Zendure positioniert den SolarFlow 2400 Pro als moderne All-in‑One‑Lösung für Balkonkraftwerke und kleine PV‑Setups, die deutlich über herkömmliche Mini‑Speicher hinausgeht. Mit hoher Leistung, vier MPPT‑Eingängen, modularer Kapazität bis 16,8 kWh und KI‑gestütztem HEMS zielt das System auf Solar-Enthusiasten ab. Wir haben das SolarFlow 2400 Pro an unser Balkonkraftwerk angeklemmt und wollten herausfinden, ob sich der Kauf lohnt.
Das Zendure SolarFlow 2400 Pro ist seit Mitte Februar erhältlich und wechselt offiziell für 1.199 Euro UVP den Besitzer. Zendure bietet den Speicher mittlerweile deutlich günstiger an, aktuell für 999 Euro (hier kaufen). Daneben lassen sich auch verschiedene Sets im Zendure Onlineshop finden, darunter Bundles mit Smart Meter oder Balkonkraftwerk.
Besonders die Sets samt Balkonkraftwerk sind interessant, da der Aufpreis vergleichsweise gering ausfällt. Im Endeffekt zahlt ihr hier 240 Euro für ein 2.000-Watt-Balkonkraftwerk – ähnliche BKWs starten im freien Handel erst bei rund 480 Euro (etwa von JA Solar). Wer noch eine Balkonhalterung benötigt, kann diese für 59 Euro Aufpreis dazubestellen.
Technik: Für Balkonkraftwerke und kleine PV-Anlagen
Das SolarFlow 2400 Pro ist das neue Flaggschiff von Zendure, wobei der Hersteller hiermit gleich zwei Märkte bedienen möchte. Einerseits handelt es sich um einen klassischen Speicher für kleine Balkonkraftwerke, andererseits kann das 2400 Pro auch als Heimspeicher für eine vollwertige Dach-PV-Anlage genutzt werden. Möglich wird dies durch eine AC-Kopplung, bei welcher der Speicher in das Hausnetz eingebunden wird.
Der Speicher erkennt automatisch Überschussstrom durch die PV-Anlage und speichert diesen in den Batterien ein. Bei Bedarf – etwa in den Abend- oder Morgenstunden – wird der Strom wieder ins Hausnetz eingespeist. Per AC können hierüber bis zu 1.800 W in den Akku gejagt werden, wobei maximal 2.400 Watt ins Hausnetz eingespeist werden können. In Deutschland beträgt das Limit 800 Watt.

Vier MPPT-Eingänge mit bis zu 3.000 Watt
Im Kern bleibt das System aber ein Balkonkraftwerk-Speicher. Hierfür integriert Zendure gleich vier MPPT-Eingänge, die zusammen bis zu 3.000 Watt Leistung aufnehmen können. Jeder MPPT ist dabei auf eine Maximallast von 750 Watt ausgelegt. Falls dies nicht ausreichen sollte, besteht zudem die Möglichkeit, einen weiteren Wechselrichter an die integrierte Notstrom-Steckdose anzuschließen.

Unterstützt werden Wechselrichter mit bis zu 1.800 Watt Leistung, womit sich eine Gesamt-Eingangsleistung von stolzen 4.800 Watt ergibt. Eine ähnliche Herangehensweise verfolgt auch das EcoFlow Stream Ultra (Test), allerdings sind hier 2.000 Watt Grundleistung mit 2.800 Watt Zusatzleistung kombiniert.

Der verbaute Wechselrichter ist für eine Betriebsspannung bis 55 Volt ausgelegt, wobei der maximale PV-Eingangsstrom 18 Ampere nicht überschreiten darf. Eine Besonderheit: Die minimale Betriebsspannung liegt bei 14 V, womit der Wechselrichter im Vergleich zu anderen Systemen schon früher mit der Energiegewinnung starten kann.
SolarFlow 2400 Pro lässt sich leicht erweitern
Das Zendure SolarFlow 2400 Pro bietet eine Grundkapazität von 2,4 kWh, wobei der Hersteller auf moderne LFP-Zellen setzt. Zusätzlich wurden eine Reihe von Sicherheitsfunktionen implementiert, um ebenfalls im Worst-Case gewappnet zu sein. Neben dem ZenGuard‑Batterieschutzsystem mit dualer BMS-Architektur und Echtzeitüberwachung gibt es ebenfalls ein integriertes Aerosol-Brandschutzsystem. Bei hohen Temperaturen (> 170 °C) bildet sich also ein feuerhemmendes Aerosol-Gemisch, mit dem ein Akkubrand in Keim erstickt werden soll. Ausprobieren konnten wir das (zum Glück) jedoch nicht.

