Egal ob Fotos, Videos oder Musik: Wer seine Medien in hoher Qualität speichern will, braucht eine Menge Speicherplatz. WD hat mit der neuen WD Red 12 TB Festplatte ein Laufwerk im Angebot, das diesen hohen Kapazitätsanforderungen gerecht werden soll. Wir haben den Test für euch gemacht.

Überblick

Wie auch in der Vergangenheit, bietet WD mit den Festplatten der Red-Serie spezielle HDDs für den Einsatz in NAS-Serverumgebungen an. Ebenfalls bekannt ist bereits die Trennung in Red und Red Pro Laufwerke. Während die Red-Serie für Systeme mit bis zu 8 Laufwerksschächten konzipiert ist, kann die Red Pro Serie mit dynamischer Spindelbalancierung in Laufwerksverbunden mit bis zu 24 HDDs eingesetzt werden.

In diesem Test wollen wir uns den neusten Vertreter und zugleich das neue Familienoberhaupt der WD Red Serie (ohne Pro) genauer ansehen: Die WD Red mit 12 TB Speicherkapazität.

Weiterhin gibt es die NAS-HDDs von WD in der einfachen Red-Variante mit 1, 2, 3,4, 6, 8 und 10 TB zu kaufen. Das von uns getestete 12-TB-Modell ist die neueste Ergänzung der Serie. Auch die Red Pro Serie ist im Übrigen ab sofort mit 12 TB als Einzellaufwerk erhältlich.

Unter der Haube

Die neue WD Red 12 TB arbeitet mit einer Spindelgeschwindigkeit von 5.400 U/Min. Damit stellt WD einen sehr leisen Betrieb sicher und sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Wärmeentwicklung stark in Grenzen hält. Das ist vor allem für kompakte NAS-Server wichtig, um eine adäquate Kühlung sicherzustellen. Zudem bedeutet weniger Verlustwärme auch immer weniger Energiebedarf, was bei einem Dauerläufer – wie einem NAS – grundsätzlich zu begrüßen ist.

Das neue 12-TB-Modell kann auf 256 MB Cache-Speicher zurückgreifen. Angebunden wird die Festplatte über die SATA 6 GBit/s-Schnittstelle. Die Daten werden im bekannten Conventional Magnetic Recording Verfahren auf den Plattern gespeichert. Bei der enorm hohen Speicherdichte verwendet die Festplatte natürlich 4-KB-Sektoren.

WD RED 8 TB - Rückseite

Als Besonderheit der WD Red Serie setzt Western Digital auf die NASware 3.0 Software, welche die Verwendung des Laufwerkes im RAID-Verbund optimiert. Insbesondere sorgt der NASware 3.0-Algorithmus dafür, dass die Festplatten innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Anfragen des RAID-Controllers beantworten und so der RAID-Verbund nicht aufgrund einer verzögerten Antwort eines einzelnen Laufwerks degradiert wird. Das ist ein Problem, welches vermehrt dann auftritt, wenn Desktop-HDDs in NAS-Servern mit vielen Laufwerken im RAID betrieben werden.

Selbstverständlich ist die WD Red 12 TB, wie alle anderen WD Red Laufwerke, für den Dauerbetrieb ausgerüstet. WD empfiehlt den Einsatz von maximal acht Laufwerken im Verbund. Damit lassen sich dank das neuen 12-TB-Modells nun Gesamtkapazitäten von 96 TB realisieren.

Die WD RED 12 TB in Kürze

Zeit ist Geld! Für alle unsere Leser, die es besonders eilig haben, sind hier die wichtigsten Eigenschaften der neuen WD Red 12 TB kompakt zusammengefasst.

Die WD Red 12 TB Festplatte…

  • … arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 5.400 U/Min.
  • … verfügt über 256 MB Cache-Speicher.
  • … kann mit bis zu 8 Laufwerken im Verbund betrieben werden.
  • … ist speziell für die Verwendung mit NAS-Systemen im Dauerbetrieb ausgelegt.
  • … verfügt über die NASware 3.0 Software, welche für den RAID-Betrieb optimiert ist.
  • … bietet eine hohe Kompatibilität zu NAS-Servern von verschiedenen Herstellern.
  • … ist für eine Workload von bis zu 180 TB pro Jahr ausgelegt.
  • … nimmt durchschnittlich 2,9 W Leistung im Leerlauf und 6,3 W beim Lesen/Schreiben auf.
  • … wird mit einer Garantie von 3 Jahren ausgeliefert.

Leistungstest

Natürlich soll der Hauptteil dieses Testberichtes aus der Leistungsmessung der neuen WD Red Festplatte mit 12 TB bestehen. Dazu haben wir verschiedene Benchmark-Tools verwendet, die sowohl die sequenzielle Transferleistung, als auch die Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen messen. Als Vergleich haben wir die WD RED 10 TB“ sowie die Seagate IronWolf Pro 12 TB“, Seagate SkyHawk 14 TB und die Seagate IronWolf Pro 16 TB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz (Coffee Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus X Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • RAM: GeiL EVO X 16 GB
  • Systemlaufwerk: Crucial BX300 (500 GB)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1070 Ti EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Thortech Thunderbolt 650 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.7
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • Crytsal Disk Mark 6 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05

“ = mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst, neben den schon erwähnten Parametern, ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.







A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer Festplatte. Darüber hinaus werden Zugriffszeit gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.



ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer Festplatte zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten.





Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.



Zugriffszeiten

Im Bereich der SSDs beinahe zu vernachlässigen, spielen Zugriffszeiten bei Festplatten nach wie vor eine wichtige Rolle. Gemessen haben wir diese mit dem A.S. SSD Benchmark sowie HD Tune Pro.



Bewertung der Ergebnisse

Betrachten wir noch kurz die Ergebnisse im Zusammenhang. Im Allgemeinen lassen sich die gemessenen Leistungsdaten als unauffällig beschreiben. Die WD Red 12 TB liegt in allen Tess knapp hinter oder auf Augenhöhe mit dem WD Red 10-TB-Modell. WD selbst gibt für das 10-TB-Modelle eine etwas höhere maximale Geschwindigkeit bei sequenziellen Transfers an. Somit ist der geringe Leistungsvorsprung der kleineren 10-TB-Festplatte vor der WD Red 12 TB zu erklären.

Auch bei den zufälligen Zugriffen (egal, ob lesend oder schreibend), zeigt die WD Red 12 TB das typische Leistungsprofil einer modernen Festplatte mit 5.400 U/min.

An die zum Vergleich abgebildete Konkurrenz in Form der IronWolf Pro 12 TB und 16 TB kommt die WD Red nicht heran. Der direkte Vergleich ist hier aber auch nicht zielführend, da es sich bei der Seagate IronWolf Pro Serie um Laufwerke mit einer Spindelgeschwindigkeit von 7.200 U/min handelt, die eigentlich in der Leistungsklasse der WD Red Pro spielen. Wir haben uns dazu entschieden die Daten trotzdem mit aufzunehmen, weil sie sehr schön zeigen, welche Vorteile 7.200-U/min-HDDs in Bezug auf zufällige Lese- und Schreibzugriffe haben. Wer sein NAS nur als Datenspeicher für Filme und Fotos benutzt und keine Datenbanken darauf laufen lässt, muss sich darum aber weniger Gedanken machen.

Insgesamt ist die gemessene Transferleistung als sehr solide zu bezeichnen und spiegelt das wider, was wir von den Festplatten der WD Red Serie gewohnt sind.

WD Red 12TB Wärmeentwicklung Oberseite
WD Red 12TB Wärmeentwicklung Seite

Die Temperaturentwicklung des Laufwerkes ist - WD Red typisch - extrem gering. Neben einer hohen Laufruhe, auch bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen - bleibt das Laufwerk auch unter Last schön kühl. Wer in seinem NAS einen aktiven Lüfter verwendet, braucht sich auch im Sommer keine Gedanken über zu hohe HDD-Temperaturen machen.

Fazit

Mit der WD Red 12 TB stellt Western Digital speicherhungrigen Anwendern noch mehr Speicherplatz pro Laufwerk bereit. Wer aktuell dabei ist ein Hochkapazitäts-NAS-Server aufzubauen, freut sich natürlich über maximalen Speicherplatz pro Laufwerk.

Die Verarbeitungsqualität des neuen 12-TB-Modells ist über jeden Zweifel erhaben und gibt keinen Grund zur Beanstandung. Dasselbe gilt für die solide und sehr konstante Lese- und Schreibleistung der WD Red 12 TB Festplatte.

Preislich müssen potenzielle Kunden aktuell etwas tiefer in die Tasche greifen – ganz normal für Einzellaufwerke mit hoher Speicherdichte. Knapp 432 Euro* werden zurzeit für die WD Red 12 TB* fällig. Zum Vergleich: Die Seagate IronWolf 12 TB* (ohne Pro) gibt es bereits ab 350 Euro*. Wer direkt zur WD Red Pro 12 TB* greifen will, muss knapp 518 Euro pro HDD investieren.

Anwender, die maximal viel Speicher für ihr Geld bekommen wollen und auf WD Red Platten setzen, sind daher aktuell mit der (schnelleren) 10-TB-Varianten nach wie vor günstiger unterwegs: Hier gibt es 10 TB für knapp 311 Euro*.

HDDs
Allround-PC.com
10/2019
WD Red 12 TB
Empfehlung

Pro

  • hohe Lese- und Schreibraten
  • hohe Speicherdichte
  • leiser und kühler Betrieb
  • geeignet für Dauerbetrieb und RAID

Contra

  • deutlicher Aufpreis für hohe Kapazität

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