Passkeys könnten Passwörter bald überwiegend ersetzen und das Internet sicherer sowie bequemer machen. Aber was genau sind Passkeys, wie funktionieren sie und wie richtet ihr sie ein? Wir geben euch einen Überblick und zeigen die Vor- und Nachteile auf.
Passkeys ermöglichen euch eine passwortlose Anmeldung bei Online-Diensten und Apps. Sie basieren auf der FIDO2-Technologie, die eine Authentifizierung über ein kryptografisches Schlüsselpaar ermöglicht. Der öffentliche Schlüssel wird auf dem Server des Anbieters gespeichert, während der private Schlüssel sicher auf eurem Gerät verbleibt. Die Anmeldung erfolgt durch eine einfache Verifizierung, zum Beispiel per Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Durch diese Trennung wird sichergestellt, dass selbst bei einem Server-Hack der private Schlüssel nicht gefährdet ist.
Hier kurz ein anschauliches Beispiel: Stellt euch vor, ihr wollt bei einem etwas online mit PayPal bezahlen. Statt ein Passwort einzugeben, legt ihr einfach euren Finger auf den Fingerabdrucksensor oder nutzt die Gesichtserkennung eures Geräts. In wenigen Sekunden seid ihr eingeloggt – ganz ohne die lästige Passwortsuche und zusätzliche Klicks.
Vorteile von Passkeys
- Da der private Schlüssel nie den Server verlässt, können Passkeys nicht durch Phishing-Angriffe gestohlen werden.
- Ihr müsst euch keine Passwörter mehr merken. Die Anmeldung erfolgt schnell und unkompliziert durch biometrische Verfahren oder eine PIN.
- Passkeys können auf mehreren Geräten synchronisiert werden, sodass ihr von überall auf eure Konten zugreifen könnt.
Nachteile von Passkeys
- Die Ersteinrichtung kann für weniger versierte Nutzer etwas komplizierter als bei einem Passwort erscheinen.
- Wenn ihr keine Backups oder alternative Authentifizierungsmethoden eingerichtet habt, könnte bei Beschädigung oder Verlust eures Passkey-Geräts der Account-Zugang dauerhaft verloren gehen.
- Durch unterschiedliche Implementierungen können Passkeys auf verschiedenen Plattformen eingeschränkt sein. Beispielsweise funktionieren Apple-Passkeys nicht auf Google-Geräten.
- Noch nicht alle Dienste unterstützen Passkeys. Euer Passwortmanager wird also parallel bleiben.
Passkeys sind an euer Gerät gebunden, was bedeutet, dass sie normalerweise nur auf diesem Gerät funktionieren. Wenn ihr eure Passkeys jedoch mit der Cloud synchronisiert oder ein Backup erstellt habt, könnt ihr sie auch bei Verlust des Geräts wiederherstellen. Bei Apple und Google werden die Schlüssel sicher in der Cloud gespeichert, was eine Wiederherstellung auf einem neuen Gerät ermöglicht.
Einrichtung von Passkeys bei Apple
Apple speichert Passkeys im iCloud-Schlüsselbund, der eure Passkeys sicher zwischen allen Apple-Geräten synchronisiert. Die Einrichtung erfolgt in wenigen Schritten:
- Meldet euch bei einem Dienst an, der Passkeys unterstützt.
- Wählt die Option zur Einrichtung eines Passkeys aus.
- Bestätigt die Einrichtung über Face ID oder Touch ID.
- Eure Passkeys werden im iCloud-Schlüsselbund gespeichert und sind auf all euren Apple-Geräten verfügbar.
Wenn ihr euch auf einem Gerät anmelden wollt, das nicht von Apple stammt (etwa Fernseher), könnt ihr den QR-Code, der auf dem Bildschirm angezeigt wird, mit eurem iPhone oder iPad scannen und die Anmeldung über Face ID oder Touch ID bestätigen.
Einrichtung von Passkeys bei Google
Auch Google hat Passkeys vollständig in den Google Passwortmanager integriert. So richtet ihr Passkeys auf Android ein:
- Geht in eurem Google-Konto unter „Sicherheit“ auf „Passkeys“.
- Wählt die Option, einen Passkey zu erstellen.
- Bestätigt die Einrichtung per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder PIN.
Euer Passkey wird sicher im Google-Passwortmanager gespeichert und kann auf allen Geräten genutzt werden, die mit eurem Google-Konto verknüpft sind. Bei der Anmeldung auf anderen Geräten scannt ihr den QR-Code und bestätigt die Anmeldung.

Wo werden Passkeys bereits eingesetzt?
Immer mehr Plattformen unterstützen Passkeys. Dazu zählen Google, Apple, Microsoft, PayPal und viele Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram. Die Verbreitung nimmt stetig zu, sodass Passkeys bald die Standardlösung für sichere Anmeldungen sein könnten. Aktuell bedeutet dies jedoch, dass ihr in vielen Fällen noch Passwörter behalten müsst. Eine gute Übersicht der unterstützten Dienste bietet die Webseite Passkeys.io.
Zusammengefasst bieten Passkeys also eine sichere und einfache Alternative zu Passwörtern. Dank Phishing-Schutz und der Möglichkeit zur geräteübergreifenden Synchronisierung sind Passkeys die Zukunft der Online-Anmeldung. Es lohnt sich, Passkeys einzurichten und die passwortlose Authentifizierung zu nutzen. Um sicherzustellen, dass eure Passkeys optimal geschützt sind, solltet ihr immer eine Cloud-Synchronisierung oder ein Backup einrichten.
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Quellen:

