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Crucial T710 Gen5-SSD im Test: Schneller als Samsung & Co?

Schnell, aber teuer!
crucial t710 pcie 5 ssd steckt auf mainboard

Crucial stürmte mit seiner T700 SSD damals an die Spitze der Gen5-SSDs. Jetzt geht die neue Crucial T710 an den Start, um verlorenen Boden gegenüber der Konkurrenz gutzumachen. Ob das glückt, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Crucial ist als Speichermarke breit etabliert. Das Unternehmen gehört direkt zum Speichergiganten Micron, welcher im Hintergrund unter anderem für die Entwicklung und Herstellung von NAND-Chips sorgt.

Die T710 SSD ist das neue Spitzenmodell von Crucial und darf als Nachfolger der bekannt T700 und T705 verstanden werden. Die T705 ging Anfang 2024 als Refresh der T700 an den Start, welche wiederum Mitte 2023 zu den ersten PCIe-5-SSDs gehörte.

Leistungstechnisch soll die Crucial T710 somit wieder an den neusten Stand der Technik anknüpfen, was für das neue Modell vor allem ein Upgrade auf NAND der neusten Generation bedeutet.

Angeboten wird die Crucial T710 Serie mit 1 TB, 2 TB oder 4 TB Speicherkapazität. Dabei habt ihr beim Kauf die Option zwischen einem Modell mit und ohne Kühlkörper. Wir haben wir unseren Test das Modell ohne Kühlkörper und 2 TB verwendet, das aktuell zu einem Preis von knapp 240 Euro bei Amazon erhältlich ist.

Welche Upgrades bietet die Crucial T710 SSD?

Während wird die T705 gegenüber der T700 eher als Evolution beschrieben haben, macht Crucial bei der neuen T710 SSD einiges anders.

Am präsentesten ist ohne Frage der Wechsel von Phison zu Silicon Motion im Bereich des Controllers. Konkret wird der Phison PS5026-E26 (T705 / T700) durch den moderneren Silicon Motion SM2508 ausgetauscht. Dieser Wechsel überrascht wenig, immerhin gehört der SM2508 derzeit zu einem der potentesten Chipsätze für Gen5-SSDs am Markt. Natürlich stellt Crucial auch seiner neusten Schöpfung wieder einen DDR-Cache zur Verfügung.

Gepaart wird der SMI Controller ab sofort mit dem aktuellen Micron G9-NAND, welcher auch als „B68S“ bekannt ist und mit 276 Layern arbeitet. Es handelt sich dabei selbstverständlich um TLC-NAND, sodass dem Laufwerk außerdem ein SLC-Cache zur Verfügung steht.

Die Anbindung findet physikalisch über die M.2-Schnittstelle statt, intern kommt das NVMe 2.0 Protokoll zum Einsatz. Damit die Crucial T710 ihre volle Leistung entfalten kann, ist nach wie vor ein Hostcomputer mit PCI 5.0 und vier Lanes notwendig.

crucial t710 pcie 5 ssd neben verpackung

Bei der Lebenserwartung hat sich gegenüber der T705 (Micron G8 NAND) wenig verändert. Unser 2-TB-Modell der T710 wird weiterhin mit 1,2 PB (TBW) angegeben – genau wie ihre Vorgängerin. Damit bleibt auch die 5-jährige Garantie bestehen, welche lediglich durch das vorzeitige Erreichen der TBW-Angabe eingeschränkt wird.

Die Crucial T710 in aller Kürze

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten der neuen T710-Serie auf einen Blick…

Die Crucial T710 SSD…

Leistungstest der Crucial T710 SSD

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die Crucial T710 SSD mit 2 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktische Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen, aber die dargestellten Situationen entsprechen oft nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmarks ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht, die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.

Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, das die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.

Praxisbezogene Tests

Wesentlich interessanter für die spätere Verwendung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüft diese Art von Tests die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen.

Kopieren unter Windows

Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie der Installationsordner von CyberPunk 2077 mit einer Größe von 66 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Tests mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image-Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 60 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet, wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigröße wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.

Avocado Benchmark

Das „Avocado-Benchmark“ ist eigentlich der DirectStorage-Test, welcher von Microsoft zur Demonstration der DirectStorage-API entwickelt worden ist. Das Tool misst die Bandbreite zwischen GPU und SSD, wenn DirectStorage zum Einsatz kommt. Die Technologie erlaubt das Laden von Spieldateien (meist Texturen) direkt von einer SSD in den VRAM der Grafikkarte. Auch das Entpacken der Dateien wird von der GPU übernommen. Die CPU bleibt dabei außen vor, was das Verfahren deutlich schneller macht.

