Taiwan verbietet Verkauf von Huawei-Smartphones

Reaktionen auf provokative Angaben in jüngstem Software-Update 2 Min. lesen
News huawei  / Robin Cromberg

Taiwan hat den heimischen Verkauf aktueller Huawei-Smartphones eingestellt. Die Modelle Huawei P30, P30 Pro und Nova 5T bezeichneten die Insel als Teil der Volksrepublik, was als klare Provokation zu verstehen ist. Derweil verzögern sich die Sanktionen der US-Regierung gegenüber Huawei.

Provokation vom Festland

Die National Communications Commission hat Ende letzter Woche den Verkauf einiger Huawei-Smartphones in Taiwan verboten. Betroffen sind die neuen Flaggschiff-Modelle Huawei P30 und P30 Pro, sowie das Mittelklasse-Gerät Huawei Nova 5T. Als Begründung wurde eine Verletzung der „nationalen Würde“ angegeben, denn die drei Geräte zeigten nach einem Update unter Zeitzone und in den Kontakten den Standort als „Taiwan, China“ an.

Diese Vorgehensweise, bei der die Insel Taiwan als Teil der Volksrepublik China bezeichnet wird, ist keineswegs neu, reiht sich jedoch in eine große Zahl solcher Provokationen ein. Zuweilen wird beispielsweise der größte taiwanesische Flughafen Taoyuan bei Taipeh auf Flugplänen mancher Flughäfen als „Chinese Taipei“ geführt, um die Verbindung zum Festland klarzustellen. Auch bei der Teilnahme an den Olympischen Spielen treten Sportler aus Taiwan für „Chinesisch Taipeh“ an. Diese Lösung ist in Taiwan selbst sehr unpopulär, wird jedoch in Kauf genommen, um an vergleichbaren internationalen Veranstaltungen teilnehmen zu können. Denn die Ein-China-Politik der Volksrepublik verbietet anderen Staaten die Aufrechterhaltung diplomatischer Beziehungen zur Republik China auf Taiwan.

Experte Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen erklärt im Interview mit pressetext.com, dass eine solche Provokation seitens Huawei sicher kein Zufall sei. Das chinesische Unternehmen könne sich ein solches Vorgehen hinsichtlich seiner weltweiten Marktposition durchaus leisten und müsse keine allzu großen Schäden für sein Smartphone-Geschäft fürchten.

Deutlich schädlicher könnte dagegen der Handelsstreit zwischen China und den USA werden, sowie die hiermit verbundenen Sanktionen gegen Huawei. Zu diesen gehörte unter anderem die teilweise eingestellte Zusammenarbeit zwischen Google und Huawei, die letzterem die Nutzung von Google-Diensten wie dem Play Store, Gmail und Google Maps versperren. Nachdem die Sperre bereits zweimal verschoben worden war, gab das US-Wirtschaftsministerium einen erneuten Aufschub von drei Monaten. Damit ist der neue Termin für das Inkrafttreten der Sanktionen gegen Huawei für den 16. Februar 2020 gesetzt.


Quellen :

Pressetext
The Verge


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