Test: Patriot Viper VPR400 RGB SSD mit 1 TB – Bunt & schnell?

SSD-Power zum fairen Preis oder nur RGB-Geblinke?
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Technische Daten

Modell
VPR400
Speicherkapazität nominell
1 TB
Schnittstelle
PCIe 4.0 x4
Formfaktor
M.2 2280
Zellentyp
Micron 176 Layer TLC
Controller
Innogrit IG5220
Cache
N/A
Geschwindigkeit (bis zu)
4600 MB/s (Lesen) / 4400 MB/s (Schreiben)
Random 4K Lesen / Schreiben
600.000 / 500.000 IOPS
Modellnummer
VPR400-1TBM28H
Max. Leistungsaufnahme
(DeepSleep / Idle / Read / Max)

- mW/ - mW/ - mW / - W
Abmessungen
80 x 22 x 7 mm
Gewicht
25 g
Garantie
5 Jahre
Preis
ca. 156 Euro

Patriot Memory baut sein SSD-Angebot mit der neuen VPR400-Familie weiter aus. Das Besondere an dem Laufwerk: RGB-Fans kommen dank üppiger LED-Beleuchtung voll auf ihre Kosten. Wir machen den Test für euch.

Patriot Memory hat mit der neuen VPR400 SSD das nächste Laufwerk unter seinem Viper Gaming Label auf den Markt gebracht. Die VPR400 gesellt sich damit zu dem bereits bekannten Flaggschiffmodell VP4300 (zu unserem Testbericht) und der VPN100, welche die Einsteiger-Gaming-Option bei Patriot darstellt.

Das Besondere an der VPR400 ist so offensichtlich, dass es kaum noch erwähnt werden muss: Das M.2-Modul ist übersäet mit LED-Elementen, um das Laufwerk damit optimal in RGB-PC-Builds zu integrieren. In dieser Hinsicht folgt die neue 400ert-Reihe also auf die Viper VPR100, die ebenfalls bereits mit RGB-LEDs ausgestattet war, mittlerweile jedoch in Rente geschickt wurde.

Die neue VPR 400 RGB SSD in Aktion.
Die RGB-LEDs locken die Blicke auf sich.

In Sachen Speicherkapazität gibt Patriot an, dass die VPR400 mit 512 GB, 1 TB und 2 TB verfügbar ist. Zum Zeitpunkt unseres Testberichtes war die 2-TB-Version jedoch noch nicht erhältlich, daher bildet das Modell mit 1 TB die Grundlage für diesen Artikel.

Viper Gaming VPR400: Das steckt drin

Ohne Frage, die VPR400 ist keine SSD, die man in einem geschlossenen Gaming-Rechner versteckt. Das wären Perlen für die Säue. Dieses Laufwerk will gesehen werden, damit die LED-Effekte auch zur Geltung kommen können. Die Grundlage dafür bildet ein schwarzer Aluminium-Heatspreader, in den verschiedene Schlitze eingelassen wurden, um die LED-Elemente sichtbar zu machen.

Das PCB selbst ist ebenfalls in schwarz gehalten und trägt damit im ausgeschalteten Zustand zu einem schlichten Aussehen bei – ist also auch perfekt für Black & White-RGB-Builds geeignet. Auf der Platine bringt Patriot mit dem InnoGrit RainierQX einen schnellen Controller zum Einsatz. Konkret handelt es sich um den InnoGrit IG5220, den wir bereits von der Patriot P400 kennen, die aus dem „non-Gaming“-Portfolio von Patriot stammt.

InnoGrid Controller in der Nahaufnahme
Der InnoGrid Controller sorgt für gute Leistung.

Es handelt sich dabei um einen Controller mit vier NAND-Kanälen, der jedoch trotzdem die Leistung der PCIe 4.0-Anbindung ausnutzen kann. Wie auch bei der P400, verzichtet die VPR400 auf einen dedizierten DRAM-Cache.

Beim NAND setzt Patriot ebenfalls auf eine bereits bekannte Option: den aktuellen Micron TLC-NAND mit 176 Layern, welcher auch unter der Abkürzung B47R bekannt ist. Damit ist die Viper Gaming VPR400 in guter Gesellschaft, denn dieser Flashspeicher kommt ebenfalls im Schwesterlaufwerk P400 oder beispielsweise der Crucial P5 Plus zum Einsatz.

