Mit dem Magic Note Pad möchte XP-Pen Android- und Zeichenwelt miteinander vereinen: Dabei möchte das Tablet mit einem papierähnlichen Display, verschiedenen Farbmodi, einem hochempfindlichen Stylus und einer soliden Multimedia-Performance überzeugen. Doch wie schlägt sich das XP-Pen Magic Note Pad im Alltag? Ich habe es für euch getestet!
Das XP-Pen Magic Note Pad wechselt aktuell für 329 Euro (hier kaufen) den Besitzer, womit es im Vergleich zur UVP bereits 110 Euro günstiger ist. Der Lieferumfang des Tablets fällt ziemlich großzügig aus, denn in der Verpackung lassen sich ein Ladekabel, ein Charger, ein Stylus mit vier Wechselspitzen und eine Hülle finden. Ausgeliefert wird das Magic Note Pad außerdem mit Android 14 – damit hängt XP-Pen zwei Android-Generationen hinterher.
Design: Ziemlich leicht und mit Stylus-Halterung
Das XP-Pen Magic Note Pad ist 182 × 259 × 7 Millimeter groß sowie 496 Gramm leicht und lässt sich somit gut mit einer Hand halten – etwa beim Zeichnen im Freien. Im Vergleich mit herkömmlichen Tablets fehlt unter anderem eine rückseitige Kamera, sodass das Zeichen-Tablet komplett flach auf dem Tisch liegen kann. Zudem befindet sich neben dem Display ein Metallrahmen, an dem das Tablet gehalten werden kann und der Stift einen sicheren Platz findet.

Magic Note Pad verzichtet auf Fingerabdrucksensor
Am Gehäuse gibt es zudem zwei Lautsprecher, zwei Mikrofone sowie Buttons für die Lautstärkeregulierung sowie zum Ein- und Ausschalten. Neben dem Power-Button gibt es zudem einen dedizierten Knopf, um zwischen den drei Farbmodi des Displays zu wechseln. Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht, das Tablet kann nur per Code oder 2D-Gesichtserkennung entsperrt werden.
Mitgelieferte Hülle schützt das Tablet
Falls ihr das Tablet nicht ungeschützt nutzen wollt, könnt ihr die mitgelieferte Schutzhülle verwenden, die magnetisch befestigt wird. Persönlich bin ich kein großer Fan von der Haptik der Hülle, hier hätte ich mir eine klassische Stoff-Optik wie bei einigen Lenovo-Tablets gewünscht. Das dürfte aber Geschmackssache sein, ihren Zweck erfüllt die Hülle allemal.
Technik: Helio G99 reicht für den Alltag
Unter der Haube begnügt sich XP-Pen mit recht schwacher Hardware: Explizit werkelt hier ein MediaTek Helio G99 als Prozessor, der sonst eher in Low-Budget-Smartphones zu finden ist. Dazu gibt es 6 GB RAM und 128 GB internen Speicher – eine Erweiterung per microSD-Karte ist leider nicht möglich. Die Leistung des Chips ist für den Einsatzzweck des Tablets ausreichend: Zeichenprogramme laufen flüssig und auch die Software legt keine Denkpausen ein. Für Spiele oder aufwendiges Multitasking ist der Chip wiederum zu langsam; hierauf liegt aber ohnehin kein Fokus.
Papierähnliches Display mit drei Farbmodi
Das eigentliche Highlight des XP-Pen Magic Note Pad ist das Display, auch wenn der Hersteller hier kein E-Ink-Display verbaut. Stattdessen kommt hier ein klassisches LCD zum Einsatz, das durch eine papierähnliche Oberfläche bedeckt wird – ähnlich wie beim preislich vergleichbaren Huawei MatePad 11,5″ (Test). Heißt: Die Oberfläche ist leicht rau, matt und griffig, quasi wie feines Zeichenpapier. Beim Schreiben oder Zeichnen entsteht so spürbare Reibung und ein feines Feedback durch die Oberflächenstruktur, was deutlich genauere Linienführung ermöglicht.
