Mit der ICY BOX IB-1922MF-C32 hat der Speicherspezialist RaidSonic ein neues externes Gehäuse für NVMe-SSDs im Angebot, das nun auch direkt mit einer integrierten SSD ausgeliefert wird. Wir haben die externe 960-GB-SSD mit 20 Gbit/s-Anbindung für euch getestet.

Überblick

RaidSonic ist schon seit vielen Jahren im Geschäft und für seine flexiblen Lösungen rund um Speichertechnologien bekannt. Auch das NVMe-Zeitalter ist nicht an dem Hersteller vorbeigegangen und so gibt es diverse Gehäuse zum Selbstbau eigener externer SSD-Lösungen im Portfolio. An dessen Spitze steht aktuell die ICY BOX IB-1922MF-C32, die mit einer aktiven Kühlung ausgestattet ist, um auch Highend-NVMe-SSDs effektiv kühlen zu können.

Seit Neustem bietet RaidSonic das IB-1922MF-C32 Gehäuse jedoch nicht mehr nur als Case zum Selbstbestücken an, sondern liefert die ICY BOX auch mit einem verbauten Laufwerk als fertige externe SSD aus. Genau diese Version mit einer Speicherkapazität von 960 GB haben wir uns in diesem Artikel für euch angesehen. Preislich liegt das Leergehäuse bei 50-60 Euro*, inklusive 960 GB SSD kostet das Set bei Amazon beispielsweise 199 Euro*.

IB-1922MF-C32: Design und Verarbeitung

Die ICY BOX IB-1922MF-C32 macht schon auf den ersten Blick einen sehr wertigen Eindruck. Das Gehäuse ist in einem hellen Grau gehalten und besteht nahezu vollständig aus Aluminium. Diese Materialwahl ist dabei kein Zufall, denn RaidSonic hat sich beim IB-1922MF-C32 einer möglichst guten Wärmeabfuhr der verbauten NVMe-SSD verschrieben. Und das hat auch seinen Grund.

Moderne NVMe-SSDs entwickeln unter Last – und vor allem im Schreibbetrieb – teils beträchtliche Abwärme, die sich nicht selten in Temperaturen von stellenweise über 90° C äußert. Damit das Laufwerk keinen Schaden nimmt, reduzieren moderne SSDs bei Erreichen einer vom Hersteller definierten Temperatur deshalb die Leistung. Eine gute Kühlung sorgt also zum einen dafür, dass die SSD möglichst lange lebt und stellt zum anderen sicher, dass die maximale Leistung möglichst konstant abgerufen werden kann.

Daten werden über USB Type C ausgetauscht.

Bei der ICY BOX IB-1922MF-C32 kommen dazu auf der Oberseite große Kühlrippen zum Einsatz, in die zusätzlich ein 30-mm-Lüfter eingelassen wurde. Dieser wird durch eine einfache Lüftersteuerung bei Bedarf zugeschaltet, und zwar immer dann, wenn das Gehäuse wärmer als 40° C wird. Der kleine Lüfter läuft dabei aber angenehm leise, sodass auch bei aktiver Kühlung der externen SSD weiterhin konzentriert gearbeitet oder gezockt werden kann. Das weitgehend kantige Design des externen Gehäuses wirkt schlicht und durch den Lüfter auf der Oberseite gleichermaßen interessant.

Die USB Type C Schnittstelle zur Verbindung mit dem Host-Gerät ist an einer der Stirnseiten eingelassen. Hier findet sich außerdem die Status-LED und ein kleiner Schalter, der einen elektrischen Schreibschutz aktiviert. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität der ICY Box IB-1922MF-C32 als sehr gut zu beschreiben. Das Gewicht von circa 160 g sorgt außerdem für eine solide Haptik, die den qualitativ hochwertigen Gesamteindruck unterstützt.

Die ICY BOX IB-1922MF-C32 unter der Haube

Die Außenhülle des externen Gehäuses scheint also sehr gelungen zu sein, noch interessanter ist aber vor allem, was RaidSonic im Inneren seiner externen SSD zum Einsatz bringt. Rein auf das Gehäuse beschränkt handelt es ich bei dem IB-1922MF-C32 um eine Lösung, die eine beliebige NVMe-SSD mit M.2-Schnittstelle in den Baugrößen 30/42/60/80 mm aufnimmt. Dabei kann die integrierte PCIe-zu-USB-Bridge Laufwerke mit einer Kapazität von maximal 2 TB adressieren. Angebunden wird die SSD intern über PCIe 3.0 x4. Der Chipsatz sorgt dann dafür, dass die interne PCIe-SSD über USB angesprochen werden kann.

Im Inneren der vorbestücken ICY BOX arbeitet eine NVMe-SSD mit Phison Controller.

Und hier setzt RaidSonic gleich aufs Ganze: Über USB Type C steht USB 3.2 2×2 (mehr dazu erfahrt ihr hier) mit bis zu 20 Gbit/s Bandbreite zur Verfügung. Damit hebt sich die ICY BOX IB-1922MF-C32 von anderen externen Laufwerken und Gehäusen ab, die lediglich USB 3 mit 10 Gbit/s bieten. Im Falle unseres Testmusters brauch sich der Käufer aber gar keine Gedanken über diese Dinge zu machen, denn RaidSonic stattet das Produkt ab Werk mit einer 960-GB-NVMe-SSD aus.

