Das Angebot an schnellen High-End-NVMe-SSDs wird immer größer. Auch Corsair mischt mit der Force Series MP510 kräftig mit. Wir haben den Test gemacht und Corsairs neue High-End-SSD getestet.

Überblick

Der für seine Gaming-Produkte und seinen Arbeitsspeicher bekannte Hersteller Corsair ist schon seit vielen Jahren im SSD-Bereich vertreten.

Das aktuelle Angebot an M.2-Laufwerken ist bisher überschaubar. Corsair-Kunden können an dieser Stelle zwischen zwei verschiedenen M.2-SSD-Familien wählen: Die Force Series MP300 SSD für den mittleren Leistungsbereich sowie die neue Force Series MP510, die sich an Enthusiasten richtet. In diesem Testbericht betrachten wir die MP510 SSD genauer.

Angeboten wird das neue Corsair M.2-Modul in vier verschiedenen Kapazitätsstufen von 240 GB, 480 GB, 960 GB und 1,92 TB. Für unseren Test haben wir das zweitgrößte Modell mit einer Kapazität von 960 GB herangezogen und es mit anderen Laufwerken derselben Kapazitäts- und Leistungsklasse verglichen.

Unter der Haube

Die Basis der Corsair Force Series MP510 SSD ist das schwarze PCB, welches von einem Aufkleber mit silberner Schrift geziert wird. Darunter arbeitet ein Phison E12 Controller, der das Gehirn des Laufwerks darstellt. Konkret handelt es sich um den PS5012-E12 Chipsatz, der acht Kanäle zur NAND-Anbindung bereitstellt. Unterstützt wird der Controller von 512 MB DDR-Cache zur Zwischenpufferung.

Der NAND stammt aus dem Hause Toshiba. Hier kommt die aktuellste BiCS3 3D-NAND-Technologie der Japaner zum Einsatz, die mit 64 Layern arbeitet. Angesprochen werden die Flashs-Speicherchips im TLC-Verfahren. Die Integration eines SLC-Cache ist daher für ein High-End-Laufwerk selbstverständlich.

Die Anbindung an den Computer findet über PCIe 3.0 x4 statt. Intern verwendet die SSD das aktuelle NVMe 1.3 Protokoll. Auf den Einsatz eines Kühlkörpers verzichtet der Hersteller bei der MP510 Serie vollständig. Dadurch ist das Laufwerk mit knapp 3 mm in der Höhe sehr flach und sollte ohne Probleme in Notebooks Platz finden. Corsair liefert die Force Series MP510 SSDs mit einer Garantie von fünf Jahren aus.

In Kürze

Du hast es gerade eilig und musst nur die „Hot Facts“ zur neuen Corsair Force Series MP510 SSD wissen? Here you go!

Die Corsair Force Series MP510 SSD…

  • … basiert auf dem Phison PS5012-E12 Controller und verwendet zusätzliches DRAM-Caching.
  • … speichert die Daten auf der aktuellsten Generation von Toshiba BiCS3 3D-NAND (TLC).
  • … kommt als M.2-Modul mit PCIe 3.0 x4 Anbindung daher.
  • … verfügt über einer Hardwareverschlüsselung.
  • … verzichtet auf den Einsatz eines externen Kühlkörpers und ist somit nur 3 mm dick.
  • … gibt es in vier Kapazitätsvariante von 240, 480, 960 und 1.920 GB zu kaufen.
  • … kommt mit einer fünfjährigen Garantie.

Leistungstest

Natürlich interessiert bei SSDs hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die neue Corsair Force Series MP510 SSD mit 960 GB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben. Als Vergleich haben wir die WD Black SN750 NVMe SSD 1 TB, die Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB, die Patritot Viper VPN100 SSD mit 1 TB sowie die ADATA XPG Gammix S11 Pro mit 1 TB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz (Coffee Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus X Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • RAM: GeiL EVO X 16 GB
  • Systemlaufwerk: Crucial BX300 (500 GB)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1070 Ti EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Thortech Thunderbolt 650 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune PRO 5.7
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • Crytsal Disk Mark 6 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • iTunes
  • WinRAR 5.1

*mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet. 