Display-Details:
- Display-Größe: 10,95 Zoll LCD
- Auflösung: 1.920 × 1.200 Pixel
- Bildwiederholrate: 90 Hz
- sRGB-Farbraumabdeckung: 95%
- typische Helligkeit: 400 Nits
Ich nutze auf meinem privaten iPad Air (M2) ebenfalls eine Paperlike-Folie, welche ein ähnliches Gefühl erzeugt. Der Vorteil am Magic Note Pad ist jedoch, dass der Abstand zwischen Digitizer-Schicht und Stift nicht durch eine zusätzliche Folie vergrößert wird. Dadurch ist das Zeichengefühl deutlich direkter. An echtes Papier kommt das Tablet natürlich nicht ran – das Zeichengefühl ist aber sehr ähnlich.
Drei Farbmodi: Normal, Farbpapier oder Tintenpapier
Spannend am Display sind zudem die drei Farbmodi, die sich per Knopfdruck wechseln lassen. Dabei kann man aus einem normalen Modus mit Originalfarben, einem Farbpapier-Modus mit papierähnlichen Farben und einem schwarz-weißen Tintenpapier-Modus entscheiden. Persönlich mochte ich besonders den Farbpapier-Modus, vor allem am Abend oder morgens waren die wärmeren Farben einfach angenehmer für meine Augen.
Die Helligkeit fällt mit angegebenen 400 Nits ausreichend stark aus, solange das Tablet drinnen genutzt wird. Im Freien fehlt es dem Display wiederum etwas an Strahlkraft, womit es vor allem an sonnigen Sommertagen etwas zu dunkel ist.
Akku: Lange Uni-Tage sind kein Problem
Versorgt wird die Hardware durch einen 8.000 mAh großen Akku, der mit maximal 20 Watt via USB-C wieder aufgeladen werden kann. Der Akku bringt euch locker durch eine mehrstündige Zeichen-Session oder auch durch einen vollgepackten Uni-Tag. Im Schnitt konnte ich bei gemischter Nutzung (Zeichnen, Notizen, Multimedia) rund neun Stunden Display-on-Time erreichen mit einer Ladung. Mit dem beiliegenden Netzteil dauert das Laden etwa zwei Stunden.
XP-Pen X3 Pro Pencil 2 mit 16.384 Druckstufen
Zum Zeichnen und Schreiben braucht es natürlich auch einen Stift: Der X3 Pro Pencil 2 erinnert in seiner Form an einen typischen Kugelschreiber, liegt angenehm in der Hand und lässt sich magnetisch am Tablet befestigen sowie kabellos laden. Außerdem befinden sich, wie bereits erwähnt, vier weiche Stiftspitzen sowie ein Spitzenabzieher im Karton. Für meinen Geschmack ist der Stift mit 20,7 Gramm angenehm schwer und er lässt sich wunderbar über das Display führen.

Laut Hersteller erkennt der Stift bis zu 16.384 Druckstufen und tatsächlich reagiert der Stift ziemlich präzise auf Druckänderungen. Außerdem ist es mit dem X3 Pro absolut kein Problem, schöne gerade Linien ganz ohne Jitter zu ziehen.
Am Stift selbst gibt es einen Button, mit dem der Radierer aktiviert werden kann. Zugegebenermaßen bin ich allerdings auch einige Male aus Versehen an den Knopf gekommen, was beim Zeichnen stören sein kann.
Praxis: Zeichnen, Malen, Notieren – alles aus der Hand
Das XP-Pen Magic Note Pad wird out-of-the-Box mit der App JNOTES ausgestattet, die eine kostenlose Registrierung voraussetzt, damit alle Features genutzt werden können. In der App lassen sich bequem Notizen erstellen, mathematische Rechnungen mitschreiben oder auch Skizzen erstellen.
Hierfür stehen klassische Schreibtools wie ein (virtueller) Kugelschreiber, ein Bleistift, ein Füllfederhalter und ein Marker zur Verfügung, deren Druckregulierung individuell über einen Schieberegler angepasst werden kann. Häufig benutzte Werkzeuge sind im Stiftkasten ablegbar, in dem 30 Stifte gespeichert werden können. Besonders praktisch ist außerdem die Möglichkeit, verschiedene Vorlagen auszuwählen (z. B. kariertes, liniertes oder gepunktetes Papier).

