Der neue Xiaomi Electric Scooter 6 Pro punktet im Test mit fetten 12-Zoll-Reifen, doppelter Federung und starkem 1.000-Watt-Motor. Doch das Upgrade hat seinen Preis: Mit über 27 Kilogramm Gewicht verliert der E-Scooter jegliche Alltagstauglichkeit für Pendler. Ist der edle Cruiser ab 499 Euro trotzdem sein Geld wert?
Der Xiaomi Electric Scooter 6 Pro ging im Februar 2026 für 579,99 Euro an den Start. Inzwischen gibt es den Scooter schon ab 499 Euro bei Amazon. Dank der aktuellen Mehrwertsteuer-Aktion bei MediaMarkt fällt der Preis sogar auf nur 419,33 Euro, womit der E-Scooter zum Allzeit-Bestpreis erhältlich ist. Der Rabatt wird direkt an der Kasse abgezogen, insofern ihr ein myMediaMarkt-Kunde seid. Eine kostenlose Mitgliedschaft lässt sich in wenigen Minuten einrichten.
Zum Lieferumfang gehören ein Netzteil zum Laden, ein Sechskantschlüssel für die Montage, alle notwendigen Schrauben zur Lenker-Montage sowie eine Anleitung. Der Scooter wird beinahe vollständig vormontiert und im zusammengeklappten Zustand ausgeliefert. Einzig der Lenker muss nach dem Auspacken per Kabel mit der Lenkstange verbunden und anschließend verschraubt werden.
Überzeugt der Xiaomi Electric Scooter 6 Pro? #pro&contra
Design: Vom City-Flitzer zum wuchtigen Offroad-Panzer
Xiaomi hat das Design mit der neuen E-Scooter-Generation ordentlich umgekrempelt. Der Electric Scooter 6 Pro wirkt durch sein breites und längeres (75 Zentimeter) Trittbrett im Kicktail-Design nicht nur moderner als seine Vorgänger, sondern kommt auch deutlich wuchtiger daher. Auf mich erweckt der Scooter dabei weniger den Eindruck eines „City-Rollers“ und erinnert stärker an Offroad-Modelle anderer Hersteller. Im Gegensatz zu solchen Scootern bietet der Xiaomi Scooter 6 Pro aber nur eine IPX5-Zertifizierung.
Wie die Modelle der Xiaomi-Scooter-4– und 5-Serie besitzt auch der 6 Pro integrierte Blinker, die über ein Tastenfeld bedient werden können. Persönlich finde ich die Licht-Wippe allerdings etwas „wobbelig“ und ungenau. So wollte ich etwa den Blinker nach dem Abbiegen wieder abschalten, aktivierte jedoch aus Versehen den anderen Blinker. Das fest integrierte Frontlicht, das sich bei Dunkelheit automatisch einschaltet, sorgt allerdings für eine gute Straßenausleuchtung.
Das Zusammenklappen wirkt umständlicher
Im Vergleich zum Scooter 5 Pro wurde leider der Haken an der Lenkstange eingespart, an den man Tüten oder Taschen hängen konnte. Zudem wurde der Einklappmechanismus angepasst und ist aus meiner Sicht nun umständlicher. Der Lenker wird nicht mehr über die Klingel, sondern über einen separaten Haken fixiert, der aber zunächst aufgeklappt werden muss.
Im Vergleich zum Electric Scooter 5 Pro wächst das neue Pro-Modell in allen Dimensionen an: Laut Xiaomi ist der E-Scooter 127,9 Zentimeter lang und im ausgeklappten Zustand 127,7 Zentimeter hoch. Sobald er zusammengeklappt wird, misst er an der höchsten Stelle 61 Zentimeter.
Ein echter Brocken für Pendler
Mit 27,3 Kilogramm ist der Xiaomi Electric Scooter 6 Pro schon fast lächerlich schwer. Und dann wirbt Xiaomi im eigenen Shop noch mit einem „leichten Offroad-Design“ – da möchte ich nicht wissen, was „schwer“ für Xiaomi bedeutet. Die maximale Traglast liegt übrigens bei 120 Kilogramm.
Motor & Fahrgefühl: 1.000 Watt Peak-Leistung bügeln jede Steigung glatt
Natürlich fällt das Gewicht nicht nur höher aus, weil Xiaomi seine User zu mehr Sport treiben möchte. Unter der Haube hat der Scooter nämlich einige Upgrades zu bieten, darunter einen neuen 400-Watt-Motor mit 1.000 Watt Peak-Leistung. Damit soll er Steigungen von bis zu 22 Prozent bewältigen können. Und tatsächlich: Selbst steilere Hügel oder Brücken sind kein sonderliches Hindernis für den 6 Pro.

