Keine Sicherheitsupdates mehr für Huawei Smartphones?

Huawei verliert Android-Lizenz, das müssen Huawei Nutzer jetzt wissen 3 Min. lesen
News  / Marcel Schreiter

Die Vollkatastrophe: Google wird Huawei ab sofort den Zugang zu Android-Software sperren. Das bedeutet im Umkehrschluss unter anderem, dass das Android Betriebssystem auf Huawei Smartphones nicht mehr aktualisiert werden kann und dementsprechend Sicherheitslücken nicht geschlossen werden können.

Davon ausgenommen sind wohl Updates von Apps aus dem Google Play Store für bereits im Handel erhältliche Geräte, zumindest vorerst, wie Google kurz und knapp auf Twitter bestätigt.

Google reagiert damit auf Druck der US-Regierung, die die Verflechtung von Huawei mit der chinesischen Regierung als kritisch einstuft. Sie befürchten, dass Huawei mit ihrer Technologie und Marktmacht Netzwerke und Daten auszuspionieren.

Für zukünftige Geräte aus dem Hause Huawei, wie zum Beispiel dem Huawei Mate 30, könnte der Zugang zu Android und Apps wie Gmail, Youtube und Google Maps völlig verwehrt bleiben. Davon ausgenommen sollen Open Source Teile des Android Open Source Project sein.

Huawei könnte diese Situation aber nun zum Anlass nehmen, sein hauseigenes Betriebssystem auszurollen. Gerüchten zufolge, arbeitet der chinesische Hersteller bereits seit 2012 an einem eigenen Betriebssystem (Kirin OS). Jedoch ist derzeit nicht bekannt, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist und ob dieses OS auch auf bereits verkaufte Geräte einfach aufgespielt werden kann.

Nutzer warten auf Huaweis Stellungnahme. Wie geht es jetzt weiter?

Erstmal müssen wir eine offizielle Stellungnahme von Huawei abwarten. Dann werden wir sehen, ob Google oder Huawei gegen das Dekret der US-Regierungen vorgehen werden oder eine Ausnahme verhandeln können. Zudem ist noch nicht klar, ob auch Geräte der Tochtermarke Honor von diesem Verbot betroffen sind. Da Honor eine Tochterfirma von Huawei ist, liegt dies aber sehr nahe. Fakt ist, Huawei Geräte können nach wie vor genutzt werden. Die nächste Gerätegenerationen des Herstellers werden dann davon betroffen sein.

Was sagen die deutschen Provider dazu

Zum jetzigen Zeitpunkt (6.30 Uhr) stehen offizielle Stellungnahmen von den deutschen Mobilfunkanbietern noch aus. Ob sie den Verkauf von Huawei Geräten erst einmal aussetzen, bleibt abzuwarten. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Update, 12:45 Uhr: Wir haben den Internet- und Mobilfunk-Provider 1&1 kontaktiert und von Peter Manderfeld, Head of Access PR, folgende Aussage erhalten:

„Nach aktuellem Stand ist noch nicht im Detail klar, welche Konsequenzen die Entscheidung von Google für Nutzer von Huawei-Smartphones haben wird. Huawei hat uns gegenüber zugesichert, weiterhin Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden Huawei und Honor Smartphones sowie Tablets zur Verfügung zu stellen. Das betrifft verkaufte und lagerhaltige Geräte weltweit und gilt natürlich auch für alle Kunden, die ihr Gerät über 1&1 gekauft haben. Zur weiteren Klärung stehen wir mit unserem Hardware-Partner Huawei in engem Austausch.“

Update: Stellungnahme von Huawei

Update, 11:30 Uhr: Huawei hat sich inzwischen in einem kurzen E-Mail-Statement, das unter anderem The Verge vorliegt, geäußert.

Demnach sind bereits verkaufte Huawei- und Honor-Smartphones nicht betroffen und erhalten auch weiterhin Sicherheits-Updates und „After-Sale-Services“, gleiches gilt für ausgelieferte und beim Händler lagernde Smartphones. Huawei weist in dem Statement außerdem darauf hin, dass das Unternehmen mit an der Entwicklung und weltweiten Verbreitung von Android beteiligt sei. Das haben zuletzt auch die weltweiten Marktanteile gezeigt, bei denen Huawei als einer der weniger Hersteller ein starkes Wachstum verzeichnen konnte, während Kontrahenten wie Samsung mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen haben.

Wie genau die Zukunft von neuen Huawei- und Honor-Smartphones aussieht ist hingegen ungewiss. In dem Statement erwähnt Huawei am Ende, dass das Unternehmen weiterhin daran arbeiten werde, ein sicheres und nachhaltiges Software-Ecosystem zu bauen, um allen Nutzern die beste Erfahrung zu bieten.


Quellen :

Reuters
Twitter
stadt-bremerhaven.de


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