Der Heatspreader der VPR400 wurde demontiert.
Ohne Heatspreader sieht die VPR400 SSD relativ unspektakulär aus.

Die restlichen Daten der neuen Viper Gaming Vertreterin lesen sich ebenfalls anständig, bieten aber keine besonderen Neuerungen: Anbindung via PCIe 4.0 (x4), NVMe 1.4 Support sowie Implementierung eines SLC-Caches für das Beschleunigen der Schreibvorgänge in den TLC-NAND. Die Lebenserwartung des 1-TB-Modells liegt bei 800 TB (TBW) und die Garantiedauer beträgt fünf Jahre.

RGB: SSD im Party-Mode

Kurz wollen wir uns noch den Beleuchtungsfunktionen der VPR400 widmen, weil dieses Feature wohl eines der Hauptargumente für den Kauf der SSD sein dürfte. In den schwarzen Heatspreader sind dazu insgesamt 17 LED-Elemente eingelassen, die die SSD in allen Farben erscheinen lassen.

Angesteuert werden die RGB-LEDs dabei in fünf Gruppen. Die jeweils äußeren LEDs (oben und unten), die schräg zur Mitte angeordneten Leuchten (oben und unten) sowie das Viper-Logo in der Mitte lassen sich separat regeln. Dazu bietet der Hersteller eine eigene Software an, um diverse Lichteffekte oder beliebige Farben den einzelnen Leuchtflächen zuzuordnen.

Anwender*Innen können die RGB-Beleuchtung der Viper Gaming SSD aber natürlich auch mit den restlichen LED-Komponenten des PCs synchronisieren. Dazu wird die Anbindung an Systeme mit ASRock Polychrome Sync, ASUS Auro Sync, Gigabyte RGB Fusion 2.0 oder MSI RGB Mystic Light Sync unterstützt.

Die Viper Gaming VPR400 RGB auf einen Blick

Wir haben euch die wichtigsten Informationen zu dem neuen RGB-SSD von Patriot noch einmal in alle Knappheit zusammengefasst.

Die Viper Gaming VPR400 RGB SSD…

  • … verwendet einen schnellen InnoGrit IG5220 Controller.
  • … kommt ohne dedizierten DRAM-Cache aus.
  • … setzt auf Microns 176-Layer-TLC-NAND.
  • … verfügt über eine TBW-Angabe von 800 TB (1-TB-Modell).
  • … wird über M.2 mit PCIe 4.0 (4 Lanes) angebunden.
  • … ist mit einer auffälligen RGB-Beleuchtung ausgestattet.
  • … verfügt über einen Aluminium-Kühlkörper.
  • … wird mit 5 Jahren Garantie ausgeliefert.

Leistungstest der Patriot Viper VPR400 RGB

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die neue Patriot Viper VPR400 RGB SSD mit 1 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

  • Prozessor: AMD Ryzen 7 3800X 4,5 GHz, Turbo Boost aktiv, SMT aktiviert
  • Mainboard: MSI MEG X570 Godlike
  • Kühler: Arctic Freezer 33 eSports One
  • RAM: 32 GB Corsair Vengeance LPX DDR4 4.000 MHz
  • Systemlaufwerk: Samsung SSD 960 Pro (500 GB)
  • Grafikkarte: XFX 5600XT
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Corsair RM 650 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • A.S. SSD Benchmark 2
  • Crytsal Disk Mark 7 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05

*mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen in der Legende unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmark ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.



ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.





Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, welches die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.



Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie ein Teil des BattleField 5 Spiele-Ordners mit einer Größe von 20,3 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Test mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 20,3 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigrößer wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.



Leistung im Zeitverlauf

Um die Leistung der SSD mit zunehmenden Füllstand zu simulieren, wird das Testlaufwerk fast vollständig mit zufälligen Daten (nicht komprimierter) gefüllt. Es verbleiben lediglich 10 GB freier Speicherplatz. Unter diesen Bedingungen werden die Tests mit dem Crystal Disk Mark wiederholt und die Ergebnisse verglichen.



Ergebnisse: Kann die Viper VPR400 RGB überzeugen?

Werfen wir zum Ende noch einen Blick auf die gemessenen Leistungswerte der Viper Gaming VPR400. Alle Werte wurden dabei mit aktivierter LED-Beleuchtung ermittelt.

