Oppo SuperVOOC: Was steckt hinter der Ladetechnologie?

Technik aus dem Alltag, verständlich erklärt!
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Smartphone-Akkus können nicht mehr wirklich größer werden, ohne dabei das Smartphone selbst zu vergrößern. Daher fokussieren sich Hersteller in letzter Zeit verstärkt auf eine höhere Ladeleistung, um den Akku in kurzer Zeit mit neuer Energie versorgen zu können. Doch was genau steckt eigentlich hinter solch einer Ladetechnologie? Und welche Sicherheitsfunktionen sind mit an Bord? Wir haben etwas hinter die Kulissen geblickt und uns Oppos SuperVOOC Schnellladetechnologie näher angesehen.

Jedes Jahr wird ein Rekord nach dem anderen gebrochen. Smartphone-Hersteller übertreffen sich regelmäßig mit einer noch leistungsstärkeren Ladetechnologie, die den Akku in noch kürzerer Zeit vollständig auflädt. Doch das schürt auch immer wieder die Angst, dass der Akku darunter leiden oder seine Kapazität verringern könnte – aber ist das wirklich so?

Oppo war mit der „VOOC Flash Charge“ genannten Technologie schon sehr früh vorne mit dabei, damit das Smartphone nicht für Stunden über Nacht aufladen muss. Mit dem aktuellen Flaggschiff Find X5 Pro (hier im Test) ist der Akku in unter 30 Minuten zu 100 % aufgeladen und bereit für den Tag. Doch bis hierhin war es ein langer Weg für die VOOC-Ladetechnologie, welcher bereits im Jahre 2014 startete.

Ein Blick in die VOOC-Vergangenheit

Wer sich schon immer wissen wollte, wofür „VOOC“ eigentlich steht: Es ist die Abkürzung für „Voltage Open Loop Multi-step Constant-Current Charging„. Das lässt sich zwar nicht ganz so leicht auf Deutsch übersetzen, steht jedoch für ein mehrstufiges Konstantstrom-Laden mit offenem Regelkreis. Im Gegensatz zu USB Power Delivery und der Qualcomm Quick Charge Technologie, welche vor allem die Spannung (Volt) erhöhen, verwendet VOOC dagegen eine höhere Stromstärke (Ampere) – es handelt sich also um eine Niederspannungs-Hochstrom-Direktladelösung.

Die Vooc-Ladetechnologie wurde erstmals 2014 vorgestellt und mit dem Oppo Find 7 eingeführt. Aus anfänglich 20 Watt (5V/4A) steigerte sich Oppo über die Jahre kontinuierlich und ging 2018 dann mit Super VOOC eine Stufe höher auf 50 Watt (10V/5A). Schon 2019 ließ sich ein 4.000 mAh Akku mit bis zu 65 Watt (10V/6,5A) in 30 Minuten vollständig laden, was uns hierzulande erstmals mit dem Find X2 Pro (hier im Test) erreichte. Seitdem integrierte Oppo die Technologie in zwei Stufen: VOOC für die Mittelklasse und SuperVOOC für Top-Geräte.

Bild: Oppo

Die derzeit verfügbare Spitze der SuperVOOC-Technologie liegt bei 150 Watt Leistung (20V/7,5A), wodurch ein 4.500 mAh großer Akku in unter 15 Minuten zu 100 % geladen wird. Zu finden ist diese Ladeleistung unter anderem im Realme GT Neo 3 und OnePlus 10T. Das aktuelle Oppo-Flaggschiff, Find X5 Pro (hier im Test), ist mit 80 Watt (11V/7,3A) jedoch ebenfalls sehr fix unterwegs.

Der Wendepunkt: Zwei Akkuzellen

Der Unterschied zwischen VOOC und SuperVOOC liegt jedoch auch in der Akku-Struktur, denn während Geräte mit VOOC über einen 1-Zellen-Akku verfügen, erhalten SuperVOOC-Modelle einen 2-Zellen-Akku, und daher auch mehr Ladeleistung. Denn die in Reihe geschalteten Akkuzellen verdoppeln die Spannung und verringern den Strom, während die gleiche Leistung beibehalten wird, was wiederum auch die Wärmeentwicklung beim Ladevorgang reduziert.

Damit solche Ladeleistungen möglich sind, müssen viele Faktoren betrachtet werden, darunter Effizienz, Überhitzung, Komfort und Portabilität. Denn am Ende soll das Netzteil nicht so groß und schwer wie ein Backstein sein, und dann auch noch übermäßig heiß werden. Oppo hat daher das gesamte Ladesystem betrachtet und neben dem Ladeadapter auch das Kabel sowie den integrierten Schaltkreis für die Energieverwaltung (PMIC) weiterentwickelt.

Im Fokus liegt hier auch „GaN“ alias Galliumnitrid, oftmals angepriesen als Halbleiter der 3. Generation. Denn gegenüber Silizium-MOSFETs, die der bisherige Standard waren, hat Galliumnitrid folgende Vorteile: Größere Bandlücke, niedrigere Impedanz, geringere Sperrschichtkapazität und eine höhere Zuverlässigkeit. Dadurch können besonders Ladeadapter deutlich kompakter konstruiert werden, weil weniger Komponenten verbaut werden müssen.

Wie sicher ist VOOC & SuperVOOC?

