Chipmangel führt zu großem Produktionsrückgang in weltweiter Autoindustrie

Fünf Millionen Fahrzeuge weniger in diesem Jahr 2 Min. lesen
News  / Robin Cromberg
Auto in Fabrik Bildquelle: Carlos Aranda via Unsplash

Der weltweite Mangel an Halbleitern und damit auch Mikrochips soll gravierende Auswirkungen auf die Autoindustrie haben: Rund fünf Millionen Neuwagen sollen dieses Jahr weniger produziert werden. Eine bevorstehende Knappheit an Lithium-Ionen-Batterien könnte zudem anhaltende Lieferprobleme bis 2030 bedeuten.

Die Corona-Krise hat in Kombination mit einem starken Anstieg der Nachfrage nach Mikrochips für Elektronikgeräte aller Art sowie den US-Sanktionen einen weltweite Chip-Knappheit hervorgerufen, deren Auswirkungen für gleich mehrere Wirtschaftsbereiche nun mehr und mehr deutlich werden.

Zum einen wird die Smartphone-Branche hart getroffen, das Samsung Galaxy S21 FE beispielsweise kann erst später und nicht auf dem internationalen Markt verkauft werden, weil die Verfügbarkeit des Snapdragon 888 nicht für einen weltweiten Launch ausreicht.

Heiß begehrt: Chips wie der hier abgebildete Snapdragon 888 sind derzeit Mangelware

Aber auch die Automobilbranche ist von schweren Lieferengpässen betroffen. Während der Rest der deutschen Wirtschaft einen Post-Corona-Boom erwartet, soll ausgerechnet der wichtigste Industriesektor dieses Jahr durch Produktionsprobleme stark ausgebremst werden. Deutsche Automobilhersteller sollen nach Schätzungen des Verbandes der Automobilindustrie dieses Jahr statt 4 Millionen nur noch 3,6 Millionen Fahrzeuge produzieren. Die weltweite Automobilindustrie soll 2021 etwa fünf Millionen Fahrzeuge weniger produzieren, als ohne den Halbleitermangel möglich wären.

Lieferengpässe bleiben auch im Folgejahr bestehen

Ferdinand Dudenhöffer vom Duisburger Center Automotive Research Institut hat in einer Studie zu erwartende und bereits durchgeführte Produktionskürzungen ausgewertet und geht von anhaltenden Produktionsausfällen und verlängerten Lieferzeiten bis 2022 aus. Im kommenden Jahr sollen statt 81 Millionen Neuwagen nur 78,1 Millionen gebaut werden.

Die Auswirkungen des Chipmangels sollen bis 2023 spürbar sein, zum Ende dieser Phase jedoch immer weniger gravierend ausfallen. Dudenhöffers Studie zufolge steht der Automobilindustrie gleich im Anschluss allerdings schon die nächste Krise ins Haus: Ab 2026 soll das Angebot an Lithium-Ionen-Batterien nicht mehr den Bedarf decken können, sodass in diesem Jahr rund fünf Millionen Elektroautos weniger produziert werden sollen. Die weltweite Automobilbranche könne demnach für das gesamte Jahrzehnt mit anhaltenden Lieferproblemen rechnen.


Quellen :

Golem.de
Welt.de


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