weitere SSDs getestet haben.
Technischer Überblick
Schon anhand der technischen Daten wird einem aber schnell bewusst, dass beide Massenspeicher auf völlig unterschiedlichen Konzepten setzen: So fehlt bei den SSDs z.B. die Angabe über die Rotationsgeschwindigkeit der verbauten Platten (Magnetscheiben). Dies ist auch kein Wunder, weil eine SSD im Vergleich zur HDD komplett auf mechanische Bauteile verzichtet, die in irgendeiner Weise am Datenspeicher- und Leseprozess teilhaben. Dadurch wird eine SSD extrem beanspruchbar, was äußere Umwelteinflüsse angeht und ist durch ihren rein elektronischen Aufbau gegen schwere Stöße und extreme Temperaturen resistent. Zudem ist eine SSD komplett lautlos und ermöglicht so den Aufbau von lautlosen Computern. Durch den Wegfall der beweglichen Komponenten (Scheiben, Lesekopf) soll ebenfalls eine höhere Lebenszeit des Massenspeichers möglich werden, da der mechanische Verschleiß infolgedessen wegfällt.
Mit den beweglichen Teilen verzichtet eine Solid State Disk also auch auf die magnetische Speichertechnologie, bei der ein Lesekopf über die magnetische Speicherscheibe (kurz Plattern) läuft und mithilfe eines Lese- und Schreibkopfes die darauf befindlichen Daten liest oder verändert. Stattdessen kommen im Inneren einer solchen SSD Flashspeicherbausteine zum Einsatz, wie wir sie seit Jahren in Speicherkarten für Kamera und MP3-Player verwenden. Die in den SSD eingesetzten Chips sind in der Regel nur um einiges leistungsfähiger, was den Datendurchsatz anbelangt.
Wie auch eine Speicherkarte verfügt eine SSD über einen Controller, der alle Datenzugriffe steuert und koordiniert und so wundert es nicht, dass die Leistung des Controllers maßgeblich über die Geschwindigkeit einer SSD entscheidet. Ein wichtiges Kaufkriterium ist also ein guter Chipsatz, gepaart mit schnellen Speicherzellen – dazu kommen wir jetzt.
SLC oder MLC ?
Die Multi Level Cell, besitzt, wie der Name schon erahnen lässt, die Fähigkeit mehrere Bits in einer einzelnen Zelle zu speichern. Daraus resultieren eine höhere Speicherdichte und geringere Produktionskosten, was zu nächst einmal zwei positive Faktoren für den Kunden sind. Der Nachteil der Speicherung in MLC-Zellen liegt in ihrem Aufbau, der durch das annehmen mehrerer Bits extrem komplex wird. Der Controller muss so spezielle aufwändige Verfahren unterstützen, um den Inhalt einer MLC- Speicherzelle zu bewerten und zu verändern. Durch die hohe Datendichte kommt es außerdem schneller zu Fehlern, was wiederum komplexere und bessere Fehlerkorrekturmechanismen erfordert, die meistens zur Lasten der Geschwindigkeit der SSD arbeiten. Zwar verfügen auch SSDs auf Basis von SLC-Zellen über eine Fehlerkorrektur, das Lesen und Verändern der Daten geht aber schneller, da jede Zelle nur ein eindeutiges Bit beherbergt.
Ob nun MLC- oder SLC-Zellen vorzuziehen sind, ist schwer zu beantworten. Es gibt Nutzer, die schwören auf SLC-Speicher und sprechen immerzu gegen MLC-Produkte an, obwohl sich an diesen, seit Markteinführung der ersten MLC-Produkte, viel getan hat. So sind die Controller schneller und intelligenter geworden und ermöglichen die Produktion von MLC-SSDs, die im Vergleich zu SLC-Produkten relativ günstig zu erwerben sind. Unsere Testprodukte setzen ausschließlich auf MLC-Zellen. In unserem Test konnten wir bis auf eine Ausnahme keine Fehler oder Aussetzer feststellen.
Die Haltbarkeit, die bei Speicherzellen in möglichen Lese- und Schreibzyklen gemessen wird, soll bei MLC-Zellen allerdings nicht so hoch sein, wie bei Laufwerken auf SLC-Basis. Für Anwendungen mit hohen Schreibaufkommen, wie es zum Beispiel in Servern der Fall ist, sind zurzeit also klar SLC-Zellen vorzuziehen.
