Test: SSD Vergleich – Drei SSDs um 120 GB im Test

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Storage  / Nils Waldmann

F√ľr den herk√∂mmlichen Nutzer scheinen etwas √ľber 100 GB Speicherkapazit√§t f√ľr ein Systemlaufwerk in Zeiten von 3 TB gro√üen Festplatten unendlich wenig zu sein. Dabei bewiesen Solid State Disks in der Vergangenheit immer h√§ufiger, dass 120 GB ausreichen, um das System und alle gew√ľnschten Programme darauf unterzubekommen. Wir haben drei aktuelle Solid State Disk mit zwei Mal 120 und einmal 128 GB Speicherkapazit√§t genauer unter die Lupe genommen.

Einleitung

Die drei Laufwerke kommen von den Herstellern ADATA Technology, Mach Extreme Technology und Crucial. Im Konkreten handelt es sich um die folgenden Modelle:

  • A-DATA S511 Series SSD 120 GB (AS511S3-120GM-C)
  • Mach Xtreme Technology MX DS Turbo 120 GB (MXSSD3MDST-120G)
  • Crucial m4 SSD 128 GB (CT128M4SSD2)

W√§hrend die ersten beiden Kandidaten auf einen Chipsatz aus dem Hause SandForce, genauer gesagt der SF-2200-Familie, setzten, wurde die m4 von Crucial mit einem Marvell-Controller ausgestattet. Das bedeutet, dass lediglich dem Curcial Produkt ein zus√§tzlicher DDR-Cache zur Verf√ľgung steht. Die SandForce-Produkte verzichten traditionsgem√§√ü auf einen extra Cache-Speicher. In Sachen Flashbausteine sind alle Ger√§te mit MLC-NANDs ausgestattet, die im 25nm Verfahren hergestellt werden. Zudem besitzen alle drei Laufwerke eine S-ATA III-Schnittstelle, die eine theoretische Datenrate von bis zu 6 Gbit/s erm√∂glicht. Dadurch erreichen diese Solid State Disks wesentlich h√∂here sequenzielle Transferraten als die Vorg√§ngermodelle. Trotz allem k√∂nnen die drei Testkandidaten auch an einer S-ATA-Schnittstelle der √§lteren Generation betrieben werden, dann aber logischerweise mit Performance-Einbu√üen.

Wir m√∂chten Ihnen au√üerdem die folgenden Artikel ans Herz legen, sollten Sie gerade erst anfangen, sich mit Solid State Disk zu besch√§ftigen. Die Links f√ľhren Sie zu unserem Partnerportal SSD-Info.de, was sich ausschlie√ülich mit diesem Thema besch√§ftigt. Dort haben Sie zus√§tzlich die M√∂glichkeit, die verschiedensten Laufwerke anhand einer gro√üen Datenbank zu vergleichen und das f√ľr Sie passende Ger√§t auszuw√§hlen.

Im folgenden SSD Vergleich stellen wir die drei SSDs anhand ihrer technischen Daten und einigen Impressionen im Detail vor.

ADATA S511 Series SSD 120 GB

 

Lieferumfang

  • Solid State Disk
  • Kurzanleitung

 

Garantie

Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf das Laufwerk.

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell120 GB
SchnittstelleS-ATA 6 Gbit/s
ZellentypMLC
ControllerSandForce SF-2200
Cachenicht vorhanden
Preis~ 203 ‚ā¨
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)Lesen 550 MB/s – Schreiben 510 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis+1,68 % (559,24 MB/s) | -0,22 % (508,88 MB/s)
Radon 4K Lesen / Schreibenk.A./ 60.000 IOPS
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen100 x 69,85 x 9,5 mm
Gewicht76 Gramm
ModellnummerAS511S3-120GM-C
TRIM-BefehlJa
Verf√ľgbar in folgenden Kapazit√§ten60, 120, 240, 480 GB

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Mach Xtreme Technology MX DS Turbo 120 GB

Lieferumfang

  • Solid State Disk
  • Kurzanleitung

 

 

Garantie

Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf das Laufwerk.

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell120 GB
SchnittstelleS-ATA 6 Gbit/s
ZellentypMLC
ControllerSandForce SF-2281
Cachenicht vorhanden
Preis~ 185 ‚ā¨
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)Lesen 555 MB/s – Schreiben 510 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis+0,53 % (557,94 MB/s) | +0,74 % (513,75 MB/s)
Radon 4K Lesen / Schreiben85.000 / 45.000 IOPS
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen99.8 x 69.63 x 9.3 mm
Gewicht80 Gramm
ModellnummerMXSSD3MDST-120G
TRIM-BefehlJa

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Crucial m4 SSD 128 GB

Lieferumfang

  • Solid State Disk
  • Kurzanleitung

 Garantie

Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf das Laufwerk.