Des Weiteren stehen etwa Funktionen zur Verfügung, mit denen man per Freiform-Zeichnungen geometrische Formen anlegen kann. Daneben lassen sich Sticker, Gedächtnisbänder sowie Text zum Dokument hinzufügen.
KI-Handschrifterkennung funktioniert nur mäßig
Auf Wunsch ist Handschrift sogar per KI erkennbar – das funktioniert allerdings noch nicht ganz so gut. Es ist denkbar, dass die KI hier mit verschiedenen Schreibstilen Schwierigkeiten hat. Ich schreibe (zumindest in Druckschrift) relativ klar, trotzdem schlichen sich einige Fehler in die Erkennung ein. Schreibschrift ist wiederum der absolute Endgegner für die KI…
Zeichnen macht richtig Spaß!
Natürlich lassen sich auch einfache Skizzen in der App anfertigen, richtige Zeichnungen sind hier jedoch nicht möglich. Die Zeichenfunktionen gehen nicht über das Basis-Niveau hinaus, vor allem das Fehlen einer Ebenen-Funktion (etwa für Hilfslinien) ist dabei schade. Entsprechend habe ich zum Zeichnen Sketchbook benutzt, wo mir ein deutlich größeres Feature-Set zum Zeichnen zur Verfügung steht. Da es sich um ein normales Android-Tablet samt Play Store handelt, könnt ihr natürlich auch jede andere Zeichen-App nutzen.

Handballenerkennung verhindert nervige Fehleingaben
Was mir beim Notieren und Zeichnen besonders gut gefallen hat, war die Handballenerkennung. Ich konnte meinen Handballen auf dem Display ablegen, ohne dass etwaige Eingaben dadurch erkannt wurden. Das Display ignoriert die Berührung komplett, wodurch ich ohne nervige Unterbrechung zeichnen kann. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen möchte, kann zum Malen natürlich einen Zeichnhandschuh tragen. Den gibt es von XP-Pen für knapp 6 Euro (hier kaufen).
Fazit
Mir haben sowohl das Schreiben als auch das Zeichnen auf dem XP-Pen Magic Note Pad ziemlich viel Spaß gemacht. Das Papiergefühl wird gut eingefangen und der Linienschwung fühlt sich äußerst natürlich an. Der X3 Pro Pencil 2 arbeitet dabei präzise, reagiert direkt auf Druckanpassungen und fühlt sich super in der Hand an. Die Hardware passt zum kreativen Fokus und das Display rundet das Tablet mit seinen vielseitigen Farbmodi ab.
Preislich positioniert sich das Magic Note Pad als eher günstiges Zeichen-Tablet mit Multimedia-Option. Wer also nach einem Tablet mit Kreativ-Fokus sucht, den Preis für ein Remarkable mit E-Ink-Display aber nicht zahlen möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ein Remarkable 2 kostet immerhin knapp 500 Euro, während das Magic Note Pad für 329 Euro den Besitzer wechselt.
Wer auf Gaming, besonders hohe Helligkeit oder ein vielseitiges Multitasking Wert legt, sollte allerdings zu einem klassischen Android-Tablet oder iPad greifen. In diesem Preisbereich lassen sich etwa das Galaxy Tab S10 FE oder das iPad (2025) finden.
Pro
- mattes Display mit Papier-ähnlicher Oberfläche
- drei Display-Farbmodi
- präziser und handlicher X3 Pro Pencil 2
- lange Akkulaufzeit
- Magnet-Halterung für Stift und Haltegriff
- großzügiger Lieferumfang samt Stift und Hülle
- vorinstallierte JNOTES-App
- Kombination aus Android- und Zeichen-Tablet
- Preis-Leistung
Contra
- MediaTek-Prozessor etwas schwach
- altes Android 14
- Displayhelligkeit im Freien zu niedrig
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