Sonos-Patentstreit: Google darf Smartphones, Lautsprecher und YouTube Music nicht weiter vertreiben

Der Patentkrieg geht in die nächste Runde 2 Min. lesen
News  / Jonathan Kemper
Bildquelle: Google

Es klingt nach einer gewaltigen Meldung: Sonos hat vor Gericht erwirkt, dass Google in Deutschland Produkte, die Google Cast nutzen, nicht weiter vertreiben darf. Damit verletzt Google nämlich in den Augen von Sonos dessen Patentrechte. Doch welche Folgen dies nun genau hat, bleibt zunächst unklar.

Die weite Verbreitung seiner Google-Cast-Plattform wird dem Technik-Konzern nun möglicherweise zum Verhängnis. Mittels einer einstweiligen Verfügung wurde Google vor einem Hamburger Gericht untersagt, Produkte, die die Streaming-Technologie verwenden, hierzulande weiter zu vertreiben. In einer offiziellen Erklärung heißt es laut Eddie Lazarus, Chief Legal Officer bei Sonos:

Die Verfügung verbietet das Angebot oder den Verkauf von Googles Cast-Technologie in Deutschland.Cast-Technologie, die in einigen Aspekten das streitgegenständliche Sonos-Patent impliziert und umfasst Produkte wie das Smartphone Pixel 4a, Nest Audio-Lautsprecher und die YouTube-Music-App. Wir sehen das Urteil als eine starke Demonstration der Stärke von Sonos‘ Patentportfolios und unserer Überzeugung, dass Google ein weit verbreiteter Verletzer unseres geistigen Eigentums ist.

Sonos-Patentstreit: Google geht in Berufung

Es heißt, der Gerichtsentscheid sei schon Ende April gefallen, wurde jedoch erst jetzt bekannt. Das schriftliche Urteil liege allerdings noch nicht vor, weshalb die exakten Auswirkungen auf den deutschen Markt noch nicht abzusehen seien.

Google gibt sich natürlich nicht kampflos geschlagen und geht nach eigenen Angaben in Berufung. Man sei enttäuscht, dass Sonos falsche Aussagen über deren Partnerschaft und Technik gemacht habe. Natürlich setze man alles daran, Google-Produkte in Deutschland weiterhin nutzen zu können.

Sonos und Google: Gegenseitige Klagen seit 2020

Die aktuellen Entwicklungen gehen auf eine Klage seitens Sonos gegen Google wegen Patentverletzung Anfang 2020 zurück. Google Cast würde demnach Sonos-Patente ohne Genehmigung nutzen. Wenige Monate später antwortete Google mit einer Gegenklage im Sommer 2020, da Sonos angeblich ohne Genehmigung Google-Patente zum Beispiel für Mesh-Netzwerke, digitales Rechtemanagement, personalisierte Suche nach Musiktiteln und Geräuschreduzierung bei Sprachaufzeichnungen verwendet hätte, berichtet Golem.

Sonos passt Zahlen optimistisch an

Im Zuge der Verfügung hat Sonos seine Umsatzprognosen angepasst und sagt für 2021 rund 100 Millionen Dollar mehr voraus (1,63 bis 1,68 Milliarden Dollar) als zuvor (1,53 bis 1,58 Milliarden Dollar). Das entspräche einer Steigerung um 30 Prozent im Jahresvergleich. Die Corona-Pandemie hat sich indes bereits positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Im ersten Quartal 2021 stieg der Umsatz um 90 Prozent.


Quellen :

Golem
Sonos
Protocol


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