Falls die Kapazität nicht ausreicht, lässt sich der Speicher leicht um Zusatzbatterien erweitern. Maximal sind bis zu 16,8 kWh möglich, wobei Zendure hierfür die neuen AB3000L Batterien empfiehlt. Hiervon können bis zu fünf aufeinander gestapelt werden. Bisher lassen sich die Batterien jedoch nicht einzeln kaufen, sondern müssen bei der 2400 Pro Bestellung mit ausgewählt werden. Vermutlich starten die AB3000L Erweiterungen später separat in den Verkauf.
Einrichtung: Via Bluetooth, WLAN oder…LAN?!
Die Installation des SolarFlow 2400 Pro ist kinderleicht: PV-Module anschließen, AC-Anschlusskabel einstecken und mit der App verbinden – fertig. Bei der Einrichtung könnt ihr euch entscheiden, ob ihr euch per WLAN oder via Bluetooth mit dem Speicher verbinden möchtet. WLAN hat dabei den Vorteil, dass ihr auch aus der Ferne auf den Speicher zugreifen könnt. Zendure integriert hierfür eine kleine, klappbare WLAN-Antenne, die bei Bedarf hochgeklappt werden kann.
Es besteht sogar die Möglichkeit, den Speicher via LAN an das Heimnetzwerk anzuschließen. Explizit lässt sich am 2400 Pro ein Cat.6-Anschluss finden – eine absolute Seltenheit bei Balkonkraftwerkspeichern.

Netzwerkänderung gestaltet sich schwierig
Nur eine Sache war verwunderlich: Da wir den Speicher an einen anderen Einsatzort gebracht hatten, mussten wir die Netzwerkeinstellungen korrigieren. Allerdings konnten wir uns weder mit einem Google Pixel 10 Pro XL (Test) oder einem iPhone 16 Pro Max (Test) mit dem Speicher verbinden. Der Speicher tauchte in der Zendure App nur auf einem Honor Magic 8 Pro (Test) auf, über das der Speicher ursprünglich eingerichtet wurde.
HEMS 2.0: Einsparungen bis zu 73 Prozent möglich
Das SolarFlow 2400 Pro ist Teil des neuen Home Energy Management Systems HEMS 2.0 mit der KI-Engine ZENKI 2.0. Die Plattform vernetzt laut Zendure Solarpaneele, Speicher, Wärmepumpen und E-Autos zu einem einheitlichen Ökosystem. Nutzer profitieren von zentralem Monitoring, intelligenter Energieverteilung und automatisierten Einsparungen.
Dieses System analysiert und optimiert Energieflüsse in Echtzeit, prognostiziert den Verbrauch und kann so laut Hersteller bis zu 73 Prozent Stromkosten einsparen. Dieser Wert dürfte zwar selten erreicht werden, Stromkosten lassen sich aber durchaus sparen. In unserem Beitrag zum Thema „Lohnen sich Balkonkraftwerke“ haben wir ebenfalls über dieses Thema gesprochen. Über die Einbindung des ZenWave‑Tarifservices, der sich an dynamischen Strompreisen der EEX orientiert, lassen sich Verbrauchszeiten zusätzlich an günstige Tarifphasen anpassen.
Betriebsmodi: ZENKI bringt KI-Steuerung
Insgesamt stehen in der App sechs Betriebsmodi zur Auswahl, die ihr unter dem Punkt “Energieplan” findet:
- ZENKI: KI-basierter Betriebsmodus, der intelligente Energiepläne auf Basis von Sonnenprognosen, Nutzungsmustern und dynamischen Strompreisen erstellt. Das System optimiert selbstständig die Einspeiseleistung und die Nutzung von dynamischen Stromtarifen und lässt keine Anpassung der Einstellungen zu. Smart-CT oder Zählerleser werden zur Nutzung vorausgesetzt.
- Automatikmodus: Ähnelt ZENKI, nutzt aber keine KI für Ertrags- und Lastprognosen. Die Leistungsabgabe wird basierend auf der Systemkonfiguration und den Umgebungsbedingungen intelligent angepasst. Die Nutzung ist nur mit einem Smart Meter sinnvoll.
- Modus für intelligente Stromzähler: Die Einspeiseleistung wird dynamisch auf Basis des aktuellen Stromverbrauchs gesteuert. Nur in Kombination mit einem Smart Meter nutzbar.
- Modus für smarte Steckdosen: Die Einspeiseleistung ergibt sich aus einer vordefinierten Grundlast und dem Verbrauch einzelner Smart Plugs. Erkennt das System Last an einer smarten Steckdose, dann wird die Leistung entsprechend erhöht.
- Grundlastmodus: Passt die Leistung basierend auf einem individuellen Grundlast-Zeitplan an.
- Stromtarifmodus: Der Solarspeicher wird auf dynamische Strompreise optimiert. Sobald bestimmte Preisschwellen erreicht werden, lädt oder entlädt sich der Speicher. Die Preise lassen sich individuell festlegen, wobei die Strompreisdaten von ZenWave oder rabot.energy verwendet werden.
Besonders der ZENKI-Modus dürfte für Anfänger spannend sein, da die KI alle wichtigen Einstellungen und Anpassungen automatisch vornimmt. Dabei hat die KI eine Anlernzeit von 6 Tagen, bis die Automatisierung greift – danach läuft alles vollautomatisch. Der Modus ist, ebenso wie der Automatikmodus, ausschließlich mit einem Smart Meter nutzbar.
Praxis: Auf die Größe kommt es an
Wir haben das SolarFlow 2400 Pro in Kombination mit einem Priwatt priFlat Duo (2024) mit 860 Watt Peak-Leistung genutzt. Dabei haben wir uns für den Grundlastmodus entschieden, wobei die dauerhafte Einspeiseleistung auf 200 Watt eingestellt war.

