Intel Alder Lake ist da: Hybrid-Architektur, Thread Director & Mehr

Core i9-12900K soll bester Gaming-Prozessor sein! 6 Min. lesen
News intel  / Leonardo Ziaja
Bild: Intel

Endlich ist es soweit: Intel hat soeben die neuen Alder Lake Desktop-Prozessoren mit besonderer Hybrid-Architektur vorgestellt. Im Fokus stehen besonders die verbesserte Effizienz, der Thread Director für Windows 11 und neue Overclocking-Features. Zudem soll sich das Flaggschiff, der Core i9-12900K, endlich wieder die Gaming-Krone als bester Spiele-Prozessor aufsetzen können.

Intel hatte bereits im Januar die 12. Generation der Core-Prozessoren mit Codename „Alder Lake“ angekündigt. Nach einigen Leaks zur Architektur und Leistung wurde der Vorhang nun offiziell gelüftet. Euch erwartet eine skalierbare Architektur auf Intel 7 Basis mit 10 Nanometer Strukturgröße – zunächst für Desktops, später dann auch für mobile Geräte wie Notebooks. Ähnlich zum „big.LITTLE“-Prinzip bei Arm-Prozessoren setzt auch Intel nun erstmalig auf eine hybrides Format mit Performance- und Effizienz-Kernen (kurz P- und E-Kerne) – vereint auf einem Die mit ~209 mm².

Update: Mittlerweile haben die Board-Partner auch ihre Platinen vorgestellt, so beispielsweise MSI mit dem MEG Z690 Unify oder ASUS mit dem Maximus Z690 Hero.

Update #2: Mittlerweile haben wir auch das Flaggschiff der neuen Alder Lake Prozessoren für euch getestet: Intel Core i9-12900K im ausführlichen Test!

Neues Hybrid-Format mit Performance- und Effizienz-Kernen

Die P-Kerne sind vor allem für die „Handhabung von Single- und Light-Thread-Leistung“ sowie die „Verbesserung von Spiel- und Produktivitätsworkloads“ gedacht, so Intel. Den E-Kernen sind hingegen für die „Skalierung von High-Thread-Leistung“ zur „Minimierung von Unterbrechungen durch die Verwaltung von Hintergrundaufgaben“ verantwortlich. In der Praxis könnte das zum Beispiel bedeuten: Im Vordergrund läuft ein Spiel (auf den P-Kernen), während im Hintergrund eine Streaming-Software aufnimmt und streamt (auf den E-Kernen).

Bilder: Intel

Zum Start wird es drei Desktop-Prozessoren geben, darunter den i9-12900K (hier im Test) als neues Topmodell mit 16 Kernen (8P+8E), 24 Threads und bis zu 5,2 GHz im Turbo. Dazu kommt der Core i7-12700K mit 12 Kernen (8P + 4E), 20 Threads und bis zu 5,0 GHz sowie der Core i5-12600K mit 10 Kernen (6P+4E), 16 Threads und bis zu 4,9 GHz. Alle drei CPUs wird es jeweils noch als KF-Variante ohne integrierte Intel UHD 770 Grafikeinheit geben.

Beim Cache gibt es neben dem neuen L3-„Intel Smart Cache“ für alle Kerne und die Grafikeinheit nun auch einen erhöhten L3-Cache für die P-Kerne und einen shared L2-Cache pro E-Kern-Cluster. Dazu kommt die Unterstützung für DDR5, PCI-Express Gen5 (bis zu 16x Lanes) sowie Wi-Fi 6E. Der frische Z690-Chipsatz wird zudem bis zu 12x PCIe 4.0 Lanes bieten und mit der CPU über bis zu 8x DMI 4.0 Lanes mit doppelter und schnellerer Bandbreite kommunizieren.

Exklusiv für Windows 11: Der Thread Director

Ein besonderes Features, was jedoch Windows 11 vorenthalten sein wird, ist der neue Thread Director. Dieser überwacht den Befehlsmix jedes Threads zur Laufzeit, liefert dementsprechend ein Laufzeit-Feedback an das Betriebssystem und soll laut Intel so die „optimale Planungsentscheidung für jede Arbeitslast oder jeden Arbeitsablauf treffen“. Vereinfacht gesagt soll so die Verteilung der Threads auf die P- und E-Kerne effektiver ablaufen – und das ganz automatisch, ohne jegliche Benutzereingabe. Doch, wie sieht es nun in Sachen Leistung aus?

Bild: Intel

Je nachdem aus welcher Perspektive man auf die Daten von Intel schaut, ist das Leistungsplus mal mehr und mal weniger groß. Im Vordergrund stehen vor allem 19 % mehr Leistung mit den neuen Performance-Kernen. Im Allgemeinen möchte Intel mit Alder Lake (endlich) wieder die Gaming-Krone an sich nehmen. Der Core i9-12900K soll der „beste Gaming-Prozessor“ werden und darüber hinaus auch hinsichtlich OC-Experience und Content Creation punkten.

