Grafikkarten — quo vadis? Preise bleiben auf Rekordniveau

Verfügbarkeitsprobleme treiben GPU-Preise hoch 2 Min. lesen
News  / Tim Metzger

Der anhaltende Chipmangel betrifft den Konsolen- und Grafikkartenmarkt besonders stark und die Preise beliebter Grafikkarten haben sich inzwischen verdoppelt bis vervierfacht. Ist ein Ende der Wucherpreise und Verfügbarkeitsprobleme in Sicht?

Wer aktuell einen neuen PC zusammenstellen oder einen älteren Computer aufrüsten möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als je zuvor. Die Produktionsanlangen sind ausgelastet und überbucht und was hergestellt wird, landet meist direkt in den Händen von Scalpern oder Krypto-Minern. Aufgrund der hohen Nachfrage und des geringen Angebots verlangen Händler Mondpreise. Beispielsweise ist der Preis der Radeon RX 5700 XT Red Devil in den letzten zwölf Monaten (besonders seit Anfang 2021) laut Idealo um 294 Prozent angestiegen. Vor einem Jahr war dieses Modell noch für circa 444 Euro erhältlich, von Mai bis Juni 2021 kostete sie 1.749 Euro. Selbst Einsteiger- und Mittelklassekarten sind von den erhöhten Preisen betroffen. Durchschnittlich ist Idealo zufolge der Preis einer Grafikkarte um 136 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Bild: Idealo

Ältere GPUs erleben ein Comeback

Auch bei neuen Modellen sieht es nicht anders aus – beispielsweise beträgt die unverbindliche Preisempfehlung der im Februar gestarteten RTX 3060 319 Euro und mittlerweile listen sie Händler ab 799 Euro. Eine RTX 3070 kostet derzeit mindestens doppelt so viel wie eigentlich vom Hersteller Nvidia vorgesehen. Beim Preisvergleichsportal stammt in neun von zehn der beliebtesten Grafikkarten die GPU von Nvidia. AMD macht in der Oberklasse Nvidia jedoch erst seit der im Herbst vorgestellten RX-6000-Serie Konkurrenz. Neben den aktuellen RTX-3000-Modellen ist im Nvidia-Lager derzeit unter anderem die GTX 1660 Super. Die Einsteiger-Grafikkarte aus 2019 kostet zwar ebenfalls doppelt so viel wie vor einem Jahr, genügt aber für Full-HD-Gaming und liegt preislich bei rund 450 Euro. Den Preisverlauf aktueller Modelle auf dem deutschen Markt hat übrigens auch 3DCenter bis zum 16. Mai dokumentiert.

Die GTX 1660 Super zählt im Juni 2021 zu den beliebtesten Grafikkarten.

Grafikkarten-Preisverlauf vom 17. Januar bis 16. Mai in Deutschland. (Quelle: 3DCenter)

Besserung wahrscheinlich erst in 2022

Den Angaben von TSMC und Analysten zufolge bleiben die Verfügbarkeitsprobleme noch für den Rest des Jahres bestehen. Voraussichtlich ab Sommer 2022 dürfte sich die Lage etwas bessern, allerdings ist fraglich, ob die Karten bis dahin weniger attraktiv für Krypto-Miner sind. Momentan sollte man letztendlich vom Kauf einer Grafikkarte absehen, sofern möglich.

Spielekonsolen können eine preiswerte Alternative darstellen, doch die PlayStation 5 ist aktuell schwieriger zu bekommen als so manche Grafikkarten und auch die Xbox Series X steht nur selten bei Händlern zur Verfügung. Für Leute mit einer sehr guten Internetverbindung ist zudem Cloud Gaming über den Xbox Game Pass oder Google Stadia eine Option. Ansonsten wäre es vielleicht ratsam, vorerst auf anspruchsvolle Next-Gen-Titel zu verzichten und stattdessen den Berg an unangerührten Spielen aus Gratis-Aktionen oder Steam Sales abzuarbeiten.


Quellen :

Idealo
3DCenter


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