Um trotz hoher Ladeleistung auch sichergehen zu können, dass der Smartphone-Akku nicht direkt in die Luft fliegt, hat Oppo die Technologie in vielerlei Hinsicht geschützt und sogar vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen. Auf Basis eines „fünffachen Sicherheitssystems“ soll eine durchgängige Sicherheit vom Adapterstecker bis hin zum Telefon gewährleistet werden. Dazu zählen unter anderem ein Überlastungsschutz für den Adapter, für den geräteseitigen Ladeanschluss sowie den Akku selbst, als auch eine Sicherheitsüberwachung des „Flash Charge“ und eine Akkusicherung.

Hier eine paar mehr Details:

  • Überlastungsschutz für den Adapter: Wenn Strom in den Adapter fließt, erkennt der Sensor die Spannungs- und Stromwerte in Echtzeit. Wenn die Werte als sicher eingestuft werden, aktiviert der MOSFET (Schutz)-Schalter automatisch die Flash Charge; wenn sie unsicher ist, wird der Schalter ausgeschaltet.
  • Flash Charge-Sicherheitsüberwachung: Wenn Strom durch den MCU-Smart-Management-Chip im Adapter fließt, erkennt die MCU automatisch, ob das angeschlossene Ladegerät Flash Charge unterstützt, und ermöglicht den Beginn der Flash Charge, während das Gerät vor Überlastung geschützt wird.
  • Überlastungsschutz des geräteseitigen Ladeanschlusses: Wenn Strom in das Telefon fließt, schaltet der Smart-Management-Chip der MCU im Telefon automatisch die MOSFET-Schalter ein oder aus und fungiert so als dritte Stufe des Überlastungsschutzes.
  • Überlastungsschutz für den Akku: OPPOs Telefonakkus verfügen über eingebaute IC- und MOSFET-Schalter, die den Akku vor Spannungs- und Stromüberlastungen schützen.
  • Batteriesicherungsschutz: Wie eine herkömmliche Sicherung, die in elektrischen Schaltkästen zu finden ist, brennt die Batteriesicherung durch, wenn es zu einer Stromüberlastung oder einem anderen Problem mit der Batterie kommt, wodurch die Stromquelle physisch von der Batterie getrennt wird und jede weitere Gefahr verhindert wird.

Eine intelligente Temperatursteuerung kann zudem das Gleichgewicht aus Ladetemperatur und Ladegeschwindigkeit in Echtzeit kontrollieren, sodass ihr komfortabel aufladen und das Smartphone gleichzeitig nutzten könnt. Hierfür sind eine Vielzahl an Sensoren mit an Bord des Geräts, um die interne Temperatur messen zu können.

Sinkt die Akku-Lebenserwartung?

Dass leistungsstarkes Laden den Akku schnell und vor allem sicher auflädt, ist schon mal „die halbe Miete“ – aber muss der Akku dann nicht schon nach kurzer Zeit wieder getauscht werden, weil die Kapazität rapide abnimmt? Auch dagegen kämpft Oppo an und hat eine Lösung zur Optimierung des Batteriezustands auf Systemebene entwickelt, die Battery Health Engine. Diese kommt erstmals im Oppo Find X5 Pro zum Einsatz und basiert auf einem eigenen Batteriemanagement-Chip sowie zwei speziellen Technologien

  • Smart Battery Health Algorithmus: Verfolgt in Echtzeit das elektrische Potenzial an den negativen Elektroden der Batterie und kann die Ladeleistung innerhalb eines angemessenen Bereichs dynamisch anpassen, wodurch das Auftreten von totem Lithium effektiv minimiert und gleichzeitig der maximale Ladestrom beibehalten wird.
  • Battery Healing Technology: Durch die Verbesserung der Elektrolytformel mit einer kleinen Menge polarer Lösungsmittel werden die Elektroden während der Lade- und Entladezyklen des Akkus kontinuierlich repariert und bilden eine stabilere und haltbarere Schicht, die „Solid Electrolyte Interface“ genannt wird.
Quelle: Oppo

Beide Technologien tragen dazu bei, die Lebensdauer des Akkus zu verlängern und die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen. Dadurch konnte Oppo laut eigenen Aussagen die Kapazität eines Akkus selbst nach 1.600 Ladezyklen noch bei 80 % der ursprünglichen Kapazität halten. Das entspricht etwa der doppelten Lebensdauer im Vergleich zum „aktuellen Industriestandard“, so Oppo.

Die Zukunft: „Up, up and away“

Zum MWC 2022 in Barcelona zeigte uns Oppo wo die Reise in Zukunft hingehen könnte. Die Rede ist von SuperVOOC mit 240 Watt, einen ersten Eindruck bekommt ihr dazu in unserem Video, denn wie 4.500 mAh in 9 Minuten aufgeladen werden, ist durchaus beeindruckend. Ob und wann Oppo diese Stufe auch in einem marktreifen Smartphone unterbringt, ist aktuell noch unklar – lassen wir uns einfach überraschen.

Wie wichtig ist euch denn schnelles Laden bei einem Smartphone, bzw. generell bei einem technischen Gerät? Schreibt eure Meinung doch gern mal in die Kommentare unter diesen Beitrag, wir freuen uns über euer Feedback. 😊⚡


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Leonardo Ziaja ... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

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