Die Fehlerkorrektur von Solid State Disks arbeitet so, dass die Dateien aus fehlerhaften Bereichen (Zellen) in funktionierende Zellen verschoben werden. Die kaputte Zelle wird dann von der Speicherung der Daten ausgeschlossen und eine neue Zelle nimmt ihren Platz ein. So nimmt mit theoretisch mit der Betriebsdauer einer SSD zwar der nutzbare Speicherplatz ab, die Datensicherheit bleibt aber auf gleichem Niveau. Heutige Festplatten nutzen im Übrigen ein ähnliches Verfahren, in dem kaputte Sektoren als unbrauchbar markiert werden.
Allgemeines zu den Produkten
Patriot Memory Torqx 128 GB
Spezifikationen:
Speicherkapazität nominell | 128 GB |
Kapazität unter Windows | 119,24 GB |
Schnittstelle | S-ATA 2 |
Zellentyp | MLC |
Controller | Indilinx |
Cache | 64 MB |
Preis | |
Geschindigkeit laut Hersteller (bis zu) | Lesen 260 MB/s – Schreiben 180 MB/s |
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis | -39,8 % (186,4 MB/s) | -34,9 % (133,4 MB/s) |
Formfaktor | 2,5 Zoll |
Abmessungen | 99,88 x 69,63x 9,3 mm |
Gewicht | 91 Gramm |
Modellnummer | PFZ128GS25SSDR |
Lieferumfang
- Solid State Disk
- Kurze Anleitung
- Adapter für die Montage im 3,5 Zoll Schacht
OCZ Technology Agility 120 GB
Spezifikationen:
Speicherkapazität nominell | 120 GB |
Kapazität unter Windows | 119,24 GB |
Schnittstelle | S-ATA 2 |
Zellentyp | MLC |
Controller | Indilinx |
Cache | 64 MB |
Preis | |
Geschindigkeit laut Hersteller (bis zu) | Lesen 230 MB/s – Schreiben 135 MB/s |
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis | -22,4 % (187,9 MB/s) | + 3,4 % (139,8 MB/s) |
Formfaktor | 2,5 Zoll |
Abmessungen | 99,8 x 69,63x 9,3 mm |
Gewicht | 77 Gramm |
Modellnummer | OCZSSD2-1AGT120G |
Lieferumfang
- Solid State Disk
- Kurze Anleitung
Intel Postville G2
Spezifikationen:
Speicherkapazität nominell | 80 GB |
Kapazität unter Windows | 74,53 GB |
Schnittstelle | S-ATA 2 |
Zellentyp | MLC |
Controller | Intel |
Cache | 64 MB |
Preis | |
Geschindigkeit laut Hersteller (bis zu) | Lesen 250 MB/s – Schreiben 70 MB/s |
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis | -30,6 % (191,4 MB/s) | +21,8 % (89,5 MB/s) |
Formfaktor | 2,5 Zoll |
Abmessungen | 70 x 9,5 x 100 mm |
Gewicht | 73 Gramm |
Modellnummer | SSDSA2MH080G2C |
Lieferumfang
- Solid State Disk
- Kurze Anleitung
Mushkin IO Series 128 GB
Spezifikationen:
Speicherkapazität nominell | 128 GB |
Kapazität unter Windows | 119,23 GB |
Schnittstelle | S-ATA 2 |
Zellentyp | MLC |
Controller | Indilinx |
Cache | 64 MB |
Preis | |
Geschindigkeit laut Hersteller (bis zu) | Lesen 250 MB/s – Schreiben 180 MB/s |
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis | -32,6 % (188,6 MB/s) | -19,8 % (150,3 MB/s) |
Formfaktor | 2,5 Zoll |
Abmessungen | 69,85 x 100 x 9,5mm |
Gewicht | 70 – 80 Gramm |
Modellnummer | MKNSSDIO128GB |
Lieferumfang
- Solid State Disk
- Kurze Anleitung
- Robuster Aluminiumkoffer zum Transportieren
Testsystem
- Prozessor: Intel Core 2 Duo E6550 2,33 GHz
- Ram: 4096 MB Patriot Memory DDR2 1066 MHz
- Systemfestplatte: Western Digital WD6400AAKS S-ATA 2
- Mainboard: Foxconn P35A
- Grafikkarte: MSI GeForce 8600GTS
- Betriebssystem: Windows Vista x64 Ultimate SP 2 / Windows 7 x64 Ultimate Build 7000
- Netzteil: Seasonic M12 Power 600 Watt
HD Tach RW
Das Tool HD Tach RW ermöglicht die einfache Bestimmung der durchschnittlichen Schreib- und Lesegeschwindigkeit eines bestimmten Datenträgers. Ebenfalls werden die durchschnittliche Zugriffszeit sowie die Burstrate gemessen. Beim Burstrate-Test werden die Daten direkt auch dem Cache des Controllers abgerufen, weshalb die Werte oftmals weit über den anderen Benchmarkergebnissen liegen.
HD Tune Pro
Die Software HD Tune Pro misst neben den oben schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.
HD Tune pro und HD Tach RW wurden unter Windows Vista x64 Ultimate SP2 ausgeführt.
HD Tune Pro
Die Software HD Tune Pro misst neben den oben schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.
HD Tune pro und HD Tach RW wurden unter Windows Vista x64 Ultimate SP2 ausgeführt.

Installation von Adobe InDesign CS4
Datei kopieren unter Windows Vista SP2
Zugriffszeiten
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Fazit
Zuerst einmal möchten wird deutlich betonen, dass sich fast alle Testkandidaten ohne Einschränkungen für den Einsatz als Systemfestplatte eignen. Auch wenn viele Meinungen im Internet zu finden sind, dass sich MLC-Speicherzellen leistungstechnisch nicht als Systemlaufwerk eignen, möchten wir dieser Ansage klar widersprechen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Für eine Überprüfung der Lebenserwartung fehlte uns allerdings zum einen die Zeit und zum anderen hatten wir kein passendes SLC-Laufwerk zur Hand, das als Vergleich hätte dienen können.
Ein Blick auf die Testresultate zeigt aber relativ deutlich, wie einfach die Solid State Disks die Samsung Festplatte hinter sich lassen. Um noch einmal die Tauglichkeit einer MLC-SSD als Systemlaufwerk aus geschwindigkeitstechnischer Sicht zu untermauern, muss an dieser Stelle klar gesagt werden, dass „selbst“ die schon recht betagte Samsung Festplatte eine vollkommen flüssiges Arbeiten unter Windows 7 Build 7000 ermöglichte.
Einen konkreten Sieger zu ermitteln fällt in diesem Fall sehr schwer. Die Laufwerke von Mushkin, OCZ Technology und Patriot Memory weisen alle eine verwendbare Kapazität von knapp 119 GB auf und liegen preislich alle zwischen 300 und 315 Euro. Lediglich der getesteten SSD aus dem Hause Intel standen nur 80 GB Speicherplatz zur Verfügung, was den Kaufpreis unter die 200 Euro-Marke fallen lässt.
Jedes der Geräte hat unseren Testparcours ohne jegliche Beanstandungen durchlaufen. Unserer Meinung nach wäre es ein Fehler, nun den Testsieger anhand des Vergleichs von einigen Sekunden Vorsprung zu ermitteln. Festzustellen ist jedoch, dass sich die neuere Generation von Solid State Disks im Leistungstest, gegenüber den im vorherigen Test überprüften Laufwerken, zum großen Teil verbessern konnten.
Möchte man nun tatsächlich einen Leistungssieger ermittel und schaut dabei auf die Benchmarkergebnisse, so würde der Testsieg wohl am ehesten der Mushkin IO Series SSD zufallen. Im Alltag sollte es aber keinen großen Unterschied machen, ob das Mushkin, das OCZ oder das Patriot Laufwerk zum Einsatz kommt. Alle drei, sind wie auch die Intel SSD, pfeilschnell und es macht richtig Spaß, damit zu arbeiten.
Wer die SSD allerdings nur als Systemlaufwerk nutzen möchte, dem sei aus Kostengründen die X-25M Postville G2 SSD aus dem Hause Intel ans Herz gelegt. Die Kapazität von 80 GB reicht in diesem Fall nämlich völlig aus und mit den so gesparten 120 € im Gegensatz zum 120 GB Laufwerk, ist bei Bedarf auch noch eine Version von Windows 7 drin.
Zu beachten ist in diesem Fall, dass die anderen Hersteller ihre SSDs meist auch in kleineren Ausführungen anbieten. Wir möchten allerdings über die hier geprüften 120GB-Versionen keine Rückschlüsse auf die Leistung ggf. verfügbarer kleinerer Versionen ziehen!
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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
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