Huawei stoppt bald Kirin-Produktion: Qualcomm bekundet Interesse

Letzte Top-SoCs von Huawei für das Mate 40 2 Min. lesen
News huawei  / Tim Metzger

Die US-Sanktionen gegen Huawei zeigen nun nicht nur bei der Software, sondern auch bei der Hardware Wirkung. Im September soll TSMC die letzten Kirin-SoCs produzieren. Eines Berichts zufolge bemüht sich Qualcomm wohl um eine Ausnahmeregelung.

Aktuell verzeichnet Huawei trotz der mittlerweile fehlenden Google-Apps noch gute Smartphone-Verkaufszahlen. Die Luft wird für den chinesischen Hersteller allerdings dünner, denn TSMC nimmt seit Mitte Mai keine neuen Produktionsaufträge für Huaweis Kirin-Prozessoren mehr an. Der Halbleiterhersteller sitzt zwar in Taiwan, nutzt allerdings Technik aus den USA und ist daher vom Handelsembargo gegen Huawei betroffen.

Laut Huaweis CEO der Consumer-Sparte, Richard Yu, stoppt am 15. September die TSMC-Produktion von Kirin-Chips. Dazu gehört unter anderem der Kirin 990, der etwa in der aktuellen Huawei P40-Serie steckt. Der chinesische Hersteller dürfte somit noch gerade genügend Kirin 990-Prozessoren für das Huawei Mate 40 (Pro) erhalten, welches voraussichtlich im Herbst erscheint. Einige Prozessoren kann Huawei alternativ bei der chinesischen Produktion SMIC fertigen lassen, etwa den Kirin 710A. Allerdings gilt dies nicht für die Oberklasse-Chips, die eine geringere Strukturgröße voraussetzen.

Ausnahmeregelung für Qualcomm?

Wie das Wall Street Journal berichtet, betreibt das US-Unternehmen Qualcomm derzeit Lobby-Arbeit, um eine Ausnahmeregelung zu erhalten. Qualcomm dürfte mit solch einer Ausnahmeregelung seine Snapdragon-Chips an Huawei verkaufen. Für Qualcomm wäre dies ein milliardenschweres Geschäft und Huawei könnte künftig weiterhin Top-Smartphones ausliefern. Eine offizielle Stellungnahme oder gar eine Entscheidung, sollte sich der Bericht bewahrheiten, gibt es aktuell noch nicht.

Ohne neuen Produktionspartner dürften Huaweis Verkaufszahlen nächstes Jahr voraussichtlich einbrechen, da kein Smartphone mit Oberklasse-Prozessor erscheinen könnte. Der Hersteller bietet zwar auch ein breites Portfolio an Mittelklasse-Smartphones an, doch auch dort geht der Trend zu geringeren Strukturgrößen für die SoCs. In Europa geht die Nachfrage nach Huawei-Handys bereits wegen der Software-Problematik zurück. Der absatzstärkste Markt für Huawei ist zurzeit China.


Quellen :

Wall Street Journal
AP News
t3n (Via)


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