Gebremst wird mit einer Scheibenbremse vorn und einer E-Bremse hinten, die beide über einen Bremshebel ausgelöst werden – damit kommt der E-Scooter ziemlich schnell zum Stehen. Dank Traktionskontrolle mitsamt E-ABS ist ein sicheres Bremsen bzw. Beschleunigen auch auf nasser Straße kein Problem.

Zusätzlich bremst während der Fahrt die Motorbremse (Rekuperation), falls die Geschwindigkeit 21 km/h überschreitet. So bremst der Roller automatisch beim Bergabfahren ab und fängt dabei an zu piepen. Das kann etwas nervig sein, ist aber eine weitere Vorsichtsmaßnahme.
Wie auf Wolken dank 12-Zoll-Reifen und Vollfederung
Wirklich interessant wird es in Sachen Federung und Reifen: Xiaomi setzt hier auf eine vordere Doppel-Federung mit 40 mm Federweg und eine hintere Federdämpfung. Damit werden Unebenheiten auf dem Weg schön ausgeglichen, womit man auf der normalen Straße butterweich unterwegs ist.
Bahnübergänge oder Kieswege machen sich beim Fahren zwar trotzdem bemerkbar, aber nicht so deutlich wie bei Modellen ohne Federung. Inzwischen gehören solche Federsysteme aber fast schon zum Standard und sorgen für mehr Fahrkomfort.
Bei den Reifen geht Xiaomi voll auf Größe, denn ausgeliefert wird der Scooter 6 Pro mit 12 Zoll Schlappen, die sowohl auf Asphalt als auch auf unebenem Untergrund einen guten Grip bieten. Im Zusammenspiel mit der Federung sorgen die extragroßen Reifen für eine noch smoothere Fahrt. Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um das größte Upgrade gegenüber dem Vorgänger.

Akku: 70 Kilometer auf dem Papier – und auf der Straße?
Versorgt wird der Motor durch einen 477-Wh-Akku, der laut Xiaomi bis zu 70 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf eine Fahrt auf ebener Fläche bei einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von 15 km/h. Realistisch erreicht der E-Scooter im Alltag eine Reichweite von etwa 50 bis 55 Kilometern.
Sobald der Akku leer ist, lässt er sich über das mitgelieferte Ladekabel wieder aufladen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Schnelllader – eher das Gegenteil ist der Fall. Mit dem 70-Watt-Lader benötigt der Ladevorgang etwa neun Stunden; der Fast Charger 2 wird leider nicht unterstützt.
Xiaomi Home App
Bevor ihr überhaupt losfahren könnt, müsst ihr den Scooter 6 Pro erstmal über die Xiaomi Home App einrichten. Dazu befindet sich ein Sticker mit einem QR-Code auf dem Display. Nach einer Sicherheitsunterweisung in Form eines kurzen Videos kann es schon losgehen, dann hört auch das anfängliche Piepton-Gequengel des Scooter auf.
In der App selbst könnt ihr dann die Restreichweite einsehen, den Fahrmodus ändern oder die Rekuperation einstellen. Zudem lassen sich ebenfalls Infos zum Batteriezustand und zum Kilometerstand finden sowie eine Wegfahrsperre aktivieren.

Über einen Doppelklick auf die Power-Taste unter dem Display können die Fahr-Modi durchgeschaltet werden. Es gibt wieder die drei bekannten Fahrmodi: S für Sport bis 20 km/h, D für Standard bis 15 km/h und den Modus für Schrittgeschwindigkeit, der dann in Form eines kleinen Fußgängers auf dem Display angezeigt wird.
Fazit: Verliert Xiaomi die Alltagstauglichkeit aus den Augen?
Unterm Strich liefert Xiaomi mit dem Electric Scooter 6 Pro ein rundes, aber nicht kompromissloses Gesamtpaket ab. Die größten Stärken liegen klar im Fahrkomfort: Die Kombination aus Federung und den großen 12-Zoll-Reifen sorgt für ein angenehm ruhiges Fahrgefühl, das man so von älteren Xiaomi-Modellen nicht kennt. Genauso macht sich der stärkere Motor im Alltag positiv bemerkbar, vor allem bei Steigungen.