Spannend ist jedoch vor allem das Update für die „Power Definitions“, da bei Intel Alder Lake nun PL1 = PL2 = 241 Watt ist. Wie es scheint, kann der i9-12900K die maximale Power also so lange halten, wie die Temperaturen in Ordnung sind bzw. die Kühlung es schafft die Abwärme abzuführen. Ob dem wirklich so ist, werden wir natürlich für euch testen. Durch einen noch dünneren Die, ein dünneres STIM (Solder Thermal Interface Material) und somit einen dickeren IHS (Integrated Heatspreader) könnten die Temperaturen tatsächlich besser sein – wir werden sehen.

Wie groß wird das Leistungsplus sein?

Ein paar Beispiele und Intel Benchmarks: Bei Crysis: Remastered ist der Core i9 gleich auf mit einem AMD Ryzen 9 5950X, bei Troy: A Total War Saga ist die CPU jedoch ca. 30 % schneller. Gegenüber dem Core i9-11900K (Test) ist das neue Intel Alder Lake Flaggschiff jedoch zum Beispiel zwischen 17 % (The Riftmaker) und 28 % (Hitman 3) schneller. Getestet wurde dabei mit einer RTX 3090 in Full-HD-Auflösung auf einem Windows 11 System.

Bilder: Intel

Doch nicht nur bei Games, auch im Content Creation Bereich soll es eine Leistungssteigerung geben. So bietet der Core i9-12900K beispielsweise bei der Autodesk Revit Model Creation eine 37 % höhere Performance, beim Adobe After Effects Pulse Benchmark gibt es sogar ein Leistungsplus von 100 %.

Bild: Intel

Die neue Hybrid-Architektur hat, allem Anschein nach, jedoch einen Vorteil: Mehr Effizienz. So soll die Multi-Thread Performance bei maximaler Power (in diesem Fall 241 Watt beim i9-12900K) im Vergleich zum Core i9-11900K mit maximaler Power (demnach 250W) um 50 % höher sein. Selbst bei 125W ist das Intel Alder Lake Topmodell noch 30 % schneller. Und bei einem Viertel der „Peak Power“, also 65 Watt, soll die MT-Leistung in etwa gleich auf liegen.

Die Single-Thread Leistung hat Intel mit Rocket Lake-S (11th Gen) und Comet Lake-S (10th Gen) bei fixierter Frequenz verglichen. Hier soll die 11. Generation ca. 12 % schneller als die 10. Generation sein. Die P-Cores von Alder Lake sollen sogar 28 % performanter als Comet Lake-S sein, die E-Cores hingegen knapp 1 %. Welche CPUs genau dabei zum Einsatz kamen, ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht bekannt.

Overclocking: Intel XTU mit One-Click-OC + XMP 3.0

Zum Übertakten wird es natürlich, je nach Mainboard, wieder verschiedene Optionen im BIOS geben. Intel selbst wird jedoch die eigene Extreme Tuning Utility Software (kurz XTU) in Version 7.5 veröffentlichen. Das Update wird unter anderem ein 1-Klick-Overclocking über den Intel Speed Optimizer (ISO) erhalten. Zum Feintuning soll es darüber hinaus nun deutlich verbesserte Drehregler zum Übertakten geben, sowohl für die P- als auch E-Kerne.

Bilder: Intel

Und für ein einfaches Übertakten des DDR5-Arbeitsspeicher kommt Intel XMP 3.0 dazu. Wie schon bei DDR4-RAM könnt ihr den Arbeitsspeicher dann mit Auswahl eines vorbestimmten Profils sehr schnell mit einer höheren Frequenz ausstatten. Neu sind nun jedoch insgesamt fünf XMP-Profile im BIOS. Darunter 3x vorgegebene sowie 2x persönliche – denen ihr übrigens dann auch einen eigenen Namen mit bis zu 16 Zeichen verpassen könnt.

Bild: Intel

Zu welchem Zeitpunkt die Intel Alder Lake Prozessoren der 12. Generation auf den Markt kommen, ist derzeit noch unklar. Auch Euro-Preise gibt es bisher noch nicht, allerdings hat uns Intel die Dollarpreise für Händler genannt:

  • Core i9-12900K – 589 $ (ca. 510 €)
  • Core i9-12900KF – 564 $ (ca. 490 €)
  • Core i7-12700K – 409 $ (ca. 355 €)
  • Core i7-12700KF – 384 $ (ca. 330 €)
  • Core i5-12600K – 289 $ (ca. 250 €)
  • Core i5-12600KF – 264 $ (ca. 230 €)

Quellen
  • Intel (Bilder)

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