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune PRO

Die Software HD Tune PRO misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 PRO x64 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Tests wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastisches Beispiel haben wir uns das Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

Bewertung der Ergebnisse

Schauen wir uns zu guter Letzt noch die im Leistungstest ermittelten Ergebnisse ein wenig genauer an. Wie immer beginnen wir mit den sequenziellen Zugriffen.

Geht es um das Lesen von Daten, muss sich die Force Series MP510 SSD den meisten Konkurrenten geschlagen geben, auch wenn die Unterschiede gering sind. Beim Schreiben ist das Corsair Laufwerk zügig unterwegs und knackt mühelos die 2.500 MB/s-Grenze.

Müssen nicht-komprimierbare Daten sequenziell gelesen werden, liefern sich alle fünf SSDs in unserem Vergleich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beim Schreiben kann die Corsair Force Series MP510 SSD das Rennen klar für sich entscheiden und erreicht mit über 1500 MB/s Bestwerte.

Beim zufälligen Lesen verschiedener Dateiblöcke ist die Corsair SSD im Mittelfeld unterwegs und arbeitet flott. Beim zufälligen Schreiben erreicht das Laufwerk sehr hohe Werte und spielt an der Spitze des Vergleichs mit.

Alle Praxistests werden von der Corsair Force Series MP510 SSD mit 960 GB zügig und ohne Probleme erledigt. Wie alle aktuellen NVMe-SSDs hat das M.2-Modul keine Probleme Daten für blitzschnelle Anwendungsstarts bereitzustellen. Wer mit seinem Computer nur alltägliche Dinge erledigt, sollte darüber nachdenken, ob die enorme Leistung der Force Series MP510 SSD überhaupt notwendig ist. Gamer und Videoprofis freuen sich hingegen mit Sicherheit über jedes weitere MB/s.

Corsair Force MP510 Thermal Shot

Dass die Module der Corsair Force Series MP510 ohne Kühlkörper ausgeliefert werden, zeigt sich auch in den Ergebnissen unserer Temperaturmessung. Genau 80°C haben wir unter Volllast im Bereich des Phison Controllers gemessen. Das ist schon ziemlich warm, liegt aber noch nicht im kritischen Bereich, in dem der Controller anfangen würde, die Leistung der SSD zu drosseln.

Fazit

Mit der neuen Force Series MP510 SSD liefert Corsair ein solides M.2-Laufwerk ab. Das Solid State-Modul wird ohne Kühlkörper geliefert, was eine sehr flache Bauweise erlaubt. Die Temperaturen unter hoher Last sind entsprechend hoch, liegen allerdings noch im unkritischen Bereich.

In unserem Leistungstest erreicht das 960-GB-Modell der Force Series MP510 sehr gute Werte. Das Laufwerk zeigt sich dabei vor allem im Schreibbetrieb von seiner starken Seite. Aus Leistungssicht machen Interessenten daher nichts falsch, wenn sie sich für die neue Highend-SSD von Corsair entscheiden.

Auch preislich gelingt Corsair eine sehr attraktive Positionierung, die durch die fünfjährige Garantie unterstrichen wird. Knapp 178 Euro werden derzeit für das Modell mit 960 GB fällig. Die Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB gibt es ab 220 Euro zu kaufen, die ADATA Gammix S11 Pro 1 TB kostet ebenfalls nur 177 Euro. Die Western Digital WD Black SN750 NVMe SSD mit 1TB ist mit einem Straßenpreis von 226 Euro aktuell am teuersten. Alle Laufwerke kommen mit 5 Jahren Garantie. Die Patriot Viper VPN100 1 TB SSD ist derzeit noch schlecht erhältlich und wird mit einer UVP von 229 Euro beworben. Hier beträgt die Garantiezeit nur drei Jahre.

Pro

  • hohe Gesamtleistung
  • vor allem bei Schreibvorgängen sehr schnell
  • NVMe 1.3
  • flache Bauweise
  • 5 Jahre Garantie
  • attraktiver Preis

Contra

  • relativ hohe Temperatur unter Volllast

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