Radeon RX 6000: AMD greift Nvidias RTX-Oberklasse an

Doppelt so schnell gegenüber der letzten Generation! 4 Min. lesen
News amd  / Tim Metzger

AMD stellte erst vor wenigen Wochen die Ryzen-5000-Prozessoren vor und enthüllte nun die neuen Radeon-Grafikkarten mit RDNA-2-Architektur. Die GPUs der Serie Radeon RX 6000 konkurrieren mit Nvidias Ampere-Karten, sogar der RTX 3090. Wir fassen die Infos zu den Preisen und der Leistung zusammen.

In einem Livestream hat AMD drei neue Desktop-Grafikkarten für Gaming präsentiert, die direkte Alternativen zu Nvidias RTX 3070, RTX 3080 und RTX 3090 darstellen. Seit Jahren konnten AMDs Grafikkarten nicht mehr mit Nvidias Top-Modellen Schritt halten, auch die letzte Generation spielte maximal in der oberen Mittelklasse mit. Dies soll sich nun mit der RX 6800, RX 6800 XT und RX 6900 XT ändern. Der Hersteller setzt auf die neue RDNA-2-Architektur. Trotz gleicher Strukturgröße von sieben Nanometern verspricht AMD eine 54 Prozent höhere Performance pro Watt bei der RX 6800 XT und sogar eine 65-prozentige Verbesserung bei der RX 6900 XT, jeweils gegenüber der RX 5700 XT (Test) mit RDNA-Architektur. Insgesamt soll die 4K-Gaming-Leistung bei der neuen Generation rund doppelt so hoch ausfallen.

Infinity-Cache, Ryzen 5000 und Overclocking sollen helfen

Unter anderem ermöglichen dies komplett neu designte Compute-Units (CUs). Trotz nicht gesteigertem GDDR6-Speicherinterface mit 256 Bit ist die Bandbreite laut AMD 2.17-fach höher als ein 384-Bit-Interface, da zusätzlich ein 128 Megabyte großer L3-Cache zum Einsatz kommt, der Infinity-Cache genannt wird. In Kombination mit einem neuen Ryzen-5000-Prozessor auf einem Mainboard mit 500er-Chipsatz sollen die Grafikkarten sogar noch mehr Leistung entfalten können, weil die CPU dann Zugriff auf den gesamten Videospeicher hat. AMD nennt diese Funktion Smart Access Memory.

Eine weitere Funktion namens Rage Mode stellt der Hersteller in der Grafikkarten-Software bereit. Der Modus dient als Ein-Klick-Übertaktung, hieß es in der Präsentation. Sofern Smart Access Memory und Rage Mode genutzt werden, verbessert sich offiziellen Diagrammen zufolge die 4K-Gaming-Leistung der RX 6800 XT je nach Spiel um zwei bis 13 Prozent.

RX 6800 als Alternative zur RTX 3070

AMD vergleicht das günstigste Modell, die RX 6800 mit einer Nvidia RTX 2080 Ti, welche kürzlich von der RTX 3070 abgelöst wurde. In den gezeigten Gaming-Tests (mit Smart Access Memory) schnitt die RX 6800 sowohl in WQHD- als auch in 4K-Auflösung besser als die RTX 2080 Ti ab. Die Radeon-Grafikkarte erscheint am 18. November für 579 US-Dollar. Das Konkurrenzmodell RTX 3070 kostet vergleichsweise 499 US-Dollar. Bei Nvidia stimmt der Dollarpreis 1:1 mit dem Europreis überein, weshalb dies auch bei AMD so sein könnte – bestätigt ist diese Vermutung aber noch nicht. Sie kommt mit 60 CUs, 16 Gigabyte Speicher und einer Leistungsaufnahme von 250 Watt daher (RTX 3070: 220 Watt). Weitere Details gibt es auf der Produktseite.

RX 6800 XT und RX 6900 XT

Eine Leistungsklasse darüber folgt die RX 6800 XT mit 72 CUs, 16 Gigabyte Speicher und einer TDP von 300 Watt. Sie tritt gegen Nvidias RTX 3080 an (320 Watt) und soll ebenfalls am 18. November für einen Preis von 649 US-Dollar starten. Die RTX 3080 (Test) kostet hingegen 699 US-Dollar beziehungsweise Euro. Die Leistung in WQHD und 4K liegt in den von AMD getesteten Spielen im Durchschnitt gleichauf.

Als Flaggschiff zeigte AMDs CEO Lisa Su zum Schluss noch die RX 6900 XT. Die Grafikkarte hat 80 CUs, ebenfalls 16 Gigabyte Speicher und eine 300-Watt-TDP. AMD vergleicht das Modell mit der RTX 3090, schreibt bei den Leistungsergebnissen aber explizit dazu, dass Smart Access Memory und Rage Mode zum Einsatz kamen. Auch in diesem Vergleich ist die 4K-Gaming-Leistung durchschnittlich auf einem Niveau. Der Preis ist mit 999 US-Dollar um 500 US-Dollar geringer als Nvidias teuerstes Modell. Die Radeon RX 6900 XT soll erst am 9. Dezember verfügbar sein. Näheres zur RX 6800 XT und RX 6900 XT verrät AMD auf der jeweiligen Produktseite.

Mit dem Grafikkarten-Trio möchte AMD eindeutig Nvidia den ersten Platz in puncto High-End-Gaming streitig machen. Die offiziellen Zahlen klingen vielversprechend, sowohl in Hinblick auf die letzte Generation als auch auf die RTX-3000-Serie von Nvidia. Sofern genügend Grafikkarten bis zum Marktstart zur Verfügung stehen, könnte AMD Nvidias aktuelle Lieferproblematik zum Weihnachtsgeschäft ausnutzen. Die RDNA-2-GPUs beherrschen übrigens wie auch bei den Konsolen-Pendants DirectX 12 Ultimate und Raytracing.


Quellen :

AMD (YouTube-Livestream)
AMD


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