Dieser Benchmark hängt stark von der Leistung der GPU und der SSD ab. Ein direkter Vergleich der Bandbreite macht also nur bei gleichen Testbedingungen Sinn. Die Werte sollten daher relativ zueinander betrachtet und nicht als absolute Größe gedeutet werden.

PCMark 10 Storage Tests

Außerdem haben wir das PCMark 10 mit seiner ausführlichen Praxissimulation verschiedenster Auslastungsszenarien in unseren Benchmark-Katalog aufgenommen.

3DMark SSD Storage Test

Zur Simulation der SSD-Leistung in Hinblick auf Gaming-Situationen kommt der 3DMark Storage Test zum Einsatz.

Caching-Verhalten

Um die Strategie des integrierten SLC-Caches zu analysieren, beschreiben wir das Laufwerk vollständig mit Daten und dokumentieren dabei die Schreibgeschwindigkeit.

Daraus ergeben sich zwei Werte: Die Größe des (häufig dynamisch zugewiesenen) SLC-Caches und die Geschwindigkeit im SLC-Modus. Zudem dokumentieren wir so die Schreibgeschwindigkeit, die im Mittel nach dem kompletten Füllen des Caches zu erwarten ist. Um den Einfluss eines möglichen Throttlings durch zu hohe Temperaturen zu kompensieren, werden für diesen Test alle Laufwerke mit ihrem Standardkühler (K) oder dem integrierten M.2-Kühler der Hauptplatine (MK) betrieben.

Alle Werte weisen einen gewissen Messefehler auf und sind mit einer entsprechenden Toleranz zu betrachten.

Durchschnittliche Schreibleistung

Ab sofort stellen wir auch die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit für euch als Diagramm dar. Dabei handelt es sich um die mittlere Transferrate, die die SSD beim vollständigen Beschreiben des NAND-Speichers benötigt.

Dieser Geschwindigkeitswert wird dabei unter anderem durch den SLC-Cache (langsameres Schreiben im TLC-Modus) und die Reduzierung der Laufwerksleistung aufgrund zu hoher Temperaturen (Throttling) beeinflusst. Um die letztere Komponente zu kompensieren, testen wir die Laufwerke ab sofort einmal mit und einmal ohne Kühler. Als Kühler kommt der integrierte Kühler des MSI MAG X870E Carbon WiFi Mainboards zum Einsatz.

Laufwerke, die ohne Kühler geliefert werden, werden auch so getestet (kein Kürzel). Diese SSDs testen wir zusätzlich mit dem Mainboard-Kühler (Kürzel MK). Laufwerke, die mit montiertem Kühler ausgeliefert werden, werden auch so getestet und tragen das Kürzel (K).

Messergebnisse der Crucial T510 SSD im Überblick

Crucial möchte mit der T710 Gen5-SSD der Konkurrenz von WD, Samsung und Kingston die Stirn zu bieten. Aber ist der neue Laufwerk wirklich schneller?

Schneller beim Schreiben als die T705

Bei den sequenziellen Transfers soll das 2-TB-Modell dabei bis zu 14,5 GB/s lesend erreichen, beim Schreiben gibt Crucial bis zu 13,8 GB/s ab. Tatsächlich haben wir diese Werte mit ca. 14,4 GB/s (lesen) und etwa 13,4 GB/s (schreiben) auch fast erreicht. Somit kann die T710 ihre Vorgängerin in dieser Disziplin vor allem im Schreibbetrieb deutlich hinter sich lassen.

Bei den wahlfreien Zugriffen auf unterschiedliche Blockgrößen liefert die T710 nun konstant hohe Geschwindigkeit über die gesamte Bandbreite der getesteten Blöcke, während die T705 in diesem Test bei größeren Blöcken wieder abfallende Werte zeigte. Beim Schreiben liegt die T710 damit auf Augenhöhe mit der sehr schnellen WD_BLACK SN8100 (2 TB). Schreibend sortiert sich die T710 SSD auf hohem Niveau zwischen der Kingston FURY Regenade G5 (2 TB) und der Samsung SSD 9100 Pro (2 TB) ein.

crucial t710 pcie 5 ssd liegt auf spannungskühler

Gut in der Praxis, aber nicht die schnellste SSD

Bei den Anwendungstests liefert das Laufwerk grundsätzlich ebenfalls ein gutes Bild ab, wobei sich die T710 nicht, wie die T705 zu ihrer Zeit, mühelos überall an die Spitze setzen kann. Stattdessen liefert der Speicherriegel sowohl im 3DMark Storage Test sowie auch in den PCMark10 Speichertest eine solide Leistung, muss sich aber der SN8100 von WD_BLACK sowie auch der Kingston Fury Renegade G5 geschlagen geben.

Ähnliche Ergebnisse liefern die Kopiertests unter Windows 11, welche die Crucial-SSD mit soliden Werten meistert, sich jedoch auch in dieser Disziplin nicht als neue Königin etablieren kann.

T710 mag den Dauerstress

Eine der Stärken aus der Kombination des neuen SMI-Controllers und Microns G9-NAND ist die hohe Dauerbelastbarkeit des Laufwerks aufgrund der gesteigerten Energieeffizienz von NAND und Chipsatz.

Bei der T710 lässt sich das wunderbar in unserem Dauerschreibtest zeigen, bei dem wir die Gesamtekapazität des NANDs an einem Stück füllen. Diese Aufgabe meisterte die Crucial T710 SSD mit einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 5.282 MB/s, was der dritthöchste Wert in unserem Vergleich ist. Die Vorgängerin (T705) kam in diesem Test „nur“ auf 4.659 MB/s – was ganz nebenbei gesagt ebenfalls eine hervorragende Dauerschreibleistung bescheinigt.

Wer also häufig große Datenmengen am Stück auf seine SSD schreiben muss, hat auch mit der Crucial T710 eine robuste Mitstreiterin an der Seite.

Wärmeentwicklung: Alles im Rahmen?

Natürlich wird auch die Crucial T710 im Betrieb ordentlich warm. Das dürfte auch die wenigsten von euch wirklich verwundern, denn Gen5-SSDs nehmen deutlich mehr Leistung auf und müssen diese in Form von Abwärme wieder loswerden.

Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass unser Testmodell keine extremen Temperaturen erreichte. Maximal haben wir unter Dauerlast knapp 83 °C ermittelt. Da die T710 aber konstant hohe Leistungswerte auch unter langanhaltendem Schreibzugriff aufrecht erhalten kann, ist Throttling bei entsprechender Kühlerausstattung kein Thema für die SSD.

crucial t710 ssd wärmeentwicklung ir foto unter last
Unter Dauerlast wird die T710 ordentlich warm – normal für ein Gen5-Laufwerk.

Wer auf seinem Mainboard keinen passenden M.2-Kühler hat, muss sich jedoch zwingend nach einer passenden Kühllösung umsehen. Denn ohne Kühler wird auch diese Gen5-SSD schnell so heiß, dass die Leistung drastisch zusammenbricht. Das ist jedoch ganz normal für diese SSD-Klasse und kein spezielles Problem der T710.

Wer sich hier nicht um die Auswahl eines passenden Kühlers kümmern will, kann auch direkt zu der Variante der T710 greifen, die direkt mit dem großen Aluminiumkühlkörper ausgeliefert wird.

Fazit: Gelingt der Crucial T710 die erneute Krönung?

Sowohl die Crucial T700 als auch die T705 gehörten für ihre Zeit zu den schnellsten SSD-Modellen am Markt. Die T710 schließt hier mit hoher und solider Leistung an, kann sich in unserem Test aber nicht mehr eindeutig an die Spitze setzen.

Gleichwohl liefert die neue Kombination aus SMI-Chipsatz und Micron G9-NAND Leistung auf hohem Niveau, welche im Alltag wohl nur die allerwenigsten Anwender brauchen oder gar abrufen dürften. Auch Enthusiasten und Gamer können sich somit gut aufgehoben fühlen.

Am Ende wird sich dieser Kampf also einmal mehr über den Preis entscheiden. Hier müsst ihr derzeit knapp 240 Euro für die Crucial T710 mit 2 TB & ohne Kühlkörper ausgeben. Die starke Konkurrenz in Form der WD Black SN8100 2 TB gibt es für etwa 244 Euro, die Kingston FURY Genegade G5 SSD 2 TB kommt bereits ab 210 Euro und für Samsungs SSD 9100 Pro 2 TB zahlt ihr etwa 228 Euro.

Preislich ist die Crucial T710 (zum Preisvergleich) damit in guter Gesellschaft, auch wenn die Aufpreise gegenüber der PCIe-5-Mittelklasse (Crucial P510 2 TB: ab 170 Euro) derzeit weiterhin hoch sind. Wer bereit ist, diese Prämie zu zahlen, bekommt auch mit der Crucial T710 wieder eine ausgezeichnete SSD geliefert.

SSDs
Allround-PC.com Award
08/2025
Crucial T710 2TB
Empfehlung
crucial t710 pcie 5 ssd steckt auf mainboard

Crucial T710 SSD

4 von 5 Sternen

Vorteile

  • sehr hohe Performance
  • sehr hohe & konstante Random-Leistung
  • moderne Komponenten

Nachteile

  • Preis noch etwas hoch

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Nils Waldmann Redakteur

Seit über 17 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

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