Mit der MX500 Serie hat Crucial vor knapp 5 Jahren eines seiner erfolgreichsten SSD-Produkte im SATA-Segment auf den Markt gebracht. Ab sofort gibt es die Crucial MX500 auch mit 4 TB. Wir machen den Test für euch.

Überblick

Seien wir ehrlich, spätestens seit es PCIe-4.0-SSDs mit Geschwindigkeiten jenseits der 7 GB/s gibt, sind SATA-SSDs eher unterrepräsentiert, wenn es um neue Produktvorstellungen der Hersteller geht.

Crucial MX500 SSD mit Mainboard und Verpackung.

Die Crucial MX500 wird über SATA 6 GBit/s mit dem Rechner verbunden.

Dabei haben SATA-Laufwerke in der überwiegenden Mehrheit wahrscheinlich noch die Nase vorne, wenn es um die reine Verbreitung der Technologie geht. Diese Tatsache macht neue SATA-SSDs auch nicht minder interessant, denn für viele ältere Computer sind sie die einzige logische Konsequenz, sobald ein Upgrade des Massenspeichers ansteht.

Es wundert daher nicht, dass Crucial seine mittlerweile 5 Jahre alte MX500 Serie noch einmal aktualisiert. Neben der bekannten MX500 Serie bietet Crucial auch weiterhin die günstigere BX500 an.

Verkauft wird die MX500 nach der kürzlich erfolgten Erweiterung also mit 250 GB, 500 GB, 1 TB, 2 TB und nun auch mit 4 TB* Speicherkapazität. Für diesen Test haben wir selbstverständlich die 4-TB-Varianten verwendet – alles andere wäre ja kalter Kaffee.

Apropos, unseren Testbericht der Crucial MX500 mit 500 GB aus 2018 findet ihr hier.

Die Crucial MX500 im Detail

Bei der Technik der neu aufgelegten SSD hat sich einiges getan. Statt des Silicon Motion SM2258H des MX500-Urmodells, kommt nun der neuere SM2259H Chip zum Einsatz.

Das ist insofern keine Überraschung, als dass die MX500 seit ihrem Refresh im April 2021 ebenfalls bereits auf diesen Controller setzt. Damals aktualisierte Crucial auch die Firmware und schwenkte von vormals 64-Layer-NAND auf den neueren 96-Layer-NAND von Micron um.

Überraschend ist jedoch, dass die neue 4-TB-Variante nun mit nur noch 512 MB DRAM-Cache auskommen muss. Laut Informationen im Netz hat Crucial hier an der Art und Weise geschraubt, wie das Adress-Mapping funktioniert und benötigt dafür nun deutlich weniger Speicher. Kostengründe dürften unserer Ansicht nach aber ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle gespielt haben.

Natürlich wurde auch bei der 4-TB-Variante der neuere NAND verbaut. Welcher Speicher hier genau zum Einsatz kommt, wird aber nicht genannt. In jedem Fall setzt die MX500 weiterhin auf TLC-Speicher und kauft sich damit nicht die Nachteile von QLC in Form der geringeren Haltbarkeit ein.

Ansonsten bleibt alles beim Alten: Ihr bekommt weiterhin ein 2,5-Zoll-Laufwerk mit einer Höhe von 7 mm und einer SATA-Schnittstelle. Ausgeliefert wird die Crucial SSD weiterhin mit 5 Jahren Garantie (beschränkt bis zur Erreichung der TBW-Angabe von 1 Petabyte).

Die Crucial MX500 mit 4 TB auf einen Blick

Im Folgenden also noch einmal zusammengefasst, was Käufer*Innen der neuen Crucial SSD erwartet.

Die Crucial MX500 4 TB…

  • … ist die neuste Ergänzung der beliebten MX500 Serie.
  • … setzt auf modernen TLC-NAND von Micron.
  • … kommt mit dem neuen Silicon Motion SM2259H Controller.
  • … muss mit weniger DRAM-Cache (512 MB) als die Ur-MX500 auskommen.
  • … hat eine Lebenserwartung von 1000 GB (TBW).
  • … wird per SATA 6 Gbit/s mit dem Computer verbunden.
  • … kommt mit einer beschränkten Garantie von 5 Jahren.

Leistungstest der Crucial MX500

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die neue Crucial MX500 mit 4 TB verschiedenen Tests unterzogen.

Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem

  • Prozessor: AMD Ryzen 5 3600 3,6 GHz, Turbo Boost aktiv, SMT aktiviert
  • Mainboard: MSI MEG X570 Godlike
  • Kühler: Arctic Freezer 33 eSports One
  • RAM: 16 GB Patriot Viper Steel Series DDR4 4.000 MHz
  • Systemlaufwerk: Samsung SSD 970 Pro (500 GB)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce RTX 2080 EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Enermax Platimax D.F. 600W

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • A.S. SSD Benchmark 2
  • Crytsal Disk Mark 7 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05

**mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen in der Legende unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmark ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.




ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.







Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, welches die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.




Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie ein Teil des Battle Field 5 Ordners mit einer Größe von 20,3 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Test mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 20,3 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigrößer wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.




Leistung im Zeitverlauf

Um die Leistung der SSD mit zunehmenden Füllstand zu simulieren, wird das Testlaufwerk fast vollständig mit zufälligen Daten (nicht komprimierter) gefüllt. Es verbleiben lediglich 10 GB freier Speicherplatz. Unter diesen Bedingungen werden die Tests mit dem Crystal Disk Mark wiederholt und die Ergebnisse verglichen.




Bewertung der Ergebnisse

Die Auswertung der Messergebnisse ergibt ein grundsätzlich positives Bild, dass mit einigen Auffälligkeiten gespickt ist.

Bei den sequenziellen Lese- und Schreibvorgängen verfehlt die Crucial MX 500 4 TB die Herstellerangaben ein wenig und arbeitet damit etwas langsamer als unser Vergleichslaufwerk der Ur-Generation (MX500 mit 500 GB, Modelljahr 2017). Diese Tatsache überrascht ein wenig, dürfte viele Anwender aber im Alltag nicht wirklich berühren.

Crucial MX500 SSD vor einem Mainboard

Die Crucial MX500 ist nur 7 mm hoch.

Ein ähnliches Bild sehen wir bei den zufälligen Zugriffen auf kleinere Blöcke. Auch hier liegt die MX500 mit 4 TB recht deutlich abgeschlagen hinter den anderen Laufwerken im Vergleich. Die Differenzen bei Lesezugriffen fallen hierbei stärker aus als bei Schreiboperationen.

Interessanterweise ist von diesem Verhalten in den praktischen Kopiertests nichts zu beobachten und die neue Crucial MX 500 mit 4 TB liefert solide Transferraten ab. Lediglich bei gleichzeitigen Lese- und Schreiboperationen bricht die Leistung stärker ein, als dies zu erwarten wäre.

Die Leistungseinbußen bei fast vollständiger Füllung des Laufwerks (10 GB freier Speicher) sind auf der anderen Seite zu vernachlässigen.

Unterm Strich liefert das Laufwerk aber trotzdem eine solide Performance ab, auch wenn Crucial die neue MX500 damit nicht zu den schnellsten SATA-SSDs zählen kann.

Fazit

Etwas überraschend hat Crucial seine MX500 Serie Anfang 2021 nicht nur einem technischen Refresh unterzogen, sondern ergänzt die Produktfamilie nun sogar nachgelagert um ein neues Topmodell mit mehr Speicherplatz.

Für Nutzer*innen, die auf der Suche nach einer kostengünstigen Speicherlösung mit bis zu 4 TB Kapazität sind, bedeutet dies gute Neuigkeiten.

Insgesamt können wir dem Laufwerk (wie auch schon dem 2017er-Modell) ein gutes Zeugnis ausstellen. In Sachen Leistung erlaubt sich Crucial auch nach den technischen Änderungen keine gröberen Schnitzer, dennoch ist das 4TB-Modell teilweise etwas langsamer als die Vorgängerin. Über den kleineren DRAM-Cache brauchen sich Normalanwender*Innen aber keine Gedanken machen.

Diese Tatsache gepaart mit einem aktuellen Preis von ca. 360 Euro* macht die Curcial MX500 4TB zu einer attraktiven Wahl. Damit setzt Crucial das Vermächtnis der MX500 Familie fort: Solide Leistung zum fairen Preis.

Übrigens, die Konkurrenz in Form der Samsung SSD 870 EVO 4TB (Test) ist mit circa 440 Euro* aktuell deutlich teurer, aber auch ein wenig schneller. Die Samsung SSD 870 QVO 4TB QLC (Test) gibt es derzeit ab etwa 320 Euro* zu kaufen, ihr nehmt dann aber die Nachteile einer geringeren Schreibgeschwindigkeit nach Füllung des SLC-Caches in Kauf.

SSDs
Allround-PC.com
10/2021
Crucial MX500 4 TB
Empfehlung

Pro

  • ordentliche Gesamtleistung
  • moderne NAND-Technologie
  • viel Speicherplatz
  • fairer Preis

Contra

  • beim DRAM gespart
  • etwas langsamer als Vorgängerin

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