Hierbei handelt es sich um ein OEM-Modell, das in seinen Eigenschaften nahezu identisch mit der vor Kurzem von uns getesteten Pioneer NVMe SSD ist. Es ist also eine M.2-SSD auf Basis des Phison PS5012-E12S4 Controllers mit dediziertem DRAM-Cache und TLC-NAND. Insgesamt eine potente Konfiguration, die mehr als genug Leistung hat, um die 20 Gbit/s Bandbreite der USB 3.2 2×2-Verbindung auszureizen.

Die Montage einer SSD ist in wenigen Schritten erledigt.

Übrigens: Wer sich fragt, wie einfach sich das ICY BOX Gehäuse mit einem eigenen Laufwerk ausstatten lässt, dem können wir grünes Licht geben. Mit lediglich fünf Schrauben lässt sich das Gehäuse öffnen und die SSD im Inneren fixieren. Ein Wärmeleitpad stellt den Kontakt zwischen NVMe-SSD und Kühler her. Fertig. Der Anschluss an den Rechner erfolgt dann mithilfe des mitgelieferten USB-Kabels (Type C auf Type C).

Leistungstest

Um die Transferraten der RaidSonic ICY BOX IB-1922MF-C32 und der integrierten 960-GB-SSD zu ermitteln, haben wir verschiedene Benchmarks an einem geeigneten PC durchgeführt. Verwendete Tools sind Crystal Disk Mark und A.S. SSD Benchmark. Außerdem haben wir 13,2 GB an Dateien mit Dateigrößen zwischen mehreren Hundert MB und einigen GB auf die SSD geschrieben und davon gelesen.

Vergleichslaufwerke:

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i7-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64








Bewertung der Ergebnisse

Bleibt zum Schluss noch ein Blick auf die ermittelten Ergebnisse. Zunächst müssen wir vorwegschicken, dass RaidSonic für die ICY BOX mit integrierter NVMe-SSD selbst keine Transferraten angibt. In unserem Test hat sich aber gezeigt, dass die Kombination aus der verbauten NVMe-SSD und dem IB-1922MF-C32 Gehäuse durchaus mit andere Komplettlösungen von WD oder Seagate mithalten kann.

Der RaidSonic-Speicher erreicht sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben sehr gute Datenraten. Die Lösung ist aber insgesamt etwas schneller beim sequenziellen Schreiben, als beim Lesen. In diesem Modus haben wir über 2 GB/s gemessen. Damit gehört die ICY BOX zu den schnelleren Laufwerken in unserem Leistungsvergleich. An die Performance des Thunderbolt 3 Speichers von Samsung kommt aber auch RaidSonic nicht heran, denn Samsung hat bei der Portable X5 SSD mit 40 Gbit/s ganz einfach die doppelte Bandbreite zur Verfügung.

Neben der guten Performance geht auch das Kühlkonzept des Gehäuses auf. Der Lüfter lief während unseres Tests für den Großteil der Zeit. Dabei bewegt er die Luft aber so subtil, dass die SSD geräuschtechnisch nicht weiter auffällt. Nach einer halben Stunden Dauerlast (schreibend) haben wir maximal 34 °C an der Oberfläche der ICY BOX gemessen. Das ist vollkommen okay. Throttling durch zu hohe Temperaturn der SSD blieb ebenfalls aus. Es macht also offenbar Sinn, auch externe NVMe-SSD für konstante Höchstleistung zu kühlen.

Fazit

Mit der ICY BOX IB-1922MF-C32 inklusive integrierter NVMe-SSD hat RaidSonic einen interessanten externen SSD-Speicher auf den Markt gebracht. Das ICY BOX Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und besticht in unseren Augen durch ein schlichtes und intelligentes Design. Die aktive Kühlung hält die verbaute NVMe-SSD auch unter andauernder Last kühl genug, ohne dass es zur Leistungsdrosselung kommt. Der verbaute Chipsatz stellt über USB 3.2 (2×2) eine USB Type C Anbindung mit bis zu 20 Gbit/s bereit. Das reicht in der Praxis für Übertragungsraten von bis zu 2,1 GB/s.

Preislich müssen derzeit knapp 200 Euro* für die ICY BOX IB-1922MF-C32 inklusive 960-GB-NVMe-Drive eingeplant werden. Das Leergehäuse ist hingegen zur Bestückung mit einer beliebigen SSD für knapp 50 Euro zu bekommen. Zum Vergleich die Seagate FireCuda Gaming SSD mit 1 TB gibt es derzeit ab 198 Euro, die WD_BLACK P50 SSD mit 1 TB kostet circa 207 Euro. RaidSonic ist preislich also in guter Gesellschaft.

SSDs
Allround-PC.com
11/2020
RaidSonic ICY BOX IB-1922MF-C32 SSD
Empfehlung

Pro

  • sehr schnelles portables SSD-Laufwerk/Gehäuse
  • USB 3.2 Gen 2×2 Support
  • USB Type-C Schnittstelle
  • interessantes und trotzdem schlichtes Design
  • sehr gute Verarbeitung
  • gute Kühlwirkung bei geringer Geräuschkulisse
  • einfache Montage eigener SSDs

Contra


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