Unter-Display-Kamera des ZTE Axon 20 ausprobiert

Erstes Smartphone mit der neuen Technologie 2 Min. lesen
News zte  / Tim Metzger

Das ZTE Axon 20 5G ist das weltweit erste marktreife Smartphone mit einer unter das Display integrierten Frontkamera. Uns liegt zurzeit das chinesische Modell vor. Wir zeigen, wie die Technologie funktioniert und ob es Abstriche bei der Bildqualität gibt.

Anfang September stellte der Hersteller ZTE in China das Axon 20 5G vor. Auf dessen Front befindet sich keine direkt sichtbare Kamera. Anstelle einer Einkerbung, eines Bildschirmlochs oder eines mechanischen Pop-Up-Moduls sitzt die Frontkamera unter der Displayoberfläche. Andere Hersteller, etwa Samsung, Oppo und Xiaomi arbeiten ebenfalls an dieser Technologie und zeigten zum Teil bereits Prototypen. Wahrscheinlich greift ZTE beim Axon 20 auf entsprechende Displays von Visionox zurück. Visionox verkündete im Juni den Start der Massenproduktion von AMOLED-Panels mit sogenannten Under-Screen-Kameras an. Nicht nur die vordere Kamera ist unter dem Display verbaut, sondern auch der Lichtsensor, der Telefonlautsprecher und der Fingerabdrucksensor.


Die Anode und Kathode des AMOLED-Bildschirms sind in einem bestimmten Bereich transparent beziehungsweise lichtdurchlässig. Zudem ist die Pixelmatrix über der Frontkamera anders. Durch Kameraalgorithmen soll die Qualität der Aufnahmen verbessert werden. Die Kamera befindet sich zwar unter dem Display, ist dadurch aber nicht vollkommen unsichtbar. Im ausgeschalteten Zustand ist mittig beim oberen Bildschirmrand ein schwarzes Rechteck zu sehen, hinter dem die Kamera sitzt. Während der Nutzung des Smartphones fällt dies mal mehr und mal weniger auf, unter anderem bei einem weißen oder grauen Hintergrund sticht die veränderte Pixelmatrix jedoch sehr hervor.

 

Zum Vergleich haben wir nicht nur Frontkameraaufnahmen mit dem Axon 20, sondern auch mit dem Oppo Reno 4 Pro (Test) erstellt. Beide Kameras haben laut Herstellerangaben eine Auflösung von 32 Megapixeln, bei den Dateien fiel allerdings auf, dass die Fotos vom ZTE-Smartphone 32 x 32 (1.024) Pixel weniger aufweisen. Insgesamt beträgt die Auflösung beim Axon 20 31.961.088 Pixel und beim Reno 4 Pro 32.327.680 Pixel. Die Blende gibt ZTE mit f/2.0 an, während Oppo eine Blende von f/2.4 angibt. In dieser Hinsicht ist die Frontkamera des Axon 20 also auf dem Papier leicht im Vorteil.

Frontkamera-Fotos im Vergleich

Optisch gibt es allerdings deutliche Unterschiede zugunsten des Oppo-Smartphones. Qualitativ liegen die Fotos Klassen auseinander. Die Frontkamera des Reno 4 Pro nimmt wesentlich mehr Details auf. Dagegen wirken die Aufnahmen des Axon 20 sichtlich weicher beziehungsweise weniger scharf. Es gibt aber noch weitere Auffälligkeiten bei den ZTE-Fotos. Sie sind vergleichsweise leicht überbelichtet, bieten weniger Dynamik, sind farblich blasser und haben sichtbares Bildrauschen.

Frontkamera-Foto des Reno 4 Pro (stark vergrößert)
Frontkamera-Foto des Axon 20 (stark vergrößert)

Außerdem ist um Objekte im Vordergrund meist ein dezenter Schimmer vorhanden, der entfernt an Artefakte von HDR-Aufnahmen bei anderen Smartphones erinnert. Für einige dieser Kritikpunkte mag die generelle Bildverarbeitung verantwortlich sein, zum Teil sind diese aber sehr wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass die Kamera unter dem Display sitzt.


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