Microsoft und Sony werben für ihre Konsolen mit Top-Grafik in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Dafür setzen sie jedoch neue Videostandards voraus, etwa HDMI 2.1, VRR und ALLM. Was hinter den Begriffen steckt und ob ihr euch nun euch einen TV oder Monitor zulegen müsst, das erklären wir in diesem Artikel.

Um die Leistung der neuen Xbox Series X|S* und PlayStation 5* vollends auszunutzen, muss euer Bildschirm mehrere Voraussetzungen erfüllen. Ein simpler 4K-Fernseher oder -Monitor reicht nicht aus, um Spiele mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde spielen zu können. Wichtig sind diesbezüglich vor allem die drei folgenden Begriffe: HDMI 2.1, VRR und ALLM.

  • HDMI 2.1: Der neueste Standard des High Definition Multimedia Interface
  • VRR: Variable Refresh Rate, also eine variable Bildwiederholrate
  • ALLM: Auto Low Latency Mode, also ein automatischer Modus für niedrige Latenz

HDMI 2.1

HDMI 2.1 bietet gegenüber dem bisherigen Standard HDMI 2.0 eine Bandbreite von 48 GBit/s anstatt zuvor 18 GBit/s. Dies ermöglicht höhere Auflösungen und Bildwiederholraten sowie mehr Funktionen. Die Konsolen unterstützen damit bis zu 8K in HDR mit 60 Hertz, jedoch rendern sie Spiele höchstens in 4K-Auflösung. Bei HDMI 2.0 ist maximal 4K mit 60 Hertz möglich, doch HDMI 2.1 erlaubt in 4K sogar bis zu 120 Hertz. Auf den neuen Xbox-Konsolen gibt es sogar zum Marktstart schon erste Spiele, die entsprechend mit 120 Bildern pro Sekunde laufen. Bislang waren solch hohe Bildraten nur PC-Spielern vorbehalten. HDMI 2.1 bringt auch die Funktionen VRR und ALLM mit sich.

Bild: HDMI.org

VRR

VRR synchronisiert die Hertzfrequenz des Bildschirms mit der Grafikkarte der Konsole oder des Computers, um die Bildrate dynamisch zu variieren. Dies verhindert Screen-Tearing – ein Bildartefakt, das entsteht, wenn die Grafikkarte mehr Bilder pro Sekunde ausgibt, als der Bildschirm innerhalb derselben Zeit anzeigen kann. PC-Gamer mit neueren Monitoren kennen das Prinzip bereits von den Technologien FreeSync und G-Sync, beziehungsweise Adaptive Sync. In Form von VRR ist dies nun auch auf Fernsehern mit HDMI 2.1 im Bereich zwischen 30 und 144 Hertz möglich.

ALLM

ALLM versetzt Fernseher automatisch in den Gaming-Modus, da dieser die geringste Reaktionszeit bietet. Bislang musste der Nutzer manuell diesen Modus auswählen, nun kann die Konsole jedoch den Fernseher dazu auffordern. Den automatischen Niedriglatenzmodus gibt es schon länger auf dem Markt, bislang beherrschte ihn aber nur die Xbox One X.

In der Praxis sorgen die neuen Standards zusammen dafür, dass Spiele mit variabler und/oder hoher Bildwiederholrate in 4K-Auflösung dargestellt werden und die Latenz dabei möglichst gering bleibt. Konsolen-Spieler erhalten somit ein wesentlich flüssigeres Spieleerlebnis und können die Möglichkeiten neuerer Fernseher voll ausreizen. Nutzt ihr noch einen 4K-Fernseher mit HDMI 2.0, müsst ihr auf VRR und ALLM verzichten. Den Gaming-Modus des Fernsehers, sofern vorhanden, könnt ihr aber manuell auswählen und Spiele könnt ihr trotzdem in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde anzeigen lassen.

Monitore und Fernseher mit den Videostandards

Aktuell gibt es noch keine Monitore mit den neuen Videostandards, aber es sind schon welche angekündigt. Voraussichtlich ab Frühjahr dürften die ersten Modelle mit HDMI 2.1 erhältlich sein. Wir haben diesbezüglich bei einigen Monitor-Herstellern nachgefragt, doch lediglich Asus äußerte sich offiziell.

Tatsächlich müssen Monitore deutlich umfangreichere Kompatibilitätstests durchlaufen. Entsprechende Fernseher halten sich einfach an den HDMI 2.1-Standard, was grundsätzlich kein Problem ist; gerade bei Gaming-Monitoren wollen wir allerdings sicherstellen, dass diese mit allen neuen Geforce- und Radeon-Grafikkarten getestet werden, um eine absolute Kompatibilität sicherzustellen. Wir erwarten die ersten Monitore mit HDMI 2.1-Unterstützung in Deutschland zum Ende des Jahres.

Asus Deutschland

Konsolen sind aber in erster Linie für das Wohnzimmer, also für Fernseher gedacht. Entsprechende Fernseher mit HDMI 2.1, VRR und ALLM gibt es bereits.
Derzeit bietet LG das breiteste Portfolio an 4K-Fernsehern mit HDMI 2.1 und 120 Hertz an. Kleinere LCD-Modelle gibt es bereits für unter 700 Euro. Die OLED-Modelle siedeln sich hingegen jenseits der 1.000-Euro-Grenze an.

Bildmontage: Allround-PC; Bildquelle: LG, Sony, Samsung

Zu den verfügbaren Optionen zählen etwa die neuen CX-OLED-Fernseher* von LG, die in 48, 55, 65 und 77 Zoll erhältlich sind sowie die C9 und B9 aus 2019. Auch ein paar LCD-Fernseher von LGs NanoCell-Reihe kommen mit den neuen Funktionen daher. Sony bietet beispielsweise den X900H* in 55, 65, 75 und 85 Zoll an, alternativ gibt es noch den Sony XH90. Bei Samsung ist der QLED Q90T* ein beliebtes Modell mit HDMI 2.1 und Co.


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