Der Kingston IronKey Locker+ 50 ist ein Sicherheits-USB-Stick mit hardwarebasierter AES-256-Bit-Verschlüsselung, Brute-Force-Schutz und einem flexiblen Passwortsystem. Wir hatten den USB-Speicher im Praxistest.
Der getestete 64-GB-Stick ist aktuell ab rund 50 Euro erhältlich. Die kleinste Version mit 32 GB liegt bei ~30 Euro, 128 GB kosten ~75 Euro und 256 GB ~90 Euro. Die IronKey-Reihe zählt laut Preisvergleichsportalen zu den meistgesuchten USB-Sticks mit 256-Bit-AES-Verschlüsselung und gehört damit in diesem Segment zu den beliebtesten Lösungen.
Unverschlüsselte USB-Sticks bleiben deutlich günstiger – 256 GB gibt es im Massenmarkt oft schon für ~30 Euro. Damit ist klar: Der IronKey-Speicher positioniert sich nicht über Kapazität oder Geschwindigkeit, sondern über seine Sicherheitseigenschaften.
Normales Design mit USB-A
Kingston setzt beim IronKey Locker+ 50 auf ein Metallgehäuse, das mit 60,56 × 18,6 × 9,6 mm angenehm handlich bleibt. Die Verarbeitung wirkt stabil, die Kappe sitzt sicher und schützt den USB-A-Anschluss zuverlässig. Eine Aktivitäts-LED zeigt Lese- und Schreibvorgänge an, und die integrierte Öse ermöglicht die Nutzung am Schlüsselbund.
Trotz USB 3.2 Gen 1 schöpft der Stick das verfügbare Potenzial nicht aus – technisch ist das Laufwerk eher konservativ ausgelegt. Die Wärmeentwicklung bleibt dafür unkritisch; das Metall hilft beim Ableiten. Schade ist, dass der Hersteller sich gegen einen zusätzlichen USB-C-Anschluss entschieden hat.
Sicherheit & Passwortsystem
Kingston verbaut XTS-AES-256-Bit-Hardwareverschlüsselung, die FIPS-197-zertifiziert ist. Die Firmware ist digital signiert, was Manipulationen oder BadUSB-Angriffe verhindern soll. Ein weiterer Schutzmechanismus: Nach zehn falschen User-Passworteingaben wird der Zugang blockiert. Werden auch die Admin-Passworteingaben zu oft falsch eingegeben, löscht sich der Stick – ein radikaler, aber wirksamer Schutz gegen Brute-Force-Attacken.
Interessant ist die Multi-Password-Option (Admin und User), die sich für Teams oder professionelle Einsätze anbietet. Für die Passwortgestaltung gibt es zwei Modi:
- Complex Mode: 6–16 Zeichen, inklusive Zeichensatz-Vorgaben
- Passphrase Mode: 10–64 Zeichen als PIN, Satz oder Wortliste
Eine virtuelle On-Screen-Tastatur hilft bei der Eingabe auf fremden Rechnern, um Keylogger zu umgehen. Insgesamt ist die Bedienung trotz der sicherheitsbedingten Extra-Schritte plausibel gelöst und unkompliziert. Für die Einrichtung haben wir uns für den Complex Mode ohne Admin-/Benutzerpasswörter entschieden. Im Setup lassen sich zudem Kontaktdaten hinterlegen, die vor der Passworteingabe anzeigbar sind.

Praktisch ist, dass die benötigte Software bereits auf dem Stick liegt und unter Windows 10/11 sowie ab macOS 12 nicht installiert werden muss. Das erleichtert den spontanen Einsatz auf Fremdrechnern. Das werksseitige Dateisystem ist das für USB-Sticks übliche FAT32.
Mit USBtoCloud bietet Kingston außerdem eine optionale Backup-Funktion für Google Drive, OneDrive, Amazon S3, Dropbox oder Box. Eine fünfjährige Lizenz ist im Preis enthalten; danach kann der Service gegen Gebühr verlängert werden. Für professionelle Anwender, die regelmäßige Sicherungen benötigen oder hybride Workflows nutzen, kann das ein Mehrwert sein.

Leistung des Kingston IronKey Locker+ 50
Kingston bewirbt den Stick mit bis zu 145 MB/s Lesen und 115 MB/s Schreiben. In der Praxis werden diese Werte sogar leicht übertroffen. Unser Testmuster erreichte in CrystalDiskMark (Spitzenleistung) maximal 170,77 MB/s lesend und bis zu 136,61 MB/s schreibend.
Die Transferraten dürften im Alltag für sicherheitsrelevante Dateien genügen, denn hier geht es nicht darum, große Fotobibliotheken möglichst schnell zu kopieren. In dieser Preisklasse gibt es wesentlich schnellere Alternativen, dann aber eben ohne die Sicherheitsfunktionen. Beim Kopieren mehrerer Gigabyte großer Dateien liefert der Stick ein stabiles Leistungsbild ohne auffällige Einbrüche. Ab Werk sind übrigens 57,47 GB der 64 GB frei belegbar.
Fazit
Der Kingston IronKey Locker+ 50 ist kein Stick für maximale Geschwindigkeit oder besonders günstige Speicherkapazität. Er ist ein Werkzeug für Anwender, deren Datenverlust realen Schaden verursachen könnte – etwa Behörden, Agenturen, Journalisten, Forschungseinrichtungen oder Finanzberater mit sensiblen Kundenunterlagen.
Die Verschlüsselung ist konsequent umgesetzt, die Bedienung durchdacht und die Performance im Rahmen dessen, was von einem Security-Stick zu erwarten ist. Wer jedoch nur schnell Daten hin- und herkopieren möchte, fährt mit einem normalen USB-Stick oder einer kompakten USB-SSD günstiger und deutlich schneller.
Als sicherer, plattformunabhängiger Datentresor überzeugt der IronKey Locker+ 50 jedoch. Ein beidseitiges Design mit USB-C und USB-A wäre allerdings wünschenswert, um den Stick an modernen Notebooks ohne Adapter nutzen zu können.
Pro
- Hardwareverschlüsselung
- Brute-Force- und BadUSB-Schutz
- robustes Metallgehäuse
- Multi-Password-Optionen & Passphrase-Modus
- USBtoCloud mit 5-Jahres-Lizenz
Contra
- teurer als unverschlüsselte Alternativen
- Transferraten vergleichsweise unterdurchschnittlich
- nur USB-A
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