Seit dem 27. März konnten wir mit unserer Anlage rund 18,43 kWh (Stand: 2. April) erzeugen, wovon 16,73 kWh direkt eingespeist wurden. Bei einem zugrunde liegenden Strompreis von 28 Cent pro kWh konnten wir also in rund einer Woche rund 5 Euro einsparen. Auf den ersten Blick erscheint das natürlich nicht viel, allerdings war der Zeitraum vergleichsweise kurz und das Wetter eher wechselhaft.
Allgemein gilt aber, dass es mit einem kleinen Balkonkraftwerk länger dauert, bis sich der Speicher amortisiert. Je mehr PV-Leistung installiert ist, desto schneller lohnt sich das System. Mit dem Solarrechner der HTW Berlin könnt ihr selbst ausrechnen, wie lange es dauert, bis sich euer Wunschsystem refinanziert hat.
Noch schneller amortisierte sich die Anlage in Kombination mit einem Smart Meter und einem variablen Stromtarif. Falls ihr keinen Smart Meter besitzt, könnt ihr einen entsprechenden Stromzähler bei eurem Messstellenbetreiber anfragen. Dieser muss den Einbau innerhalb von vier Monaten vornehmen, wobei der Einbau kostenfrei erfolgt. Alternativ lässt sich auch ein externer Smart Meter an den digitalen Stromzähler anschließen, falls dieser zugänglich ist. Hierfür bietet Zendure etwa den D0 an, welcher sich in das HEMS integrieren lässt.

Fazit
Zendure liefert mit dem SolarFlow 2400 Pro eine äußerst vielseitige und leistungsstarke Lösung für anspruchsvollere Balkonkraftwerke und kleine PV-Setups. Besonders überzeugend sind die hohe Flexibilität mit vier MPPT-Eingängen und das modulare Konzept mit umfangreicher Erweiterbarkeit. In Kombination mit Smart Meter, smarten Steckdosen und dynamischen Stromtarifen entfaltet das System sein volles Potenzial.
Mit derzeit 999 Euro ist das System zudem nicht allzu teuer – ihr zahlt rund 41 Cent pro Wh. Wer also nach einem Solarspeicher mit besonders hoher Kapazität sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Falls euch auch ein kleineres System ausreicht, lohnt sich ein Blick auf das günstigere SolarFlow 800 Pro 2 (Test).
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