Blizzard-Chef reduziert Strafe, verteidigt Vorgehen gegen Blitzchung

Offizielle Reaktion auf Kontroverse um Hearthstone-Champion 2 Min. lesen
News  / Robin Cromberg
Hearthstone-Grandmasters

Blizzard-Chef J. Allen Brack hat in einem offenen Brief den jüngsten Skandal rund um den hart bestraften Hearthstone-Champion „Blitzchung“ adressiert. Die Strafe werde reduziert, doch Brack verteidigt auch die getroffenen Maßnahmen.

Turniersieger verliert wegen politischer Äußerungen sein Preisgeld und wird gesperrt

Der eSportler Ng Wai „Blitzchung“ Chung gewann am 6. Oktober 2019 ein von Blizzard ausgerichtetes Hearthstone-Turnier. In einem darauffolgenden Video-Interview rief der Turniersieger jedoch „Befreit Hongkong“, in Anspielung auf die aktuelle Situation in seiner Heimat. Zu politisch, fand Blizzard, und fror nicht nur Blitzchungs Preisgeld in Höhe von 16.000 US-Dollar ein, sondern sperrte den Spieler für ein Jahr und entließ darüber hinaus die beiden Kommentatoren, welche ihn befragt hatten.

Für diese Maßnahmen schlug Blizzard in den vergangenen Tagen massenhaft Kritik entgegen, viele Stimmen werfen dem Unternehmen vor, sich dem Einfluss Chinas zu beugen. Der chinesische Technologieriese Tencent besitzt fünf Prozent der Aktienanteile an Activision-Blizzard, Kritiker vermuten daher, man wolle das wichtige chinesische Geschäft nicht gefährden. Auch Mitarbeiter von Blizzard selbst hatten sich dem Protest angeschlossen und an einer Statue auf dem Firmengelände die Studiowerte »Global denken« und »Jede Stimme zählt« abgeklebt.

Blizzard-Chef äußert sich zur Entscheidung

J. Allen Brack, Chef von Blizzard Entertainment, reagiert nun in einem offenen Brief auf die Anschuldigungen und reduziert als erste Maßnahme die verhängten Strafen. So wird Blitzchung nicht mehr für ein ganzes, sondern nur ein halbes Jahr gesperrt und darf auch das Preisgeld behalten. Die taiwanesischen Kommentatoren, welche ihn zu einem Statement in Mandarin ermutigt hatten, werden ebenfalls nach einem halben Jahr wieder arbeiten dürfen.

„We interview competitors who are at the top of their craft to share how they feel. We want to experience that moment with them. Hearing their excitement is a powerful way to bring us together.

Over the weekend, blitzchung used his segment to make a statement about the situation in Hong Kong—in violation of rules he acknowledged and understood, and this is why we took action.

Every Voice Matters, and we strongly encourage everyone in our community to share their viewpoints in the many places available to express themselves. However, the official broadcast needs to be about the tournament and to be a place where all are welcome. In support of that, we want to keep the official channels focused on the game.“
– Quelle: Statement von J. Allen Brack

Laut Brack habe die Sperre nichts mit dem Inhalt seiner Aussage zu tun, sondern damit, dass jegliche politische oder gesellschaftliche Statements in einem offiziellen Stream nichts zu suchen hätten. Der Blizzard-Chef verwies dabei auf die Turnierregeln, nach denen Aktionen untersagt werden, die „Teile der Öffentlichkeit beleidigen oder anderweitig Blizzards Image beschädigen“. Blitzchung habe diese Regeln bewusst gebrochen und die Moderatoren hätten den Schwerpunkt des Interviews auf dem Spiel belassen sollen. Die Strafe sei also nicht verhängt worden, um die Meinung des Spielers zu unterdrücken, sondern im Sinne der Firmenwerte.


Quellen :

Golem.de
Blizzard
Gamestar.de


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