Gefährlicher Internet-Trend: „Swatting“

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News  / Robin Cromberg

Ein gefährlicher und extrem kostspieliger Streich scheint immer mehr in Mode zu kommen: Beim sogenannten „Swatting“ hetzen sich Spieler gegenseitig Sondereinsatzkommandos der Polizei auf den Hals. Kürzlich traf es den Spieler „Kootra“ vom Counterstrike-Team The Creatures, der Einsatz wurde nebenbei von seiner Webcam im Live-Stream festgehalten.

Mitten im Spiel, bei dem ihm etliche Fans live zusehen, nimmt Kootra plötzlich das Headset vom Kopf. „I think we’re getting swatted“ sagt er in die Kamera, als wäre dies ein alltägliches Problem, mit dem man zu rechnen hat. Leider entspricht dies inzwischen fast der Realität. Immer öfter kommt es vor, dass verärgerte Gegenspieler oder einfach nur Witzbolde, denen die Konsequenzen solcher Streiche nicht bewusst sind, zum Hörer greifen und mit einem möglichst echt klingenden Notruf die Polizei auf den Plan rufen. Denn diese muss solche Anrufe als Ernstfall behandeln – ob es sich dabei um einen Streich handelt, oder tatsächlich ein Amokläufer vor Ort ist, lässt sich schließlich nicht im Vorraus sagen. Entsprechend ruppig springen die Beamten auch mit „Kootra“ um, was auf heftige Kritik im Netz stößt. Doch so sieht es die Vorschrift der Einsatzkräfte nunmal vor, da können keine Ausnahmen gemacht werden. 

Als das SWAT-Team den Raum stürmt und den Spieler auf den Boden drückt und in Handschellen legt, bekämpfen auf dem nach wie vor laufenden Bildschirm ironischerweise gerade virtuelle Spezialeinheiten tatsächlich bewaffnete Terroristen bei einer Runde Counterstrike. Wenige Stunden später verkündigt Kootra über seinen Twitter Account, er sei unbeschadet und wieder auf freiem Fuß, den Vorfall wird er jedoch so schnell nicht mehr vergessen.

Das traurige an solchen Einsätzen: Obwohl es sich dabei nur um einen Streich handelt, entstehen immense Kosten, da ganze Wohnblöcke, Schulen und ähnliche Einrichtungen evakuiert werden müssen- Schäden, die dem Täter teuer zu stehen kommen, sobald er gefasst wird. Zuletzt passierte dies einem 19-jährigen, der 2009 für einen solchen Scherz zu 11 Jahren Haft verurteilt wurde.



Quelle : Spiegel.de


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1 Kommentar

  • Peter

    Warum zur Hölle sollte man so etwas machen? So jemand gehört ins Gefängnis!

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