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell128 GB
SchnittstelleS-ATA 6 Gbit/s
ZellentypMLC (25nm, synchron)
ControllerMarvell 88SS9174-BLD2
Cache256 MB
Preis~ 156 ‚ā¨
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)Lesen 415 MB/s – Schreiben 175 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis+4,33 % (432,96 MB/s) | +13,62 % (198,84 MB/s)
Radon 4K Lesen / Schreiben40.000 / 35.000 IOPS
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen100,5 x 69,85 x 9,5 mm
Gewicht75 Gramm
ModellnummerCT128M4SSD2
TRIM-BefehlJa

Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts ist nat√ľrlich der Leistungstest. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgef√ľhrt, die das Leistungsverhalten der Solid State Disks in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss √ľber das Leistungsverhalten unter allt√§glichen Bedingungen, w√§hrend die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den SSDs herauskitzeln.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i5-2500K 3,3 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Exceleram DDR3 1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Corsair Force F40 SSD 40 GB
  • Mainboard: Asus P8Z68-V Pro
  • Grafikkarte: Intel CPU HD 3000 Graphics
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Testbetriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Antec High Current Gamer 900 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 4.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • ATTO Disk Benchmark 2.46
  • Futuremark PCMark 7
  • Adobe Reader 10.0.1
  • Itunes 10.4. x64
  • PC Mark 7 1.0.4
  • Avira AntiVir 10.2.0.728
  • WinRAR 4.01 x64

Synthetische Benchmarks

Den ersten Abschnitt unsere Leistungstest wird von den synthetischen Benchmark-Programmen abgedeckt. Dieser Art von Test bringt die Solid State Disk an ihre theoretischen Leistungsgrenzen. Im Alltag findet man derartige Lastsituation aber eher seltener vor. Trotz allem lassen synthetische Benchmarks einen sehr schönen Vergleich zu, da jeder Benchmark-Durchlauf gleich aufgebaut ist.

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verf√ľgt das Tool √ľber einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchl√§ufe gemittelt werden.

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ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 4KB und 8MB großen Blöcke dargestellt. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

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HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Sequenziell Lesen

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Real Benchmarks

Wesentlich interessanter f√ľr die sp√§tere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die real Test. Wie der Name schon sagt, √ľberpr√ľfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter allt√§glichen Bedingungen. Dazu geh√∂ren beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das √Ėffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. W√§hrend dieser Testdurchl√§ufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Wie die √úberschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die daf√ľr jeweils ben√∂tigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierf√ľr das PCMark 7, Itunes sowie der Adobe Reader.

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Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde √ľberpr√ľft wie schnell das getestete Laufwerk mit allt√§glichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar, einen vollst√§ndigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium sowie das gleichzeitige √Ėffnen der Programme Windows Media Player, Firefox, Itunes, PCMark 7 und Acrobat Reader herausgesucht. Zudem erfolgte die Messung der Dauer des Systemsstarts.

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Fazit

Die Findung eines passenden Fazits fiel in wenigen Fällen so schwer wie in diesem Test. In Sachen Verarbeitungsqualität können alle drei Testkandidaten punkten. Hier haben wir aber bisher auch noch kaum einen Ausrutscher erlebt, was die Qualität von SSD-Produkte anging.

In Sachen Lieferumgang gibt sich Curcials m4 als Minimalist. Lediglich die SSD sowie eine Kurzeinleitung lassen sich der Retail-Verpackung entnehmen. Bei den beiden anderen Probanden, befand sich zus√§tzlich ein Adapter zur Montage der Laufwerke in einem 3,5-Zoll-Platz in der Verpackung. Daf√ľr gibt es aber auch Unterschiede in der Preisgestaltung der Produkte.

Erwartungsgemäß liegt die Leistung der beiden Laufwerke auf Basis des SandForce-Controllers nah beieinander. Während die ADATA SSD bei sequenziellen Schreibvorgängen und Programminstallationen punkten kann, liegt die Stärke der MX DS Turbo eher beim Entpacken von Dateien. Bei zufälligen Zugriffen auf kleine Dateien gibt es Unterschiede, diese sind aber, je nach Benchmark, relativ unregelmäßig verteilt. Die Crucial m4 liegt leistungstechnisch, ganz abhängig von der Art des Testdurchlaufs, meist zwischen den beiden anderen Laufwerken, kann sich teils aber auch an die Spitze setzen. Lediglich bei sequenziellen Schreibvorgängen ist das Laufwerk deutlich langsamer als die SandForce-Konkurrenz. Im Alltagstest war dadurch aber kein langsameres Arbeiten nachzuweisen.

Insgesamt verf√ľgen alle drei getesteten Solid State Drives √ľber eine derma√üen hohe Performance, dass es im Alltags beinahe egal ist, welches Laufwerk man verwendet. Bei vielen Nutzern d√ľrfte sich das allt√§gliche Arbeiten am Computer so oder so auf einfache Anwendungen, wie E-Mail-Clients, Web-Browser oder Office-Programme beschr√§nken. Selbstverst√§ndlich stellen aber auch Spiele, Fotobearbeitung oder Video-Rendering keine Probleme f√ľr die neue S-ATA-3-Generation dar. Letztendlich entscheidet √ľber den Sieg in diesem Test einmal mehr der Verkaufspreis des Produktes. Mit einer durchweg guten Performance und einem aktuellen Stra√üenpreis von unter 150 ‚ā¨ geht unsere Preis-Leistungs-Award klar an die m4 von Crucial. Den Testsieg kann zu diesem Zeitpunkt die S511 von ADATA davon tragen, die zurzeit rund 169 ‚ā¨ kostet und neben hoher Leistung auch den gr√∂√üten Lieferumfang aufweist. Die von Mach Xtreme Technology unter der Bezeichnung MX-DS Turbo angebotene SSD ist zwar schnell, mit einem Preis von aktuell knapp 200 ‚ā¨ aber wesentlich teurer als die anderen beiden Laufwerke.

 

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Update: F√ľr die Crucial m4 sowie die Mach Xtreme Technology MX-DS Turbo sind nach unserem Test neue Firmware-Versionen erschienen, die die Leistung der Laufwerke teils deutlich erh√∂hen sollen. Wir bitten dies zu beachten.


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