Huawei Mate 30 erhält wohl keine Lizenz für Google-Dienste

Was ist die Alternative? 2 Min. lesen
News huawei  / Leonardo Ziaja

Es geht in die nächste Runde: Huawei wird sein neues Top-Smartphones Huawei Mate 30 wohl nicht mit Google-Diensten ausliefern können. Das chinesische Unternehmen hatte zwar eine 90-tägige Schonfrist bis Ende November gestattet bekommen, allerdings gelte diese wohl nur für schon auf dem Markt erhältliche Geräte.

Huawei kann durch die dreimonatige Schonfrist zwar weiterhin Software-Updates verteilen und Android 10 auf 35 Geräten ausliefern, neue (noch nicht vorgestellte) Geräte gehen dabei aber wohl leer aus. Das „Zündlein an der Waage“ sind dabei Lizenzen, denn ohne diese ist es US-Unternehmen untersagt mit einer Firma auf der Entity-List („Schwarze Liste“) zu kooperieren. Durch den Handels-Bann kann Google aktuell laut Reuters und The Verge also keine Dienste wie den Play-Store, Gmail oder Google Maps auf das neue Huawei Mate 30 bringen.

Bekommt Huawei kurzfristig noch eine Ausnahmeregelung?

Die Lösung wäre hierbei eine von der US-Regierung akzeptierte Ausnahmeregelung, die eine Zusammenarbeit mit Google ermöglichen würde. Laut Reuters hat das U.S. Commerce Department bisher mehr als 130 dieser Lizenz-Anträge erhalten, um US-Waren an Huawei verkaufen zu können – bisher wurde keiner genehmigt. Als Alternative könnte Huawei das Mate 30 mit einer Open-Source-Version von Android (AOSP) ausstatten, ohne dabei den Bann zu „verletzen“. Die Google-Apps könnten dann jedoch weiterhin nicht genutzt werden.

Android Figuren in verschiedenen Farben nebeneinander aufgereiht.

Bild: Google

Die Notlösung wäre dann das kürzlich vorgestellte Harmony OS, eine Eigenentwicklung von Huawei. Allerdings möchte Huawei vorerst weiter auf Android setzen! „Huawei will weiterhin das Android-Betriebssystem und -Ökosystem nutzen, wenn es uns die US-Regierung erlaubt“, so Huawei-Sprecher Joe Kelly zu Reuters. Der Wille zur Kooperation ist also da!

Ohne Android gegen die Konkurrenz?

Das neue Huawei Mate 30 soll voraussichtlich am 18. September in München vorgestellt werden. Neben einem Standard-Modell soll es auch eine Pro-Version und eine Lite-Variante geben, so wie es bei der Vorgängergeneration der Fall war (Test: Huawei Mate 20 Pro). Ohne Google-Dienste hätten die neuen Geräte jedoch einen entscheidenden Nachteil gegenüber der Konkurrenz, darunter beispielsweise das OnePlus 7 Pro (Test)oder Samsung Galaxy Note 10.

Es wird also spannend: gibt es spontan noch einen Umschwung der US-Regierung? Oder setzt Huawei nun auf Harmony OS? Oder wird das Mate 30 erst gar nicht auf den Markt kommen? Selbst wenn Harmony OS (News) installiert wird, so ist die eigene Architektur noch nicht wirklich fertiggestellt. Zudem fehlt es dann an wichtigen Apps, denn auch Facebook, Twitter oder WhatsApp ist ein Handel bzw. eine Kooperation mit Huawei durch den US-Bann ohne Lizenz untersagt.


Quellen :

Reuters
The Verge


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