Meinung:Ich bin immer wieder überrascht, wie angenehm eine Scooter-Fahrt inzwischen sein kann. Moderne E-Scooter sind derart overengineered, dass ich einen Vergleich zu meinem Scooter 1S von 2020 gar nicht mehr wagen möchte. Nur frage ich mich, ob Xiaomi nicht den Blick für die Alltagstauglichkeit verliert. Das Fahrgefühl ist zwar top, zeitgleich leidet allerdings das Gewicht unter der schweren Technik. Statt bester Technik, dickem Akku und fettem Fahrgestell würde ich mir etwas mehr Leichtigkeit wünschen.
Mein persönliches Fazit lautet deshalb: Cooler Scooter zum fairen Preis, aber viel zu schwer für die für mich noch immer relevante letzte Meile vor und nach der S-Bahn.
Arian Krasniqi
Auf der anderen Seite gibt es kleine, aber schwerwiegende (wortwörtlich) Schwächen. Das hohe Gewicht ist im Alltag ein echter Nachteil, besonders für Pendler, die den Scooter regelmäßig tragen müssen – da solltet ihr eher zum Lite-Modell greifen (der aber auch auf 18,1 kg kommt). Dazu kommen kleinere Designentscheidungen wie der umständlichere Klappmechanismus oder der weggefallene Haken am Lenker für Tragetaschen oder Zubehör. Außerdem wirkt die lange Ladezeit (ca. 9 Stunden) nicht mehr zeitgemäß.
Wer mit dem Gewicht leben kann und den Scooter ohnehin nicht schleppen muss, kann getrost zum Xiaomi Electric Scooter 6 Pro greifen. Vor allem zum aktuellen Preis von 419 Euro (hier kaufen) macht der E-Scooter eine gute Figur und bietet eine sehr gute Ausstattung.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 08.07.2026
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Ich versuche seit Tagen, meinen neuen Rollter zum Laufen zu bringen, selbst meine Tochter, die eigentlich ziemlich taff ist, hat das nicht hin bekommen. Über mein Handy hat sie dieses Zeichen gescant. Über meine Mail-Adresse mindestens 3 mal einen Code erhalten, der bereits nach kurzer Zeit verschwunden ist, es gab einfach keine Möglichkeit in der kurzen Zeit das Kennwort einzugeben, was dann ja auch gleich wieder verschwunden ist. Mein Mann hat ein anderes Fabrikat. Da war das problemlos machbar. Wenn ich den Roller nutze, will ich auch nicht das Handy mitschleppen! Wo kann ich mir denn eigentlich noch proffessionelle Hilfe holen, damit ich das Ding auch nutzen kann? Ich hatte den Roller angeschafft, um die Zeiten, in denen ich mit dem ÖPNV nicht rechtzeitig in die nächste Stadt komme zu nutzen, um Termine einhalten zu können. Dabei kann ich nicht immer ein Haufen Zeug mit schleppen. Ich bin schon etwas älteres Semester und nicht unbedingt gut darin, mich vor Hackern aller Art zu schützen.
einfach die App neu installieren bei mir konnten die Plugins nicht geladen werden der qr Code war bei meiner Einrichtung egal
Hi, die automatische Bremsung auf 21kmh bei Bergabfahrten ist absoluter Unsinn, wird auch für die Zulassung nicht gefordert. Sonst gefällt mir der Scooter, tausche evtl mein Mod 4 aus 🙂
Kurze Frage ? Seit ihr den Scooter auch selber gefahren ? Der regelt bei 18/19 Kmh ab. Er schafft nicht annähernd die erlaubten 22 Kmh. Schuster, bleib bei deinen Leisten. Und lass dich nicht kaufen….
Moin, natürlich sind wir den Scooter selbst gefahren. Es ist auch nicht unser erster Scooter-Test; wir sind in dem Themenfeld seit dem Scooter 1s dabei. Im Test wird auch nicht behauptet, dass der Scooter den vollen Spielraum bis 22 km/h ausreizt – lediglich, dass der Scooter nach 21 km/h automatisch abbremst. Diese Geschwindigkeit haben wir jedoch lediglich beim Bergabfahren erreicht, die Regelgeschwindigkeit waren stets maximal 20 km/h. Die tatsächliche Geschwindigkeit nach GPS-Tracker 19 - 20 km/h. Und: Wäre der Test gekauft, würde ich nicht so auf dem Gewicht oder anderen Details rumhacken ;)