Bei Betrachtung der sequenziellen Transfers gibt die SSD ein gutes Bild ab. Beim sequenziellen Lesen von Daten haben wir mit über 5.100 MB/s sogar höhere Werte gemessen, als der Hersteller verspricht (4.600 MB/s). Auch im sequenziellen Schreibbetrieb wurden mit 4.775 MB/s in der Spitze die beworbenen 4.400 MB/s übertroffen. Insgesamt liegen die Patriot P400 1 TB und die Viper Gaming VPR400 1 TB in dieser Disziplin sehr nahe beieinander. 

Etwas differenzierter stellt sich die Situation bei den wahlfreien Zugriffen auf unterschiedlich große Blöcke dar. Hier hat Patriot die Leistung der VPR400 gegenüber der P400 ein wenig optimiert, sodass bei größeren Blöcken sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben konstant höhere Werte erreicht werden.

In unseren Praxistests beim Kopieren von Dateien unter Windows liefert die VPR400 ebenfalls solide Ergebnisse ab, aber auch hier gehört die SSD nicht zu den schnellsten Optionen, die ihr derzeit am Markt erwerben könnt. Alles in allem dürfte das Laufwerk aber so ziemlich jede Leistungsanforderungen abdecken, die ihr als Normalanweder*Innen stellt.

Während unseres Dauerschreibtests zum Füllen des gesamten Speichers an einem Stück erreicht die VPR400 eine durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit von 795 MB/s, was ebenfalls in Ordnung geht.

Viper VPR400 1 TB SSD Wärmeentwicklung unter Last
Unter Last erreicht die SSD Temperaturen von über 80°C.

Die Temperaturentwicklung unter Volllast bleibt im Rahmen, liegt aber im Vergleich eher auf der wärmeren Seite. Die SSD verfügt zwar über einen Heatspreader, dessen Effekt aber teilweise durch die RGB-Beleuchtung „aufgehoben“ wird. Das ist jedoch kein spezielles Problem des Patriot Laufwerks, sondern gilt generell für die meisten RGB-Produkte. Denn auch LEDs geben im Betrieb Wärme ab und sorgen somit für eine leichte Temperaturerhöhung.

Am Ende sind die maximal gemessenen 81 °C in der Region des InnoGrit Controllers aber nach wie vor vertretbar und auffälliges vorzeitiges Throtteling aufgrund zu hoher Temperaturen konnten wir nicht feststellen.

Fazit

Mit der Ergänzung seiner Viper Gaming Serie in Form der VPR400 SSD mach Patriot vor allem RGB-Fans glücklich. Das Laufwerk bietet durch die verschiedenen LED-Gruppen diverse Möglichkeiten, sich RGB-mäßig zu verwirklichen.

In Hinblick auf die verbaute SSD-Hardware setzt die VPR400 auf moderne Komponenten, ist in ihrer Grundform der Patriot P400 aber sehr ähnlich. Das bedeutet am Ende solide Leistung, jedoch keine absolute Leistungsexplosion. Enthusiasten, für die jedes MB/s zählt, greifen also eine Leistungsklasse höher – zum Beispiel zur Viper Gaming VP4300.

Die VPR400 macht aber auch keinen Hehl daraus, dass sie mit ihrer RGB-Beleuchtung eine andere Zielgruppe ansprechen will: Gamer*Innen, die neben dem Zocken auch Spaß und Freude beim Anblick ihrer bunt erhellten Gaming-Höhle haben.

Preislich ist die Viper Gaming VPR400 mit 1 TB derzeit für knapp 156 Euro definitiv als teuer zu bezeichnen. Hier zahlt ihr einen ordentlichen Aufschlag für die RGB-Features. Die sehr ähnlich ausgestattete Patriot P400 1 TB kostet beispielsweise ca. 110 Euro, die teils deutlich schnellere Crucial P5 Plus (1 TB) gibt es ab 125 Euro.

Wer allerdings Aussehen bewusst vor maximale Leistung stellt, bekommt mit der neuen Viper Gaming VPR400 eine gut ausgestattete SSD mit coolen Leuchteffekten.

SSDs
Allround-PC.com Award
07/2022
Patriot Viper VPR400 RGB SSD
Empfehlung

Pro

  • schicke RGB-Beleuchtung
  • solide Transferleistung
  • integrierter Kühlkörper
  • RGB ist mit allen gängigen Systemen kompatibel
  • moderner SSD-Controller und NAND
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • hoher Aufpreis für RGB-Features

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Nils Waldmann ...ist seit über 15 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

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