Neuerungen von Windows 11: Design, Android-Apps und Snap

Weitaus mehr als ein Windows 10.5 4 Min. lesen
News microsoft  / Tim Metzger
Bild: Microsoft

Auf dem Online-Event What’s Next for Windows hat Microsoft Windows 11 präsentiert. Teile des Designs sind schon vorab durchgesickert, doch jetzt sind alle Neuerungen bekannt. Neben Usability-Verbesserungen gibt es sogar Unterstützung für Android-Apps.

Nachdem kürzlich bereits ein Entwickler-Image aufgetaucht war, ist Windows 11 jetzt offiziell und es handelt sich um mehr als nur Windows 10 mitsamt neuem Anstrich. Das neue Design soll frisch und modern, aber gleichzeitig vertraut wirken. Über die letzten 35 Jahre wechselte das Microsoft-Betriebssystem oftmals sein Aussehen, doch nach dem Windows-8-Ausreißer kam Windows 10 wieder in einem klassischeren Gewand daher.


Eigentlich versprach das Unternehmen in 2015, dass Windows 10 das “letzte Windows” sei und man es kontinuierlich via Updates weiterentwickeln würde. Grundlegend ist Windows 11 auch als Windows-10-Update anzusehen, doch anhand der größeren Neuerungen hielt das Marketing-Team wohl eine Namensänderung für angebracht. Ab Ende 2021 soll Windows 11 schrittweise bis Anfang 2022 abhängig vom Gerät als kostenloses Upgrade ausgerollt werden. Insider-Builds für Entwickler sollen bereits im Verlauf der kommenden Woche verfügbar sein. Der Support von Windows 10 läuft noch bis Oktober 2025 wie gehabt weiter. Es gibt neue Mindestanforderungen für Windows 11 und ohne TPM wird es problematisch. Mehr dazu lest ihr im verlinkten Beitrag zum Kompatibilitäts-Check.

Fenster-Neuerungen sorgen für frischen Wind

Bei der neuen OS-Version setzt Microsoft auf abgerundete Fensterkanten, halbtransparente Menüs und ein angepasstes Startmenü. Letzteres befindet sich neuerdings mittig über der Taskleiste, dessen Symbole ebenfalls zentriert wurden. Auf Wunsch kann man allerdings wieder beides nach unten links verschieben. Die Windows-8-Überbleibsel sind aus dem Startmenü verschwunden, aber die Kacheln kehren in Form eines eigenen Widget-Menüs zurück. Auch das rechte Schnelleinstellungsmenü und das Haupt-Einstellungsmenü wurden aufgefrischt. Den S-Modus sowie den Tablet-Modus haben die Entwickler in den Papierkorb geworfen – stattdessen ist das System mehr für 2-in-1-Geräte optimiert und passt das Design automatisch beim Abnehmen der Tastatur für eine bessere Touch-Bedienung an. Eine neue Touch-Tastatur, Stiftoptimierung in Word sowie eine Spracherkennung inklusive Befehlen zur Texteingabe sind ebenso an Bord.

Multitasking wird mit Windows 11 angenehmer als zuvor, da sich das Betriebssystem die Position geöffneter Fenster auf einem zweiten Monitor merken kann, wenn man diesen entfernt oder ausschaltet. Sie werden dann nicht automatisch auf den verbliebenen Bildschirm geworfen, sondern minimiert. Bei den Fenstersymbolen oben rechts gibt Microsoft nun Schnellzugriffe für verschiedene Layouts mit mehreren Fenstern. Die Funktion dahinter ist ein verbessertes Windows Snap und kann sich bei Programmen merken, welche Fenster regelmäßig daneben geöffnet sind, um gewohnte Layouts mit einem Klick herzustellen. Personalisierte Desktops lassen sich anlegen, etwa um Programme und Fenster für Arbeit und Privates zu trennen.

Xbox-Funktionen und Android-Apps im Windows Store

Teams und die Xbox-App sind direkt in Windows 11 integriert und über letztere kann per Game-Pass-Abo auf die Cloud-Gaming-Funktion zugegriffen werden. Die Auto-HDR-Funktion von den Xbox-Konsolen schafft es über das neue OS auch auf den PC, ebenso wie Direct Storage, was kurz ausgedrückt für verringerte Spiele-Ladezeiten sorgt.

Xbox-App in Windows 11

Im Fokus steht außerdem der überarbeitete Windows Store, der progessive Web-Apps (PWAs), universelle Windows-Apps (UWPs), Win32-Anwendungen beziehungsweise klassische Windows-Programme anbietet. Ein Highlight ist die Integration von Android-Apps über Intel Bridge (geht auch mit AMD-Prozessoren) und den Amazon-Appstore. Nach einmaligem Herunterladen des Amazon-Appstores können dann Android-Apps dank des Post-Compilers (Intel Bridge) nativ auf x86-Computern laufen.

Entwickler, die ihre Apps mit einem eigenen Bezahlsystem im Windows Store anbieten und nicht auf die Microsoft-Bezahldienste zurückgreifen, behalten 100 Prozent der Einnahmen – ein klarer Seitenhieb gegen Apple. Als ersten großen Software-Anbieter hat sich Microsoft dafür Adobe ins Boot geholt, weshalb die Creative-Suite bald im Windows Store landet.

Bereit für neue Geräteklassen und Hybridprozessoren

Zahlreiche kleinere Verbesserungen hat das Unternehmen zusätzlich integriert. So werden künftige Windows-Updates circa 40 Prozent kleiner und das Betriebssystem ist bereits für Hybridprozessoren beziehungsweise SoCs optimiert. Letzteres deutet auf Leistungsverbesserungen für Intels kommende Alder-Lake-Serie hin. Für neue Mobilgeräteklassen irgendwo zwischen Tablet und Notebook sind die neuen Touch-Funktionen und die baldigen SoCs optimal ausgelegt. Windows 11 soll mindestens für das nächste Jahrzehnt ausgelegt sein, also ist ein Windows 12 in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.


Quellen
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